Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 164 (3.7.1919)
- Date
- 1919-07-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 164 Wien, DonnerstLg ' /Wiener Morgenzeitung^ Keine Zustimmung Renners zu Verhandlungen Vorarlbergs mit der Schweiz. Saint-Germain, 2. Juli. (Korr.-Bur.) Gegenübet der Meldung der Agentur Radio, wonach zwischen V o r ar lb er g und der Schweiz neuerdings verhandelt wird, und »war mit Zustimmung Dr. Renners, der für Vorarlberg die Selbstbestimmung angeblich einzuräumen bereit sei und sie auch von der E n t e n t e verlangen werde, wird festgestellt, daß eine solche amtliche Zustimmung der Regierung oder des Kanzlers nicht e r f o l g L ist und daß das Land Vorarlberg ohne eine fbkche Zust i m m u n g, mit der Schweizer.Regierung zu verhandeln, nicht berechtigt und ermächtigt ist. Außerdem bedarf die Abtretung eines Landes der Zustimmung d e s P a r l a m e n t s in Form eines Gesetzes. Ex-Kaiser Karl ernstlich erkrankt. Berlin, 2. Juli. (Korr.-Bur.) Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Genf: Wie Europa Preß berichtet, ist E x - K a i f e r K a r l, der sich bekanntlich am Genfer See aufhält, ernstlich erkrankt. I Pichon Vorsitzender im Fünferrat.! Amsterdam, 2.,Juli. (Korr.-Bur.) Das Reuterfche Bureau meldet aus Paris: Den B o r s i tz i m Fünferrat wird nicht, wie gemeldet, Clemettceau, sondern Pichon führen. Eine Antwort an Bethmann-Hollwsg in Vorbereitung. ' Zürich, 1. Juli. (Tel.-Komp.) Die Schweizerische T e l e g r ap h e n - I n f o r m a t i o n meldet aus Paris : Die A l l i i tx t e tt bereiten die Antwort auf d e u B r i e f des gewesenen Ministerpräsidenten B e t h nt a n ritz o l l w e g, der in der letzten Sitzung des Viererratcs studiert wurde, vor. Bevorstehende Aebergäbe des Ratiborer Gebietes an die Tschechen. Mähr.-Ostrau» 1. Juli. (Tschecho-slow. Preßbur.) Die Deutschen -treffen Vorbereitungen zur R ä ü m u n g des R a t i b p 11 x Gebietes und zur U c b e rgäbe desselben au die 1 s ch e ch o - s l o w a k i s ch e R epub l i k. Die Berliner Regierung hat angcordnet. daß die Truppen bis auf geringe Wachabteilungen das Ratiborer Gebiet r ä u m e n, das der tschecho-slowakischen Republik zufallen soll. Die Staatsbeamten, sofern sie nicht nach Oberschlesten zuständig sind, wurden gu fg e s o r d e r t, bis zum 15. Juli das g e m i s ch t s p r a ch i g e Gebiet z u v erlassen. ' Freigabe des amerikanischen Wechselverkehrs mitDeutschSsterreichund derTschecho-Slowakei. Paris, 2. Juli. (Korr.-Bur.) „Chicago Tribüne" meldet aus New-Dork: Vom 2. Juli angefangen . wird der Wechfelv erkehr z w i' s chenAmerika eine r s e i t s, Finnland, PolM- T f ch e ch o> S l o w a k i e n, D e u t f chö ft e 11 e i ch, Jugoslawien und Rumänien andererseits f reige g e den w e r d e n. Er untersteht der Kontrolle des Direktors der Devisenabteilung des Federal Reserve Board. Vor der Lösung der Ministerkrise in Tschechien. Prag» 2. Juli. (Korr.-Bur.) Das Abendblatt der „N a r o d u i L i st h" meldet, daß Präsident M a s a r y k n o ch Heu t e o b e r m o r g e n entweder den Minister SvdH'lä öderdeüGesandten Tnsar mit der Kabinettsbildung betrauen dürfte. Es herrsche die Ansicht vor, daß Minister.Svebla die Leitung des neuen Kabinetts, Gesandter T u s a r d a s Ministerium des Inn er» übernehmen werde. Die staatliche Bewirtschaftung für Getreide und Kartoffeln in der Tschecho-Slowakei bleibt . aufrecht. Prag» 2. Julü (Korr.-Bur.) Das tschecho-slowakische Preßburean meldet: In der tschecho-slowakischen R e p u b l.i'k blecht auch für die Jahre 19 19 und 1 9 2 0 die staatliche Bewirtschaftung von. Getreide u ffr d K a r t o f f e l n bestehen, wobei jegliche Vorzugsapprovisioniermrg entfällt und» die Quoten pro Person werden erhöht werden. Auf eine Person entfallen 8 K i l v g r a m m At e h l pro Woche. An K a r t o f f e l n erhalten L e i ch t a r b e. i t e r f ü r d a s I a h r 100 K i l og r a m m, S ch w e r a r b c i l e r 120 Kilogramm zngewiesen. Die ersten Baumwollfendungen in Böhmen. Prag, 2. Juli. Der e r st e Z u g m i t B a u m w o l l e aus der Schweiz ist hier angekommen. Bier Waggons sind an die Firma Schenker adresstert, 21 Waggons an eine Kammgarnspinnerei im E g c r l a n d abgcgangen. Handelsnachrichten ans Tschechien. s Prag, 2. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Di Erpositnr der tschccho-slowakischen Export- und I m p o y te k ö m m i s s i o n G a b l o n 5 wurde vom Hohlglas-Shridika^ in P r a g ermächtigt, für H o h l g l a s w a r e n die Einnndt Ausfuhrbewilligung zu erteilen. ' 8 Prag, 2. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die „M o l d a v i a"-Versichemngs-A.-G. verteilt eine 5%iße Dividende. Die ausscheidenden Verwaltungsräte Dr. P r i ß und Kugler wurden wiedergewählt. »Prag. 2. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenztg,") Wie „Narodni L>sth" meldelt, soll , zum Generaldirektor, der Prager Eis e n i n d u st r i e g e s e l l s ch a f t Sektionschef Dr. M a t h s ernannt werden. Sektionschef Dr. Q b c r- II f) o v wird Direktor des Verbandes der. S p i x i t w sj i u b «ft t l e. - . '; Das Erdbeben in Italien. | n Lngano, 2. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg") .Das . Erdbeben m M l t l e l i t a l i e n hat sich gestern nachynitlags -w i e d e r h o l t. Der S achschad. en ist viel a r v ß e r als anfänglich angenommen wurde. Zahlreiche D ö v f e r sind völlig z e r st ö r t. Auch k n n st h i st o r i s ch e Werte sind . ver»rchtet worden.^ Tagesbericht. Die Gasthaus- und Kaffeehaussperre. > .'-•T Der Stadtrat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, sich für eine Differenzierung zwischen der Sperrstunde der Gast- und der Kaffeehäuser auszusprechen. i Darnach werden die 'Gasthäuser um 11 Uhr, die Kaffeehäuser um 12 Uhr nachts sperreir, wenn der Beschluß des Stad Grates, wie vor auszuseh en ist, im Gemeinderat zur Annahme gelangt. - >;;■ - Wiederaufnahme des Güterverkehrs mit dem von Italien besetzten 'Gebiete. ' Im Anschlüsse an die mit der italienischen Waffenstillstandskommission in Wien am 1?. April 1919 abgeschlossenen B e reinbarnngen über die Wiederktünahme des Güterverkehres mit Triest haben weitere Verhandlungen mit den kompetenten italienischen Behörden ftattgefundeu. Diesen zufolge tritt mit sofortiger'Gültigkert eine wesentliche Erweiterung rin, indem nunmehr die Güteraufnahme nicht bloß, wie bisher, nur nach Stationen der Strecke Pontafel—Udine—Triest sondern auch von und nach allen Stationen des derzeit von den Italienern besetzten Gebietes von Trieft, Görz und Gradiska und Krain möglich ist. Die bisherigen Bedingungen, Frankaturzwang bis Tarvis, Verbot der Annahme von Barvorschüssen und Nachnahmen nach Eingang bleiben zwar bis auf weiteres noch in Kraft, doch ist bereits beabsichtigt, die Abfertigung von Sendungen mit Ueberweisung der Gebühren, Auflage von Nachnahmen und Barvorschüssen sowie die Abfertigung mit Fraukaturrechmmg in kürzester Zeit wieder in Einführung zu bringen. Der Ter m i n, zu dem mit dieser Abfertigung begonnen werden darf, wird nach Errichtung des Grenzabrechnungsdienstes bekanntgegeben werden. .. , * Reisen in die böhmischen Bäder. Entgegen allen anderen Behauptungen wird von zuständiger Stelle über die Möglichkeit und Art der Reisen in Badeorte der tsch echo-slowakischen Republik bckanntgegeben: Der kurbedürstige Paßbewerber hat sich zu einem der von der hiesigen Gesandtschaft zu diesem Zwecke bestellten A e r z t e zu begeben, und zwar nach freier Wahl zu folgenden Doktoren: tzhnek F n g n e r. I., Wipplingerstraße 8, Hl. Stock, Tür 22; Franz I e t e l, IX., tzörlgasse 5; I e z e k, XIV., Sechshauserstraße 39; Julius - P o l a c e k, VI., Akariahilferstraße 99; Ladislaus P r a z a k, Hl., Ungargasse 58, und Geza Reha k, XIII., Breitenseerstraße 6. Diese Aerzte stellen entweder eigene K r a n k h e i t s z e n g n i s s e aus oder bestätigen mitgebrachte Zeugnisse. In keinem Falle beträgt die Gebühr des Arztes mehr als K 20.—. (Sine weitere Stempelgebühr für dieses Zeugnis von X 3.— wird erst bei der Ausstellung des Passes cingehoben. Mit dem Krankheiiszeugnis begibt sich der Päßwerber in eine der Paßfilialen der tschecho-slowakischen Gesandtschaft. Die Vorstände der Filialen sind angewiesen, die K n r b edürftigen rasche st ens zu erledigen. Diese Der neue BuchhaltungSdirektor. Oberrechnungsrat Johann O h e r a l' wurde gestern nach einem Referate des Bürgermeisters Reumann vom Stadtrat zum Direktor der Stadtbuchhaltimg ernannt. Verewsnachrichten. Verb and „A e r z t e g r uv p e d e s Pal ä stinaa m t e s". Die Mitglieder, ivelche eine Ausbildung m der Malariabekämpfnng und einen diesbezüglichen besoldeten Posten anstreben. wollen chebaldigst. Montag bis Freitag, V-8 bis Uhr, beim Sekretär Dr. L a u t e r st e i n, II., Zirkusgasse 33, vorsprechen. Die nächste Ausschußsitzung wird wegen der Gedenkfeier für Dr. tzerzl verschoben und findet Donnerstag, 7 Uhr abends, II., Zirkusgasse 33, statt. — Zionistische Mädchenvcreinignng „M o r i a h", II., Obere Donaustraße 91, Jugendheim. Heute, präzise Uhr abends, spricht Herr Dr. Michael Steinberg über „Was verlangen wir von der jüdischen Jugend." Gäste willkommen! — M ä d ch e n- U n t e r st ü tz u n g s v e r e i n. An der>Frauengewerbeschule für Kleidermachen und Weißnähen finden die Einschreibungen für das Schuljahr 1919/20 für den e r st e n Jahrgang und für den e i n j ä h r i g e n K u r s f ü r K l e i d e r m a ch e n und S ch n i t t z e r ch n e n Montag den 7. d. M. von 9 Uhr vormittags ab, und Dienstag den 8. d. M., zwischen 3 bis 5 Uhr nachmittags, statt. Bei genügender von Zahl Anmeldungen eröffnet dieser hmnauitäre Verein auch für das Schuljahr 1919/20 einen einjährigen kaufmännischen Fortbildungskurs; die Ausnahme in denselben erfolgt am Donnerstag den 10. d. M. von 8 Uhr vormittags ab. Der Unterricht wird in allen Abteilungen unentgeltlich erteilt. Aufnahmsbewerberinnen mittellos e israelitische Mädchen — die das 14. Lebensjahr Mückgelegt haben, können fick in Begleitung ihrer Eltern oder Obsorger in der Schulkanzlei IX., Seegasse 16 a, melden. Beizubringen sind: Geburts-, Wiederimpf- und Schulentlassungszeugnis. Vorträge und Versammlungen. Kulturverba rrd „Jabn je". — R e d e-- u n d Lesehalle, IX.. Türkenstraße 9. Heute Donnerstag den Dr. ,A. K a m i n k a: Kuts über die späteren Propheten (Jesaias). Anfang ausnahmsweise um Va6 Uhr abends. Sonntag den 6. d. M., 10 Uhr vormittags: Dr. N. G o l d st e i n: Seminar für jüdisches Recht (lmxenäirQvntum impvkeniias und i. ligaminis). — Lesen n d Redehallejüd.Hochs ch ü l e r in Wien, IX., Türkcnstraße 9. Heute Donnerstag den 3. d. M. um 3/a7 Uhr abends findet in Fortsetzung der von Herrn und Frau Prof. Marmorck eingeleiteten Diskussionsabcnde der nächste Vortag über das Thema „Unsere Stellung zur Palästiuafrage" (Referent Dr. Low) mit anschließender Diskussion im Lokale der Halle statt. Gäste willkommen. — I üd. s o zi rill i st i s ch e Arbeiterpartei „P o a l e - Z i o n", Ortsgruppe Brigittenau. Heute Donnerstag. Uhr abends, im Vereiuslokale, XX., Wallenstemstraße 62. Vortrag Rudel über: „David Pinskr und seine Vedentung für die indische Literatur". .. ERSTKLASSIG«OBERAU ZU HAB! I1EBCZES;. •; WIEN WSWW 3. Juli 1919 . Seite 5^ Kommunales. Wiener Gemeinderat. / Sitzung am 2. Juli. '' - - Die gestrige Sitzung verlief nach den langen Budgetdebatten der vorigen Woche ohne irgendwelche Äufregung. Die Gemüter der einzelnen Parteien hatten sich wieder beruhigt. Es gab weder eine Spannung noch eine Entladung. Die Tagesordnung, ohnehin nur kurz, wurde rasch erledigt. ' i Die Sitzung nahm im wesentlichen folgenden Verlauf: ... j Der Bürgermeister beantwortet die Anfrage des Gemeinderatss Dr. Ehrlich wegen Anhaltung eines Abiturienten. > Auf eine Anfrage des Gemeinderatcs Dr. Ehrlich aus einer der letzten Sitzungen wegen Anhaltung eines G y m n a s r a l a b i t u r i e n t e n, der in Oberösterrcich wegen v e r s u ch t e r A u s f u h r von z w e i K i t o* g r a m m Butter bestraft und nach Wien abgeschoben und im Hiestgen Schubarreste festgehalten wurde, teilt der Bürgermeister eine Antwort des magistratischen Bezirksamtes für den IX. Bezirk mit, in der darauf hingewiescn wird, daß der betrefieudi Student mit Schuberkenntnis der Bezirkshauptmannschafl Eferding wegen Schleichhandels in die Zuständigkeusgcmeinde abgeschoben wurde und, im städtischen Polizeigefangenenhause in Wien am 5. Juni einlangte. Es ist hervorzuheben, daß die Abschiebung gesetzlich nur nach , dein Heimats- und nicht nach dem Aufenthaltsort zu erfolgen Haff Solange das Abschuberkcnntnis der Bezirkshauptmannschafl Eferding zu Recht bestand, konnte das städtische Gefangenem hausinspcktor den Wünschen nach Enthaftnng nicht entsprechen,, empfahl aber dem Interpellanten eine telegraphische Intervention in Eferding, die den Erfolg hatte, daß gegen einen Aufemhalt des Studenten in Wien nichts eingewendet, die A bs ch a f f u n g i n d i e H e i m a t s g e m e i n d e jedoch nicht widerrufen wurde. Nach Ueberprüfnug der Personalien des Studenten wurde er am 9. Juni e n t h a fj: 11/ Die Anhaltung erfolgte nicht 14 Tage lang, sondern nur,4 TagÄ Der Vorstand des städtischen Polrzeigefangenenhauses wai n i ch t b e f u g t, das von einer auswärtigen Behörde erlaficne S ch u b e r k e n n t n i s außer K r^a f t zu s e tz e n, konnte daher dem Ersuchen um Freilassung nicht Folge geben. > Belieferung Liestngs mit ausländischen Schweinen zu Angunsten'Wiens.! Vizebürgermeifter Hofi führt in einer Anfrage ans, daß seit mehr als Jahresfrist die Fleischversorgung außerhalb bei Wiener Linienverzehrungssteuer besser bestellt ist, als in Wierff Insbesondere Liesing werde seit Monaten mit frischem Schweine! fleisch versorgt, welches im Schleichhandel zu unerhörtem Preist dann nach Wien kommt. Er fragt den Bürgermeister, weicht Stellung er zu dieser bevorzugten Stellimg Liesings emnimmt. 3 Bürgermeister Reumann erwidert unter entschiedenen Verurteilung dieser Vorgänge und des Verhaltens der Bezirkswirtschaftsstelle Liesing und der Bczirkshauptmannschaft, daß er die ganze Angelegenheit dem Staatssekretär für Bolksernährung zur Prüfung übermitteln werde. ,j Gegen die Weitervermietung von Wohnungen für hohe Ablösungssummen. j Gemeind erat Schleifer bringt folgenden Antrag ein! Um der herrschenden Wohnungsnot und dem Wohnungswuchei (Weitervermictung von Wohnungen gegen, Bezahlung oft hohet Ablösungssummen usw.) wirksam zu steuern, wolle der Wiener Gemeinderat, äo wie es bereits die Gemeindevertretung vor Wiener-Neustadt beschlossen hat,, den Beschluß fassen Den H'a usbesitzern wird das Verfüg u ng st recht über die Wohnungen ihrer Häuser w erterhrn am e r k a n n t. M i e t v e r t r ä g e können nur durch das städtische Wohnungsamt abgeschlossen werden. Die Kontrolle ist im Einvernehmen zwischen dein städtischen Wohnungsamt unter B e i z i e h u n g einer g e m e i n d e r Ü t l r ch e n Kommission sowie Ver^ tretem des Wiener Arbeiterrates und dem Meldeamt dei Polizeidireklion dmchzuführen. (Wird dem Stadtrat zur Behandlung überwiesen.) - Anläßlich des Antrages, die Mehrkosten von X 38.001 für die Ausgestaltung des Schlachtboses St. Marx zu genehmigen kritisiert Gemeinderätin Rndolfine F l e i s ch n e r in eingehende! Weise die unhaltbaren Zustände bei der Urischversorgung Wiens^ die in der Bevorzugung der Fleischmagnaten bei der Verteilunj durch die Vichübernahmsstelle ihre Ursache haben. ,; Sie stellt den Antrag, daß im Interesse der konsnmierendel Bevölkerung eine Bevorzugung eines Teiles der Fleischhäü'e anshört, für alle Fleischhauer Gleichheit eintrete, und daß all mit geschlachtetem Vieh beteilt werden. — Der Antrag wird de, geschäftsordnnngsmäßigen Behandlung zugewiesen. , § Die StvompreiserhLhüngen. Stadträt B r e i t n e r berichtet nun über die gcplantel Strompreiserhöhrmgen, welche wir bereits veröffentlicht haben Er führte unter anderem aus: , : : i- Die Erhöhungen find nicht so einschneidend wie beim Bezüge von Gas. .Während wirdort hen. Sprung des Dreitacheil machen mußten, haben wir hier nur. eine zweifache Erhöhun! beantragt. Bei Abgabe von Kraft haben wir uns bemüht, du Steigerung in den möglichst niederen Grenzen zu halten. Wis hoffen, daß wir dazu kommen, die 'Wasserkräfte a n-A z n baue n und die B r a u n k o h l e n - B o r k o m m e i in N i e d e r ö ft e r r e i ch z u e r s ch l i e ß e n und m elektrische Kraft zu verwandeln, um auf diese Art soweit all möglich mit dieser Energie zu arbeiten. Die E r h ö h n n gbei Preises für elektrisches Licht trifft nicht d r e a l l.e'v n i e d r i g st e n Volksschichten. Gemessen . an. - der anderen Bcleuchtungsarten wird noch immer das elektrische Lirh. weitaus das billigste sein. , Wenn wir heute die Preise'für Petroleum oder Kerzen, n Betracht ziehen, so sind diese'mehr-als fünffach so hoch, als di des elektrischen Lichtes. Es ist unser fester Wille, daß in Hinknns der Bezug des elektrischen Lichtes nicht mehr förmlich das Merkmal besserer Einkommen darstellt, sondern daß wir mitr>allq Kraft dahin streben müssen, daß elektrisches Licht etwas selbstvcp ständliches ist, wie rnan es in Tiroler Dörfern findet, wo nich nnr Wohnungen, sondern auch Ställe elektrisches Licht anfweisen Wir schlagen ihnen in Punkt 6 dei Anträge eine Neuerung vor Die Elektrizitätswerke sollen ermächtigt werden, für die Herstellunj von elektrischen Lichtinstnllationm in 10.000 kleinen Wohnungen einen Betrag von 6 Millionen Kronen zn investieren.. Im heurigen Winirr werden 10.000 Proletariersämilicii also zirka 40.000 Menschen der Sorge, um. die Bcleilchtiing)cn1 hoben werden. Bei der Preiserhöhung für elektrische Krast mäche wir bei einem Gewerbe eine Ausnahme; es solldie Erhöhun der Elcktrizitätsvreise unter t' e r n e n 1l m st ä n d e n de Anstoß bilden, daß die B r o t p r e r s e \ u die H ö h gesetzt werden. . , - - ° 1 9tach Erledigung einiger weiterer Referate wurde die Sitzilw hierauf geschlossen.v'.,,..