Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 155 (24.6.1919)
- Date
- 1919-06-24
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 155 Wien, Dienstag Die-erzeugung. Durch eine heute im Staatsgesetzblatt kundgemachte Voll« »ugsanweisuna wird. eme E r h ö hu n g der Brauberechtigung von 10 aut 20 Prozent verfügt. Hierdurch soll einem aus den Kreisen der Brauindustrie und der Konsumenten lautgewordenen Wunsche Rechnung tragend, einerseits den Brauereien die restlose Ausarbeitung ihrer Vorräte an Braurüben ermöglicht, andererseits dem Konsum während der Sommermonate eiye größere Biermenge zuge'ührt werden. Eme Zuweisung von Gerste aus diesem Titel ist nicht in Aussicht genommen. W. I. W. D i e n s t a g. den 24. d. M. von 9 Uhr früh bis Val2 Uhr vormittags : grüne Bücher, gerade und ungerade Nummern; von B b 8 */,6 Uhr nachmittags: gelbe Bücher, gerade und ungerade Nummern. Mittwoch den 18. d. M. von 9 Uhr früh bis V-12 Uhr vormittags: rote Bücher, gerade Und ungerade Nummern; von 8 Uhr bis */,6 Uhr nachmittags: blaue Bücher, gerade ünd ungerade Nummern. Den Mitgliedern des W. I. W. ist als Mitgliedern 8er Mittelstandsdelegation Gelegenheit gegeben, ihre Kinder an dem amerikanischen Kinderhilfswerk teilnehmen zu lassen, und zwar zunächst an einer demnächst zu eröffnenden „K i n d e r k ü ch e". Auskünfte werden rm Bureau der Mittelstandsdelegation, Wien, I., Nibelungengasse.7, II. Stock, Tür 12, jeden Montag und Donnerslag von 9 bis 12 Uhr vormittags durch die Sekretärin der Mittelstandsdelegation Dr. Wagner erteilt. Daselbst werden . auch Vormerkungen entgegengenommen. Mitzubringen ist der Geburtschem des Kindes, ein amtsärztlicher Ausweis, der die Unterernährung des Kindes und den Ausschlußeiner ansteckenden Krankheit dokumemiert und das Mitgliedsbuch des W. I. W. Bühne und Kunst. Vorlesung S. I. Imber. ["‘t‘_■;/ Mr jiddische Dichter S. I. Jmber las Samstag M Saale des Gewerbevereins eigene Dichtungen. Subers Poesien, die er mit sachlicher, etwas kühler Schlichtheit vortrug, verraten ein unstreitiges Talent, das freilich noch nicht die Höhe seiner Möglichkeit erklommen zu haben scheint. Die jiddische Lyrik kann bisher , im ganzen auf einen ziemlich dürftigen künstlerischen Ertrag zurückblicken, sicherlich steht sie an Originalität der Gestaltung weit hinter der erzählenden Kunst zurück. Z ruber bot Proben aus verschiedenen seiner Sammlungen. Von den Gedichten nationalen Gehaltes, die -er las, sprechen namentlich jene an, die hei äußerer Kürze einen Zug zur gedanklichen, fast epigrammatischen Zuspitzung aufweisen, vielfach machen sich freilich noch starke Anklänge an fremde Muster bemerkbar und manches ist in Ausdruck und Reim recht konventionell .geraten. Dies Kilt besonders auch von den Liebesgedichten. Aus den Proben epischen Charakters, die man von Jmber zu hören bekam, sei das Fragment . aus dem Epos „Gott von Abraham" hervorgehoben, ein fein und zart umrisjener, wie mit dem Sllberskift. hittMHKrchM ÄyMscher Ausschnitt aus dem i^^bchen.dei'.MLsche».. Äasie. Wie Jmber-dg. mit schöner, epischer Gelassenheit ein harmonisch ab gedämpftes Bild 'inneren Lebens ist "den begrenzten Kreis des Ghettoiuiliens stellt, das ist eine starke Probe eines individuellen Talents. Um so weniger wird man sich mit der literarisch abgebrauchten Sentimentalität seiner , „E st h e r k e"-Dichtung befreunden können. Die von In; 6er gebotene Auswahl bvt in ihrer Gesamtheit das Bild eines Künstlers, der.noch um seine innere Fvrm ringt. Jedenfalls ist er eine wirkliche Begabung, der es bei der entsprechenden Selbstzucht beschrieben sein könnte, den noch dürftigen Gärten jiddischer Versdicht«ng NM manche schöne Blüte zu bereichern. . A. F, Emannel Beichers 70. Geburtstag. Der bekannte Berliner Schauspieler Emanuel Reichet feierte m diesen Tagen feinen 70. Geburtstag. Reicher, der auch dm Wienern von verschiedenen Ensemblegastsvielm bekanntest, n't einer' der ersten Vorkämpfer des naturalistischen Stils auf dm Theater. Besonders seine Darstellung von Gestalten des Ibsen-und Hauptmann - RepertoirS hat vorbildlich gewirkt. Reicher wurde in B o ch n i a' (Galizien) als Sohn eines jüdischen Advokaten geboren. Jahrelang trat vt itf den kleinsten Theatern Oesterreichs und Ungarns auf, bis er 1878 in München seine ersten reichsdcutschen Erfolge errang. Am Stadttheater in Wien genoß er den Einfluß Laubes. Berühmt aber wurde er an jenm denkwürdigen Theaterabend deS Jahres 1887, da er sich im Berliner Residenzlheater neben dem Othello des großen Italieners Rosst als ebenbürtiger Jago behauptete. Micher hat im klassischen Schauspiel sein höchstes wohl als ,S h v l o k geleistet. Aber als die neue realistische Kunst Ibsens und G erhärt Hauptmanns die Bühne eroberte» stellte er sich ganz t in den Dienst dieses Stils. Aus den Theatern. Im Wiener Komödienhaus wirb Montag den 30. d. M.. abends 7 Uhr, anläßlch einer Herz k-G edenkf e i c r „Das Nene Ghetto", „Das Gelöbnrs" und „Schwestern .aufgesührt. In Szene gesetzt von Obcrregisseur Egon B rech er. Int Burgtheater gelangt heute das einaktige Trauerspiel von Strindberg „Das Band" zur EtstanffilMng. HMäüf folgt „B oc m T o d e", Trauerspiel in NeüN SMe'n. Anfang 7 1%. ■ V A l e t.ct lt b e1 / f&l o t f ft hat fein Gastspiel in der N e st e N W t e st e r Bühne vis zück 30. d. M. verlängert. Auf Wunsch des Künstlers wird nunmehr zst gewöhnlichen Pinsln gespielt. Beethovens Äeünte wird heute mN 7 Uhr abends ick großen Konzcrch'aNsfaal aufgesührt. Dirigent ist Oskar Fried. Jüdische Handbücher. Als Band m/tf der jüdischen Handbücher des Verlages R. Löwii. die sich so rasch eiNgkbiüMt haben, rst „Rom und Ieruäem" vöN Moses Heß erschienen. Wer ohne ein Opfer seines Intellekts bringen zu Wüllen, best Anschluß an die jüdische Tradition nicfjt aufgebrn will, wird in der Siellimg des Autors zur jüdischen Religiosität den befriedigenden Ausweg aus manchen schwierigen KünMen finden. Zii beziehen durch R. L ö w i t, Buchhandlung, Wien, I., Rotentnrmltraße 22. Preis K 7.20. ' Wiener Morgenzeituug Die außerordentliche Generalversammlung des Kutzballv erbandeS. Samstag nachmittags fand die Mt Spannung erwartete außerorbenttiche GeneralverfammlunF frei : Riederösterreichischen Kußbaltverbandes statt. Nachdem ' man nahezu zwei Stunden Mit einer unfruchtbaren positischen Debatte vertändelt hatte, wurde ein 'Beschluß gefaßt, der allen sp-vttlichen und auch rechtlichen Güftßen Hohn spricht. Jetzt, wo die Meisterschaft der zweiten Klasse zu Ende ist, wurde beschlossen, nicht nur den, Sieger (Vienna), sondern auch den Zweiten (Mmira) in die erste Klasse aüfsteigen zu lassen. E8 ist kaum anzunehmen, daß Admica den zweiten Platz Hütte erreichen können, wenn Hakoüh und Donaustadt gewußt hätten, welche Bedeutung der Placierung zukommt. Die Bedingungen für eine Meisterschaft'werden Überalk im vorhinein, aber niemals im nachhinein festgelegt. Der Fußballverband hat mit. dieser, Beschlußfassung ein Präjudiz geschaffen, an welchem der geregelte Sportbetrieb für lange Zeiten leiden wird.- Es wird dadurch ein Zustand der Unsicherheit hervörg-erufen,.der auch, die Befürchtung berechtigt erscheinen läßt, baß es einer Majorität einmal einsallen könnte, am Schluffe der Meisterschaft zu beschließenbaß überhaupt niemand in die erste Klasse auszusteigen habe. , Wie eingangs erwähnt, nahm die Generalversammlung einen recht schleppenden Verlauf.' Der Vertreter des Zentralsportausschuffes der Volkswehr suchte Mt allen Mitteln den Fußballverband dazu zu bewegen, sich ins politische Fahrwasser zu begeben. Trotz der fanatischen Ausführungen einiger 'Anhänger dieserJdee ließen sich die Sereinsvertreter nicht.vom rechten Wege, jenem des Sports, abbringen und stimmten den Antrag mit allen gegen vier Stimmen nieder. Da die Zeit zu sehr vorgerückt'war) würbe. die Generalversammlung auf kommenden Sämstag vertagt. Die heutige» Dportveranstaltrnrgen. Auf dem Rabidvlatze m Hüttckdorf wird bas Programm btt JubckömnKwoche weiter abaewickelt. Rm 5 Uhr kommt das Wettspiel um' dw Trostpreis der SchülermaNnschaften zur Austragung, um V,7 Uhr erfolgt der Statt zmn Croß-Eountrh-Radre«nen «Nb zur glichen Zeit spielt Raßrd-Älkettum gegen Rapid-Mütelalter. — Auf dem Florivsöürfer A.-C.-Ptatz treffen mn V*6 Uhr die beiden a« der Spitze der Kreisnmsteri'chafk stehenden Bolkswehrmattnschasten, jene der Baone 16 und 21, zusammen. Haktuah. Ms auf weiteres stndw 8ie UebuNgeü der S ch w i m m f ei o tt j e einmal in dir Woche im Dianabäd statt. Nächstes Damenschwimmen: Donnerstag von tli1 bis 8 abendsder Tag des nächsten HertenschwiMmens ward im Samstag- und Sonntägblattd bekanntgegeben werdm. Der ehemMge Bezirksvorsteher Dr. Btafet vor Gericht. Wegen Verletzung der Amt»verfch«iege»tzeit- Ä April 1918 hielt der damalige Bezirksvorsteher Dr. Blasel in einer BerfamMlung vor dem Rathause eine Rede gegen bte Zentraleittvirtschast. In dieser Rede .tznsi er .den Groß« industriellen Artur St/ t n an und Machte Über sein ElnkomMe» solche Muleilüngen, die er äks Mitglied der Einkümmensteuer- ErhebmrgskMMsion verschweigen Mßte. Die vor vier Monaten ü'nderaumtt Berhandlüng wurde zwecks Einvernahme VM Zeugen vettagk. ' . .. Zu M gestern zu Ende..gefühtten Berhlmdlnng unter Vorsitz des Hofrates H a n d l erschien^ der Angeklagte nt w aleitung seints VerieidkgerS Dr. WolsgaNtz Polacek. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. S L ch e r. Aus dem Zengenverhör ging hervor, daß Dr. Blasel Aeußetunven wiedergegrbeL habedie schM lange vorher U allen Meffenden KreiM besprochen wurden. Auf Gründ des dutchgMtten BedMversahrens f ä l l i i der Gerichtshöfe ine «Frei spr u^h. In d« BegründMg heM es, Nß Über die geheimgehalleneN Vorgänge in der Emwmmenstener-Ekhebungsksmimsston schon länge vör der BersamMkung in Ven Kaffeeöäüsern gesprochen wurde und folglich von einer Verletzung der Amlsverschwiegmheit nicht die Rede sein kann. ., . Der Volkswirt. Deneralversammlung der Nordbahm Gestern wurde m Ingenieur- Md ArchitettenvrreiMaalr unter Vorsitz des Prästdenteu Franz H a r d e zp g die hunderiste Generalversammlung der Nordbahnan der ' A Aktionäre Mt 506 Stimmen isllnahmen. abgrhaltttt. Aktionär Eduard Beer legte gegen die Detttschösterreich auserlcateu Bedingungen Vtt" wahMg ei«. Aktionär Dr. FohaNü Beer wünschte Aufllärang darüber, welches Schicksal die SozioMerMa' hi« ÜMtnehMN bereike« würde. Worauf der Wsib'enk sägte, daß. eine Amkkärung km gegenwärtigen Augenblick Nicht erteilt werden könne. Direktor Dr. Mef P atz a u erklärte, baß die Verwaltung vor einer Reihe schwierigermrd veiiaUtwvttÜNäsvvller EiitWüm steht. Man iyerde alles Mögliche ttm,'imi dre Wdlöiungsrente zu sichern, wofür die Aussichtm nicht MigünNg sind. Rach Verlesung des Jahresberichtes, welcher eiMrnmige Annahme sMd, WMdeU die von der Verwalmng vorgeschlagttlttt Skatütenänderuvgen betreffend die BerlegMg des Sitzes der Gefellschast nach Mährisch-Ostrau mit Belastung einer MeigNiedttlassung m Wien M ZweidritkeMehrheit z'üm Beschluß erhoben. Der Dirütor 8er ZivUösienska Banka, Heinrich B e l o h^r i b e k, wurde...in den VerwalNknäsral, die Herren Robert B lL mel, Ludwia B ü ü i i uttd Julius R o s e n b e r g m den ReviMNsülGfchüU die HEU LeöWld' 8 fff g e' r Md Äärl E ck h a r t Kt deren ErfaMännttN gewählt. - Dis Gistter Börstz war hsutt dsv Schauplatz von Ereignissen, wie sie glü.cklicherwejs,L iu iMr beschichte noch nicht zu verzeichnen sinh, i Daß b^r LKchtsnm eines Großspekulanteneine GitMtiotk schassen konnte, deren katastwphale Wirkung nur dank 24. Juni 1919 7 eiW: ad hoc einsetzenden gemeinschaftlichen Aktion des Banken und Kommissivnsfirmen begrenzt werden köünte ist ein ' technisches Manko, auf das wir im übriges in einem zweiten Artikel noch zurückkommen werden! Mit diesen Zeilen soll nur der Versuch gemacht werden das Ättfaugskapttel dieser ganzen Affäre zu konsttü! tertzn. Denn es ist unserer Empfindung nach nicht inj Jntövesfe der Oeffettklichkeit, daß unsere Finanzblättej eiste nach weithin sichtbare Bewegung, die speziell ini Ausland sicherlich als das Spiegelbild unseres wirsi fchaftlichen Denkens Und Hofftns gründlich falsch ge^ deutet werden Kinn, Lotschtveigen, ober daß sie die Lesart dieser Bewegung-nicht näher kommentieren. Die Firma Kola u. Eö. hat in den letzten Tage« in ziemlich prowonzierter Weise große Posten Alpine^ Aktien aus dem Markt genommen. An diese Dad fache knüpften sich Gerüchte, daß diese Käufe für Schweizer Rechnung - erfolgen,- was im übrigen von der genannten Firma als unrichtig bezeichnet wird. Dem mag sein, wie ihm wolle sicherlich hat jeder« niann das Recht, sich Anteilscheine von Gesellschaften zu erwerben, wenn er diese für chancenreich erachtet. Matt sollte aber füglich annehmen dürfen, daß die Zeiten Nicht darnach Mgetan sind, um den Wiener Platz, um den sich die schwersten Sorgen und Kümmernisse auf« türmen, zum Schauplatz von spekulativen Transaktionen zu machen, wie sie mitunter fft einer wirtschaftlichen DlüteperiÄde als Exzesse einer überreifen Konjunktur tzvrksmmen können. Denn es fällt dem unbefangenen Beobachttze schwer, aus der Bewegung der letzten Zeit den Schluß zu ziehen, daß es sich um die seriösen Er« Werbungen einer seriösen Kapitalsanlage handelt. Vielmehr tragen sowohl das überstürzte Tempo als auch dbt ganze Art der Aufmachung mehr den Charakter eines rein spekulativen Husarenstreiches. i Der Wiener Markt hat in der letzten Zeit' reich? sich Gelegenheit gehabt, sich darüber ein Urteil zu bilden, in welcher Weise, wirklich große, seriöse Käufe. durchgeführt werden können. Ein Schulbeispiel dafür war die Erwerbung eines großen Postens Lombarden von seiten des Wiener Bankvereins. Jnsolange spekulative Exzesse sich in den Grenzen ab spielen, daßeben nur Spekulanten betroffen werden Ännen, kauu es sicher nicht die Aufgabe der Publizistik sein, derartige Fälle aufzugreifen. In dem Moment Über, wo es sich darum handelt, einen wichtigen wirtschaftlichen Organismus vor dem Chaos zu bewahren, und in dem Moment, wo es sich darum handelt, eine Verfälschung der öffentlichen Meinung im Auslande hintünzuhalten — dennnach der Lektüre der Kursrapporte der letzten Tage könnte Herr Clemencean zu dem Schluß kommen, daß wir mit unseren Friedensbedittgungen vollständig einverstanden sind — sollten, so glauben wtr> die in Betracht kormnenden Faktoren sorgfaltigst dafür Sorge tragen, daß derartige Exzesse vermieden werden. , Kanadische Kredite für Rumänien. LondSN» 21. Juni. (Korr.-Dur.) Kanada erteilte i RMnänien einen. E r u k a u f s k t c b 11 in der Höhe von 2& Millionen D o klar zück Zinsstrße von 5h,*/». Amerikanischer Außenhandel. Rew-Dorll, 21. Juni. Äckerikanischer Außenhandel im Mai l. I.: Cinführ 329 Men 278 Millionen Dollar im Vormonat wad 281 Millionen Dollar.im Mai 1918; Ausfuhr 606 gegen 715 Millionen Dollar im Vormonat und 550 Millionen Dollar im Mai 1918. Die Einfnhrzifftt stellt emen Rekord dar. Der Reichsbankausweis. Serlin, 23. Juni. Der Ausweis der Deutschen Reichsbanl über die. zweite Zckniwocke zeigt auf den Anlagekonten eine beträchtliche Anspannung-. Die gesamte Kapitalsanlage stieg nämlich uck 1622 auf 23,209 Millionen Mark. Da sich aber mdererseits du steckden Gelder gleichfalls, Md zwar um 1334 aus 16.485 Millionen Mark, vermehrten, stellte sich die tatsächliche neue Jnänspnichnähme der Bank ans um 288 Millionen Mach . An Banknoten wurden in der zweiten Juniwüche 57 gegen 8 Millionen Mark im Vorjahr« nert verausgabt, wodurch sich. der gesamte Notenumlauf, vis am 15. d. M. auf. 26L75 Millionen Mark erhöhte. Danchxn mußten an Darlehenskaffenschemen noch 111 Millionen Marl gegenüber 14 Millionen Mark in der entsprechenden Zeit des Vorjahres Neu in den Verkehr geleitet werden, so daß die Summe . der im. Verkchr befindlichen Darlchenskassenscheine auf 11.274 ' Millionen Mark auMchtz. Dem Goldvorrat wurden neuerdings 151 Millionen Mark entzogen, die fast ausschließlich zur Begleichung weitererLehensmittelemfuhren dienten. Der Darlehcnsbestand bei dm Darlehenskasten stieg durch nene Anskeihüngm l M M ans 1S.S1S MMonen Mark. Lebhaftes Steige« aller Werte an der Pariser Börse. Zürich, SS. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Zufolge der günsiigm AüsstchteN für die ÜnterzeichnMg des Friedens- Vertrages hat an der Pariser B ö r s e e i'n l e bhafkes SiöigenatlerWerte eingesetzt. Düft ven Sebreidemärkten. Der Stand der Saaten in den deutschösterreichlschen Gebieten hat infolge der letzten Niederschlage eine entschiedene Besterung erfahren. Sollte das günstige; Wetter aNhalken. könnte der Roggenschnitt um Peter und Paul m .. Angriff genommen werden. Die landwirtschaftlichen Berichte aus < Ungarn lauten gleichfalls nicht ungünstig, doch ist es mit Rück- Vstcht auf die MNAelhäste Berichteisiatttmg vollkommen rmklgr, welchen Umfang dit Anbaustäche hat. Aus Schlesien, Wist-, ünd OGttüßüi limttk durchwegzuversichtliche ErnteschilderMaenvor. ' Durch ttühkkmk HM Nrlv SlröWsuhteN ist das Geschält aus dem Berliner Markte lebhafter geworden, zumal die PreisfoideruugeN nicht zu, hoch sind. Auch Luzerne italienischer ,' Provenienz gelangen zum Offert, doch sind Abschlüste infolge des! schlechten Standes der deutschen Valuta vorerst unmöglich. Im : heimischen Verkehr fehlt es nach wie vor au Zufuhren, erst der - WchW der Friedensvcrhandlungeli wird es ermöglichen, das ' Geschast Ms dem WiMr Platze wieder in Gang zü'bimgen. t Vorläufig fehlt es sowohl au Ware wie an Untemehumugslust.