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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-12 · Heft 143 (12.6.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 143 (12.6.1919)
Date
1919-06-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 143 Wien, Donnersrag Wiener Morgenzeitung 12. Juni 1919 Seiten Galizische Volksbank f. L. u. H. in Lemberg löst den Coupon pro 1918 mit 5°/0 ein. — Die A.-G. Emaillierwerke Austria verteilte für 1917/18 eine 25°/„ige Dividende, die A.-G. R. Ph. W a a g n c r für 1918 9%; bei den Simens- Schuckert-Werken kann mit einem Gewinn nicht gerechnet werden ♦ die Dividende der Wiener Lokalbahnen beträgt 4%; Fritz, Petzoldt LSüß A.-G. kann infolge von großen Schwierigkeiten in der Beschaffung von Medizinalartikeln und wegen der Ausfuhr- Hindernisse in die Nationalstaaten zum erstenmal keine Dividende bezahlen; obzwar die Perlmooser Zementfabrik unter Kohlenmangcl litt, löste sie den Coupon pro 1918 mit 10 Prozent (gegen 8 Prozent im Borjahre) ein; der Besitz an Aktien der A u st r o - Ä m e r i c a n a wurde mit Nutzen abgegeben; die Dividende der Schonpriesener Zuckerrasfinerie blieb die gleiche, ebenso die der Solo A.-G.; für die F i st a g A.-G. steht wieder eine 6°/„ige Dividende in Aussicht, wogegen Lederfabriken F l d f ch die Dividende auf K 88.— (gegen K 45.—) reduzierten. Eine Reihe weiterer Unternehmungen hatte unter der Unsicherheit der Verhältnisse in Ungarn und der Slowakei zu leidend lieber den Vermvgensstand gibt die folgende Bilanz- Aüfstellung Ausschluß: 1918 gegen 1917 Aktiven: K K Barbestände.. . 72,655.858.28 + 83,763.000 Kassenscheine der Oesttrr.-ung. Bank. 394,934.000.— + 394,934.000 Wechsel. 55,590.849.13 + 2,432.000 Effekten ... . . 108,904.206.29 — 41,330.000 Inventar. 466.278.62 100.000 Immobilien.. . 2,856.475.91 -f 409.000 Emzahlüngen auf Konsortial- Geschäfte.." 50,379.753.47 + 12,344.000 Vorschüsse auf Effekten . . . 11,516.704.21 — 4,135.000 Pensionsfonds-Effektcnu.Jmmobilicn ........ 19,638.960.88 — 1,182,000 Debitoren ........ 1.285,192.046.89 + 4,988.000 Summe. . 2.002,134.633.68 + 402,313,000 Passiven: Aktienkapital. 160,000.000.— + 30,000.000 Außero rdeMchcr Reservesonds Ä . . 2,359.400.— Außerordentlich. Reservefonds B 12,11007:72 14,470.707.72 + 3,000.000 Ot deutlicher Reservefonds . . 14,388.175.55 + 923.000 Agio--Res'ervesvrids. . . . . 16,181.760.93 + 10,959.000 Kricgsverlust-Neserve . . . 8.500.000.— — Tratten . . i. 50,168.199.82 + 27,380.000 Verzinsliche Einlagen.... 413.783.158.73 + 77,080.000 Unbchobene Dividenden und Agio-Rückzahlungen . . . 10,276.791.- 3,065.000 Pellst ölisfvNds. 16,241.694.01 ■ + 359.000 Kreditoren. 1.286,117.734.75 + 255,633,000 Gewinn-Süldo ...... 12,006.411.17 — 6,086.000 Summe. . 2.002,134.638.68 + 402,318.000 Eine nene Post in den Aktiven ist der Betrag von K 891,934.000.— Kassenscheine der Oesterr.-ung. Bank; diese Post hat bereits eine Reduktion um die Hälfte erfahren. Hervorzuheben ist, daß die Debitoren um fast 5 Millionen, die verzinslichen Einlagen um über 77 Millionen gewachsen sind. Da sich Abhebungen ergeben werden, dürften derartige Ziffern nicht wieder Vorkommen. Das Effektenkonto lst gegen 1917 um K 41,330.000.— zurückgegangen. Die Einzahlungen im Konsortialgeschäste haben sich um K 12,344,000.— erhöht. Dies ist zurückzuftihren auf die Uebernahme von Erste Brünuer Maschinen-Fabriks-Ges.-Aktien Em. 1918, Forst» indnstrie, Gödemesterhaza, Holzindustrie „Bukovina" Em. 1918, 5% Ung. Mark Kassenscheine 1918, 4% steuerfreie Anl. der StadtgeM. Wien 1918, wogegen Abverkäirse an Moosbrunner Gläsfabriks-Mien, Aktien der Adriawerke f. chem. Jnd. und 5'/?/» Ungar. Staatskaffenschelne 1917 2. Em. vorliegen. Die „friedlicheDurchdringung" Deutschlands. Wir entnehmen einem Artikel des „(Sortiere bella Sera" die folgenden interessanten Ausführungen: Die Nachricht, das; die National City Bank von New-Dork die Gründilng einer großen Filiale in Berlin vorbereitet, steht offiziös, wenn auch nicht offiziell fest. Die Politik'de: Diplomaten und die der Kaufleute scheinest oft getrennte Wege zu gehen. Die Politik der Kaufleute faßt sich in einem Wort zusammen: verkaufen. Wer dafür ist nötig, daß Deutschlaich zahlen könne, und um zu zahlen, muß es produzieren können. Wie erklärt es sich also, daß die Entente Deutschland einen Frieder: auserlegt, der den Klienten in demselben Moment totschlagen muß, in dem man ihn ausnützen will? Dieser Gegensatz wird auch in Deutschland hervorgehoben und gewisse Leute wollen daraus ableiten, daß der endgültige Friede von Versailles nicht so schrecklich sein wird, da die Entente selbst vielleicht daran interessiert sein wird, seine Wirkungen zu verhindern. Man kann fast von einem konzentrischen Plan sprechen, der sich wie auf einer Kriegskarte verfolgen läßt. Auf der. polnisch-schlesischen Front, und zwar auf der Linie Oswiecim—Ostrowo werden Ansammlungen französischpolnischen Kapitals gemeldet und es heißt, daß die Berliner Börse zur Zeit der Veröffentlichung der Friedenspräliminarien teilweise auch darum geschlossen wurde, damit das Hinüufschnellen aller schlesischen Werte nicht zu sehr auffalle. Der Grund hierfür ist deutlich: die schlesische Industrie würde, wenn sie polnisch würdevon der Last der Kriegsschulden und der drohenden Gefahr der Sozialisierung befreit, andererseits würde das durch französisches verstärkte polnische Kapital sofort tu Sch.les.ien zu arbeiten beginnen. £$& Rochen rüstet sich England, gestützt auf seinen Import englischer Kohle in die baltischen Provinzen und deren Export von Holz, die Arbeit aufzunehmen. Im Westen häufen sich enorme Vorräte von Waren, die auf Einfuhr nach Deutschland harren. Die ganze besetzte Zone dient gewissermaßen als kommerzieller Brückenkopf gegen Deutschland. Im Elsaß liegen Massen von Stoffen aufgehäuft, in Köln eröffnen die Engländer eine reiche Handelstätigkeit, gründen Banken und Agentien. Eine eigene englische Handelskammer soll in Köln entstehest, die über dreißig englische Großfirmen vereinigen soll. Der Handel mit deutschen Firmen ist bereits eingeleitet. In Berlin sieht man schon vielfach elegante amerikanische Schuhe und die Autos haben neue Pneumatiks. Die Amerikaner haben in allen Zentren Deutfchlarchs Jnformationsbureaus für den Handel einzurichten begonnen, deren Vertreter unter dem Titel des Studiums dev Apprvvisiostierungsfrage die Städte bereisen, nkit den Behörden in Beziehung treten und einen deutlichen Einblick in die Bedürfnisse und die Zahlungsfähigkeit gewinnest. Die Geschäfte werden aber hauptsächlich in den neutralen Nachbarländern abgeschlossen und die großen amerikanischest Finanz- und Handelsgruppen haben in der Schweiz, in Holland und Dänemark ihren Sitz errichtet. Bon dort treten sie mit den deutschen Handelsgruppen in Verbindung, wobei sie sich häufig der Vermittlung neutraler Finanziers bedienen. Da diese hohe Kreditforderungen in Deutschland haben und geängstigt sind, da sie sehen, wie ihr Schuldner hypothekiert wird, wünschen sie nichts sehnlicher, als in solche Geschäftsverbindungen zu treten. Das Ergebnis solcher Arbeit ist der Abschluß zahlreicher Kontrakte, die fast alle von ungeheurem Umfang sind und sofort nach Wschluß der Präliminarien in Wirksamkeit treten sollest. Charakteristisch ist, daß sie sich häufig auf Kredite Non zwei- bis dreijähriger Fälligkeit stützen, wobei die deutschen Banken die Garantie übernehmen, ein Zeichen, daß man sich auf Bleiben einrichtet. Die Amerikaner schließen unter anderem Geschäfte ab auf Lebensmittel, Früchte, Oel und Wein nick) errichten bereits Magazine neben den Agentien in Kopenhagen und Rotterdam. Die Grundlage der ganzen künftigen Arbeit Amerikas zum ökonomischen Eindringen in Deütschland soll die bereits erwähnte Berliner Filiale der National City Bank bilden, eines der bedeutendsten Kreditinstitute Amerikas. Mehr diskret ltvirch die Arbeit unter dem Gesichtspunkte der politischen Berührungen eingeleitet: durch Kommissionen und Persönlichkeiten, die unter dem Borwand kommen, die Fragen des Waffenstillstandes zu studieren. Die amerikanische Mission war längere Zeit in Berlin, die Engländer haben einen Vertreter, sogar Fransisich schickte Ende März eine kleine Mission und Japan hält eine politische und kommerzielle Vertretung. Sie alle treten in Berührung mit der deutschen Regierung, den Parteien, den großen Zeitungen, Industrien urü» Banken. Die gemeinsame Politik des Krieges scheint sich ist eine Einzelpolitik des Friedens auflösen zu wollen. Deutschland ist der Punkt, wo man an der Reorganisierung von halb Europa arbeitet. Es ist natürlich, daß man im Augenblick, da die Grenzen geöffnet werben sollen, aus dieser Entwicklung Nutzest ziehen will. Und weil Deutschland zu kaufen wünscht, verkauft man. Zum Schluß beklagt der Artikelschreiberbaß nur ein Staat abseits stehe, Italien, wo die Orangen blühen, aber nicht ausgeführt werden. (Wir wünschen, die Ententestaaten würden sich ebenso für die „friedliche Durchdringung Deutschöstttreichs^nteressieven — darin scheint uns die einzige Möglichkeit des finanziellen und wirtschaftlichen Aufbaues unseres total verelendeten Staates zu liefen. Die Red.) Eine neue englische Mi lliardenanleih e. London, 10. Juni. (FuEprNch.) Die Details über eine neueenglischeAnleihe werde» Freitag morgens veröffentlicht werden. Man nimmt an, daß die Regierung eine MilliürdePfundin zwei Teile» aufnehmen will, und zwar den eine» Teil als langfristige S taatsanleih e, den anderen Teil als kurzfristige Siegesanlerhe. Der erste Teil dieser Anleihe soll nach de» Mitteilungen veS FinanzministerS dazu bestimmt fein, das laufende Defizit von 250 Millionen Pfund zu decken. Der zweite Teil soll der Oeffentlichkeit Gelegenheit geben, so viel wie Möglich von dem auf 1000 Millionen fehlenden Betrag zu zeichnen. Die Zeichmmgsfrist wird auf vierWochen erstreckt. Neue Bestimmungen für die landwirtschaftliche Warenverkehrsstelle. In der heutigen Nummer der »Wiener Zeitung wird eine Vollzugsanweisung des Staütsamtes für Bölksemabrung zur Verlautbarung gelangen, womit unter teuweiser Abänderung der Vollzugsanweisnng vom 10. IäiMrr d. 3k neue Bestimmungen für die landwirtschaftliche Därenvdrkehrsstelle des dentschösierreichischen Staatsamtes für Volksernährung erlaffen werden. Ernenernug der Bilanzverordnnng. In der vergangenen Woche hat im Staatsamte für Justiz eine Besprechung darüber stattgefunden, ob die Bilanzerleichterungen, die zuletzt mit der BöuzngSanweisnng vom 23. Dezember 1918 bis Ende Juni d. I. -»gestanden worden Ware«, weiter in Geltung belassen werden sollen. Sämtliche erschienenen Vertreter der Banken, der Wiener Handels* und Gewerbekammrr und der beteiligten Staatsämter bejahten die Frage, namentlich unter Hinweis darauf, daß von zahlreichen außerhalb Deutschksterrcichs gelegenen Zweigstellen wegen der bestehenden Verkchrsschwierigkeiten j&te Rechnungsabschlüsse nicht rechtzeitig zu erlange» sind. Die Kundmachung einer Bollzugsanweisung, welche die bisherigen Ausnahmsbestimmungen über Bilanzen und über Abweichungen von statutarischen Vorschriften auirewterhält, ist demnach mr die nächsten Taae ru «wart«. Englisch-deutschösterreichischer Warenverkehr. Das schwedische Generalkonsulat in L o n d o n teilt mit,! daß die Handelsverbindungen zwischen Eriglaud und Deutsch« östrrreich wieder ausgenommen wurden. Das englische Verbot d«.Bezahlung vor dem Kriege eingegangener Verbindlichkeiten und das Verbot der Valutaversendung? und Kupitalsanlage im Ausland bleibt jedoch aufrecht. Fern«! muß in England in jedem einzelnen Fall die A u s f u h r*j erlaubni 8 angesucht werden. Eine polnische Meldung über das Schicksal! der Staatsschulden. Den „Polnischen Stimmen" wird aus Krakau-' telegraphiert: Wie der Pariser Korrespondent des! Krakauer „Czas" meldet, ist der Plan der finanziellen! Liquidierung Oesterreichs von der Spezialkommisfion der Friedenskonferenz bereits ausgeürbeitet. Hauptbestimmungen sind: 1. Alle auf den Trümmern! Oesterreichs entstandenen Staaten übernehmen einen Entsprechenden Teil der Staatsschulden aus der Zeit vor dem Kriege. 2. Die Krieg s* schulden werden nach einem bestimmten! Schlüffe! zwischen D e u t s ch ö st e r r e i ch Tschechö-Slowakien und Jugoslawien? aufgeteilt, Galizien partizipiert an ihnen nur insofern, als feine Kriegsleistungen und Kriegs-- schöben gedeckt fein werden. 3. Die Kr onennoten müssen in den einzelnen Staaten innerhalb zweier! Monate abgestempelt und spätestens in einem Jahre gegen Münzen oder Noten der neuen Landeswährung eittgetaufcht werden. Die letzte Bestimmung- Habe im gegebenen Augenblick nur mit Bezug auf Polen praktische Bedeutung, da in Polen die Abstempelung der Kronennoten bisher weder erfolgt noch auch angeordnet worden ist. Dir Bodenkreditanstalt und die Zivnostenska j Banka. Aus Prag wird uns gedrahtet:, „Narodni Lisch"! veröffentlicht die Nachricht, daß zwischen der Zivnostenska Bankas und der Bodenkreditanstalt in Wien eine Interessenaemeinschaft abgeschlossen wurde, und daß die Zivnostenska Banka dem Jndustriellenkonzern der Bodenkreditanstalt bei--, getreten ist. (An maßgebender Stelle wird uns mitgeteilt, daß von, einer solchen Interessengemeinschaft hier nichts bekannt ist. —? Die Red.) j Ungarischer Saatenstandsbericht. Aus Budapest wird telegraphiert: lieber den Saatenstand liegen folgende Meldungen, vor: Die ungünstige Witterung in den letzten drei Monaten hat die Halm- und Hackfrüchte' in ihrer Entwicklung ein wenig zürückgehalten, doch war der in der zweiten Hälfte des! MonaK Mai eingetretene günstige Witterungsumschwung vom wohltätigem Einfluß. Obwohl der Herbstanbau der Halmfrüchte! geringer war als im Vorjahre, besteht doch alle Aussicht auf eine, gute Ernte. Der Herbstanbau von Weizen und Noggen ist erst-? klassia. Infolge der schlechten Witterung und der vielen Regenfälle hat sich der Frühjahrsanbau verzögert, was aber kaum nennens-, werte Nachteile verursacht hat, so daß mit einem guten Ernte-i ergebnis zu rechnen sein dürfte. Das Behancn des Maises und' der Kartoffeln hat begonnen.? Das Budgetvefizit Serbiens. Ans Belgrad wird? telegraphiert: Der Finanzminister legte der Nationalversammlungdas Budget für das Jahr 1919/20 vor. Das Defizitbeträgt 700 Millionen Dinar, also die Hälfte des gesarutenBudgets. Der Minister hofft, das Defizit Ende dieses Jahres auf 500 Millionen Dinar hcrabzusetzen. Eine jugoslawische „Bnglobank". Aus Belgrad wird telegraphisch berichtet: Die Jugo-i slawische. Bank hat im Verein mit London t-tj Banken die „Anglobank" mit einem Kapital von 50Milli-? onen Dinar gegründet.! Ausgleiche. Vom Landesgerichte Wien wiirde das Ausgleichsverfahren über das Vermögen des gewesenen Ratenhändlers, Julius Steiner, XX., Klosternenburgerstraße Nr. 89, ein-! geleitet. Ausgleichskommissär: Oberlandesgerichtsrat Dr. Anton Chwoika; Ausgleichsverwalter: Ferdinand Popper, I., Rudolfsstraße Nr. 10. Anmeldefrist 20. Juki. Ausgleichstagsatzung 29. Inst, 11 Uhr. — Vom Landcsgerichte Wien wurde das Ausgleichsverfahren über das Nachlaßvermögen des am 9. Jüli 1918 verstorbenen Norbert Lindbauer, Büchsenmacher in Wien, VI., Gumpendorferstraße Nr. 88b, eingekeitet. Ausgleichskommissär: Oberlandesgcrichtsrat Dr. Anton Chwoika, Äusgleichsverwalter: Wilhelm Dürnbacher, VII., Neustiftgaffe 120. Anmeldefrist: 20. Juki, Ausgleichslagsatzung: 28. Juli, 11 Uhr. Ansgleichsbestätigung: Der zwischen der Firma Jnnocenz Hais (Inhaber Johann Haselbacher) reg. zum Betriebe der Kunstschlosserei in Wien, XV., Palmgaffe 8, und ihren Gläubigern angestrebte Ausgleich erlangte die gesetzliche Majorität und wurde vom Wiener Handelsals Ansgleichsgerichte bestätigt. Die Gläubiger erhalten eine Quote von 15 Prozent, statt der ursprünglich angebotrnen 10 Prozent. Börse für landwirtschaftliche Produkte. 2Öie«, 11. Juni. (Orig.-Bericht.) Die Preisbildung an den Terminmärkten der Union hängt derzeit zur Gänze von den Transaktionen der verschiedenen Spekulationsgruppen ab. Selbst die Verlautbarung des Berichtes des amerikanischen Ackerbau« bureaüs blieb ohne jedwede Wirkung, denn gleichzeitig mit der Niedrigeren amtlichen Taxation werdet: rückgängige TerminnotieMge» gemeldet. Argentinien bewahrt stetige Haltung. Die Transporte leiden unter den sich stets erneuernden ArbeiterauSstände«. An den deutschen M ä r k t e n zeigt stch bessere Betätigung in gelben Lupinen und Stroh, dagegen bleibt Heu weiter knapp. Trotz guter Frage konnte an der heutigen Miüwochbörse nur m einzelnen Artikeln eine Vermehrung der Umsätze verzeichnet werden. Ans den meisten Gebieten herrscht empfindlichster Warenmangel, der durch die reichliche Verwendung von Grstnsutter eine leise Milderung erfährt. Ueber das Wetter liegen wohl günstige Berichte vor, doch müßte der gegenwärtige Witterungsverlauf bis zur Ernte anhalten, um das Erträgnis in günstigem Sinn z» beeinflusse. Wiener Börse. Die gestrige Börse, welche nach achttägiger Berkeyrsunterbrechung wieder eröffnet wurde, stand ganz unter dem Eindrücke der ©eutfcfj* österreich auferlegten harten und schweren Friedensbedingungen. Die Tendenz des Marktes war ausgesprochen schwach. Es kam auf fast sämtlichen Gebieten zu Realisationen, doch fand die auf den Markt gelaugte Ware rasche Aufnahme, da Deckunaskäufe

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