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Wiener Morgenzeitung · 1919-06-10 · Heft 141 (10.6.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 141 (10.6.1919)
Date
1919-06-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Elemeneeau, Lo rd R o b ert E e eil und Oberst H o use haben als Ergebnis gemeinsamer Beratungen empfohlen, D eutschland in den Völkerbund auszunehmen, wenn es den Fried ensvertrag unterzeichnet, loyal durchführt und eine feste Regierung einsetzt. Es ist beschlossen worden, daß die Antwort der Alliierten auf die deutschen Gegenvorschläge nicht vor dem 13. Juni übergeben werden solle und datz die Deutschen fünf Tage Zeit zur Erwiderung bekommen sollen. Ungarn zur Einstellung des Kampfes bereit. Böla Kun an AllizL. Budapest, 9. Juni. (Korr.-Bur.) DasUngarischeTelegraphen-Korrespondenz-Bureau. meldet: Der Volkskommissar deS Aeußern der ungarischen Räterepublik Bsla Kun» sandte auf den Funkspruch des Präsidenten der Pariser Friedenskonferenz, Clemenceau, dem Wiener Gesandten der Räterepublik folgende Weisung: „Ich ersuche Sie, dem Chef der französischen Mission, Herrn Allize, die folgende Note zu überreichen: : Die Regierung der ungarischen Räterepublik nimmt die Msicht der alliierten und assoziierten Negierungen, Ungarn zur Pariser. Friedenskonferenz einzirtaden,> mit Freude, zur Kenntnis. Die ungarische Räterepublik hegt. gegenüber. keinem einzigen Volke der Well" ftindselige Msichten, -sie., wünscht,: mit 'allen in Fteundschast nnd Frieden zu leben, um so mehr, da sie nicht »auf der Grundlage der territorialen Integrität steht. Sie hatte auch nicht die Msicht/ die tschecho-slowakische Republik anzugreifen und griff sie auch nicht an. Sie wünschte und wünscht mit deren Volk stets in Frieden und Freundschaft zu leben. Sie hält stets an den von den alliierten Staaten festgesetzten Demarkationslinien fest und achtet die Bestimmungen der Militärkonvention vom,13- November.; Sie stellt jedoch mit Bedauern fest, daß die Truppen der tschecho-ftowakischen Republik, des rumänischen und jugoslawischen Königreiches das Prestige der alliierten Staaten ausnützend und auch die am 13. November abgeschlossene Militärkonventiou brechend, in das Gebiet der ungarischen Räterepublik einfielen und es bereits zu erdrosseln drohten, als wir, durch die äußerste Notgezwungen, zu den Waffen griffen. Wir nahmen es mit Freude §itr Kenntnis, daß die alliierten , Versailles, 9. Juni. Der geschäftsführende Ausschuß der Consederativn generale dir travail erklärt in dein heute veröffentlichten Ausruf, haß die Warnungen und Appelle der Arbeiterschaft au die Regierung und die Arbeitgeber nicht, gehört wurden und daß infolgedessen in Paris und in der Provinz zahlreiche Streiks ausbrechen, die ihren Ursprung in dem Widerstand gegen den Achtstundentag und in der ständigen Lebensmittelteuerung haben. Der wirtschaftliche Ursprung dieser Bewegung sei klar und die Arbeiterschaft'wolle ihr d ie sen Charakter bewahren. Die Confederation wisse, haß es,. abgesehen von den materiellen Forderungen auch Forderungen sozialer Art gebe, die der Arbeiterschaft am Herzen lägen. Die Confederation sei bereit, für diese Forderungen zur Aktion überzugehen, und bereite ihre Verwirklichung vor. Deshalb müsse sich der Streik auf korporative Forderungen beschränken. Die Confederation hat vom letzten Nationalkomitee den Auftrag erhalte», die von ihm gefaßten Beschlüsse durchzuführen. Die Confederation vergißt nicht, haß das Naüonalkomitee die Dringlichkeit der Amnestie und der Demobilmachung, die Einstellung jeglicher militärischer Intervention in Rußland und den schnellen Abschluß des Friedens proklamiert hat. Schon in der nächsten Woche werden Delegierte her Couscderation iiu alle Provi' ni reis.?'.!. : n de den Arbeitern der Städte und it> 'Jul.:, : i * ft ü.seü T-e eae nn 'en klar- Staaten der tschecho-slowakisch'en Republik, dem rumänischen und dem jugoslawischen Königreich befohlen haben, ihren Angriff einzustellen; wir sind jedoch gezwungen, festzustellen, daß die genannten Staaten die Befehle der Alliierten nicht erfüllt haben, ihre Offensive sich bloß an unserem Gegenangriff brach, wie auch, daß ihre Truppen auch heute noch diesseits der in der Konvention vom 13. November festgesetzten Demarkationslinie stehen. Die Regierung der ungarischen Räterepublik drückt wiederholt.ihre Bereitwilligkeit aus, die Feindseligkeiten zur Vermeidung unnützen Blutvergießens gegenüber allen diesen Staaten unverzüglich einzustellen, damit die Alliierten ihren Befehlen in der tschecho-slowakischen Republik, im rumänischen und im jugoslawischen Königreiche Geltung verschaffen können. Zum Zwecke der Einstellung der Kriegsoperationen, der Durchführung der Bestimmungen der Militärkonvention vom 13. November wie auch zur Regelung, der damit zusammenhängenden Fragen, ferner zur provisorischen Lösung der wirtschaftlichen Fragen würden wir es für notwendig erachten, daß seitens der interessierten Staaten Delegierte entsendet werden und die aus diesen sich zusammensetzende Kommission unter Vorsitz eines Vertreters der alliierten Staaten unverzüglich in Wien zusammentreten würde. Die Regierung der ungarischen Räterepublik ist zu allem bereit, was den gerechten und billigen Frieden zwischen den Völkern sowie die gegenseitige Verständigung fördert und dem Blutvergießen ein für allemal ein Ende setzt. Bola Kun, Vottskommissär des Aeußern der Ungar. Räterepublik." Die französische Arbeiterschaft gegen den Gewattsrieden. Forderung der sofortigen Demobilisierung. Da die englischen Arbeiterorganisationen dieselbe Aktion beschlossen haben, hat die Confederation sie ersucht, gemeinsam vorzugehen. Die Antwort der englischen Arbeiter und das Ergebnis der Propagandawoche der Confederation werden über die Stunde dieser Aktion entscheiden. Das vergessene feierliche Versprechen. An die Regierung und das Parlame nt richtet die Confederation folgenden Appell: Ihr kennt, die Erregung und die Unzufriedenheit/welche in dem augenblicklichen Streik zum Durchbruche kommt. Sie sind die Folgen einer Politik des Schweigens und der Tatsache, daß das feierliche Versprechen, in dem der. Völkerfriede und ein fruchtbares Zusammenarbeiten der Nationen in der Arbeit angekündigt wurde, nunmehr vergessen ist. Die Confederation erklärt, daß die durch die Streiks aufgestellten wirtschaftlichen Probleme sowie die sozialen internationalen Probleme, deren Lösung von der ganzen Bevölkerung dringlich gefordert wird, schnell gelöst werden ulüssen. Wird man es wollen? Werden die Parlamentarier und die Negierung es endlich verstehen? Im Namen der organisierten Arbeiterklasse proklamiert die Confederation generale du travail diese Wahrheiten aufs neue und sie nimmt die Verantwortlichkeit auf sich, denn sie ist entschlossen, die augenblicklichen Streiks zu unterstützen, und ist der festen Ueberzeugung, haß feit WMU der ArbeMMaft entspMt.. Eine merkwürdige Erklärung^ Wilsons. „Die Friedensbedingungen decken sich vollständig mit meinen vierzehn Punkten." London, 9. Juni. (Tel.-Komp.) Rach einer Pariser Meldung erklärte Wilson, nach-s dem er die deutschen Gegenvorschläge in den * Einzelheiten geprüft hatte, in Freundeskreisen ie Bedingungen der Entente verstoßen nicht gegen irgendeinen meiner Grundsätze. Wenn ich anders darüber dachte, würde ich nicht zögern, das' auszusprechen und zu versuchen, diesen Irrtum aus dem Wege zu räumen. Aber die Bedingungen, so wie wir sie seftstellten, decken sich vollständig mit den vierzehn: Punkten. Die Drucklegung der deutschösterreichischen EegenVorschläge. Saint-Germain, 9. Juni. (Korr.-Bur.) An den! Generalsekretär der Friedenskonferenz Herrn D u t a'st äi ist heute folgendes Schreiben des Staatskanzlers! Dr. Renner abgegangen: Herr Generalsekretär! Die deutschöfterreichische- Delegation kann sich weder mit dem Heimatlande! durch genügend rasche Bahn-, und Postbeförderung in! Verbindung setzen, noch ist sie im Besitze einer eigenen! beweglichen Druckerei, um ihre Gegenvorschläge rechts zeitig und in geziemender Ausstattung der Friedens-! Konferenz zu unterbreiten. .Ich gestatte mir.daher bie: Anfrage an die französische Regierung, ob sie geneigt, wäre, uns zu diesem Zwecke die I m p r i m e r i e’ Nationale zur Verfügung zu stellen- und die vertrauliche Behandlung der: Man u.s kript.e und Druckbogen zuzu-' sichern. Infolge der Dringlichkeit der Angelegenheit ersuche ich um möglichst raschen Bescheid. Havas über die diplomatische Lage. Pqxis, 9. Juni. (Korr.-Bur.) Die Agence Havas) meldet über d i e d i p l o m a t i s ch e Lage: Iw Abwesenheit Orlandos, der nach Italien abgereist tft,: um sich mit den Ministern über den vorgeschlagenen Vergleich über das Adriatische Meer zu besprechen, setzten Wilson, Lloyd George und Clemenceau die Prüfung des deutschen Gegenvorschlages fort, besonders bezüglich der Bestimmungen über die d e u t s ch - p o l n i-' sche Grenze. Anderseits traten gestern vormittags die Sonderkommissionen, denen die verschiedenen Teile des deutschen Gegenvorschlages . überwiesen worden sind, zusammen. ,. Gestern nachmittags hielten die Kommissionen für die belgischen Angelegenheiten, für die Verantwortlichkeiten, die Finanzen, das linke Rheinufer, die Gefangenen-, die Häfenfragen, für Polen und die Tfchecho-Slowakei ebenfalls Sitzungen ab. Bekanntlich müssen die Berichte morgen übergeben, werden. - Am Dienstag wird der Dreierrat die Erörterung des Berichtes L o ch e u r s über die deutschen Gegenvorschläge bezüglich der Entschädigungen beginnen. Der Bericht tritt für die sofortige Festsetzung der Höhe gewisser Entschädigungen ein, während er für diejenigen Schäden, die nicht sofort bestimmt werden können, Fristen vorschlägt, bis zu deren Ablauf die Schätzung geschehen muß. Die Adriafrage gelöst. Paris, 9. Juni. (Agence Havas.) Der Plan 6e* züglich des Übereinkommens in der A d r i a - F r a g e soll bereits die Billigung der wichtigsten alliierten und assoziierten Mächte besitzen. Wenn ihm die italienische Regierung zustimmt, würde nur seine Ausführung übrigbleiben. ___ Eperjes von den Ungarn erobert. ' Budapest, 9. Juni. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.^ Die ungarische Rote Armee setzte ihren sieg-! reichen Vormarsch fort und eroberte! heyte die Stadt Eperjes 'i

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