Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 133 (1.6.1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Sonntag .. Egon Br e ch ers Regie gelang ein Shakespeare-Abend, der sich sehen lassen kann. Es genügt, festznstellcn, daß lein einiger der.Mitwnkcnden störte, daß die. Handlang (man kennt die Schwierigkeiten der Inszenierung) in stetem. Fttlsr blieb und die notwendigen Slreichnngen mit großem Verständnis vorgenommcn wmLch, . '. . 0. A. Earl-Theater. „D i e d rri Kav a l i e r e," Anch der Operettensumpf bat seine. Sommersaisori. Daun plätschert sichs nicht mehr so srech-verguügt int musikalischen Grnndwasser der Spülicht wirst nur mehr trübe Blasen! Ader heraus muß es was einträchtigen Geschäftssinnes Buch- und Mnsitschmicier an Stumpfsinn üttsgehegt haben. \rn1rita, Horatio, Valuta! Wir haben Erpouware lagernd, von Petersburg bis Rw lechzt man .«ach „den, letzten' Schaffungen des 'Meisterst vöia Dreinmdeclhaus. st Felten, .-gesalzenen , Schweinespeck gilt, ei; eiuzntallschengegen ebenso schmalzige, aber vom Salz' de^ Witzes gänzlich freieösterreichische Geistesprvdnktc!- W'l^ daben die . rechten .Lieferanten gesunden, Da' ist einmal der Berte, der-macht Walzer und überhaupt alles, serrter der Aristokrat G.iN.- Gatn und der schlicht bürgerliche Lothar Sachs, die das Poetische besorgen („Das ist ganz mein Typ,'(ist meinJdeal, bas ist Edelröste, ganz kolossal!"). Die haben sich ganz aparte Sachen ausgrdacht. Grbts etwas aparteres als drei Madcrln? Ganz eiriwchdrei-7-Prinzen? Zuviel, aber Grafen, daß gelst, und tvcil das' in Oesterreich abgeschasft ist, nennen wir sic int Titel Kavaliere, aber in Wirklichkeit sind es Grasen' und das Stück spielt in Holland, da kann niemand etwas sagen, aber sür den Export ist es -brillant. Dann hat der Th aller in der Operette so gezogen, setzt nehmen wir-den Ho.mma und die.Sache ist. gemacht. . Die Bachrrch lassen wir einmal-iLchnnr springen und einmal, von ihrem Partner hinausträgem das ist doch s o herzig! - Das Publitum rast, großer Opereltcnerfola, Blumen, unzählige Hervorrufe, schließen.Sie ab, mcUce Herren, .bestellen Pie .den.Walzer „.Die drei Kavaliere", das Lied „Heraris nutden M-vueten". sicheres Sonnuergeschäst, das Gespräch dcs Tages! War's wirklich so? Wir können'leider - nicht'dafür rinstchcn. Denn bei,'der schönen Stelle „Gibt die Lieb' — dir manchen Hieb, — küß nur ruhig weiter, — denn deischönste Zeitvertreib —, ist doch das Weib!" mußten wir die frischt Luft auffncheu. .Konzerte. Mahlers „Zweite", die'aus bem Wege ist, an -Vaupgkeir der Anfführungen Beeihnveris „Neunte" zu ercecchcn. war unter Wa l.t.e r' in -einer gedmikentiesen Wiedergabe?u boren. ' H-ran Marie G.e r h a'r d führte dem Sopraupart ans <cit Meb zwar neben den oft genug gewürdigten Leistungen der tf.ran .Ki ttel enr wenig im Schatten, rrbrachle nber ein volles Attest ticr ihre Begabung mib ausgezeichnete Schulung, der sie die Berufung au ein .deutsches Opernhaus zu.Lanken hat.. — Der'dritte Walcer- Abend ..kehrte zn Mozart zurück. Zn diesem RnhepunltsielN man die Taoderne oftmals, ihre Wendimgi nehmen. Bei Walter' mag ' es mlch die, Mahlersche Tradition sein,, die ihn veranlaßt, - die Liebe seines Vorbildes zu Mozartischer Misik zu 'teilen. Das' Einsache. Aarve lockt als Gegengewicht gegen das MznkomvlHtr, e. Hier türmen sich kcute ,erratischen' ThrmrMöckr, es ' herrscht kein aufrcibendM Widerstreit der Harmonien, in maßvoll gezogenen GreuM lebt sich dafür Exfiuoung und mannigfaltigste Empfindung um so.reicher ans. Die. Hasfner-Scrrnade war als blühendes, Niimkalisches Feitongewählt, NM -das sich das Silbergewebe des tollzeWntM.^ Sioluwarts, ..--,-Wmgm;-Ä.. Konzerttueister 8 t m'b l e r hatte dieschwierige Ausschmückung m besorgen. Doch ttyaltetc e,,l-UngliWsteru über.deni Beiiilch. Es n'vsile sich tucht alles in makelloser Reinheit und Erattvcil zummmcinügen. Das'herrliche Ändckute ließ alles Mieder in süßem Träumen vcrgct»en. Frau K i u r i n a s Jubelton war in der Motette „Ersultaie^so recht zuhause. JhreSingsreudigkeit, die Reinheit »nd strahlende Glanz ihrer Stimmen müßten den Trübscligstcir zur Lcbtnssrcude aitfrufcit. Die Sinfonie in C (Nr. 200Y und eine Arie mus der..Zaide" vervollständigten das behaglichem G.-nießen gemidmeleProtzranim. Bruno .Walter mrd 'Frau Kiurina rrutctemals hingebungsvolle -Interpreten reichen Dank. — Das, M o s 6 g um r-t e t r, verstärkt durch B c h r t u d s, 11 c g l e r, S t r o h l und Stix ' führte wieder '. in erlesener Klangvereinigmig' : Beethovens Septett nnd Schuberts Oktett vor. Man kann die beiden Meister — werke nicht vollendeter zu hören hoffen als wenn diese Musiker die rechte Stimmung , zusamrnenhälst, Sie kündigte sich im Septett alt an, um im Obrett in' volle Herrschaft zu treten und den Zauber Cchubcrtschen Mnsizierens. der charatteristischcn-Hannonik und der subtilen Klang Wirkungen beglückend erstel-en zu lasten. vr. IC. M. Eine Aittorckn-Aborduuug beim Staatssekretär Glöckl. Eine' Abordnung der neu gegründeten Genossenschaft der draaialstchrn Ailioren nnd Komponisten in.Wien, bestehend ans ocn Herren Tr. Karl Schönster r, Dr.. Julilis B i t t,r e r. Dr. Artur Ach n i'tz. l e r, Oskar Straus' und Dr. Adolf A l t iit iru ri, hat beim Staatssekretär sür Unterricht, G l ö ck l vorgesprochen, um ihm von der kürzlich erfolgten Konstituierung M ittci.ülng zu. machen und von ihm, die Unterstützung der Regierung. zu erbitten. Die Abordnung setzte dem Staatssekretär die Zwecke und Ziele der Genossenschaft auseinander, betonte insbesondere, daß sie 'brrnftn sein solle, die Rechte der Antorenschask bei der Gesetzgebung in allen Fragen künstlerischer und wirtschaftlicher Natur,, der Sozialisterimgsvestrebnngen des Urheberrechtes tt'öwie die Interessen im Berkchre mit den Berlagsuntcrnestnnlngcn und mit " den Tsteaterdireklören ' zu wahren. Staatssekretär Glückt versprach der Abordnung die vollste Unterstiltznug und lud sie ein, die Initiative zu gesetzgeberischen Reformenans dem Gebiete.des Urheberrechtes und des wirtschaftlichen Verkehres mit den Theatergeschastsstellen zu ergreifen. — Zu der am Montag in Berlin stat'tsindendcn außerordentlichen Tagung des Verband.es deutscher Bühnenschriststeller, die wichtige rmd einschneidende'Beschlüsse zu fassen beabsichtigt, ist als Deletzierter Leopold Jacobson cntsendrt worben. Aus den Theater«. 'S p i e l v l a n des D u r g t st e a k e r s. Heute Scttnttag den I. J'mii : „Wilhelm Test*, (st Uth\} Montag den 3. Jnni: „Garten der Jugend"..(T Uhr.) Dienstag den 3. Juni: „Der Verschwender". (V-sT Ustr.k Mittwoch den .4. Juni: „Die Zwillmgsschwester". (7 Uhr.) Donnerstag den ö. Juni: „Der Meineidbauer'^ (7 Uhr.) Spiet plan des D p e'r nt h e a t e r s vom I. bis mllusiv e st. Juni: Heute Sonntag dm I. Jrmi: 17. Fcstaasjührung lzn erhöhten Preisen) ^Parsifal". Amsortüs Kancmersäug« Fritz .Femhals vom Nattonaltheater in München als GM. (ö Uhr.) Montag dm Juni;■" 18.' FestaufsiihrmtS (zn Abendpnisen) .Pmstsal . Ämfortcks KackmersänPr Meiner Engel Wiener Moegeuzeit««s ist es, das ^Xboiutcmcnt schleunigst zu erneuern, für diejeiligett Aboirlreirtett, deren Bezugszeit Ende Mai abqelaufen ist, damit die Zustelluirg des Bbattes keine Unterbrechung erleide. BeZttrzsbedingungerr ab 1. Juni: Für Wien: mit Zustellung Monatlich . .. .Kronen 7:— Vierteljährig . . ,, 30.— Halbjährig . . . „ 40.— Ganzjährig ... „ 30.— Für die Tfchecho- Slowakei: mit Postveriand in tschechischer 1 Währung. Monatlich . . . Kronen 7.50 Vierteljährig . . „ 22.— Halbjährig ... 44.— Ganzjährig ... „ 88.— GinzeLeremplirr 36 Heller. Für Dentschsmid monatlich 5 Aiark, Schweiz 0 Franken, für das übrige Ausland vierteljährig 26 Kronen. Die Geldsendnnoieil sür die Tschecho Slowaker sind per Erlagschein an das Poftsparkassenamt B. S. Rr. 150.693 in Prag, für Polen, Westgalizien und Polnisch-Schlesien per Postanweisung rin die Wiener Lonrbard und Eslromptebautz, ^iliule' Krakau, für „Wiener Morgeuzeitimg", Krakau, Äynek 12, zn richten. Administration der „Wiener Morgenzeitnng" Ävien» l!., Taborstratze 1—3. Telephon 44.638u. 43.319. Für Deutschösterreich: mit Postversand Monatlich ... Kronen 7.50 Bierteljährig . . „ 22.— Halbjährig ... „ 44.— Ganziährig ... „ 88.— Für Polen und die übrigen Nationalftaaten: mit Postversand Nconattich . . . Kronen 8.50 Vierteljährig . . „ ' 25.— Halbjährig ... „ »0.— als Gast (5 llhr.) Dienstag den 3. J'niii: „Rigolettv". ('IS Uhr.) Mittwoch den 4. Juni: 19. FestrmÜilhrnng (zu erhöhten Preisen) F. Weingartner, 2. Sstmphonie, neu einstudiert „Kain nnd Abel". Dirigent Generalmusikdirektor Felir Weingartner als Gast; Ada Frau Lnci.e Weiilgarmer-Marcel als Gast. ('/«8 Uhr.) Donnerstag den 5. Juni': ,20. Fellalrsfnhrung lzn Abcndpreisen) „Der Evangelimann". Dirigent Dr. Wilhelm Kienzl als, Gast. {'IS llhr.) Freitag den 6. Juni:'21. Festattsn"chrmkg (zic Äbendprencn) „Der Barbrer von Bagdad",, „Die Prinzessin von Tragant". (7 Uhr.) Samstag,den 7.. Jmn *. Geschlossen. Montag den 8. Juni (zu ec stöhlen Preisen, für das .Prnsiünsittstitnt des Operntheatcrs): „TrWn und Isolde". Trlstän Nrwals Jung vonr, Stndttheater in Zürich, Isolde'Helcne W'.ldbrnnn vom ehemaligen ( königlichen Opernhaus in Berl-N, Knrwenal Kammersänger Fritz Feinhals vorn Natioualtheater in München als Gäste. ('/,6 Uhr.) Montag den 9. Juni: „Die ' Entführung . ans dein. Serail." C/-8 llhr.) --- Im W i e n t r K o m ö d i e n h a.n s gelaugt Sonntag den 22. Inni'tt Uhr nachniitiags ZGeto b n'i s" von. >Perez H r v s ch b c vn und e Scü^U e ilk.r it" von I. L. P e v c z zur Darstellung. Spiclkcrttmg Herr Osterregisienr Egon B r e ch e r. Diese Borstellnng wird im Namen des jüdischakademischen Knltnrveibandcs „Jabne" von ' Herrn Bernhard Scharrer veranstaltet. ' S ch 5. n b r u n u c r S elf t o ß t h e a t e r. Der Termin der Erossnimg ist, endgültig auf Freitag den 6. Juni sestgelegt morden. Zar dlnftührmig gelangt die Novität „T r i st a n s T o d" von der heimischen Dichterin Maja L ö h r. Die ErössmmgsvorsieUmig findet zu crbohlen Prciseu statt. Bon Säinslag den 7. bis Montag den 9. Jmn wird „Tristans Tod" gcsprelt werden. Die nächste Novität finbet am 12. J u u t statt; es wird ein r u s s i s che r Ab e u b veranstaltet. Es werden, wie bereits gemeldet, zwei Einakter von T o l st o i und ein Stück von Gogol gegeben. , , Darauf folgt noch im Monat Juni die Novität „D i e Logik de?' H c v c n 5", eilt Lustspiel von Fr/inz Blei. Ans Anlaß der Eröffnung des Schönbrunner Schloßtheaters gibt das Dnrgtsteater ein erstes' Hesk von „Blättern des LUirgtheaters" heraus, in dem cs einen dramaturgischen Rechenschastsbencht ablegt und, vom Forum des eigenen Theaters ausgehend, eine Ucstersicht über ^ichtuiMebende Tendenzen: im neuesten Drama wie in der Knust des Theaters zu geben versucht. Das Heit sind in den beiden Theatern wie m jeder Buchhandlung erhältlich sein. .; ~ Der Geist des Ostens. M o r g tit Montag finbet im Gewcrbevcreinsiaal, f., Eschenbachgasse 1k, die Lieranstalttmc; „Der Geist des Ostens" statt, bei der Martha T r e b i t s ch, Mirjam S ch nabe l, Raonl A s l a n und Josef Sch i l d k r a n t ans der orientalischen Literatur lesen werden. Das Reinerträgnis ist s>ir den Preßsonds der „Jüdischen Jugendblätter" brstimmt. Einige Karten vort 3.— bis K 6.— an der Abendkasse. Beginn 'IS llhr. Zuspätkommende werden erst während der Pause eingelassen. Freie jüdische Volksbühne. Heute Sonntag den 1. Juni um V„ii ilfjv vormittags wird Schriftsteller I. A.>.8ottbetzky im Sontcrramlokale Eas-! Rcmbrandt, ll., Untere Augartenftraße Nr. 11, einen Bortraa über „Die Ncvrjle" von Pciez Hirschhein basten. Die Freie jüdische Volksbühne dringt bekanntlich dieses Stück im Ccirl-Theater zur Ausführung. Vercinsmitgliedcr und Gäste willkonnncu. Eintritt frei. Helene Lampel - Eibenschütz wurde nach dem großen Erfolge ihres Orchesterkonzertcs von der Konzerthansgesellschaft cingeläden, noch einen Ktavicrasteud zu geben, der am 6. Juni im mtitleren KouzertlMssaale stattsindet. Programm: Bach- Bus o u i: Chaconne, Beethoven: Waldsteinsvnate, i Schumann: Carnavak, Liszt: M c p h i st o w a ,l z e r, Au bord d’une source. Gampanella. Karten bei R. Löwit und an der Konzerthauskasse. Erster Wiener jüdischer Turnverein. Im großen Musikvereinssaale findet Montag den 2. Iwu unter Müwirkimg der Damen Hermiue Kittel (Oper), Erika W a g nee (Bolkstheater). der Herren Pros. Louis D i t e, Mar \l ampe l, Oberkantor' Morgenstern, Josef S ch i l d k r a u t (Bolkstheater), Prof. Josts S u l z e r, Konzertmeister Josef i) t nt B 11 v, die vom Ersten Wiener iüdischeu Turnverein veranstaltete große Sch'wuo!h-Fci:r statt, sür welche sich großes Interesse kund Int. Beginn präzise V-7 llhr abends. Die wenigen restlichen Karten bei A. B a » e r, l-, B>iphsingerstraße 25, ,md <m der -Kortzertkasse. 1. Iunr 1919^ _ ' SEM Literatur u.Wisienschaft) Jüdisch-pädagogisches Archiv. ' , Der Eröffnnngsabend des „Jüdisch-pädagogischen Archivts,, der Samstag, den 21-. Mai stattfand, hatte die Ausgabe über einige Albeiisgcbiete und Methoden deZ Archivs zu informieren, lieber die aTCoemcincu Grundlagen modern« Organiscitionöarbeit und iibc-u die Ausgaben der jüdischen Er^ ziehnng sprach Dr. Hemrich Glanz. Er führte ans, daß dia Inhalte der jüdisehen Erziehung durch gemeinsame Arbeit dev Lehrerschaft, Jugendführerschast, Kinderhelfer, Borturner, Eltern und aller pädagogisch .Jnteresfiertm erst errungen werden 'müssen. Er zeigte ain Beispiel der ethisch-religiösen Erziehung, des Sprachunterrichtes, des Bibel- und Literatururilerrichtes, deS Geschichtsnnternchte-, der jüdischen Vokalmusik nsw., wie die einzelnen Bttdmigszweige des Judentums so gar keine konkreten,' modernen Formen besitzen und wie der jüdische Erzieher der Gegenwart diesbezüglich init Schwierigkeiten zu kämpfen hat., Eu zeigte auch Versuche und Wege zur Ueberwindung dieser: Hindernisse. Dozent Dr. Siegmnnd Kornfeld führte als Ausgabe des dem Archiv angeschlosseuen erperiurcutellen Laboratoriums aus. Paß es die rnodniien wissenschaftlichen Methoden auch für die jüdische! Erziehlillg fruchtbar machen möchte. Er führte ans,daß gerade die Ncgeneratioit des Judentums nur durch wissenschaftliche Selbsterkenntnis jüdischen Charakters und sriucr BildungS-- möglichleit durchführbar sei. Er wies nach, daß em Hauptmangel in dicstr Bezichnng durch, die Selbsttäuschung der/Menschen erfolge: 'Die experimentelle Pspehologie biete aber nicht nur Feststelluüg von Charakter nnd Begabung, sondern sie kann darüber hinaus durch die Berufseignnngsvrüfnug aktiv die künftige Arbeit der Inden becinflusstn nnd auch ihr Wirtschaftsleben gestalten. Er zeigte, daß die Noch vor einigen Jst>reu unterschätzte Experimcntälpädagogik als die'natnrwisstnschafttich exakte Methodik sich erwiesen hat. Jur Anschlüsse au die Ansjührimgcn von Dozent Dr. Kernfeld schilderte Herr Proseffor Max Gnltmann seine Mehtoden der mvderneu Errgenik,^ der Lehre voar der .Hoherzüchtn'ug'dtr./ Menschciirasse, die er schon seit Jahrzeuleu an der jüdischen und mchr jildiicheil Jugend Wiens durchführte, und kiaidiglc .an. däß - er'die jüdischen Mcsslmgcn nunmehr im Rahmen des Archive'?- rveiter zu führen gedenke. Er zeigte am Bersviel der Wiener jüdischen Verhältnisse, daß nur eine rinheitll.che organisierte Merhode znm Ziele sichren cköimc. , Die Konstituierung-einiger Arbeitsgruppen wurde besprochen,, ivobei der Erpermlental-pädagogische llebnngskms des Herrn Dozenten Dr. Kornfeld angel'irndigt ivurde. ' Freie Bewegung. DonnerStog den M.. 7 llhr, findet, der vierte Autorcuabcud. statt. Es lesen Paul B a ri d i s ch (Drarnatlk) imd Georg K u l k a (Aufzeichmmg, Lvrik^. Karten im Sekretariat der Freien Bewegung, 1.. .Kärntnerstraße -1. 2. Stock,' und in den Buchhandlungen Gllbostr L Rauschbnrg,^ I.. . Boanergasse '2. -Richard Lantzj, 1., Kä'mtuerstraße 44, und Moritz Perles, st,. Sciicrgasse 4.; Eine Kolonie für hebräische Schrrftsteller. Der bekannte hebräische Mäzen A. I. S tc eb el beabsichtigt die Gründung einer, K o l v nie t n B a l ä ft i n a speziell für fiebuiiicljc Schrislststier. Diese Kolonie soll den 9iamcn „Kirjnt, Cescr" führen. Bolsrhewiüische Literatur. Das Gcncralsekrrtariat zum Sttidimn des Bolschewismus ’ aiit einen Führer durch die . bolschcuiikische Literatur hcrarls, welcher über 850 Titel von. Büchern, Zeitschsislen ynd Zeitmigsarttkeln enthält. ) Das Grnridbuch des. Kölner Iudenviertelsaus ■ dem Jahre! ltt5 bis M5' wird demnächst. vom „Verein, fiinv Kbelnlsch: Geschichtstnudc" bcvöffeu'tirtn werden. Gemeinderabbjner Dr. K v b e r in Köln istmit der Herausgabe uvdwissenschnftlichen Bearbeitung des. mrifangreichen und historisch mißervrdcnilich interessanten amb wertvollen Materials betraut wordeis. Ein russisches Pantheon der Weltliteratur. Eirb ans Petersburg eirigetröffendr Kadettensiihrcr in'Kopenhagen brrichtetJdaß der Rar der Volkskommissare icutf Anregimg pan Lu- ' natscharstv 4n OJi i l t v orten R u b c l für die Gründung eures ,.P a n t h c o n d e r. W c l l l i t.cia t u r" 'ausgeworfen hat. Diese Sunuue .wurde irst ihrem ganzen ' llmsange ll.llarini G o r k i zur Bersügmlg gestellt. An.-'-die Heranskickbe des „P' a i'i t h e-.o.n" ist allerdmgs vorderhand-.wegen techmschers Schwierigkeiteu nicht zu denken, doch sollen die Manuskripte ferliggoslcllt- und geordnet weiden. Das lln'lernehnicn ist zugleich eine'Notakiion für die furchtbar - notleidenden , Dichter imd-' Ltteraturschriflsteslec; - der Druckbogen satt ihnen inst 1000 Rubel! honoriert werden. ..... .' t. Die Weltbühne, der.Schanbiihne XlS.Jahr, Wochen^ schr'.ft für Politik, Kunst, Wirtschaft, herausgcgeben von Sieg- . sried Jacobsohu. enthält in der - Nummer 22: Wie. lange noch > von( Heinrichs Strobel; Gllstav Landauer, von JohannesIischart; . Der Sceossizier iin Kriegevon' L- Persms; Preußische Pro- » Momi, von Kaspar Hauser: Coriolan. von Si>.J;; Opcr, von ( Sicgmrmd Pisling; Rundschim;.Antworten-. > . - t .■ Einlauf. Sivio M a r ch et ti-: »Der wirtschaftliche Anssclimnttg Italiens", Turnt. —- Dr. Friedrich Engel und. Dr. Alexander L ö t s l er' „Orgünisativn der Justiz und ' Strawersahrcn", Verlag Mauz. Wien,-1.919.— Oskar Lo erke:' „Das Goldbergwerk", Drriliindcrverlag. Wien, 1919. — „Ecez: Israel", Heit 8 der. Mstieilungen des KampfbNrranZ des, . Jüdischen Äkationalsouds, Delt Haag. . *, „Jüdische Jugendblätter". Soeben . erschien die, Dvppclimmmer.6/7 der „Jüdischen Zngcudhlättcr", die Haupt- . sächlich Beiträge s o z i a l i st i s ch' e n Inhalts bringt, Mb zwar unter anderem: Ans-der'Bibel; Brief aus Paläsüna (ans ' dem'Hebräischen übertragen);. B. Ch. A r l o s o r o ff: Hapenl.' Hazair: Hemrich M a r g u l i e s: Bernfeld und Arlosorosf; Engen Höflich: Erwidernng; Robert Weiß: Jugendbeweg:mg und Hapocl Hazair; H. Kadi sch: Jüdisch«: kKätivnoltsmus und Indischer Sozialismus; Dr. Wilhelm S t e i n: Individualismus mw S ozialrefvrm bei den Propheten;• Seh. R nd e l: Indische Arbeiterjugend; Josef Deutsch: Der Z-oniSinns der Jugend: Emmmel F i s c u s: Ans dem Tagebuch eines Wiener Chalnz (Fortsetzung); Wolf P i kh o l z: Ein Wort an die jüdisch-akademischen Bereinigungen. Fern« S p e:e ch \ a a l: Ans der Bcwegnng: Turnen und Sport.' Zu beziehet^ vom ..Jüdischen Jugendheim", Ist. Obere Donaustraßc 91. von R. Löwit und von der Aoministrativn der; „Wiener Morgenzcitung", Ist. Taborstraße 1. > ' Jüdische Bücher im Dorotheum. Die Buchanküvn er-„Arche beginnt am Mittwoch, den 4. Jmri im Rößlersaale besichti-zß dorcselbst »nd durch Verlag 3st. LöwW.