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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-30 · Heft 131 (30.5.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 131 (30.5.1919)
Date
1919-05-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 151 Wien, Freitag Wiener Morgenzettnng 80. Mai 1919 Seite 7 Bühne und Kunst. Volksbühne. §*D e r Revoly t i y » 8 r.* Drama m drei Akten von Wüb?lm Gp«y«r.) Der Wille uw? gut, aber was daraus wurde, ist eine unverdiente Herabwürdigung des revolutionären Gedankens und — eine wohl nicht beabsichtigte Ehrenkrünkung des deutschen Frauentums. Daß die Leipziger russische Studentenkolonie schwer geprüfter, aus der zaristischen Folterkammer entflohener Propagandisten der Tat einen derart unfähigen, waschlappigen, geistig minderwertigen und kleinlich selbstsüchtigen russischen Aristokraten just zumFührer erkiest und ihm die wichtigsten Missionen anvertraut, kann dem Autor niemand glauben. Und dis deutsche Mathematikers, die di« blutige Revolution haßt, diesen Mann liebt, und eine typische, kraftvolle Gestalt sein soll, bedient sich höchst fragwürdiger Mittel, um ihn zu erobern und Hern bürgerlichen Leben wiederzugewmnen. Sie verführt ihn dirnenhaft und mit Champagner dazu, foatf) Moskau telegraphisch die Namen jener Genossen anzugeben, die ihn aus dem Kerker befreiten. Daß sie ihm später entsagen will, um ihn vor dem Strafgertcht der revolutionären Liga zu erretten, kann sie ln unseren Augen nicht rehabilitieren. Aber die eigentliche Hauptfigur des Stückes, eine russische Frau von echter Hingabe an die Idee und innerer Wahrhaftigkeit, ist mit Dichteraugen gesehen (wenn sie auch den Vergleich mit jenem unvergeßlichen Mädchen in Leonid Andrejews „Die sieben Gehenkten" heraufbeschwört). Frau Karo ly hat diese Revolutionärin mit seltener Gestaltungskraft über die Intentionen des Autors hinaus sehr eindrucksvoll verkörpert und in der letzten Szene, da sie von der Opferbereitschaft ihrer deutschen Nebenbuhlerin entwaffnet wird, tief gerührt. Auch die Charakterzeichnung der Wirtin, dieser kleinen» abgearbeiteten Witwe, welche den romantisch frisierten Revolutionär einmal genossen hat, ihre hündische Liebe zu ihm nicht verwinden kann und ihn außhalten will, wenn er nur weiter bei ihr schmarotzt, ist dem Antor gut gelungen. Diese Rolle war bei der sehr begabten Frau Gering in den besten Händen. Aus der undankbaren Gestalt des Revolutionärs wußte Herr Ziegler nichts Rechtes zu machen. Mt her sehr verunglückten deutschen. Studentin quälte' sich Frau Berlins. Ihren überflüssigen Bruder gah Herr Tiller entsprechend. Jedenfalls: Eine Erstaufführung, die weit über dem Niveau der meisten diesjährigen Premieren steht. Elfte Rltman«. Won spricht schon seit einiger Zelt m Wm py» ihrer GHitnhck, von ihm Me Welt bezaubernde, Art zu tauzeu. als Urii Ier eint neue Kunst geboren. NM eine neue Kunst >st?s «licht, , aber ein liebenswertes Stück Natur, das sich allen »euesixns ausgestellten Zielen der Tanzkunst zum Trotz in einfachster imd darum gewinnendster Form offenbart. Eine kritische Zerpfluckung ihrer Eigenart wäre nicht geeignet, de« Reiz zu schildern, der von dem jungen Geschöpf ansgeht. Ihr freies Auftreten, ihr unschuldiges Mlenenspirl, ihr Uebcrmnt wie ihr Schmollen hat etwas Infantiles, man bringt ihr unfehlbar die Zärtlichkeit entgegen« die der Anblick eines hübschen, gepflegten Kindes erweckt. Dabei erfüllt sie auis vollkommenste dre Mission der Tänzerin, in freiem Spiel der Glieder die rhythmische Schönheit der Bewegung zu entfalten. Doch ist sie fteilich weder die von Raffinement getränkte Mondäne, noch die Schauspielerin, welche sich in das Rasseempflnde« sreuiderTänze einlebt. Es gibt nichts Dezenteres als den Cancan, den sie tanzt, und einen unganschenTanz von Brahms lrgtzesiisrt sie launifl ms WienmschMädchenhaste. Ihre Blond« heit, ihre natürliche Heiterkeit besiegt unfehlbar die Einflüsse fremdmusikalischen Blutes. Schubert »nd Strauß, das ist ihr Reich, in dem sie unbeftritten Königin ist. Da ist sie die verkörperte Lieblichkeit dieser Weisen, ist graziös, leicht beschwingt, bald freudig erregt, bald drollig zögernd. -Aber wir lasten den Versuch, den schönen Falter im Netz beschreibender Adjektiva emzufangen. Man gehr hin und freue sich mit den andern. d?. k, m. Ein „soziales Theater" in Berlin. In Berlin soll ein soziales Theater großen Stils im kommmdeg Herbst eröffnet werden. Das untermlmieil. soll aller, privaten Spekulation völlig entzogen sein und dey breitesten Massen zugänglich gemacht werden. Proletarier und Begüterfe sollen nach der Gerechtigkeit ihrer Ateuerzettel gleichen Anspruch auf die besten Plätze haben. Da man in Deutschland mit einer großen Abnahme d;S Nationalvermögens nnd des PrivatkapiialS rechnet, soll bte Theaterkimst auf solche Weise geschützt und erhalten werden. Das Theaterbillett soll einen Vertrag zwischen Thewer und Zuschauer bedeute,i. Es sollen also nur dann Borstellunaen stat»fi»dm. wenn iomel Plätze ckürs game Svnljmir abonniert sind, daß der Erat gedeckt ist Ein wohlhabender Abonnent wird mehr, der mmepe wentger bezahlen. DaS Repertoire soll nach künstlerischen Gesichts- Mmkten aestallet und em Ensemble von Rang gewonnen werben. Kapital fifir das Unternehmen ist bereits in beträchtlicher Höhe ak.eichnet, 2l«s den Theatern. B n r g t h e a t e r gelangt ftcitte Freitag das fünf* ÄkihSieuter' von Kalk Ikn Drc ästige Dräln .pM.kihSieufel" von S ch ö n- Nlst, D e b,e r r unter.Mttvivküng der d el sky Md der Herren Anfang halb Thaddäus R-rtners anfgesiihrt. Anfang a r x »nd Tr e ß l e r zur Ausführung. 7 U b v Montag den S. Juni wird Komödie ^Garten der Jagend* 7 Ufiv, Jrir OPorntbeater kontme» Heu Fastr öS z eite n d er Li r b e" und , mr AnMrnna Anfang Uhr. Die nächste Vorstellung ijn Opernthea er für di« o r g a n i s i e r t e A r b ei t e r s cha ft WvnS findet am 8- Juni. statt. Zur Anstich mag gelangt »Aigvletto" von Berd j. « Freitag „D \ e chonbrödel" Im Earltbeyter findet heute di« letzt e Aufführung des Sina'Pieles „Johann Nestroy" mit Willy Th aller als Gast, Rosy Wergiyz und Ferd. Maierhofer sowie der übrigen ersten Besetzung statt, Sgmstaa, abends 6 Uhr, wird die Overettemieuheit Ädre, Kavaliere", Text von Loihar Sachs nnd E. Gack. von Heinrich Berts, mit Hans Homma vom Deuischen Volkstheater als Gast, Susanne B a ch r, ch. Aca de B a r b u, Whi Hügel. Franz F e l i x. Viktor Norbert, Leo A3 a n a n s, Ernst R o l l 6 und Kars Körn«rmden Hauptrollen mm erstenmal gegeben. 2m Io hannStrauß-Theatex sindetMontag die 650. AuffÜhruiia d?x KaltMluchen Operette „Die Esardassürst'n statt. ,n der M,zz, Zwerenz und Josef König Samslag em Gastspiel beginnen. _ ..Freie BewegungDiese Künstlergruppe veransialtet nn Monqte Juni folgende Autorenabend er Ernst Angel, Paul B a u d i s ch, Alfred Grünewäld, Hugo Hosmannsthal, Georg K u l k a. Theodor Ta g g e r. Maria Mayer wird Büchners „Lenz" lesen. Johannes I t t a n wW smen Portrag halten und ein Übend ist der französischen Kammermusik gewidmet, Einlauf. Ille Lind ev; „Der letztePrüft, Sammlung, Verlag Oester-Held & Co., Berlin. — „Bormärz," Lyrnche AUthploaik, NolandsBerlaa, Berlin. Paul K a m M e r e r; „Menschheitswnidr"' Verlag der .Friede, .Men. F. m F «■cJupcnjc Jugend." und der Therese Schlesinger: „Die geistige Arbesterm Balduin Brtchtr „Was ist. was „Klassenkamvs gegen Hans B o rsk: -erlag, Leipzig. Dvk Tlnshau des Mdifchen Palästina. Diese neue Fkiigschrlft voll R'chach Lichthchn ist gerade iw rechten Augenblick erschienen. Behutsam im Ausdruck mto doch Überzeugend genan tut Detail, aber mit großen Ausblicken, bestimmt in der Tendenz, aber ohne Vorurteil wird Lichchems Broschüre die wertvollste Aumärungsschrift bei allen Palästina-Aktionen fein, die mit dem Abschluß des Weltfriedens in her ganzen Judepheit einfetzen werden. lPreiS L 1.44.) Mer dem Titel „Wutz is Zlvnisyi" sind 8 AnM? ans einer größeren Arbeit von Dr. Charm Weitz-' mann und Dr. Richard Gotlheil im Berlage des Londoner Zionistischen Bureaus erschienen, die znm Preis« non K i.go durch d,e Buchhandlung N. Lömit, Wien, Rotenknrmstraße %% m beziehen find. fremdg. Rene Iudenlieder von Marek Merkag tesan Zweig eingehende Würdigung t qSchttlgg ' " "' Pathos, ohne «de e Bilder ins p doch typisch . ... in ^eigenem Rahmen zu prangen.. Die verraten stärker als hu bloß lyrischen dm gsttigen. weitaus fühlenden Menschen, sie haben eins « a t t e n «Te Bedeutung außer der dichterischen. Mir blieb als innerer Besitz nach der Lektüre des Buches der jüdisch feurige Bilderkreis, den Scherlag hier aufgrhaut?' ~ Zu beziehen durch U Löwit« Wen« l„ UotentNrmstrgße SL. (Preis % 7.900 I,ir dov fanden durch hat in dstsm Die Erntthrmlg. Kontvosio ds« Lvhsnsmittelg sschäft«. Der Bsirgexs meistev batan sämtlich« Warktamtsabwilungm ein« BsrsWng erlasim, nach welcher d,e Mqrktamtsvrgane/angewiesenwMy, die Inhaber von LebonsMilteWchäftm sofort zur gesetzltchrn Preis ans ch,r r t dm n g a l ler O.g r \ n z n tz er« halten. In imm Fällen, m welchen eme solche Preisam Ureibnna trotz Auffordsrung unterlassen oder der anaeschrjedme Breis als zu hoch gefunden wird, ist sofort die Amtshandlung «MMkiten. Mehv als acht Millionen für Ansspeisezweche im zweiten Httlbjahv 1V18. Rach dem soeben von der Fürs sorgmntrale im Ratbans« ausgegkbcnm Rechnungsabschlnste betrugen di« Kosten!Ür die A n s s p. e z s n n g Bedürftiger im zweiten Halbjahr tßltz 8 fett Kriegsausbruch bis Ende 1018 K 31,501,909. w. I. M. Die für heute Freitag in Aussicht genommene Wschsbgabs entfällt. Der übrige Verkauf bleibt unverändert. - Sport. Jüdischer Sport in Bi-litz. Das für. dm Lü. Mai., geplante Wettspiel des S. C. Hakogh absolvjerte hier sein erstes Wettspiel und war, da er diese Saison nur 8 Wettspnltz absolviert hatte, ausgeruht, während die Hakoah noch Synren"'ihres letzten Spieles in Tarnow zeigt« und es machte sich das Fehlen ihres vortrefflichen Backs sehr bemerkbar. In ihrem Tor? spielt« ein Neulmg, dem noch eine große Spielemikiinst beporsteht. Im Stnrm zeichnet« sich Finder und Brückner aus. dagegen wurde der Zenterhali KleiNzäbler l von seinen Nebenmännern sehr wmig unterstützt. Das hoho Resultat zeigt nicht das - richtige Verhältnis der Leistungen an, Dies zeigen am besten. die Corner. In der ersten Halbzeit war das Verhältnis K r s, in der^wemn i: o für WIL. Hakoah ha) Anstost. Der Angriff wird von der ftindlichen Verteidiaung ansgebglten. I« der 9. Minute fällt der i. Treffer für LlNNik. in der nächsten Minute ans einem Corner der I. Hakoah vergibt dann dw Chance eines Elf«r durch Landau, Irr den nächsten 20 Mmitten können die schön spielenden Lipniker den Voispiiinfl bis auf « bringen. In der 30, Minute sendet Finder für Hakoah ein. Die Hakoahner haben eine Hw stellung vvrgeuommen, die sich auch bewährte. Landau spielte in der Deckung sehr brav. In der Halbzeit erzielen die LiPniker mit zwei Elimelerstößen zwei Goale. Die Hakoah, bemüht den Vorsprung zu verringern, kann aber vor dem feindlichen Tore nichts .anhrzchten, da es noch einigen Stürmern an Schusrvermögen fehlt. In kurzen Intervallen senden die Sieger mit srhönen Schüffen ein. Die Hakoqb kann öfters das feindliche Tor m Gefahr bringen und Mt Finder das Endresultat her. li:2 (6;i>, Schiedsrichter Bannort leitete das Wetlspikl. daS am Bomrttag obgchalten wurde und gut besucht war, einwandfrei. _ „ 0, RachmlNags spielte der Tgw. Dp. Wista, Krakau, gegen hm Bielitz-Bialaer Sv. B. und siegte nach schönem Spiel 4:8 (k i 0. Sportverein trat ohne Swatosch an. S. C. Hakoah sviklt Donnerstag den 29. d.M. gegen den G. C. Sturm, Teschen, m Tesche». Der Volkswirt. BerteUung der Vorkriegs-, Kriegsschulden und Kriegsschäden auf hie Ratisualstnatey. Wien, 30. Mai. Heute soll die Uebepreichung des Entwurfes zum! Fricheusverti-gg, mit Oesterreich an hie Abgesandten. Deutschystorrtzichs in Samt-Germain erfolgen. Sieben Monate haban hie hervorragendsten Staatsmänner und Fmanzptzlitiker der alliierten und assoziiepten Staaten, gebraucht, um einen Entwurf für Hie Bereinigung Her territorialen und politischen Fragen fertigzustelten. lieber einen Vorschlag zur Lösung der finanziellen Fragen konnte in dieser' Zeit noch nicht 'einmal eine Vereinbarung unter den Mitgliedern der Allianz zustandekommen, was verständlich wird, wenn man erwägt, daßsich im Lager der Entente zum Beispiel Jugoslawen' und Tschecho-Slowaken befinden, die mitzahlen sollen und anch als forderungsberechsigt angesehen werden wollen. Die Schwierigkeit des Problems wird noch dadurch gesteigert, Haß die alliierten und assoziierten Staaten scheinbar alle bisher für unumstößlich ange° schemn Grundsätze des Völkerrechtes verlassen wollen und das Prinzip, Haß die abgetrennten Teile eines Staates nach Hem Verhältnis ihrer Größe seine Verpflichtungen zu übernehmen haben .nicht unbedingt anerkennen wallen- Der deutsche Friedensvertragsentwurf ist in dieser Beziehung lehrreich und gibt ein Bild von den Wandlungen in den Anschauungen über den Begriff öines Rechtsfriedeus. Wenn Hie Bestimmungen dieses Entwurfes auch auf Deutschösterreich Anwendung finden, dann können wir mit noch größerer Berechtigung als Graf Rantzau erklären, die Bedingungen sind unmöglich und unerfüllbar. Das arme Deutschösterreich, dessen Länder von zentrifugalen Bestrebungen erfüllt sind, seit der Staat verarmt ist, kann sein Jahresdefizit vqu sechs Mlliarden nicht hecken, noch weniger Kriegsschiklden und Kriegsschäden m phantastischen Ziffern., Die Nachrichten, die Wh er aus Saint-Germaiu eingelangt sind, entbehren vorläufig der Authentizität. Nm ans Zßicheu kam; man vermuten, was beabsichtigt ist. Jugoslawien, Italien, Rumänien treffen ihre Vorbereitungen, um das hentschösterreichische Privateigentum zu beschlagnahmen, selbstverständlich haben sie das ehemalige üstarrgichische und ungarische Staatsvermögen schon konfisziert. Sie machen O wie der Gläubiger, der Hie Zahlungseinstellung seines Schuldners herannahen sieht, er greift ohne Rücksicht auf den Schuldner und die. übrigen Gläubiger aus jenes Vermögen, das er erfassen kann- Mmänieu Md Italien können aber nur dann unsere Gläubiger werden, wenn Ms die Zahlung der Kriegsschäden auserlegt'.wird. Jugoslawien will Dockung für Kriegsschäden und. hje eventuelle Zahlungs- Pflicht für Kriegsanleihen in her Hand behalte». Aus diesen Symptomen muß leider geschlossen werden, daß der Entwurf zum Vorfrieden die Zahlungspflicht von Kriegsschäden für Deutschösterreich, aber auch die Verteilung der Kriegsschulden auf die Nationalstaaten, wenigstens zu jener Zeit vorgesehen hatte, als die genannten Negierungen'die erwähnten Verfügungen erließen. Di« Borkriegsschulden sollen offenbar nach' einem bestimmten Schlüssel von den Nationalstaaten, also auch von Deutsch Österreich, getragen werden. Der Schlüssel soll hie Steuerleistung sein. Auch darin läge eine starke UnhiMgkeit gegen Deutsch österreich. Die Steuer-, leiftung der Länder, welche Deutschösterreich bilden sollen, war bis zum Zusammenbruch eine verhAltnismäßig große, weil zu ihr Wien, das Zentrum eines großen Reiches, das meiste beigetragen hat- In Wien hatM viele große Industrie- und Handels UN ternehnmngvn ihren Sitz, die ihre Betriebe in den jetzigen Nationalstaaten mit Ausnahme Deutsch österreichs führten, in Wien lebten die reichen Großgrundbesitzer nnt» Rentner und zahlten hier den größten Teil ihrer Stenern, während jetzt jeder eS sich mehrmals überlegt, bevor er seinen Wohnsitz dauernd in Wien anfschlägt. — Die Steuerleistung in der Vergangenheit' ist also sicher ein unrichtiger Schlüssel zum vssenbaren Nachteil DeutschösterLßichs. Gelbst hen Hevölkernngsschlüssel, wie er sich heute darstellt, anzuwenden« wäre eine perpetuierende Ungerechtigkeit. Am richtigsten wäre ein Schlüssel auf Grund der Feststellungen für Hie Vermögensabgabe. Da es sich ober um „ewige" Renten ^ünd dauernde Verpflichtungen handelt, müßte aber auch dieser Schlüssel von Zeit zu Zeit retzidiert werden. Wenn dann die Fluktuation der Bevölkerung abgeebbt ist und sich die Verhältnisse stabilisiert haben, czlso etwa in fünf Jahren nach Friedensschluß, könnte die Bevölkerungszahl ehov zur Grundlage der Verteilung der Lasten ' genommen werden. AohnsicheS muß hinsichtlich der Aufteilung der Kriegsschäden und Kriegsschulden gesagt werden, wenn die alliierten und assoziierten Mächte Überhaupt daran denken, de,» bettelarmen republikanischen Deutschösterreich einen Teil jener Schulden aufzubürden, die das imperialistische Oesterreich-Ungarn eingeganM ist. finden Sie am leichtesten durch pin Stellengesuch im „Kleiueit Anzeiger" der Mr. Morgenzeimüg

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