Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 130 (29.5.1919)
- Date
- 1919-05-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Wien, Donnerstag Eine neue Note Dr. Renners an die Friedenskonferenz. Gaint-Germain, 27 Mai., Staatslsiusier Dr. R e n n e r ließ sich vom Experten fiir Südstciermaik, Dr. K a nini f c v, ■über die Gewalttaten der S. ü d f t a w e u i n U n t c rst e i e r m a r k und den besetzten Gebieten eingehenden Bericht, erstatten und übersandte hierauf am 26. d. M. folgende Note an die Entente: . .. Im Nachhange zur Note vom 2t. d. At. gestattet sich die FriedenZdelegation, neuerliche Meldungen über die V o r g ä nge in den Grc n; b e 3 i r k c lt z w i s ch e u D e u t s uh- 'ö st e r r e i c>, u n d I u g o > l a w i c n zu unterbreiten. Sie^ beziehen sich diesmal auf Sildsteiermark. Die hier gemeldeten Vorgänge beweisen, daß die lauge Verzögerung des, Friedensschlusses und die'durch sic ansrcchlerhalrcne Ungewißheit über die' Grenzen in den umstrittenen Gebieten geradezu verzweifelte Zustände schasst. Alle Anzeichen verraten^, eine solche Erbitterung, daß eine Volkserhebung ans beiden Seiten ansbrechen muß, wenn- .nicht dnrcb die sofortige Besetzung des strittigen Gebietes durch ■ eine am, Ort neutrale Macht oder durch die chebaldigste Feststellung,einer national gerechten und wirtschaftlich möglichen Grenzlinie Beruhigung gebracht wird. Keine Verbindung zwischen Rantzau und Nenner. Berlin, 28. Mai. In einer Unterredung des Versailler Berichterstatters der „Deutschen Zeitung"^ mit dem Staatsminister des Aenftcrn Grasen B r o ck d o r f f - R, a n tz c u erklärte dieser unter anderen, das; das Berliner Kabinett „nach wie vor dem Anschluß Deutschösterreichs günstig gegenübcrstehe, weil Dkutschösterrerch ihn wünsche und weil dlis Prinzip des Selbstbestimmuuasrcchtes der Völker diesen Anschluß fordere.^ Im Lause der Unterredung sagte Graf Brockdorfs, er habe niemals ue r s it ch t, mit d r ni F ü h r e r d e r ö st e r v e i ch r s ch e n D e l c g a t i o.u in ,S a iu t- G c r m a i u i n m n nd l i ch c oder schriftliche Beziehungen zu treten. Die Meldungen von Pariser Blättern, er hätte ein solches Ersuchen au Cleincnccau. gerichtet und es .sei ihm. ein a b lehnende r Be s ch e i d zuteil geworden, sind glatt c r s u n d e u. Ebenso sind die Behauptungen englischer ittib französischer Zeitungen, er habe versucht, mit Wrlson in Verbindung zu treten, um ihn zu einem Nachgeben zu bestimmen, eine Ersindung. Wenn Deutschland nicht unterschreibt. z Berlin, 28. Mai. (Tel. der „Wr. Morgcilztg.") Die Franzosen lassen eine Reihe von Nachrichten verbreiten, welche sich auf hie militärischen Maßnahmen für den Fall des A b b r u ch c s der Friedensverhandlungcn beziehen. Die B r ü ck e n w a ch c n i h Lndwigsbasen wurden ausschließlich von w e i s; c n Franzos eil bezogen, die Italiener und M a r o k r a n e r wurden ä l> g ez o g ey. Durch die S..ch w c i z e r i s ch e P r e s s e - Iufo rma ti o it wird die nicht b e sr ä t i g t e Nachricht verbreitet, daß die zurückgekehrten französischen K riegsgefäugenc n neuerlich mobilisiert wurden und alle U r l a u b e r telegraphische N ü ck b e r,u. s u r, r; s b e f e h l e erhielten. Die Bes e tzu n g sz o n e soll aüf 80 K i l o m e t e r auf der r e ch t e n R h e l ns e i t e vorgeschoben werden. Im besetzten Gebiete wurde eine B e k a n u tm a ch u n g der.französische nMili tärb e h o r.h e n angeschlagen, daß bei Eintritt des Kriegszustandes jeder V e r k e h.r mit dem' unbesetzten Gebiete a u f z u h ö r e n habe,; sämtliche Militärpflichtige t it t c r n t e r t und nach Frankreich g e b r a ch t werden. Die R h e i nl> r ü ck c n . sittd für Fußgänger bereits abgesperrt Eine Armee von 150.V00 Mann für Deutschland. Pa.ris, 26. Mai. (Tel.-Komp.) Die Pariser Ausgabe des „N e w 2) o t kHeral d" meldet, das; die Alliierten Deutschland wahrscheinlich ein stehendes Heer voll 150.000 Mmm znbilligen werden. Abreise deutscher Fried ensd elegierter aus Versailles. Versailles, 28. Mai. (Wolfs.) Heute nachmittags sind 60 Mitglieder der deutschen Friede nsdelegatiori, in der Hauptsache Sachverständige, mittels Sonderzuges nach Deuts ch l a n d z u r ii ck g c r e i st, da ihre Ausgabe, nämlich Ausarbeitung und Vorbereitung der großen Denkschrift, erledigt ist. Mit dem heutigen Abendzug werden noch einige weitere Mitglieder, der Delegation in die Heimat znrückrciscn. ' Der Streit um die deutschen Schisse. Versailles, 28. Mai. „Figaro" protestiert energisch dagegen, daß sich der Viererral dahin geeinigt hat, daß die V e r e i n i g t e n Staaten alle in amerikanischen Häfen beschlagnahmten deutschen Schiffe behalten ulld sagt, dies, sei eine schwere Bevorzugung der Vereinigten Staaten, die nur 400.000 Tonnen Schiffsraum nn Kriege verloren hätten und mm mindestens 600.000 Tonnen erhalten. Wenn diese Losung auch auf Frankreich angewendet werden soll, so werde es nur 5 Prozent seines versenkten Schiffsraumes wieder-erhalten, cs habe nämlich 900.000 Tonnen verloren urid nur 45.000 Tonnen deutscher Schisse in französischen Häfen beschlagnahmt. Gleichberechtigung für die Juden in Polen. Paris, 28. Mai. (Tel.-Komp.) Die Komni i f f t o n der Friedenskonferenz für polnische A n g e I egenheiten hat den Entwurf eines A bkommens zwischen den Ententemächten und P o l e n fertiggestellt, nach welchem sich Polen verpflichten soll, den Juden injeder Hinsicht Gleichberechtigung zu gewähren. (Die Nachricht wird in dieser Fassung wohl nicht richtig sein. Die Gewährung der Gleichberechtigung ist selbstverständlichste Voraussetzung für einen Staat, der der Demokratie sein Dasein dankt. Was die Juden in Polen fordern müssen, sind volle nationale Rechte. Es ist nicht anzunehmen, daß sich das Abkommen mit den Polen auf die Formel der „Gleichberechtigung" beschränken soll!) Sämtliche Staaten zur internationalen Arbertskorrferenz zugelassen. Paris, 28. Mai. (Tel.-Komv.) Der „N c w Vor! Hern l d" erklärt, daß laut Beschlusses der Fried e,n st o u f e i c n 5 diejenigen Staat e ii, b i e n o ch nicht Mitglied e r,d e s B ö l kerbundes sind, Mitglieder der i n 1 e r n a t io naleri A cb eilskonferenz perden tiiimra. Deutschland wird einm Sitz -.in V orftanb e der :ijt«rfl.ü;onn!<H tUilciff-f'.'immniiMt 'aluslun Die^ usicd aber erst gcschehrn, imchdela'die Kvmruissiou des tz-vik.Oiuibc-"' im O! tob er ur Washmg^n üus.uümcüg.'trclrn' ist. Wiener Morgenzettung Inland. Monarchistische Amtriebe in der Republik Deutschösterreich. Die „Parlamentspresse" meldet aus Innsbruck unterm 28. d. M.: Hier hält sich schon seit längerer Zeit unter dein Decknamen einer Gräfin S t o l l b e r g Frau Valerie Salvator, geborne H a b s b u r g, die Tochter weiland Kaiser Franz Josefs, mit einer ihrer Töchter auf. Die jüngste Entwicklung der politischen Lage in Tirol, die Haltung des Landeshauptmannes Schraffl sowie verschiedene andere Anzeichen zeugen dafür, daß die Familie H a b s b u r g einen förmlichen Relaisdienst von der Sü)weiz über Innsbruck zur alten Residenz eingerichtet Zu haben scheint, um fiir eine allfällige Rückkehr jederzeit bereit zu sein. Gesandter Bolgar verläßt Wien. Der bisherige Wiener Gesandte der ungarischen Räterepublik Herr B o l g a r ist zum VolkZbeauftragten für Aeußercs ernannt worden und verläßt heule Wien. Er hat zunächst die Berhandlmiflen nut der in Budapest weilenden Ententemisfion zu führen. Er wird in Wie» durch einen Herrn Hauser abgelöst. Ankanf von Iunisälligkeiten der Staatsschuld durch die dentschöfterreichische Finanzverwaltung. Eine dieser Tage erscheinende Kundmachung des Staatsamtes der Finanzen trifft für den Ankauf der Iunisälligkeiten ähnliche Vorsorgen wie es im Maitermm der Fall war. Die Voraussetzungen für den Ankauf stimmen im wesentlichen mit den snr Mai festgesetzten Bedingungen überein. Nun ist die Bestimmung, daß bei Einzelpersonen die deutschösterreichische Staatsbürgerschaft mindestens seit 13. Mai 191Ö vorhanden sein muß._ Telegramme. Kommnnistendämmerung in Ungarn? Szegedin» 28. Mai. (Tel.-Komp.) Die Negierung des Grasen Julius K a r o l p i trifft alle Maßnahmen, um in den Gebieten, in denen die Ordnung wieder hergestellt «Werden wird, eine genügende Versorgung der Bevölkerung nt t t L e b e it s m i t 1 e l n zu ermöglichen. Die Regierung hat mit der Organisation zur Wiedereinführung geordneter Zustände begonnen. Sie wird von vielen Personen unterstützt, die nach Szegedin geeilt sind, um sich ihr zur Verfügung zu stellen. Nach Berichten, die aus Budapest eintrefsev, kämpft die bvlschewikifche Regierung den letzten Kampf gegen die G e l d n o t. In den Markthallen, in denen, die Bewohner der Stadt' nach stundenlangem Warten endlich an die Reihe komm, um ein wenig G c m ii f c zu erhalten, weigern sich die V e r k ä u f e r, die von der Räteregierung ansgegebenen Noten a ir z n n c h m e n. Diese Vorgänge haben täglich st ü r m i s ch e S z e n e n in de» Markthallen zur Folge. Auch in. der Arbeiterschaft, die' die Auszahlung der Löhne sin' .a l t en N o te ü d c r O e st e rr e ichis ch - ungrrischen Bank fordert und mit drastischen Mitteln droht, wenn dies nicht binnen kurzem geschieht, ist eine starke Bewegung entstanden. Einbermsung des Zentralarbeiter- und Soldatenrates in Ungarn. st Budapests 28. Mal. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der Zentralarbeiter- und Soldatenrat wurde für den 14. Juni einberufen. Die preußische Regierung gegen Hochverrat. Berlin, 28. Mai. In der heutigen preußischen Landesversammlung wurde ein« Anfrage von sozialdemokratischer und demokratischer Seite über die Bestrebnngen zur Begrün dun geines neutralenStaates Rhein l tm d und über die beabsichtigten Maßnahmen der Regierung gegen hochverräterische Umtriebe verhandelt, wobei es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen der äußersten Linkem und der äußersten Rechten kam. Im Verlaufe der Sitzung, führte Ministerprasidmt Hirsch ans, die Bestrebungen im Rhemlande seien auf einem verhängnisvollen Weg gekommen, von dem, sie entschlossen zurückgewiesen werden müssen. Auch Mitglieder dieses Hauses haben sich an den Verhandlungenmit dem Feinde beteiligt. Von den Verhandlmigen in Mainz habe die Regierung erst gestnn abends erfahren. Treffe dieser Bericht zu, so liege in der Tat Landesu n d H o ch v c r r a t vor und die Regierung iverde dann von allen ihren Machlbefngniffen Gebrauch machen niüffem Der Separatismus im Rheinland. Berlin» 28. Mai. (Wolff.) Die Reirhsregiermifl erläßt folgende Wamirng: Nach zuverlässigen Nachrichten besteht der herbrecherische Plan, die P r o v i n z N h e i n l a n d zu einer s c l b st ä n dig e n R e p n b l i k auszurufen. Berfaffungsmäßig bildet die Provinz Rheinland einen Bestandteil des preußischen Staates. Wer es unternimmt, diesen verfassungsmäßigen Zustand durch Losreißumg der Provinz Rheinland vom preußischen , Staatsgebiet zu ändern, macht sich . des Hochverrates schuldig, der nach 8 81 des Reichsstrafgesetzbuches mit lebenslänglichem Zuchthaus ober lebenslänglicher Festungshaft bestraft wird. Die deutschen Behörden sind verpflichtet, gegen jedm an den hochverrälcrischen Umtrieben Beteiligten mit der vollen Schärfe des Gesetzes einznschreiten. Die Saarbevöltcerung will deutsch bleiben. s Berlin, 28. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Mitteilungen, die von zuständigen Stellen einlanfen, lassen erkennen, daß Zic B e v ö l k e r n n g des S a a r g c b i e t e s keineswegs g e w i l l t ist, die, Ententebedingungen a n z unehmen. Die Bevölkerung dieses Gebietes wird sich nur solchen Bedingungen u n t e r w e r f e n, welche Garantien geben, daß daS Gebiet deutsch bleibt. findenSie amleichtesten durch ein Stellengesuch im „Meinen Anzeiger" der Wr. Morgi'^nlung maa&MammmBmwmmwmmmmamHmmmKmamuMUBmmmmtBmKiB" 29. MÄ 191» i .1,'■■ ' —»>—m. >'» um ii,.rinvatf.iBKi”'ii'Si.W|iij Tagesbericht. Verfolgung -erjüdischenKaffeehausgLste Die Ueberfälle aus die Kaffeehäuser, welche seitens der Volkswehr und Polizei veransta.ttct werden, nehimn mmmehr Formeu an, welche nicht länger ruhig geduldet werden können. Tagtäglich werden Kaff-eehäusör, lind natürlich in erster Reihe von Juden besuchte, uich-' zingelt, die Gäste werden einem peinlichen BerhM unterzogen, zum Gaudium, der Streßenpublikuins unter' .Eskorte zum Wncherämt ^.geschl-eppt, c>dö^.-bis^ .ist- M späten Nachtstunden, manchmal bis zum Morgen, feftgehalteu und dann „mangels an B-ew^sen" freigelasstn.. Wenn sie nicht deutschöst»!rreichische Staatsbürger sind, erhalten sie lveriige Tage später einen HluKweisuugsbefeht. Me sinn- und zwecklos diese Maßnahmen sind, geht daraus hervor, daß die Zahl der auf diesem Wege überführten „Verbrecher" und die Mengen der solcherart erfaßten Schleichhandetsware lächerlich gering sind. Der Grundsatz, tausende Staatsbürger zu verhaften und so lange burchzussiebeu', bis vielleicht ein Lump hängen bleibt, ist gewiß ein bequemer, aber eine solche Bequemlichkeit dürfen sich höchstens die Behörden einer asiatischen Despotie erlauben, nicht aber die Organe eines Kulturstaates. Ueürigeus wissen es die behördlichen Organe nur zu gut, daß sich die berufsmäßigLN Ge setze s Übertreter für die Abwicklung ihrer Geschäfte bessere/Plätzchen zu. sichern wissen, als es die fchars beobachteten Kafstehäuser sind. Diese s,Razzien" diene« eben einem anderen Zwecke als dient ' Verbrecherfcnrg. Sie sind ein Tribut, ivalchem mander sccktisemitischieü si .Hetzpresse imd dem von ihr vergifteten Volke leist^. Mau will diesen Elementen ein ihre Sensationslust befriedigendes Schauspiel bieten. Me schön ist es doch, wenn' man jeden Morgen lesen kann, daß wiederum hundert. Juden vom Arme der- Gerechtigkeit erfaßt wurden. Darüber, daß man sie wieder lausen lassest mußte, berichtet man natürlich' nicht. . Ein besonders krasser Fall hat sich gestern sreiguet. Das vom solidesten Wiener jüdischen^Pullli» kum frequentierkö Cafe Fetzer in der Praterstraß-: sivuchfl , zerniert und über hundert Gäste — .Leute, welche als angesehene Kaufteilte seit Jährzehnbrn im Bezirk .ansässig sind, und akademisch Graduierte' "hat mau- - int strömenden Regen znm Wücheramt. geschleppt, dort über acht Stundenfestgehälten. . Man hat ■ . Familienvätern nicht einmal gestaltet, ihre geängstigten , Angehörigen zu verständigen. $« später Nachtstunde hat min * sie gnädigst entlassen, ohne ein . Wort der Aufklärung oder gar der Entschuldigung.. Die orgcmi^ sierte jüdische Bürgerschaft hat es satt,, dieses Spiel . ' länger zu dulden' und sich i znm Ergötzender - semiten beleidigen UrÄ' quälen zu lassen. Die zionisti» ' schen Mandatare werdeft bei den zuständigen Stellen der deütschösterreichifchen-IkepubÜ-k Protest einlegrn unh' s auf Abstellung diesesunerträglichen brutalen Ber- 7 fahrens - dringen. Die Redaktion der „Wiener Morgen- - zcitung" wird das ganze bezügliche Material, welches ihr znkommen wird, den genannten Funktionären übergeben-. __' i . Aarovsons Tod. Die „Times" vom 26. Mai meldet unter dcr Aufschrift „Ein hervorragender Zionist getötet": Freitag wurde berichtet, daß ein Postluftschiff in Boulogne Harbour am Weg von Londv« nach Paris verunglückte imd der Pilot und ein Passagier ihr Leben verloren. Es war nicht bekannt, daß Dr. A a r 0 it f 0 it, der wohlbekannte zionistische Führer und landwirtschaftliche Experte der Begleiter des Piloten war. , , •' Aoronsons Tod ist ein schwerer Berlust für die zionWsch« - Organisation, welche auf seine spezielle Kenntnis des Ent* wäffenmgZsvstemS, die er sich durch ausgedehnte Erfahrungen sin Palästina erwarb, rechnete, um die landwirtschaftliche Entwicklung der jüdischen Siedlungen in Palästina zu fördern. Dr. Aaronsou . selbst zog mit seiner Familie vöu einigen Jahren nach Paleffiva und führte unter den Kolonisten, die dem Klima am besten entsprechenden AnpstanzungStliven ein. Er hatte ein besonderes Studium aus den Weizenarten gemacht und erhob den Anspruch, den llrweizm, au§ dem sich bic modernen Farmen entwickelten, entdeckt zu haben. Der Kriegsausbruch fand ihn noch au der Spitze der Versuchsstation in Palästina. Der türkische Oberkommandierende D s ch e m a l Pascha,, ein wütender Feind des Zionismus^ versuchte seine Dienste für die türkische Sache zu gewinnen. Doch Aaronfohn, der russischer Staatsbürger war, blieb nuzugänslich. . Es gelang ihm, verkleidet nach Aegypten 3« entkommen, Er hinterläßt einen Bruder, welcher m der britischen Armee gekämpft hat und noch in Palästina dient. Der verstorbrueAaronsohu war ein kräftiger breitschultnger Mann vom besten Schlag des offenen, aufrechten Inden. Die Standesherabsetzung der Bottswehr. In einer gestern abgehaltenen Dolkswehroersammlung kam es wiederholt zu sehr bewegten Auseinandersetzungen. Die Gegner des Abbaues wiederholten ihre schon bei der am Dienstag abgehaltenen Versammlung vorgebrachten Gründe fiir ihr Verhalten. An der Hand von statistischem Material wurde jedoch die Notwendigkeit des Abbaues der Volkswehr nachgewiefen. Staatssekretär Dr. D e u t s ch führte aus, daß die Volkswehr i n f 0 l g c e i n es M acht- Wortes der Entente 'Dgcbaut werden muffe. Es müßten Teile geopfert werden, um das Ganze zu erhalten, da sonst dem Proletariat schwere Schäden erwachsen könnten. Schließlich wurde dem 25prozentigen Abbau der Volkswehr zugestimmt» doch wurden Milderungen bezüglich der Durchführung und des Ikltprmktes beschlossen sowie auch beantragt daß bei der (7 — -nn Volkswchrlemen deren Fmnrlien und' Ei..cistil'uüsfc beciickstchtigl werden tN'öfsen.