Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 127 (26.5.1919)
- Date
- 1919-05-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Die Kommission, der daösterreichische Finanzproblem vorläufig grlvertraut ist, besteht aus Davis. Baruch, Lemout, D alle r und Mac K o r m ick für Amerika, Lord C u n i f f e, Lord B u m n t r, General Emut § und K e y n e S für England, Klotz, Loucheur und Jou.a »et für Frankreich, C r e f p j und d'Amezlio Ar Italien. Die KriegSschuldenfraZe. Die Blätter erfahren, die Frage der Verlnbmg der Vörkriezsschulden bereue verhältnismäßig geringe Schwierigkeiten, da alle Vertreter übcremgekow.men wären, die Verteilung nach dem Prinzip der Steuerlcifiung gegenüber dem alten Staat vorzunehmen. Weit schwerer sei die Lösung der Kriegs sch uldenfrage, da die Vertreter der befreiten Länder sich weigern, einen Kostenbeitrag für einen Krieg zu leisten, der ihnen aüfgezwungen wurde. Der Zrrsammenbrrrch Deutschöfierreichs ün- VermerdUch. Das „Journal^ bemerkt dazu, diese Länder scheinen zuvergessen, daß ihnen. eben dieser Krieg die Pesmimg gebracht hat. Ueberdies sei ein Zusa mmenb rir ch uni» e r m ei n dl i'E 'M k U n in an De «tschö st erreich d i e g a n z e K r i e g s schulde n l a st a u fb Ü r d e n w o l 11 e, und dieser Bankerott wäre gleichzeitig verhängnisvoll für die Staatsbürger der Nationalstaaten, die, wenn auch nur gezwungen, Kriegsanleihe gezeichnet habm. Man müsie daher nach eiuer gerechten Lösung sehm, die für Frankreich von um so größerer Bedeutung sei, als es drei Milliarden i n O e st e r r e i ch p l a c i e r t h a b t, Dr. Kramarfch wird befragt. Der „Matin* meldet im gleichmZusammenhänge, daß Dr. Kramarsch, der 17 Jahre hindurch Präsident der Budgetkommission des österreichischen Abgeordnetenhauses gewesen sei, über diese Frage emvernommen werden soll. Die „Daily Mail" meldet in ihrer Pariser Ausgabe, daß ähnlich wie die Kriegsschuldm auch die von Italien nachdrücklich geforderte» Entschädigungen auf die Nationalstaaten aufgeteilt werden sollen. Ein Teil dos in der Fiumaner Frage getroffene» Kompromisses habe darin bestanden, daß Italien angemessene Entschädigungen zugebilligt wurden. Die Mithaftrmg dev NatiormZsLaaLen. Eaint-Germam-en-Lahs, 25.Mai.Der „Temps* meldet: Die tschecho-slowakische, die jugoslawische, die Polnische und die rumänische Delegation werden am Montag von der Kommission für' Schödensgutmachungen in. der Frage der für dm Vertrag mit Oesterreich vorgeschlagenen Klauseln einvernommen' werden. Mit Hinblick aus die politischen Probleme, die mit dieser Frage Zusammenhängen, beschloß der Rat der Bier, General Smuts und KeyneL für England und Tardieu und Louchenr für Frankreich zur Teilnahme an den KommijsionsarLeiLen heranzuzichen. Es handelt sich, wie der „TempS* glaubt, darum, ob die i n Fr.a g e ^ft^ep.de.w..St^aten, die einer M i t h a s 1 u n g für 'di t' off er rei chische KrieaSschuld widerstreben, auch noch aus der Oesterreich-Ungarn aufzuerkegenden Entschädigung beteilt werden sollen. Der Mat der Mer. Deutschland Zahlt rrichL mrt GoLb. Lyon, 25. Mai. (Finilspruch des Tel.-Korr.-Bur.) Ter Rat der Vier hat Samstag zwei Sitzungen abgehallci!. In der Vvrmittagssitzung wurde die Frage des S'a a r-g e b i e t e § weiterberaten und der Protest des Grasen Drockdor ff-Rantzau gegen den Wortlaut der Präliminarien bezüglich des genannten Kohlenbeckens geprüft. Der Rat hat beschlossen, daß die Arükel der Präliminarien in ihrer Gesamtheit nicht abgeändert würden; er hat jedoch bezüglich einer besonderen Bestimmung zugelaffen, daß die Zahlung nicht in Gold erfolge, falls Deutschland reelle Bürgschaften leistet. DK Bier haben sodann die Probleme erörtert, k-ie die Zahlung und die Aufteilung der österreichischen Schuld stellen. Die ArrerKennimg KokLfchakrs. V' In der 9ckchmittagSsitzung haben die Regierungsrhorhäupter die Eventualität einer Anerkennung des Äd- MiralS Koltsch«? geprüft.. Nachdem sie die möglichen Folge» einer sofortigen Anerkennung erwogen hatten,-sind sie übereingekomluen, daß keine Entscheidung von einem der verbündeten Staaten einzeln gesüßt werde, daß vielnichr im Gegenteil der Beschluß, der der Negierung von Omsk die amtliche Aneckcnnüug geben würde, gleichzeitig i:r Paris, in London, in Washington, in Rom und in Tokio genehmigt werden müßte. Der japanische Delegierte, Lhinda, erstattete Beucht über die gegenwärtige Lage m Hbnie«. Tschitscheri« -eschrrl-igt GngLmrd der LLgv.' Bvmir-lL Ksltfch»n a«f dev Flucht. MoLkav» 25. Mai. (Furckspr. des Tel.-Korr.- Bur.) Aue einem Funkspruch des VollrskNNmffsärs Tzchrtscherin an alle: . Die Entente verbreitet über unsere Lage dreiste Lüge n. Wir stehen angeblich am Vorabend unserer Permchtung, Patersburg soll umgeben und rettungslos der Eftmahme durch die Weißgardisten geweiht sein. Koltschak sei aus tzenr Vormarsch in da» Herz Außlantzs. Diest Mg«r machorl ecken q v r a d e z n s.'o »rische n K i n t a «ft, . ,ife&oh sich in voller Flucht befindet und wir ans dem Vormcrrsü) gegm die FelUbe sind. Offeiidar i k g t 'd i e e » ft l i i‘ cf c % » ö \ e r rr n g rnft zjolfcui Porvutztsein, tow SU tauschen. Die Fiumaner Frage. Laibach, 25. Mai. (Meldung des Korrespondenzbureaus Laibach.) *S3eöerm List" meldet aus Belgrad: Die ^Pravda" meldet: Nach Pariser Nachrichten ist die Wtscheidung in der F i u m a n e r F r a g e noch nicht geckllen. Präsident Wilson hat in seinem Entschluß, auf seinem bestimmten, den italienischen imperialistische» Absichten > entgegengesetzten Standpunkt zu beharren, noch nicht nachgelassen. PLsbisztt oder ArrzriederuKg an JLaÜen. Nach Ansicht Wilsons müßte die Frage, wem Fiume zufallen soll, mittelst Plebiszits entschieden werden. Wenn das Plebiszit zugunsten der Jugoslawen ausfalle, gehöre Fjume ihnen; im anderen Falle würde die Stadt Italien engegttedert werden, doch müßte sich Italien verpflichten,. den Jugostawen m unmittelbarer Nähe ecken anderen Hafen zu bauen. Bis zur Erbauung dieses Hafens würde Fiume Jugoslawien zur Verfügung stehen. Die dalmatinische Küste soll Jugoslawien Zufallen, da sie von Jugoslawen bewohnt ist. Italien würde nur die Inseln Lussin und Lesina erhalten« Das Blatt fügt hinzu, daß sich die Jugoslawen mit dieser Lösung nicht zusriedengeben würden, weil auf den genannten beiden Inseln Jugoslawen wohuen. Man erwarte, daß die Friedenskonferenz nicht zulassen werde, daß jugvslatmsche Bevölkerung unter italienisches Joch komme. _ Italienische ZtvaagsrrmftermugLrT trn besetzten Gebiete. Laibach, 25. Mai. Das Korreipondeng-Bureau Laibach meldet: Aus dem von den Jtalienem. befchten Gebiete wird berichtet, daß die Italiener am 10. d. M. mittels Mauerarrschlages r,erlautbart haben, daß alle M armer vom 18. bis znm 42. Lebensjahre m Cormlms zm Mrrsterung zu er sch ein eu lMen. Da sich die Männer iücht fteiwiKg gestellt Heden, sind sie nachte von brrr C a r a b i n i e r i a n s g e s u i worden. Für jeden ergriffenen Mann ist dm Eara° üinkri eine besondere Belohnung m sllussicht gssteüt worden. Comrons sind bisher nur di e In validen Me brachten, dsß M für i a n g! i ch B e f'n u d e n e n nach Aireona f.-hrvcht worbe:? ind - Hf nv lvas bk Italiener mit dieser deabjichjj,«. j Die FriederrskonferenP? Das österreichische Problem.! Bsrrr, 25. Mai. Die entenüstische »Tri-rme de l SaiijonHc* verhöhnt die Hoffnungeaje 'ritt! Oesterreicher, die durch den Verzicht aus den Anschluß Konzessionen zu erhalten hoffen. Der Med« lvird, so sagt das Blatt, eine grausame E»ds t ö u s ch u n g bringen. Denn er ist nicht das Werk! übereinstimmender, auf dasselbe Ziel gericht Meinungen und,er muß nicht bloß die Fvrderungt der T s ch e ch e n u n d d e r I u g 0 s l a w e » S friedigen, sondem auch em Kompromiß zwisch« der offen gegensätzlichen Politik Italiens Es f rankreichs suchen. Frankreich, dessen Führeri lemeneeau die Zerstörung der allen österreichische! Monarchie eck wenig leichtferüg vollzogen hck, isll darauf gekommen» daß der Bestand eures autonomenj Oesterreich für das Gleichgewicht in Eurspck notwendig ist. Hätte man gleich nach der November revoluüon gehandelt, dann hätte man die Frayel befriedigend lösen können, ohne sich dem Doc^ wurf auszusetzen, daß man das Selbst^' bestimmungsrecht der Völker verletzt habe. Leidpr HÄ man vier Monate unnütz verstreichen lasten und alsl man sich entschloß, MizS nach Wien zu schicken, war drei Lage schon ernstlich kompromittiert. Alliz6 ist geschickt vorgegangen. Gr hat durch s u gs ye)Live Versprechungen den Gegner» des Anschlusses Mut eingeflößt und seck größter Erfolg m es,"die C h ristlich s 0 zi al en zur Stellurr nähme gegen den Anschluß bewog« M haben. Wer es ist zu befürchten, daß der Friede dcrS ©Öffnungen der Christlichsozialen nicht entsprechen wir!' Der Artikel schildert daun den Gegensatz in de itaklenischen und der französischen Äuffasstmg rmt spricht die Hoffnung aus, daß beide Teile befriedig werden: Frankreich, indem mm\ Oesterreich rmab-s hängig macht- und Italien, indem mm dieses u %* a b h äugige O e st e r rei ch leb ensnnfLhii macht, da sich das um S ü d t i r o l a mpu tiett Tirol früher oder später zur Zuftiedenhett Ziel« an D e u L s ch.! a n d anschließen werde. Der Friede mit DentschSsterresch. Mittwoch Bekanntgabe der Bedingmrge». Paris, 25.Mai. (Tel.-Komp.) Das Iriedens-i a b k 0 mme» mit O e st er r ei ch wird wahrsched»^ lich Mittwoch bekanntgegeben. Die vrrli^ Mischen Bedingungen werden sehr streng sein. DA Höchststärke des künftigen Heeres wird 15.000 Mams betragen, außerdem wird die Ausliefemng des gesamtem Kriegsmaterials verlangt. Die samstägigen Beratnnge«. Paris, 25. Mai. (Tel.-Komp.) Der Rat derj Außenminister war Scmrstag mittags zur Bchanhlrmgr folgender Fragen versammelt: Untersuchung gewisim finanzieller Bestimmungen des Ab^' Kommens mit Oesterreich, Operationen dev deutschen Truppen in Lttauexr, künftige Handhabung! der.Hcmdelsschiffahrt nach Nordrußland. Ferner wurden^ die Grenzen Ungarns gIgeniiber der! Bukowina festgelegt. Frankrerchs Sympathie für ItEe«. Paris, 25. Mai. (Fünkfpr. des Tel.--Korr.-Bur.)! Der Senat lM aus Anlaß des Jahrestages des Ein-! tnttes Italiens m den Krieg eine Kundgebung M schloffen, welche lautet: „Anläßlich des Jahrestages des Eintrittes Italiens in den Krieg für die Sache' der Gerechtigkeit und des Rechtes betont der Senat secke treuen Gefühle der Sympathie, für das italienische Volk und gibt seinem Glauben in die b r ü d e r l i ch e,F r e u n d s ch a s t der beideck Völker Ausdmck, die es ihnen gestatten wird, in den fruchtbaren Arbeiten eines gerechten und dauerhaften Friedens die Belohnung für ihre gemwrfamen Dn-' strengungen und ihre Opfer Ar finden/ Ms LebeASmLLLelESfNhv nach DeuLschLand^ - sreiq«seLem'. . . ' j 24. Mai. (Reuter.) Auf Grund den Bagsren MfidorunM der BiockedebestinAaungen ist jetzt heschsyfsgn worden. Firmen ln Großbritannien zu! mnechalb der monatlichenAati0n,; Ne ÄsiilschlÄnd nach dem K x ü \ f * 191 A M Vo in hi e n pu&ftmym mtien ist. durch neutrale! nUitcvte Lrtztder Le5r/--'M'.ue! u a ch Deuts ch«? lMd a u r 01:.