Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 123 (22.5.1919)
- Date
- 1919-05-22
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-kr. 123 Wien, Donnerstag Der Volkswirt. Die Juden in Oberschlesten. lieber die Bedeutung der Juden im Wirtschaftsleben Oberschlesiens und deren Anteil an der hohen industriellen Entwicklung de- Landes sind amtliche oder sonst einwandfreie private Ermittlungen nicht vorhanden. In Anbetracht der Wichtigkeit derartiger Feststellungen im gegenwärtigen politischen Moment haben wir nns angelegen sein lassen, unsererseits Schritte in dieser Richtung zu unternehmen. Es ist uns zuverlässiges Material aus den Archiven des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins zur Verfügung gestellt worden, und ferner haben wir von gutunterri-chteten Persöuli.,ketten des oberschlesischen Großhandels A-nskünste erhalten, so daß wir in der Lage find, folgende skizzenhafte Darstel'ung der Bedeutung der Juden tm oberschlesischen Wirtschaftsleben zu geben. 1. Industrie. Schon zu Beginn der Bterzigerjahre des vo.i^en Jahrhunderts lag der Erzbergbau Oberschlesiens in jüdischen Händen. Die Hariptbctclligten, Moritz Friedländer, Sinai Levy und David Löwenfeld, errichteten dann zur eigenen Verhüttung ihrer Erze das Hochvfenwerk Friedenshütte, das später, dem Zuge der Zeit folgend, in die Oberschlesische CisenbahnbedarisK-Aktieng e s e l l s ch a f t umgeivandelt wurde und heute das größte Hochofen- und Stahlwerk Oberschlesiens ist. An der Spitze des Aufsichtsrates steht der Bankier Generalkonsul Eugen Landau in Berlin. Die weltbekannte DiSmarckhÜtte ist von den Kaufkeulen Elias Sachs utib Salomon Hammer begründet worden. Den Borfitz im Aufstchtsrat führt der Bankier SigtSmund Born. Die großen Röhrenwerke Hul dschinSky Werke A.-G. sind von Moritz Hahn und Simon HuldschinSky begründet worden. Die Oberschlesische Eisenindustrie B.-0. mit ihrem großen Hochofenwerk Jullenhütte und den Stahlwerken Baildonhütte und Herminenhütte ist von der bedeutenden Eisenhandelsfirma M. I. Earo Sc Sohn begründet worden, und noch heute ist der Geh. Kommerzienrat Oskar Earo Vorsitzender des Aussichtsrates der Gesellschaft. Die Gründung der „Silesia", Paruschowltz, eineder größten Emaillierwerte Deutschlands, geht auf die Firma Gebe. Lachmann zurück. Die Aktiengesellschaft Jj? c c rum wurde von dem Eisenbahnunternehmer Rudolf Pringsyeim in Bcuthen gegründet. Die O b e r s ch lesische Zin khütt en-A ktiengesellschuft stammt in der Hauptsache aus dem Besitze des Kaufmannes Heimm;n Roth in Breslau. Die Oberschlesischen Kok »werke und Chettischen Fabriken wurden durch die Firma Gmanuel Friedländer in Gleiwitz gegründet, und zwar durch Uebernahme seiner eigenen und der Firma M. I. Caro & Sohn gehörigen Koksanstalten; später wurde noch die große Kvksanstalt Glückauf, den Herren Moritz Mannheimer und Hermann ZerkowSkt ««hörig, angegliedert. Aber nicht nur in der Eisei»- und Zinkiydustrie ist die Betätigung jüdischer Persönlichkeiten unter Einschlag jüdischen Kapitals ersichtlich, sondern auch lm Kohlenbergbau ergibt sich die gleich« Erscheinung. Die bedeutende Kohlengrube Hetnitz ist von Otto Friedländer aufgeschlossen worden, und die meisten Kohlengruben des Rhbnicker Reviers befinden sich in den Luden von Fritz triedländer, Gebr. Guttmann, Rothschild und Bankier sternberg, •' Die in Oberschlesten vorhandenen Lederfabriken,Mühlenwerke, Textilfabriken und Zigarrenfabrilen besilrden sich ebenfalls in größerem Umfange in jüdischen Händen. Auch, bei der Gründung der bedeutenden oberschlesischen Portland-Zement- und Kalkindustrie waren jüdische Unternehmer stark beteiligt. II. Verkehrswesen. Der schon oben erwähnte Sisenbahnunternehmer Rudolf Pri.lgshelm hat zum leichteren Verkehr zwischen den Erzgruben. und den Hüttenwerken eine den ganzen oberschlesischen Jndustriebezirk umstzannende Kleinbahn gebaut, die vor ungefähr zehn Jahren in den Staatsbetrieb übernommen wurde und einen sehr wichtigen Faktor des internen Verkehres bildet. Eine gleiche Kleinbahn, wenn auch geringeren Umfanges, die heute nicht mehr entbehrlich wäre, ist von dem Unternehmer Eugen Sieg heim erbaut worden. Hl. Handel. Die weltbekannten Kohlenfirmen Caesar Wollhetm und Emanuel Friedläiider & Co., die sehr bedeutend i Erzfirma Rawack St Grünfeld, die großen HolzhandelSflrmön G. Goldstein, S. Grünfeld, W. Sternoerg, (55. FüchS, Max Möller, die seit Jahrzehnten die Erz- und Kohlengruben mit erforderlichem Grubenholz versorgen, sind sämtlich von Juden gegründet worden und werden auch weiterhin von ihnen geleitet; auch die Deckung deS sehr erheblichen Kolontalwareubedarfes des stark bevölkerten oberschiesischeii Bezirkes wird fast ausschließlich durch jüdische Firmen vewirlt. IV. Der Vteueranteil der Juden. Am besten Mi hierüber die nachstehend« kleine Zusammenfassung Ans schtuß, welche den Anteil der «nannten Steuerzahlern und "tifttme verführt r jüdischen der von letifUen unter den ihnen ausgebrachten •/. t>» M. liwÄJ Oppeln Hmdenbmg . . LwtNe . . . . KvmgShittte. . Dismarclhiitte . Ranbor . . . Groß-Strehlttz. Rybnick.... Sagau .... Nicolai.... Sorau .... Leobschütz . . . Aosel..... keustadl . . . »so *40 iai s 8*85 7 407? »vs 7 TM fl m 0*40 0*92 SS SS 15 15 7*46 10 S0'SÜ 15 S0 40 m 16 10 fl 88 5 11*5 V.AntellderJudtriirnrerhalbderBer- W 0 11 U 1t Q. Katwwitz: unter 42 Stadwerordneten 18 Juden, unter - 18 MagistrakSmttgliedern 8 Juden, unter 42 BeznlSvorstehern 10 Juden, 1 JudeProbinziol-LaudiagSabgeordueltt',Schöffen 20%, Geschwornt 1%, 2 Inden Mitglieder der Hendel-lammer. Hindenburgr 1 Jude MaMratSriilglied, 8 Juden Gemeinde-- . Vertreter, 7 Juden KreiStagsaßgesrdncte, 15 Juden Schöffen. KöntgShllkir: unter 45 Stadtverordneten 6 Juden, uUttv m Sladiröken 2 Juden. Mhslawttzi ft Stadtverordnete, 2 Stadtrttte, 1 Waisemat. Rauborr unter 42 Slitdivnordueten 6 Juden, unter 14 Stadt- . röten 1 Jude. Rybutck: unter 30 Stadtverordneten 7 Juden, unter 7 Magistrat-« Mitgliedern 1 Jude. NuoMi,ö Stadtverorducte, 6 Schössen, 5 Gcschirorne» Wimev Morgenzeituvg -— —- — -- —- Leobschütz i 2 Stadtverordnete, 1 MagistratSmttglied. Pleß; unket 16 Stadtverordneten 4 Inden. Neustadt: unter 30 Stadtverordneten 9 Juden, unter 9 Magistrats- Mitgliedern 2 Juden. Gmtentag: 1 Stadtverordneter, 1 KreiZtagsabgeordneter, 1 Waiskmat, 1 Schölle, 1 Gejchworner. Kätscher: 2 Stadtverordnete. Grottkaui 1 Stadtverordneter. Errtrei'tnttg eines Kontrollfyndikats der Battm^llinduftrle Ln Tschechien. 31. Mai. (Tschecho-slow. Pteßbur.) Die Verordnung bttkesfettd die Syndikate vom 25. Februar d. I. läßt die Möglichkeit zu. daß sich in Manchen Jndustriegeb-eten Syndikate bilden, welche nicht Handel treiben, sondern sich blau ans eine Kontrolle beschränken werden. Bon L eier Bestimmung wurde ,n der Battmwollind.ustrre Gebrauch gemacht. Das Hcmdelsw'wsterinm beschloß, nach umfang,eichen Berattmgm mit Bertretern der Jnteressmten der einzelnen Fächer ihrem Borschlag gemäß etik Kontröllsyndrkat der Banmwollen d « fk r i e zu errichten, dessen Ausgabe es sein wird, die Ein- und Ausfuhr von Baumwolle, BciurnwolleabMen, allen Halb- und fertigen Baumwollvro dickten zu k o n t r o l l l e r e u, entsprechende Ein- und Ausfuhrbewilligungen zu erteilen und für eine gereckte Verkeilung ver Rohstoffe und eine gleichmäßige Belieferung der Industrie zu sorgen. An der Spttze des Syndikats, welches selbst keine Geschäfte trerben, sondern nur eme Kontrolle und RegulierMgsrÜtiakeck versehen mrd, steht em Präsidium, in welchem mit dem Recht des Betos ein Regierungskommissär styr. Für enzelne Orktionrn,für Spinnereivesitzer, Garnverbraucher (das sind Weber, Flechter, Strumpfwirker, Zwirner r»sw.> werden, um d.e Industrie, bezw. Konfekt,o« zu heben, F a cka » S f ch Ü s s e errichtet werden. Da- Syndikat wird seine Tätigkeit m kürzester Zeit beginnen. Weftungapns rvlrtfchafttt chs Bedeutung. D,e wtrtfchairkiche Bedeutung der in dm letzten Tagen vielbesprochenen Gebiete Westungarns geht deuitich ans dessen Produktionsziffern hervor. In den drei letzten Jahren vor dem Kriege belief sich die Produktion pro Jahr m Weizen ckuf. Roggen „ . Gerste „ . MalS Kartoffeln^ . . _ Bon Werzen und Roggen blieb ein Ueberschuß 2,000.000 Meterzentner, von Kanosteln ein Ueberschuß 1,500.000 Meterzentner zurück. 1,950.000 Meterzentner 1,010.000 * 1,240.000 629.000 i 3,600.000 von von Die Erzeugung von Zuckerr ü b e n betrug durchschnittlich 6,0o0.t'00 Meterzentner. Tschechische Handelsbeziehungen zum Auslände. AuS Prag wird uns gemeldet: In der letzten Mitgliederversammlung des „Klubs tjchecho-slowakischer Kaufleuie, Agenten und Kommissionärs veserierten die jüngst nach Paris entsandten Delegierten über die bei Anknüpfung von Handelsbeziehungen in Frankreich gemachten Erfahrungen. Die offiziellen Aemter der tfchecho-flowakifchen Republik hätten weder die Möglichkeit noch dt« Eignung, den Boden für die kaufmännischen Beziehungen mit Frankreich vorzubereiren. Weder die tschechischfranzösische Handelskamrner noch die Abteilung des tschechischen Austeuministeriums feien geeignet. Es war notwendig, einzelne Geschäftsleute aufzusuchen und mit ihnen zu verhandeln. Die Verhandlungen waren von Erfolg begleitet, sowohl die mir Franzosen, uls auch von mit in Frankreich ansässigen Tschechen. Auch ein in London lebender Landsmann wurde für die Vermittlung von Einkäufen in England gewonnen. Stoffe, Lebensmittel, Rohstoffe und Fertigfabrilat« gibt eS in den Ententeländern genügend. In Frankreich würde man gerne aus Tschechien kaufen: Holz, Bettfedern, Kaolin, Porzellan, Glas, Zucker. Hopfen, landwirtschaftliche Maschinen usw. Der Klub hat Vertretungen bedeutender ausländischer Firmen erworben. Die Geschäfte werden von der durch den Klub begründeten Aktiengesellschaft Sissex durchgeführt. Der Präsident der tschechisch-amerikanischen Handelskammer in Chicago, Haji cek, führte au-, daß die tschvchisch-amerikanijchen kaufmännischen Kreise gern «in« tschechische Korporation ausfindig machen möchten, durch die der tschechisch« Handel in Amerika selbständig auftreten könnt«, bevor sich die Deutschen erholen und als Vermittler auftreren. Die Kiadnoer Bergarbeiter fordern die Sozialisierung der Bergwerke. AuS K l a d n o wnd grurrldn: In einer hier stattgefundenen Sitzung -er Dclegierlenkonserenz der Bergarbnterschaft des httstgr« Reviers wurde einstimmig brfchlofsen. energisch d,e Durchflihmna der Sozialtsternng der Bergwerke zu »erlangen. Die Aibeitnschast wartet biS »4. d.M., fordert jedoch die soionige Sequestration der Gruben. Falsche tschechische Bankno Lenstempel. Prag» 21. Mai. Die polizeiliche« Erhebungen ergaben, daß der Kaufmann Ostar Ritter und der Hlindlrrsoha Robert K o h n einen schwunghaften Handel mit Kroiicnnoieri. die Mische Stempel trugen, trieben. Beiden Genannten, die verhanet wurden, fanden ...... die Ast... Kommt- ... - „ „ , _ . , K o m o 1 a n, die gletchfallverhaftet wurden, desgleichen ein aewisur Salzer ,n W e i p e r t und der Kellner Hermann G e s ch k o. Alle Bechafteten wurden dem Srrafaerlchie einakl'tkeri. Die falschen S1 empcl sollen aus Sachsen stanime». Keine Freigabe der Barschaften in Tschechien. Prag» 21. Mai. <Tck. der JHk Morgenztg.") Finanz» minister Dr. R a l ck 1 n etllürle rm Finanzausschuß der Naiivnoi' vrrsaminlimü, daß den Ansuchen um wenrre Freigabe von Bar» fckajten, welche bei der Bantno:enadgabe vom Staate Mbehalten wurdem aus valmar,scheu Gründen nichl Folge gegeben werden kann. Diesem Srandpunn schloß sich der Ätisschuß an. Die -rotenMnlatlon um 187 Mlllioei-u ge« Wüchsen. Dem Ausweis der Orstemikhfch.ungaiischen Dank vom Jß. d. M. zuiolge hat sich der Rotenumlauf. 187 Millionen kiWht und btlitttt sich au! rtvbcü Kröne». ®ie Skeigenülg ist unter anderem aus die Einlösung der Kasjeuschelne der Bank zmückzusühren. um ungefähr 3st64SMi»t- 22. Mai 1919^ Wiener Börse. Sette t -1 Mit Rücksicht auf den Schwebezustand in dm leitenden politischen Fragen verhielt sich die Spekulation an der gestrigen Börse äußerst reserviert, demzufolge sich der Berkehr auch in engen Grenzen bewegte. Anfangs fest, hervorgerufen durch die Mitteilungen Wer die Aussichten der FriedensverhaMungen mit Deutschösterreich, machte sich im Verlaufe des Verkehrs «ine Abschwächung geltend auf Grund der Budapester Kriegsberichte. Alpine-Aktien, welche den Kurs von 620.— erreichten, schlossen zu 609.—. Die übrigen in den Verkehr gezogenen Kulissewerte wlesm nur geringe Verschiebungen auf. Gegen Schluß zeigte sich erhöhtes Interesse für österreichische Kredit- Aktien. Auch im Schranken war Geschästsstille vorherrschend, die Kurse unterlagen nur geringen Schwankungen. Der Rentenmarkt war wenig verändert. Im übrigen verweisen wir auf nachstehende Schlußkurse: Jndustvie-Anteruehmunge«. Allgem. Ballgesellschaft -v- (— —Umonbau - (— —Wim« Baugesellsckak —(-.—), Wienerberg« Ziegel — >-.—), Lresmger. —(-Sarazewo Att.-Braverei l— Aussig Chem. 1247.— (— 5.—), Brosche SvintuS —(-Karbonmdum —(-.—), Hvlzhandelsgesellschaft 668.— (-i- 6.—), A. E. G. Union Etestr^ (— —Siemens Schuckert 408.— (— —Alpine 609.— (4- 1.—), Austria Email —(-Berg «. Mren 1672.—(—38.—), PoldihllNe 710.— (+ 14.—), Prager Elsen 2465.— (— 35.—), Rimamurcmy 805.— (-.—), Skodawerke 679.-— <— 8.—), Waiiensadrik 610.— i-l- 5.—), Salgo Tarjaner 828.— (4- 4.—), Trifailer Kohlen 615.— (— 2.—), Ung. Allgem. Kohlen 1763.— (— 9.—), Urikany —(-.— Westböhm. 1H29.— (— Bri'mner Maschmm —.—s --), Heidt —(-.—), Lokomotiv Sigl —(-.—), Znmnenntzer —(— —Elbrmühl — ♦— (-.—X Leykam —Karvathen 2060.— (— 20.—)‘t Galizra 1435.— (4- 5.—), Fezfabnkcn —(-Schoell« Mucker 1150.— (-Böhm. Zucker —(— Oestepr. Eisenbahnverkehr —(— —Türk. Tabak-, regle 1173.50 t— —.50», TÜrkenlole —.— (— —.—)> Krupp A.-G. 441.— (— 2.—), Nuston 520.— ( ♦—), Fiatwerke —f-.—), Beilscher Magnesit 1860.— (-t- 10.—). Transport-Unternehmungen. Adria 1910.— (-f-15.—>j Anfsig-Tepliyer —(-Buschtiehrader Itt A. — BnschNehrader fit. ». —.— (-.—), ^Orivrtbahnen 1760.- (- 16.—), Donau-Dampf. 1795.- (+ 85.—d lA Prior. 314^0 (4- 8.60), StaarSbahu Genuas ch. ——r—).; 2lenten. Mairmte 81.50 (-.50), Februarrente 82.25 <— Oesterr. Kronenrente 81.50 (-.25), Oesterr. Goldrente —(— —Ungar. Goldrente —(-.—) Ungar. Kronenrente 70.50 (--.—). . Banken. Anglo 870.50 (4- 6.50), Bankverein 405.— — 8.-^. Bodrnkredit 982.- t-s- 27.-), Kredit-Anstalt 569.50 (+ 12.60', Ungar. Kredit 660,— t— 5.—), Depositen 488.— <— —Wndrrbcmk 427.— (-Unionbank — (-.-), Bertehrsbank 315.— (+ 5.-), Zivnostenska 500^0 (- 4.-). Börse für landwirtschaftliche Produkte. Wie«, 21. Ma». (Orig^-Bencht.) Der Tätigkeit des seeieu Handels, dessen Wiederaufnahme in weitesten Kreisen gewünscht wird, stehen derzeit noch unüberbrückbare Schranken mt Wege. Bor allem ist eder ungünstige Stand unserer Valuta, der selbst Bezüge aus dem Gebiet« der Staaten, die früher zur üsterreichifchunganfchen Monarchie gehört haben, erschwert. Der Geschüflsverkehr bleibt denn auch beschränk und erstreckt sich derzeit auf erne Reihe von Artikeln, in denen noch bescheidene Bestände vorhanden sind. Auch die vorgerückte Jahreszeit macht sich geltend, so daß stetnur bescheiden« Umsätze zu verzeichnen sind. Die heutige Miüwvchbörse zeigte einigen Provinzbesuch. Eine Umfrage be» landwirtschaftlichen Interesienten ergibt, daß ernste Beschädcgungen der Saaten durch die Kästeeinwirkun^ bisher nicht zu verzeichnen sind und daß volle Aussichten aus eme mittlere Fechsung vorhanden sind. » Die geprLgte Krone dem Dinar gleichgestellt. Aus V «l g r a d wird telegraphiert: Der Finanzmimster erließ eine Mrordnung, welche dm Kurs des geprägten Geldes der ehemaligen osterreichisch-imaarischen Monarchie sowie Montenegros und Bulgariens dem Kurie de- Dmars gleichsten^ so daß bei dm östmtlichen Kassm für jede geprägte Krone, beziehungsweise für jede geprägte Leva oder Pnper ein D inar vezahll werdm wird. j Dürkische Finanzen. Di« ^Frankfurter Zeitung* berichtet : S»r Adam Block veröffentlicht erneu Bericht über die türkischen Finanzen während der letzten vier Jahre, nachdem er wieder die PMdmtschast über die dortige Schuldrnverwaltung angetretm hatte. Darnach betrugen die Einnahmen in den ersten drei KriegSjahren r Bmtkoeinnahmm Ausgaben Netto einnchmen L»re turqne Lire turque Lire turgue 1014/1». . . . 8,827.918 739.825 2,888.088 1915/16.2,868.066 849.478 2,018.688 1916/17.8,682.692 877.246 2,756.446 Hierzu fri bemerkt, daß die Durchschnitts-Bruttoeinnahmen der letzten Friedensjahre 4'03 Millionen Lire turque betragen batten. Die Annuitäten für den Schuldcndienst und die Tiirkentott betragen 2'16 Millionen Lire turque, so daß 1-14/16 730.000 Lire ttkrque, dagegen 1915/16 ein Drstzit von 109.500 Lire turque und 1916/17 rin Ueberschuß von 998.000 Lire turque vorhanden war. Zue Deckung des Destzits von 1915/16 wurden dre ConpouS der feindlicken Gläubiger von der Emlösnng aus-- geschlossen. Da nun wiihrend des ganzen Krieges feindliche Coupons nicht emgelvst wurden, sind aus diese Weise 5'/, Millionen Lire türmte rückständig. Für diese sind Fonds vorhanden, aber entweder in Papier-Piastern in Konstantin opel oder in Papier-Mark nt Deutschland, so daß also schon aus Balutagründen eme Bezahlung unüberwindliche Schwierigkeiten macht. Zusanimenfasiend äußerte sich S«r Adam Block Über die türkische Finanzlage dahm, daß die allgemeine Schuld de- Landevon 165°26 Lire turqu« am 1. März 1815 aus 454 65 Millionen am 81. August 1918 m stiegen tu. wozu aber noch die Forderungen DemschlandS «nd vee Enteniemachtt kommen. Diese Forderungen werden vLf 100 Millionen Lire turque geschaht. Di« ZahlungS» s ä h r g k e t 1 der Lander beurteilt der englische FinanzmaM r e ch t s k e b t i s ch. Namentlich ist er der AuffassiiNg, daß die verbmdllelimttn an Deutschland nie bezahlt werden können, was er natjirlich von skineni englischen Staudpuntt aus für durchaus gercchtjertigt hält. Aber selbst wenn diese Schulden nicht eiugelöst