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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-20 · Heft 121 (20.5.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 121 (20.5.1919)
Date
1919-05-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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0 SeVe er Wien, Diensras .. .. . ■ -.■ Die Ernährung. . Die Brotquote foL nächste Woche erhöht werden. gestern fanden im Ernahrungsamt Beratungen über die Enhöbung der Brot qnote statt. Man rann bereits ais nahezu sicher armehmen, das; die Erhöhung bereits nach st e Woche in Kraft treten dürste. Ob sie bleibend ist, bangt von den Zuschüben ab. Die Erhöhung soll nur ein Anfang sein. Schon vor einiger Zeit hatte die Gemeinde eine Erhöhung von 50 Prozent befürwortet. Durch die bevorstehende Erhöhung der Wochenmengen »terjbeit auch die Schwerarbeiter mehr Brot erhalten. Sie dürften dann eine Brotmenge von insgesamt zwei Laiben für die Woche Angewiesen bekommen. Der Marktbericht. Auf den Grün wäre tim ärkten ist gestern endlich eine Preisermäßigung für die meisten Frühgemüse <ingetreten, nachdem sie durch fast 14 Tage infolge der -ablehnenden Haltung des Publikums nahezu unverkäuflich waren. Da aber jetzt täglich größere Gendungen an Grundsalat aus Neusiedel eintrefferr und die letzten Sendungen auch bereits sehr guter Qualität waren, mußten die Händler des Naschmarktes mit den Preisen für hiesigen Salat ausgiebig heruntergehen, um überhaupt Käufer zu finden. Häuptelsalat war Astern um 60 bis 70 Heller, Kochsalat um 70 bis 90 Heller für das Stück zu haben. Da aber der Neusiedler Salat nicht nur weit billiger istgestern kostete das Stück 54 Heller — sondern auch viel größer und ausgiebiger und ebenso, verwendet werden kann wie Kochsalat, wurde die hiesige Gärtnerware auch zu den ermäßigten Preisen nur wenig gekauft. Der Preis der kleinen Kohlrüben wurde auf K. 1.80 für das Stück herabgesetzt, doch waren die Kohlrüben auch zu diesem Preise fast unverkäuflich. Die Preise für Frühgemüse werden noch stark herabgesetzt werden müssen, um sie einem größeren Kreise von Verbrauchern zugänglich zu machen.; Die Auswahl der Fischmärkte, die jetzt täglich nur aus gesalzenen Schellfischen und gewässerten Stockfischen l^esteht, wurde gestern nur um eine kleine Menge geräucherten Seelachs bereichert, der auf einzelnen Märkten 16, auf anderen 17 Kronen für das Kilogramm kostete. Das Angebot der Großmarkthalle bestand gestern nur aus 240 Kilogramm Würsten. Heute dürfte wieder Kitz- und Ziegenfleisch zu haben sein. Wie wir berichtet haben, gab es Sonntag auf dem Nafchmarkt wieder Geflügel; da dieses Geflügel von der „Gefüg" stammt, ist es verwunderlich, daß Geflügel nicht abwechselnd auf allen Märkten zu haben ist. Die Nahrungsmittelnot in Deutschösterreich. Paris, 19. Mai. (Tel.°Komp.) Der Oberste Wirtschaftsrat hat den Bericht der Kommission, die er zur Prüfung der N ahrun g smittella g e nach O e ft e r r e i ch geschickt, empfangen. Die Mitglieder der Kommission bezeichnen die Nahrungsmittellage sowie die wirtschaftlichen und finanziellen Zustände als besorgniserregend. Sie dringen darauf, daß die Kommission von Hoover ihre Aufgabe weiterausdehnensoll. Der Getreide- und Mehleinlauf. Vom deutschösterreichischen Staatsamt für Volksrrnährrmg wird verlautbart: An Getreide und Mchl sind mit Ententesendmgen in Deuischosterrejch eingelangt: Am 17. Mar . 987 Tonnen Getreide — 889 Tonnen Mehl ferner.. . zusammen 2048 Tonnen Mehl Einlauf seit 1. Mai (in 17 Tagen) zusammen 31.782 Tonnen Mehl. Derzeitiger Tagesbedarf 1419 Tonnen Mchl. Die amerikanische« Lebensmiitelliefernngen. „Die Gefahr der Hungersnot abgewendet." New-Pork, 18. Mai. (Tel.-Komp.) Der amerikanische Lebeusmittelkontrolleur H o o v e r hat euren ausführlichen lleberblick über die Tätigkert der verschiedenen amerikanischen Unterstützungskommissionen in Europa veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß während des Monats April insgesamt 591.843 Tonnen Nahrungsmittel an die verschiedenen Länder Europas verteilt worden sind. Davon erhalten: Deutsch-! land 182.000 Tonnen, Deutschösterreich 85.000 Tonnen, Südflawicn 15.000 Tonnen, Rumänien 28.000 Tonnen, Armenien und die Türkei -t00o Tonnen. Bulgarien 7000 Tonnen, Nordfrankreich 2000 Tonnen, Belgien 129.000 Tonnen, Finnland 27.000 Tonnen und Polen 38.000 Tonnen. Diese Nahrungsmittrlmengrn wurden von 120 amerikanischen Dampfern nach Europa gebracht. Der Gesamtwert dieser Ladungen wird cnfr 148 Millionen Dollar angegeben. Für sämtliche Lufermigeri, um Ausnahme der für Dentzchland bestimmten, wurden langfristige Kredite eingeräumt, deren Zahlung von der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Ordnung in Europa abhängig ist. Austcrdnn find noch etwa 10.000 Tonnen europäischer Erzeiigursfe zur Verteilung gelangt. In der Zeit vom 1. Dezember 1818 bis 1. Mai 1919 ' wurden, abgesehen von 200.000 Tonnen amerikanischer Nahrungsmittel. die bereits in Europa lagerten, insgesamt an Nabrungs- »nitteln nach Europa verschickt Brotgetreide 1,030.800 Tonnest, Reis 46.000 Tonnen. Bahnest und Erbsen 10.600 Tonnen, Fett, und Fleisch 90.000 Tonnen, Kondensmilch 18.000Tonnen, andere' Nahrungsmittel 49.000 Tonnen, Kleidung 7000 Tonnen. Der Gesamtwert wird auf 325 M i l l i o n e n D o l l a r geschätzt. In dem Bericht wurden von Hoover wettere EmMetten, dbor die Transporte und b e s o n d e r S über b i t V erbt» d u n g e n mit den Staaten der ehe-> maligen L st c r r e i ch i s ch - u n a a r i s ch e v M 0 w u r ch i e bekanulgcgeben, die jetzt viel bester geworden sind. Hm April haben sich die Transporte m e h r a l S verdoppelt. Die TranSpt'.-;.: nach der Tschecha-Slowake. gehen je!:! Hauptiächllch über Hamburg und .die. Eibe. Wiener Morgenzertung 20. Mar 1919 Nr. 121 —-.. . ...— .. I «Om >. --- Hoover sagt in dem Dmcht weiter, daß mit Ausnahme gewisser Teste der Karpathen, Armeniens und des bollchewikisckm Rußlands v ö n t a t sächlicherHungersnotnicht mehr die Rede sei. Da jetzt die deutschen Schiffe freigegeben sind, hofft Hoover. daß die in Argentinien und Australien auftzestapelten Vorräte gleichfalls für Europa verwendet werden können- Wenn bis 15. Juli die Zufuhr in dem gegenwärtigen Umfange aufrechterhalten werden kann, ist d i e Gefahr der Hungersnot für Europa b-es ei t i g t und die Bedrohung durch den Bolschewismus viel geringer geworden. * Androhung von Beschlagnahme italienischer Schleichhandelswaren. DaS Staalsamt für Volksernghrnng teilt mi t, daß in letzter Zeit wiederholt im Schleichhandelswege einaeführte Grnußmittel. wie P) e r m u t w e r rr, teure Sa rdelle« in Dos < n und ähnliches über Innsbruck nach Wren gelangtem Da es nicht pngnngra ist. die geringen in Oesterreich verfügbaren Geldmittel 'ür die Anschaffung von Lebensmitteln im Ausland zu verwenden, die nm dem LlrxnsbedürsiilS dienen, während der Ankauf der für die Bevölkerung unbedingt notwendigen Nahrungsmittel ans siuanziellen Gründen auf grove Schwierigkeiten stößt, hat das StaatZanit für Bülksmiährung Veranlassung getroffen, daß in Hinkunst der Import solcher Artikel nach Möglichkeit verhindert und dessrnmigeachtcl importierte Waren derlei Art ohne Rücksicht auf die den Jmvartenren erwachsenden Schäden der Beschlagnah m e verfallen. Die Fleischabgabe an die Fleischhauer. An die FleischabgabMllen der Fleischhauer, die über 800 Kilogramm zn beziehen haben, wird Fleisch an folgenden Tagen abgegeben: Drenstag Z bis s, Mittwoch R bis l und Donnerstag H bis A. Die Abgabe erfolgt m der Zeit von 8 bis 4 Uhr im Schlachthause St. Marx. Die Abgabe von Mengen unter 300 Kilogramm erfolgt nach deni gleichen Turnusse in der Großmarkthalle. Die Bezahlung hat bei der Abfuhr zn erfolgen. Mitteilungen der „RohS". Heute Dienstag (Zentralmagazin. 8. Bsz., Diaristengaffe 10): Kartoffelwalzgrieß, Essig, Sardellen-Thunfische, Toiletteseifen, K.-B.-Seike, Milch für den 14., 16. und iß. Bezirk von 8 bis 12 Uhr und von 3 bis Uhr. 1. Bezirk (Nibetnngengasse Nr. 7): Toiletteseife, Franck- Kaffee, Krachmandeln, Ztvk.rU, Suppenmasse von 8 ms 18 Uhr. . . 8^. 3., 9., 10./ 17., 18; und,19. Bezirk: Walzgrieß- Franck-Kaffee, Salz, Toiletteseife, Dörrgemüse und Kümmel. 4. Bezirk: Marmelade, Franck-Kasfee, Walzgrieß und Salz. 12., 13. und 21. Bezirk: Geschlossen. s Bühne und Kunst. Neue Wiener Bühne, (Leo Tolstoi: «find das Licht scheinet in der F i n st erni Gastspiel Alexand er Moifsi.) In diesen! Drama, das unvollendet geblieben ist, hat Tolstoi die Tragik seiner letzten Lebensjahre niedergelegt: Der Zw espalt zwischen seinem Wollen und dem Leben in feiner Fanrüie, dem er widerstrebt und das er verachtet; sein leidvolles Vtrharrenmüssen in dieser sündhaften, kranken, nach seiner tiefsten Ukberzruglmg verbrecherischen fimgeblmg. Aber in dieser Dichtung, die mit Herzblut geschrieben ist, predigt er auch mit wuchtiger Kraft seine Lehre vom Urchristentum. Mörsst darf in diesem Stücke nicht als Schauspieler gewertet werden, und der Beifall des TheaterpubliknmS an den Aktschlüssen klingt wie ein Mißverständnis. Er vermittelt das Leben, das Schicksal, die Stele Tolstois und er vermittelt sie, wie ein Dimer am Werke Gottes, wie ein Apostel, wie einer, der die ganze Schwere, aber auch das ganze Glück seiner Sendung trägt. Und so sei über seinen Ntkolaj Jwanowitsch kein Wort, verloren und nur in Ergriffenheit gedankt für dieses reine Erlebnis. Unter den Mit.wirkenden, die sich zu einer schönen. Gesamtleistung vereinigten, ragten besonders die Damm Neustädter, F v r st e r und W u l f Und die Herren Schreiber, Iw ald und Lessen hervor. Herr M e n d e s gab die wichtige Rolle des Nazareners Boris. In der entscheidenden Szene, da er die Lehre des Ntkolaj Iwanow Usch erkennt wtb ammmnt. überraschend gut. Später aber, in dem Zwiegespräch mit dem General und dem Mütlärgeistlichm, mangelt ihm die Kraft und die Fei^'lichkcit der fieberzeugung.' Die Spielleitung des Herrn Geyer (leider wurden einige Striche, gemacht) ist sehr zu loben. Es war ein unvergeßlicher Abend. ■ 0. A. Richard Strauß in Wien. 4tüas die Gilde der Sensationsmacher und Nenigkeiienv erb rotier so lange in Atem hielt," ist endlich Ereignis geworden. Richard Strauß ist in Wien eingeiroffen Und hat seine erste Aufführung dirigiert. Er kgm in festlicher Zeit, zur Fünfzigjahrseier des OperntlMters, der durch einen auserlesenen Spirlplan und gastierende Kornpvnlfteir Rechnung getragen wird. Nicht zu vergessen die aufs Doppelte erhöhten Eintrittspreise. Diese Maßregel.inag iitlt einem Dutzend guter Gründe verteidigt werden. Mit der Entwertung des Geldes, den erhöhten; Kosten, der Ausschaltung des ZwischeUMtdelS ufwi; sie kommt doch einem Ausschluß gerade jener Kreise gleich, die es am nötigsten hätten, bas Narkotikum der Musik als Gegen mittet wider die Miseren des Lebens zu genießen. Ums>vmehr muß dies Wunder nehrnen, als man meinen sollte, die Exklusivität Märe nrit dem alten Regime gefallen und das erste Nativnaltheater stünde der Allgemeinheit vffen. Aber inan sieht sich getäuscht; so spärlich als das Brot wird die Kunst pvu Regierungswegen zugcniessen. Fünfzig Jahre stand das Opernhaus unter hofärarischer Verwaltung. Aus der Zeit, da die Pflege der Musik Vorrecht der Höfe und boS Adkls war, schöpfte es die Gönnerschaft des baiserlichen Hauses. Es zählte zu den Rsprase-'ati^tsränmon und wurde mit dem angemessenen W»- .. dann kam, baß sein« Entstehung in Zeit höchsten wirtschaftlichen Aufschwunges fiel. Dennoch rrörgette man nach Wiener Gewohnheit über das fertige, Bauwerk und trieb seinen unglücklichen Schöpfer in den Tod. An dem kaiserlichen Eigentum gewann die Bevölkerung Besitzrechte. Die Logen wurden Stammgut 'der Begütertsten, die Ränge fielen dem Bürgertum zu, die Jugend wählte zur Domäne die vierte Galerie. Bor der so gegliedert-rn Gesellschaft rollten 50 Jahre künstlerischer Arbeit all: : Dingelstedt, Herbeck, Jauner, Jahn führten die Leitung, dann kam Gustav Mahler. Den Wagnerscheu Kampf gegen die Verflachung und Entgeistigung des Theaters hat er am intensivsten gekämpft. Er hinterließ ein reiches Erbe an schlechte Verwalter. Gregor brachte deutschen Geschäftsgeist und praktischen Sinn für den Betrieb mit und darüber ging die Kultur verloren. Die Sinnlichkeit blühte, der Pinn war abhanden gekomnien. Jetzt ist man bemühtz« rekonstruieren, und hält Umschau nach Baumeistern, die das Alte stützen und das künstlerische Gebäude auf gesichertem Grund weiterführen könnten. Eines fehlt uns dabei. Wenn wir auch hungern, so hält sich das politische Leben doch von Exzessen fern. Eine Palastrevolution bietet nicht so viel Schrecken als die Rebellion auf der Straße. Das mag, tvie der neuerdings «insehende Zustrom an Dirigenten bestätigt,^ manchen bewegen, in Wien ein erstrebenswertes Domizil zu sehen. So begrüßen wir auch Richard Strauß in Wien und hoffen, daß ihn die freundliche Atmosphäre Wiens, dauernder fesselt als die vom Bürgerkrieg bedrohte Heimat. Der Jubel, der ihn Sonntag empfing, hat bewiesen, daß alle Empfangenden sein Kommen als wertvollste Hoffnung empfinden. Die glänzendste Erscheinung der deutschen Musik m unserer Stadt, das gibt uns Anwert auf Geltung und verpflichtet zu reicher Arbeit. Richard Strauß selbst hat seinen Teil daran schon übernommen.. Er dirigierte den „Fidelis", das hohe Lied der Befreiung aus Kerkerhaft durch die Treue. Nicht unpassend zu einer Zeit^ wo sich Gefängnismaüern rings um uns aufzütürmen scheinen. Ms das Werk im Jahre 1805 zur Aufführung gelangte, fand es' kein Verständnis. Französische Offiziere bildeten damals die ^Zuhörerschaft. Heute sind wir von so weitgehender Durchdringung durch den Sieger entfernt und der Trompetenruf der Befreiung weckt, kein aufwieglerisches Echo. Dennoch ist die Gegenwart ernst genug, um Beethovens edle Schöpfung mit gesteigerter Anteilnahme genießen zu^ können. Dies geschah auch in der von Strauß-geleiteten Aufführung, nachdem die Freude über das Erscheinen des berühmten Gastes genügend Ausdruck gefunden hatte. Daß Beethoven über Strauß siegte, ist ein schönes Omen für die Art, in der die Amtsführung des neuen Leiters sich in Zukunft zu gestalten verspricht. . Dr.K.M. Aus den Theatern. ,Jpt Deutschen Volkstheater gelangt Freitag dsn 23. b. M., halb 7 Uhr, Karl Rößlers Lustspiel „UE mit den Damen Hetsey,, Janower, Markus, Pohl, Rose«- quist, Rub und Schweigljofer. sowie den Herren Edtyoser, Ehmann, Goetz, Homma, Mlunann, Novotny, Rehberger und Steinböck jn itn Hauptrollen zur ersten Aufführung. Spielleiter: Friedrich Rosenthal. Jn der Volksbühne findet Donnerstag den 22, b. M. die Erstaufführung. des Schwankes „Gottlob, ein Mädel!" von I. Okrnzny, bearbeitet von Ernst Oester- .reicher, statt. Der Vorverkauf beginnt Montag den 19. d. M.. " zu gewöhnlichen Preisen an beiden Tageskassen. David Ptnskis „Eisik .Schrftel", das von der ge- - samten Kritik Wiens so herzlich begrüßte Arbeiterdrama» wich Donnerstag den 22. d. M. im Komödien haus zum zweitenmal« wiederholt. Die Aufführung erfolgt im Nahrnen der Veranstaltungen des Bildungskomitees der jüdisch-sozialistischtzn Arbeiterpartei Poale Zion. Die rroch vorhandermt Karten sind im Sekretariat, 2. Bez., Glackengafse 6/17 unh bei der Kasse, 9. Bez., Nnßdorferstrafie 4 erhältlich. / Richard Strauß dirigiert anher bei den Fesivorstcllultgen -Tristan und Isolde" und „Rosenkavalier" auch am Montag veu 26. d. M. die „Zauderflüke". . Professor <£mU Schmidt-Santen gestorben. Gestern ist hier der mMusiker- und Theatcrkreffen Wiens sehr bekannte Gesaitgspädagoge und Organist an der Stndtpsarre zn St. Ailgusitn in Wren, E in i l S ch vr: d t - S a n t e n, an einem Leiden, das'er sich mt Kriege zugtzogeu hat, im 89. Lebensjahre gestorben. „Die Tribüne". J-u Berlin »orrrde eine neue Theatervereirligrrng „Die Tribilne" begründet, die sich in starken rmd bewußten Gegerrsatz zu dem herrschenden Theaterwesen ftclft. Man will, wie wir einer programrnatischen Darlegung entnehmen, auch den Bühnenranm revolutionieren rmd zur A Einfachheit zirrttckführen. Man glaubt, dorr Sinn^ püngficherr Shakespeare-Btthne nicht nur rrachznahmen, sondern „ihren Sinn anfzurrehnren", inoenr man ohne Dekoration spielt und derr Schauplatz „auf einer beschriebeuerr Bapvtasel durch bildhafte Arrdeutnng urrd gegenstärrdliche Arabeske"« kenntlich macht. Hior soll der Schauspieler „giurz aus sich Wellt und, der imrersterr Intensität von Temperament und Phantasie überlassen",' vor einenr Publiluin wirken, da8 nicht nur aus „Znsclmnern", sondern aus „produktiv erregten Teilnehmern" pesteht. Vo derrken sich die beherzten Neuerer „ihr aktivtstisches Theater", aus dem sie „einProgramm der Verantwortlichkeit, also der Ethik und der Politik" darbieten wollen. ■ , Oestcrreichtscher üünstlerbund. Am 1. Juni l. I. findet bei Wawra, 3. Bez., Lvthringerstraße 14, die Eröffmulg der diesjährigen Ausstellung des „Oestorreichis ch e n K ü u st l e r b u n d e s" statt. .Sie ist sehr reich beschickt. Die Liste der Aussteller weist Namen, wie Konstantin Stoitzner, Bildhauer Ambrosi, Tom Dreger, Hansa, Pögl, Schmidt, Miß u^d andere ans. Karl Adolph, der Wiener Dichter, feierte gestern soinen 50. Geburtstag. Ein schlichter Mann auS dem Volke hat er sich in seiner Heimat trotz des rmgeheuren Erfolges seines ersten RomaneS ,HauS Nr. 37" (Preis brosch. K. 13.80) keine Reichtümer erwerben können und soll jetzt einen Ehrengehalt voit der Stadt'Wien verliehen bekommen. Sein reifstes Buch ist „Schackerl". Eine Wiener Geschichte. (Preis K. 7.70.) Zn üezieherc durch Löwit, Wien, 1. Ve.v. Rotentcrrmsr.raße 22.

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