Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 119 (18.5.1919)
- Date
- 1919-05-18
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Wien, Sonntag SRkitev Morgenzeitrmg 18. Mai 1919 Nd 119, 'Zinsen der Kriegsanleihe müssen nrit-cr allen Umstanden gezahlt werden.^ Kein anderes Moment als dieses begreift so sehr die Bertehriheit und Ziellosigkeit unserer' Politik. Nicht SoAlalrsienrngs-, nicht Wirtschaftspolitik ist e§, was man treibt, sondern Massenberuhigungspolitil. Die Enteignung soll die Massen für den größeren Hunger unb die schwereren Entbehrungen ent-; schäbigen. Diese Polinl kann sich eine zeitlang auf der Oberfläche aalten, früher oder später aber muß sie mit einem schrecklichen Katzenjaininer enden. Denn das Gros der Arbeiterschaft, insbesondere die Arbeiter, die sich ihrer individuellen Leistungsfähigkeit bewußt find, begleiten heute schon die Enteignung um jeden Preis mit sehr skeptischen Gefühlen. Was sie anftreben, ist Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage und Schutz gegen Ausbeutung. Rückgang der Produktion und größerer Hunger ist nicht ihr Ziel. Die große Kaserne, genannt Staat, wo alle Menschen unisiormiekt hineingezwängt werden, unbeschränkte obrigkeitliche Gewalt, die für individuelle Freiheit keinen Raum übrig laßt, ist nicht ihr Ideal. Auch ihr Wille zürn Leben ist von Natur individualisiert und nicht sozialisiert. Wenn sie sich trotzdem in den widernatürlichen Zwang der Sozialisierung begeben wollen, so ist es das Stückchen Mehr-' brot, das man ihnen durch Ausschaltung der kapitalistischen Ausbeutung in Aussicht stellte. Jetzt aber, da man ihnen statt wehr Brot mehr Hunger in Aussicht stellt, verliert die Sozialisierung den Boden und es verbleit',: nur der Reiz der Enteignung, deren Nichtigkeit von Tag zu. Tag nrehr zum Bewußtsein kommen muß. Nicht Rückgang der Prvduktiyn, sondern ihre Förderung und gerechte Verteilung der Produkte müssen die Postulats einer wirklich sozialen Wirtschaftspolitik sein: weitestgehende Freiheit der individuellen Betätigung des Willens zum Leben und Beschränkung der obrigkeitlichenHemmungsbefugnisse aus die Grenze, wo die Freiheitssphären der Individuen aneinander stoßen, die Grundsätze einer republikanischen Staatsgewalt. ' Die zlvci. wichtigsten Grundsätze sind: Mindestlohn und oberste Einkommens grenze. Der MinLestlohn, der von der Regierung periodisch zu bestimmen ist, soll dem Lohnarbeiter sein menschenwürdiges Auskommen garantieren; die oberste Einkorn wen 5grenze, die gleichfalls periodisch von der Nati-onaloersamunlung zu bestimmen ist, die Ausbsutnngsmöglichirit des Unternehmers auf ein geringes Maß beschräuwn.. Einkommen, die diese Grenze übersteigen, sollen dc:u Staate gehören, was die einzige Steuer zu bilden hätte; alle anderen direkten und indirekten Steuern find abzuschafsen. Dis Wirkungen dieser Maßregeln, die weiter reichen. als es ans den ersten Blick den Anschein Hat, können gegenwärtig mit Rücksicht auf den Raum nicht besprochen werden. Cs verdient jedoch jetzt schon angedeutet zu werden, daß unsere gesamte Finanz- und Wirtschaftspolitik eine verfehlte ist, und ztvar aus dem schon erwähnten Grunde, weil sie sich gegen den Besitz sind die Produktion statt gegen das arbeitslose Einkommen richtet. Wir hätten keine Enteignungen und keine Vermögensabgaben nötig, wenn wir eine präklische Produttions-, Handels- und Einkommenspolitik betreiben würden. Es würde sich zeigen, daß unsere wirtschaftliche trnd politische Lage dadurch viel von ihren! Schrecken verlieren könnte. Die Lrqrridationsbttanz in Tschechien. Prag, 15. Mai. Um den korrekten Stand des Reinvermögens von Rechtvjubiettert sestzusehen, hat die tschecho-slowakische Regierung die Aufstellung der Liquidationsbilanz angeordnet. Sämtliche Unternehmungen, welche zur öffentlichen Verrechnung verpflichtet sind, inländische und ausländische, welche .grundsätzlich der Erwerbsteuer nach Absatz 2 des Gesetzes vom -25. Oktober 1896, R.-G.-Dl. Nr. 220, unterliegen, ferner inländische und ausländische Gesellschaften m. I. H., die inländischen, hinsichtlich des ganzen Vermögens, ausländische, hinsichtlich des Vermögens km Inlaute, alle übrigen juristischen Personen (in- und ausländische), zum Beispiel Korporationen, Vereine, öffentliche Fonds, Stiftungen, Kirchen, Orden, Kongregationen, Religionsgemeinden, welche im Gebiete Tschechiens ihren Sitz oder irgendwelches Vermögen haben, müssen eine Liquidationsbilanz nach dem Stande des 1. März 1919 zusLmmenstellen. Die Bewertung hat ohne Rücksicht auf die letzte Bilanz nach dem Stande und dem Werte des Vermögens vom 1. März 1919 zu erfolgen. Im Interesse der Gleichmäßigkeit sind nebst einzelnen bilanzmäßig in der entwerteten Währung ausgedrückten Vermögen, wie Barschaften, Forderungen, Wertpapiere usw., auch die Liegenschaften^ Gebäude usw., nach diesem Maßstabe zu bewerten. Als Richtschnur für die Bewertung ist die Vorstellung des Verkaufes des betreffenden Unternehmens anzunehmcn. — Die realisierbaren Forderungen sind zum vollen, die dubiosen zum voraussichtlich eingehendem Werte, die nichts realisierbaren mit denk Evidenzbetrage von K. 1 zu bilanzieren. Die in den letzten fünf Jahren abgefchriebenen Forderungen find neuerlich anzuführen. Für^ die Bewertung der Anteile der Gesellschaften, Genossenschaften, Kuxe und ähnliches, gilt der Verkaufswert. Für Valuten, Devisen, Forderungen in fremder Währung, Edelmetalle, einschließlich der einheimischen Münzen, Wertpapiere aller Art, wurden die Kurse amtlich ziemlich hoch festgesetzt und in der Verordnung veröffentlicht. Waren, die Marktpreis oder Börsennotierung haben, sind zu diesem Werte, andere Waren zum Verkaufspreis zu bilanzieren, bloß die im Jahre 1919 eingekauften Waren werden in der Bilanz zum Einkaufspreis, falls dieser höher ist als der Verkaufspreis, angesetzt. Grundstücke, Maschinen, Betrtebseinrichtungen werden ebenfalls nach dem Verkaufspreise bewertet. Zinshäuser dürfen nicht mit einem niedrigeren alS 33 fachen Betrage deS versteuerbaren Zinserträgnisses angenommen werdcu. Ideelle' Werte, Patente, Servitute, Renteneinlommeir, sind irn entsprechenden kapitalisierten Werte anzusühren. In die Liquidationsbilanz find nicht aufzujatimsxL*. AmaMalüruLLtuidL ErfaLMchs, Delkredere. agio. Fonds für zu erwarteirbe Berückte aus bestimmten Forderungen und Kursverluste. Für die Bewertung der Schulden und Lasten gelten dieselben Grundsätze, wie für die- Bcweriung der Aktiven. In die Bilanz können Schulden und Lasten, welche mit den einbekannten Aktiven wirtschaftlich nicht Zusammenhängen, nicht ausgenommen werben. — Der Saldo, welcher als Lia nidationsdifferenz abgeschlossen wird 'und das Meinvermögen bildet, hat nachstehende drei Posten zu enthalten: 1. das Grundkapital, , 2. wirkliche Zfonds einschließlich des RutzenüberschnsfeS, 3. die Liquidationsdifferenz. Die Liquidationsbilanz darf nicht verschleiert werden, unzulässig sind auch Verschiebungen und Unreelle Manipulationen wie auch die Auslassung irgendwelchen Vermögens. Die Strafbestimmungen sind streng und die Geldstrafen sehr hoch. Die Liquidationsbilanz ist tn zweifacher Ausfertigung bis zum 30. Juni 1919 bei dem ISteuerbemessungsamte erster Instanz vorzulegen. Generalversammlung der Dodenkreditanstal' in Prag. Prag, 17. Mar. (Korr.-Bur.) Heute hielt die Bodenkreditbank ihre 9. Generalversammlung ab. Der Reingewinn dieses Instituts beträgt K 1,284.924.30. Es wurde beschlossen, eine 4°/» i g e D r v i d e u d e arrszuzahlen und eine Supperdividende von 2°/o, so daß die Gescmttdividrnde 6°/<>, das sind kl 24.—, Per Aktie beträgt. Es wurde der'Beschluß der Generalversammlung au? eine Erhöhung des A k t i e n k a p i t a 1 s ausL 40,000.000 genehmigt. Die Sisenpresse in Deutschland erhöht. Düsseldorf» 17. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Infolge der gesteigerten Koksprerse erhöhte der Deutsche Roheisen- Verband du Noheisenprehe mu 40 bis 50 Mark pro Tonne. Lieferung bis 80. Juni. Frankreichs Wirtschaftliche Zukunft. Paris, 16. Mai.Das republikanisch« Komitee sürHaridel, JndustrienndLandwirtschaft hielt gestern seinen Jahreskongreß ab, an dem ungefähr 500 Delegierte aus oben Teilen Frankreichs teilnahmen. Handelsmmtster Elemente! hielt in der Vormcktagsitzung eme Rede über den Exportkredit und d e n K r e d i r s ü r d e n Kleinhandel, wobei er darkegte, daß die wirtschaftliche Doktrin der Negierung für Frankreich eine Zukunft der Arbeit und des Gedeihens bedeute. In der Nachmittagssitzung entwickelte Arbritsministee C l a v e i l cht ausführliches Arbeitsprogramm für die Zelt nach der limerzerchnung des Friedensvertrages. Er trat jiir eine vollständige Reform desRegimesderErsenba h n e n tut, ohne ein Anhänger der absoluten Verstaatlichung der Eisenbahnen zu sein. Börse für Landwirtschaftliche Produkte. Wien, 17. Mar. (Orrg.-Bericht.) Der günstige Saatenstandsbericht, welcher im Wochenlaufe seitens des landwirtschaftlichen Staatsamtes für Deutschöstecreich veröffentlicht wurde, fand heute seitens der Börsenbesucher aus der Provinz Bestätigung. Auch in der Tschecho-Slowakei werden die Suatenstandsverhältnisfe als befriedigend bezeichnet, während aus Ungarn Nachrichten fehlen. Der Verkehr, an der heutigen Wochenbörse war belanglos, da es an Ausgebot mangelte. Nur Zufallspartien — meistens Ersatzfuttermittel — kamen in den Verkehr und fanden auch wegen des dringenden Bedarfes sofort Käufer. In Sämereien konnte auch einiges Geschäft beobachtet werden. Alles in allem aber hielt sich doch der Verkehr in den bescheidensten Grenzen. Die Kursdifferenzen gegenüber der vergangenen Woche. Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Kursdifferenzen gegenüber den Sam stagnotierungend er vorigen Woche: 3°/0 Südbahn-Pnoritäten Anglobank. Bankverein. Oesterr. Kredit .... Ungar. Kredit..... Depositenbank. . . . , Länderbank. Merkur. ...... Uniondank. Böhmische Unionbank . Zwnostenska Banka . . Adria. Orirntbahn. Anstro Amerikana . . . Donau Dampsschiffahrt. Lloyd . Navigazione ..... Lombarden. Staatsbahn-Genußscheine Alpine Montan.... Berg-uHüttenwerkeorCouf Poldihütt« ex Coupon .* Prager Elsen. Skoda-Aktien. Trisailer. Karpathen Petroleum . Galizia. Holz-Handelsgesellschaft. '^mklsche Tabakrrgw . . Ruston. Gerngroß A.-G.. . . - Amerikanische Warennotierungen. Slew-Dork, 16. Mai. Baumwolle Ncw-Pork loko.. . * New-Orleans loko ... „ New'Vork per Mai ......... 39.30 * New-Hork per Juli ......... 27.96 Petroleum: Raffinade (in ca*ei) New-Uork .• 20.25 , Standard White New-Vork ...... 17.25 . m Phlkadelphm .. 17.25 Petroleum Cred. Balanc. at Oil City .4.— New-York, Mehl 'Marke Spr. Clears) . . . 10.- bis 10 '/. W e r z e n, Winterweizen . .. 237 '/, Sommerweizen .. 237 V* 17. Mai 10. Mai Differenz . 316.— 320.— (- 4,—) 367.— (- 4.50) . 408.- 411.-?— 3- . 560.- 565.— (- 5.-) 690.— (- 41.-) . 490.— 494.— 4.— 422.—?— 3.-) 475.- 15.-) 480.- r 4.-) . 466.- 463.- (+ 3.-) . 587.— 581.- c+ 6.- I960.- (— 102.-) 1751.-?— 11.-) . I960.— 2000.— (— 20.—) . 1640.— 1675.—?— 35.-) 3625.-?— 335.-) . 6150.— 5300.- (— 150.-) 159.10 (+ 2.80) . 430.- 426.- (+ 4.—) . 687.50 576.— <+ 11.501 .» 1730.— 1645.— (4* Hl.-) . 685.— 700.— (+ 33.—) . 2555.— 2447.— (-{- 108.—) . 687.- 691.— (- 4.-) . 607.- 620.- (- 13.-) . 2080.— 1975.— (+ 105.-) . 1400.— 1307.— (+ 93.—) . 700.- 704.— (- 4.-) . 1170.- 1188.- <- 18.-) 529.-!- 7.-) . 397.— 390.- (4*?.-) 30.05 28.38 Mais, Western loko Zucker. Granulakcd Cenrrttugal 194 «/« 7.50 7.28 Kaffer, Rio Nr. 7 kok».18 V« Getrelde»r. n. Lon. per Bush. WO sbs.) Schmalz lMarke Wilcox) per rohe bwthers Schmalz. West. Steam .. Baumwolle, Zufuhren ... vom. 36.— ör V« 100 Dinar * 300 Kronen. Lärbsch,' 16. Mai. (Korr.-Bur. Laibach.l e c e r n i' L r st" nulder an? Belgrad: Mit einer Berordnung'-Les^ Fulaunn'nnttt'lnms wird der Kurs des Dinar mtt 100 Dinar --- 300 K feftflcfelst; Dieser KurS wird von nun au auch »m Verkehr bei den Staatskassen zugrunde gelegt werden. Die „vevboLsnerr Lose" und die Vermögens' nnmeldung. Eme große Anzahl von Staatsbürgern besitz! sogenannte v e r b o t e ir e L o s e (B r ii s s e l e r-, Kon g o-.- serbische Lose usw.V die entweder zubause oder in ausländischen Banken liegen. Im Augenblick, wo bicf er Losbcsitz dem Fiskus bekannt wird, verfällt er dem Staat. Die Eigentümer werden, falls keine Amnestie erfolgt, ^eu Besttz verschweigen. Das kann dem Staat aus zwei Griindeu nicht erwünscht fern: das der Abgabe nnterworfene Vernlögen wird künstlich veklemert und weiters handelt es sich dabei um Papiere in ausländischer Währung, deren Verschweigung dem Staate besonders unangenehm sem muß. Es wäre all» zu wlinschm, daß der Staat eine diesbezügliche Amnestie erläßt. Anmeldung von deponierten Kviegsonlelhen zur Vermögensabgabe. Mit Rücksicht auf die große Zahl von 35.000 Deponenten der österreichischen Kriegsanleihen bei der Ersten österreichrschen Sparkasse wird dringendst emvfohlen, daß die in Wren wohnenden Besitzer derartiger Berwahrnngsbriefe unter Mitbringung derselben und der erforderlichen Ausmeisdokrrmente tHeimatsschein, amtliche Legitimation, Paß u. dgl., Geburtsschein oder Tramiugsschem allein genügen n i ch t) sowie des Meldezettels bei der Effektenabteilung der Anstalt, l, Graben Wr. 21, 2. Stock, zwischen 8 und 12 Uhr zum Zwecke der von Anstaltsbeamten vorzunchmenden Aussertigung der Anmeldungsiormnlare und zur Anmeldung vor den Organm der Steuerverwaltung, soweit als möglich, schon i nt Laufe der nächst e n Tage erscheinen, da sonst bei dem in dm letzten Tagen vor Ablauf der Anmeldungsfrist llv. JunO zn ge- ' wärtigendcn allzüstarken Parteimandrang die Arbeit nicht geleistet werden könnte. . Besserung des Kronenkurses und Sinken der Mark. Fi, den letzte» Tagen ist eine fortschreitende Brfferung des Kronenkurses in Zürich zu verzeichnen. Am 15. notierte die Devise Wien 2!.75, am 16. d. M. 22.75, deutschösterreichische gesiemvelte Noten waren am 15. mit 21.—, am 16. mit 21.50 notiert. Dagegen erreichte der MarkkurS in Zürich. am 15. den Tiefstand von.36.25, besserte sich jedoch am 16. auf 40.50. Auch auf den Übrigen Märkten ist die Devise Berlin stark znrückgegangen, was im Zusammenhang mrt den schwercie Frirdensbedingungen steht. t Kreditanstalt. In der demnächst am Stephansplatz zu eröffnenden Wechselstube der Kreditanst a l t. werden zur Bequemlichkeit des Publikums bereits ab Dienstag, dm 20. Mae Wertpapiere aller Kategorien zur Bermögensanmeldung durch die Kreditanstalt in der Zeck von 9 bis 12 Uhr vormittags entgegengenommen. Die Wechselstube besindet sich in den Lokalitäten des ehemaligen. Caf6 de l'Europe am Stephansplatz 8». -s Umrechnung der in fremder Währung gutgebrachten Zinsen. Die „Wiener Zeitumg" veröffentlicht eme Verordnung über die zwischen dem 28. Februar und 29. Juni 1919 maßgebenden Umrechnungskurse für die in fremder Währung gutgebrachteu Zinsen von Geldern, die durch gewerbsmäßig, Bankrergeschäfte betreibende Unternehmungen gegen Verzinsungs- Verpflichtung entgegcngenommen wurden. In Kontoabschlüssen für. Rechnungspcrioden, die m der Zeit vom 28. Februar bis ein-' schließlich 29. Juni 19 l 9 enden, sind die in fremder Währung^ gutgebrachten Zinsen auf Grundlage der nachstehenden Kurse iw. die hierlandische Währung umzurechnen: 100 holländische Guldeni -- K 701.75, 100 Mark --- K 200.—, 100 Lei --, K 217.— 100 Schweizer Franken — K 351.50, 100 nordische Kronen ===7 K 497.—. , .'f Die fvirtschaftliche Zukunft Lembevgs. Die „Polnr--- schen Stimmen" schreiben: Der gegenwärtige Augenblick erberscht . es, daß man die Aufmerksamkeit der Oeffmtlichkeit am die Möglichkeit der wirtschaftlichen-Wiedergeburt der ostgalkzischen Grenzlande lenke, die es mit Rücksicht auf ihre geographische Lage anstreben müßten, daß alle aus dem Osten kommenden Waren nach Lemberg gekettet werden, um von hier aus nach ganz Polen und nach den Nachbarländern versendet zu werden. Bel entsprechender Organisierung der Handelsbeziehungen mck dem Osten dürfte es nicht schwer fallen, Lemberg zu einem Handelszentrum auszugestalten, von dem aus der ganze Warenverkehr vom Osten nach dem Westen geleitet würde. Man müßte etwas Aehnliches wie dir ..Leipziger Messe" schaffen und durch Organisierung gi'mstiaer Bahnverbindungen mit Südrußland die Kauslcute aus dem Osten veranlassen, ihre Einkäufe in Lemberg zu besorgen. Der russische Kaufmann würde sich derart die Retten nach Budapest, Wien, Berlin und Paris ersparen, da er bie Waren, die er benötigt, entweder in Lemberg vorfände oder die hier arbeitenden Vertreter fremder Firmen mit der Effektulerung seiner Austräge betrauen könnte. Weftböhmischer Bergbauverein. Die 45. ordentliche Generalversammlung des Westböhmischen Brrgdau-AktienvernneS wurde gestern unter Vorsitz des Präsidenten Karl Stögerm a y e r abgrhalten. Bon dem Reingewinn von 3,350.044 K werden 912.680 K für Abschreibungen verwendet, 14% als Dividende verteilt, 100.000 K dem Peusionssonds.überwiesen und 84.072 kl auf neue Rechnung vorgelragen. In den Verwaltungs'at wurden die ausicheidenden Herren Karl Stögerm a h e r, Max F e i l ch e n f e l d und Friedrich Ritter wiedergewählt. Die Petrolenmwerte der Brüsseler Börse. Der ^Frankfurter Zeitung* zufolge erfuhren die Petrolcumwerte der Brüsseler Börse eine anssälligeSteigerung. Schon vor einiger Zeit hatte der „6<rurrisr äs In Lvorss" darauf aufmerksam gemacht, daß die schnellen Preisvcränderungen ans Käufe eines bestimmten Kreditinstituts zmückzusiihren seren.und daß eine neue internatioi'ale Verkaufs organisat i o n für Petroleum in der Entstehung begriffen sei, die belgische, holländische und englisch eJnter essenden vereinige. Das Blatt glaubt nunmehr, wiederum versichern zn können, daß es sich tatsächlich um die Gründung eines neuen Bcrkaufskontors mit alliierter Zusanlmenietzung Handelt, während m der vor dem Kriege vorhaiiden gewesenen ähnlichen Vereinigüng eine deutsche Mehrheit bestand. Stillegung der Hochöfen in Oberschlesien. Wie die „Bresla'ier Zeitung" meldet, sind über die Hälfte der oberschlesiichm Hochösen bereits stillgelegt worden. Weitere Sulllegimaen stehen wegen des Mangels an Erz bevor. Dre Folge ist, daß dre Roheisenerzeugung einen bisher unbekannten Niedergang erfährt. Aeber die Wiederherstellung der Wahrungen de» Kriegführenden macht derNcw-Noikcr «Conimercial Chranicle" mteren-inke Vorschläge. Ausgehend davon, daß das Publikum nicht Gold, sondern nur dessen K a u f f t n f t wünsche und bei vtinü,,Niger Verteilung genug Gold auf der Welt sei. schreibt daö Blatt: bei den Zentralmächten wurde -die NolermuSdehnmig so stark, daß die Goldbcisis nur mehr thcore'isch overMr AuSlandsveipstlchtungen bestand; wenn dies die Z Nitratnuirlge allem beträfe, wäre es für d>e übrigen nicht io niichug, aber da die Wiederausnahine der Bezielnrugcn zw ichen dcu Kriegiiihrenden zu erwarten und es daun für das Gläubigerlaud das Wichtigste sei, im Schuldnerlande möal'chst stabile Gcldvcrhältmsse zu haben, sollte ei» allgemeines Wektprogramm Über dte Wiederherstellmtg