Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-05-17 · Heft 118 (17.5.1919) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 118 (17.5.1919)
Date
1919-05-17
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979195--01039-2986398
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seue 2 DZrm. Samstag _ Wiener ANorgenzeitnng 17. Mai 1919 Nr. 118 RMner Verzichtet auf den Anschluß? Paris, n. ^iai. (Sd.^ionn.) Irr politischen Kreisen verlanckrt der Leiter der -rutschöfterreichischen DrleMLon, Doktor Ren« er, habe erklärt, Dentsch öfterreich «Lre bereis nnakhängis K« dlerHen, men» ihm gewisse wirtschuftlich e Vorteile gesichert roSrden. Zwangsarbeit in Ungarn. Budapest, 16. Mai. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Der revolutionäre Gerichtshof hat alb neu^ nicht vrrbletek, zu täglich achLftlindiger Arbeit verhalten werden. Maigsmagg Schein, fri dahin^e^ellt —- in die'er gan'.en Beratung das polnische Jnic.e'se die Hauptrolle. Dr. Hersztal wollte sogar in den „Lrmberger Geschehnisses ei» Inland. Politifche^Rundschau. Die GeZ^eLslUtiorr in Ärad. Das Manifest der irr'Arad xr)H.e'e:r neuen Rezieru.rg UnaacuS steht, wie wir schon stLrv-orgchoben haben, im Zusammenhang mit den leMn Poe sollen in Bien und an Ler ungarischen Grenze. Die Leiter der gegen das ungarilüie Rätestzsier» gerichteten Bewegung befinden sich teils in Wien, teils in den ungarischen Grenzftädieu. Mer auch in der Schwech, wrd in den Ländern der Entente sind unter der Fahrung des Prin'en Ludwig Wiudischgratz Emissäre fieberhaft an )er t!c:;- ein Einschreiten der Entente gegen das Sun hcrbeiznführen. Die Entente soll, dafür!>...'N..?N e den, die: neu zu bildende KoalitionZ.regieu:^ nn .rrstüdon und sie auch zur Friedenskonferenz 'U i n. .Dar Putsch auf die ungarische Gesandtschaft in u i. die Ge'arigenncchme des Gesandten und die Wegurg von 156 Millionen, welche für die neue iiio de reit ge stellt werden sollten, waren die erste» D. i .e, um den Plan zu verwirklichen, der aber i»- s.' des raschen Einschreitens der deutschöstcrreichi- MchördLii nichtvollends zur Durchführung Kriar >. tonnte. Ter zweite Versuch wurde durch etwa ungarische Offiziere unternommen, die, wie rriu... .ich, bei Bruek au der Leitha die Grenze . > dritten hatten, in Westungaru zahlreiche Anhänger z.r Huden hofften und 'dann auf ungarischem Boden i.'. die neue Regierung ausrvsen wollten, die hieraus i.;. der Entente in Unterhandlungen getreten wäre. :ingarische Regiersng war jedoch recht- ' . . ig gewarnt worden und ungarische Note Garde . ' üo diese Offiziere mit Gewehrfeuer, so daß sie jiv - : iübtT na ch Deutsch öfterreich zurückbegeben mußten, kH: von der Bolkswehr rrmziugett und entwaffnet .m ::n. Nun wurde in Arad , wBlcheS,tven» auch u. ii vom Feinde besetzt, dennoch «nga.sicher l ..-b und Boden ist, neuerdings der Versuch gemacht, ."i'.°' Eegenvegierung zu schaffen; in hiesigen ungai Kreisen 'nimmt man an, daß dieses Ordnungs-!.^i.:^sierium mit Julius Karolyi an der Spitze «rri::; iigtidi mit der Entente in Verhandlungen treten i.ävrrp. Diese Erwartung knüpft sich a« Zusagen von 'öulichkeiien, die mit Enbentekreisen iu Fühlung st- -N. _ D 'e letzten Anstrengungen der polnische« Asfimilation. Es scheint den Herolden der polnischen Assimrlsllon sehr schwer zu fallen, ihre schiffbrüchige Ideologie i .i für allemal aufgeben und speziell auf die Nolle i i Vermittlern zwischen Juden und Polen, in der sie i i:) so gefielen und die ihnen eine Zeit lang Mandate l st) Titel einörachte, verzichten zu müssen. Nur so i': es erklärlich, daß trotz der wiederholten fürchter- U.'.-cn Niederlagen, die die letzten Tage den Assimil?.:'.ten sowohl in Polen als auch jenen in Galizien b achten, sie noch den Mut gefunden haben, ihre Kräfte;:i einer neuerlichen hoffentlich der letzten — Anstrengung zwecks Leitung ihrer verlorenen Position zu . nrnieln. Vom 11. bis 13. d. M. hielten sie m . i rcschau ein« Beratung ab, an der die bekannten ü(-i2c oer A-siinilation aus den verschiedenen Städten stolens und Galiziens sich beteiligten. Diesmal fehlten .-ach die „berühmten" Gestalte» wie Dr. Lätveni ein, Dr. Nußbaum, Pvofessor Di«ksteirt,StauiS- .uv stkatanson »nd der „t»ie" Dr. Diamant vid)t. „Die polnische sozialistische Partei — erklärte 1 :iletztere auf dieser Tagung — habe beschlossen, in ten neu zu gründeaden Verband der Polen mosaischer : onsefsion cinzutreten. D« P. P. S. werde mit utCcii Afsimilanten Zusammengehen, um die Judenfrage ui Polen zu beseitigen. Sie hoffe, daß die Juden in - .Wien vom Ghetto zum Licht, vom Jargon — z um Polentum übergehen werden." Ter Uebergang „vom Ghetto zum Licht" — dieses stdeai, das bereits viele konsequente Afsimilanten aus r.em polnischen Judentum in daß christliche Polentmn liinübergeführt hat, schwebte auch dem Eröfsnungsrebner Dr. Löivenftein vor, als er in seiner Ansprache die Nottrendig feit fce: Bekämpfung des jüdischen Nationalismus und seiner Anhänger, die „die Juden inS Ghetto zurückrühren wollen", betonte. Zu diesem Kampfe bereiten »ich nun diefe Herren' vor. Sie beachten es nicht, daß er ganz aussichtslos ist, da er de» Kampf eines winzig eil Häufleins gegen das ganze Judentum, baS in ollen feinen Parteien auf dem Boden des Nationalismus ftcht, bedeutet. Einen größeren Raum in den Beratungen nahmen begreiflicheriveise auch die letzten Pogrome ei», die diese Herren aus ihren Assimilationsträumen jerauSgerissen und die Entwicklung der Assimilation gestört haben, was für sie—wie Dr.He.-sztal betonte —„alS Juden, als Polen uitb als Menschen sehr unangenehm ist". Ucberhaupt spielte — ob tatsächlich oder bloß zum finden Sie am leichtesten durch ein Stellengesuch im , Kleinen Anzeiger" derWr. Morgenzeitung -- —» ^>er polnischen Seele fremdes Produkt des Krieges" sehen. Die Tagung, die ein Organisationsftatut beschlösse» »ud eine Leitung gewählt hat, schloß mit der Annahme einer Reihe von Resolutionen, in denen die „Polen mosaischer Kon eft'ion" ihre heiße Liebe für Polen wiederholt beteuern, die „im Gegensatz zum polnischen Geiste stehenden und den guten Namen des polnischen Siaates und Volkes' schädigenden Pogroms tadeln, ftde Tendenz zur Schaffung einer separaten natümaljüdischen Organisation in Polen verwerfen, die Judenfrage als eine innerpolnische bezeichnen, die polnische Gee'lschafl zur Verurteilung der Pogrome und die polnische "Refterung zur Durchführung der „faktischen Gleichl e echtigung der Bürger ohne Unterschied ihres Glaubens" auf fordern und schließlich an die jüdische Bevokke-ung „zur Mitarbeit und zum Dienste für die polnische J.e^ appellieren. m. h. Die Streiks im Ostrauer Gebiet. „Moravskoslezsky Dennik" sch.eibt über die Streiks im Ostrauer Gebiet: Die Po7en haben einen neuen Versuch unternommen, im Ostrau-Karwiner Revier eine Streikbewegung hervorzurufen, welche die Kohlenföri erung unterbrechen und dadurch die Industrie der tschrcho-swwakischen Republik bedvihen und Arbeitslosigkeit verursachen soll. Der Streik, den sie unlängst in Karwin hervorgerufen hatten, überzeugte sie, daß sie sich in den eigenen Leib schneiden, weil durch den AusftarÄ die Förderung der Kohle, die sie aus de» dortigen Gruben beziehen, verhindert wird, deshalb machten sie de» Versuch, die Streikbewegung diesmal in je: em Teil des Reviers hervorzurufen, alldem sie selbst nicht versorgt werden. Zum Vorwand nahmen sie ten Änschaffungsbeitrag von 1006 Kronen für Ledige und 2606 Kronen für Verheiratete, den die Arbeitgeber den Aufsichtsbeamten als Entschädigung für die Lohnverkürzung bei dem Ausgleich mit den Bergarbeitern zugebilligt haben. Die polnischen Vergäret er riesen in Orlau eine Streikbewegung hervor, indem sie verlangten, daß ihnen die gleiche Zulage gc ährt werde wie den Aufsehern. In der Konferenz, die «iuberufen wurde, um über diese Forderung mit den Verlreiern der Grubenbesitzer zu verhandeln, erklärten die Vertveter der polnischen Arbeiter, daß sie von der Forderung abstehen. Es wurde festgestellt, daß sie danur zu dem Zwecke taten, um einen Streik zu provozieren. Die Vertveter der tschechischen Bergarbeiterschast erklärten deshalb, daß sie auf der Forderung lehar en, d ß die Bergarbei er einen Onschaffungsbeitrag in der g r chen Höhe erhalten, wie er den Bergarbeitern in Böhmen ausgezahlt worden ist. Diese Forderung wurde den Verhandlungen zugrunde gelegt. Die Bergarbei e: im Orlauer Revier warteten jedoch die Beendigung ve selben nicht ab und traten in den Ausstand, obwohl die Funktionäre der Organisation sich bemüht hatten, sie davon abzubringen. Dieser Streik dauerte kaum , eine Woche, und zwar bis gestern, <m welchem Tage im Orlauer Revier die Arbeit auf Grund eines Beschisses, der in der Bergarbeiterversammlung gefaßt worden ist, wieder ausgenommen wurde. Kaum aber war der Streik zu Ende, so spranst er auf da- PeterSwaldec Revier über. Diese Bewegung wurde zweifellos durch die gleichen Faktoren hervorgerufen wie iu Orlau, nämlich durch polnische Hetzagitatoren, waS aus den Forderungen der Streikenden ersichtlich ist. Die Füdrer der Bewegung in den Werken waren durchwegs unretse Elemente. Da eS den SicherheitSbehSrden bekannt war, daß die Streikenden beabsichtigen» nach MLHrisch-Ostrau zu zielen, wurden alle Zugänge nach Mübrijch'Ostrau und Schle.'tsch-Ostrau durch Militär abgesperrt, so daß er den Streikenden nicht möglich war. ln diese Orte zu gelangen. Die neuen Straßenbahntarife. Der StadtraL hat uefteen beschlösse«, die Fahrpreise der Straßenbahnen mn durchschnittlich 100° fi z n erhöhen, eS wird somit eine gewöhnliche Fahrt statt SV chell« 6V cheLtr und eine Fahrt im Frühtarif statt 2VHeller 40 Heller tosten. Auch die Strecken» undNetzkarten «sw.werde««« 100% erhbht. Die Enteignung der Schlaffer und Pak äste. Gestern nachmittags hat der Ausschuß für soziale Verwaltung den Gesetzentwurf über die Enteignung der Schlösser für die Errichtung von Volkspflegestätten wieder in Beratung gezogen. Die Verhandlungen» die seit einigen Tagen zwischen den Parteien über diese Sache geführt werden, sind wohl noch nicht zum Abschluß gekommen, doch dürfte es zu einer „Vereinbarung" kommen. Die bürgerlichen Parteien verlangen, daß für die Enteignung eine Entschädigung bezchlt werde. In diesem Sinne haben die Großdeutschen bereits einen Abanderungsantrag im Ausschüsse eingebracht; ' weiters verlangen sie, daß ein V e r z e i ch n i s der Schlösser vorgelegt werden möge, die sich für Volkspflegesiätten eignen und daher für diese Zwecke enteignet werden sollen. Da von sozialdemokratischer Seite dagegm geltend gemacht wird, daß der Staat nicht das Geld habe, um die Entschädigungen zu bezahlen, tauchte der Vorschlag auf, die ausgewählten Schlösser für eine gewisseReihe von Jahren — die Zeit schwankt zwischen 20 und 26 Jahren — dem Staate zur Verwendung als Volkspslegestätten zu übergeben. Die Verhandlungen werden wohl noch längere Zeit neben der Beratung des Entwurfes im Ausschüsse zwischen den Parteien geführt werden, doch, nimmt man an, daß es schließlich zu einer einverständlichen Lösung kommen wird. Salzburg will bei den Friedensvevhandlungen vertrete« sein. Aus Salzburg wird berichtet: Von ben maßgebenden Stelle» des Landes wird Neuerlich die Forderung nach cmer Brrtretuug Salzburgs b e i d e a F r r e d e » SverHandlungen in Saini-Germain erhoben. Bekanntlich hat die Staatsregierung eine diesbezügliche Bitte der Salzburger Abgeordneten abgelehnt. Der Salzburger Landesrat ist nunmehr neuerdings an btc Staatöregrermig mit dieser Forderung herangetreten. Der Anschluß Vorarlbergs an die Schmelz. Bregenz, 16. Mai. (Korr.-Bur.) Das Endergebnis der Abstimmung in Vorarlberg ist folgendes: Von den 70.965 Landtagswahlberechtigten stimmten 48.276 gleich 68'1 Prozent mit ja, 11.554 ilö-2 Prv zen 1) mit nein und 11135 (157 Prozent) enthielten sich der Abstimmung. Von den 69.830 Abstimmenden stimmten 807 Prozent mit ja und 19°3 mit nein. Berlin, 16. Mai. (Korr.-Vur.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung* berichtet aus Basel: Von der Eidgenossenschaft sind K o m m i s s i o n e n ernannt worden, welche die politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Fragen des Anschlusses Vorarlb e r g s an die Schweiz zu prüfen haben. Eine staatliche Kommission für Re»«- angelegenheiten. Die deutschösterreichische Staatskorrespondenz meldet: Wegen der erforderlichen staatlichen Einflußnahme auf die Rennbetriebe und im Interesse einer zweckmtsprechenden Erhaltung dieser Betriebe hat das Staatsamt für Land- und Forstwirtschaft eine staatliche Kommission ins Leben gerufen, welche aus ständigen Vertretem der bezüglichen Stellen sowie aus einem ständigen Vertreter der Gemeinde Wien zusammengesetzt ist und seinen Sitz im Staatsamte für Land- und Forstwirtschaft hat. Im Bedarfsfalls werden auch andere Gemeindevertretungen zugezogen werden. Diese Kommission wird unter Mitwirkung von Vertretern der Rennvereine, der Rennstallbesitzer und der Züchter schon demnächst ihre Arbeit beginnen. Errichtung einer Stoatsdahndirefttro» Wien- Nordost. JvrhwtiM Staalsaeftybiatt arlanttt «me DollzuaSanweisung zur Brrlautbarung» mUtelS welchrc die Auflösung der Nvrdvnhndlreknvn, der Direktion lür die Lmirn der Stüatsersenbalmütsrllschas! und der Äordwestbahndweknon und die Ernchlunff einer/neuen S r a a r r d a h n d i r r k t i o n mit dem Sw in Wrm anaevrdntt wird, welche btt Bezeichnung „Staatsbahndwrknvu Wten'Äordost" zu tUhren bat. Dieke VouMöanweisttng trttt am 1. Juli ,919 in Kraft. Mn drm gwchen Tage haben dte NordbadndiMtvn» btt D rtlt o« tit dte Limen der StaatSetseadahngesrllschafk und dteÄotdwrstdahnd.ttktrvu chtt ÄmMttgkeck e r a* zustellen und bat die StaotSbahndirekltvn Wnn«Rordvst thre Atntstätrgkert aufMehmen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.