Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 111 (10.5.1919)
- Date
- 1919-05-10
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 111 Wien, Samsräg Wiener Msrgenzeitnns wirS sich als stärkste Hoffnung tmler dem männlichen Teil des beachtenswerten Nachwuchses. Ern Ge'angskonzert der?yicut Hedwig S t e r m i ch - D e b r tz k o. die sich itt Prag und an nuferer Volksover viel Anhänger erworben hat, brachte die Wiederbelebung altitakienncher Ge'änge und kirre interessante Vorführung von Li-'dern , der neueren russichen Literatur. Es war Uilia'ankunst deS Gesanges, von * einem feinen, biegsamen Organ ansgeführt, dein dramatische Wucht rmd Derbheit fern liegt. Zur Begleiinng ergcuer Lieder erschien Josef Marx am Fkiigel und besorgte die wirkungsvolle Untermalung zum beseelten Vortrag der Sängerin. Dr. Paul W e i u g a r r e n aab neuerlich einen Klavier-, abend mit Schuberts Phantauesouate L-cllrr und der Avpalsionatä Als Höhevunkte. Starke künstlerische Impulse beleben Weingartens Spul, der musikalisches Pathos wie träumerische Versunkenheit mit der gleichen anziehenden Kraft zu gestalten versieht. Modern; war durch W e l l e s z, Springer und scorngold im Programm vertreten. Den Abschluß bildete Schumamts „Carneval", m dem btc Bilder Eusebius' und Florestans, drr ^llottrss Zan-antes", „Walss vllsmrmäs" und der siegesgewisse Marsch drr Dav dsbündler gegen die Philister zu klarster Lebendigkeit erwachsen. Der Imperialismus dieses streitbaren Heeres fand keinerlei Opposition, vielmehr begeisterte Gefolgschaft. vr. K. M. Aus den Theatern. Im Overntheater kömmt heute Samstag dm 10. d. M. ..Ticsland" mit den Damm Briigelmann, Szterenyi, Ortnrr, Schöne, Baucr-Pilecka sowie den Herren ScbmedeS, Wiedcmann. Bcteilo, Rttnuann, Gal'.vS 'zur Ausführung. Anfang 7 Uhr. Im Burgtheater gelangt heute Saurstag dm 10. d. M. Schillers Trauerspiel „Die Braut von Messina" zur' Ausführung. Anfang 6 Uhr. — Dienstag den 18 h. Pi. wird das Schamviel „Der Schöpfer" von Hans Müller aiDgefiihrt.' Anfang 6 Uhr. DaS Schönbrunner Schloßtheater, das als Filiale des Birrgtheaters geführt wird, dlirite am 1. Inni^cröffnet werden. Direktor Heine will hier vor allem die junge Sckausvielergarde des Burgtheaters, die bis nun gewöhnlich zu jahrelangem Wartet! auf beträchtlichere Beschäftigung verurteilt war. heran?,ichcn und an bedeutenden Aufgaben erproben. Die Eröffnungsvorstellung in Schönbrunn wird die ErstaMihrimg von „T r i st a n s Tod" m folgender Besetzung der Hauptrollen bilden: Die beiden Isolden — Frau W o h l g e m u t h und Fräulein Danegger lals Dedutt. Brangäne — Frau K a l l.r na, Anna — Frl. Mnye r, König Marte — Herr Siebe r t, Knappe — Herr Schmidt. Die zweite Uraufführung deS neuen Staatstheaters, das besonders dre moderne Literatur pflegen soll, wird Franz Bleis Lustspiel ..Logik derHerze n". mit Hans T h i e m i g in der Hauptrolle sein. Im Johann S t r a u N - T h e a 1 e r wird übermorgen (Montag) das Vaudeville „T ata- T o t o" zum crstenmale gegeben. . Gedenk-Mkademie. Eine Festaladcmie zu Ehren deS Andenkens der kroatischen Märtyrer findet heute, Sainstag den 10. Mai, um 7 Uhr abends im Saale ded Ho?el „Post", l.Bez., Fleischmarkt 24. statt. Zn derselben haben ihre Miwirkmig, znacsagt: die Overnsangerin Fräulem N e s e t k a, die KlaMrvirtuosin Gisela Beck, ferner die Opernsänger Bnskovic und B l a h o v i c. sowie ein Biolmchrattett. Karten zum Preise von 3 bis 15 K sind im Momrthaus. Overugasse 8, zu haben. Der Reinertrag fließt wohltätigen Zwecken zu« Arno NadelS „Adam" wurde bei der Erstaufführung im K 8 n i g s b e r g e r Neuen S ck a u s,v t e l b a u s zunächst mit andächtigem Schweigen, zuletzt mit lebhafte,n Beifall ausgenommen. Der anwesende Dichter konnte, wieder holl batiken. Der Grundgedanke ist, die Süttdemette zu zeigen, die ans dem ersten Sündenfall entspringt. Zu KamS Brudermord, der auf Elfersuchtsmotive zurückgeführt wird, ist eine Ehebruchstragödie zwischen Adam, Eva und einer zweiten Frau hinzuged'.chtet. Der Konflikt findet darin seine Lösung, daß Adam die Geliebte verstößt und zu Eva zurückkehrt, in der er Oifenbarnng gLlllichen Geistes und Ersatz für das verlorene Paradies sieht. K.it. kr. Kriminal. Die Erlebnisse im Wiener Garnffonsgefananls als politischer Unkersuchnngshästling schildert der berühmte tschechische Dichter J.S. M a ch a r Nicht im larmoyanten Tone der üblichen Knminalanfzeichmmgeri, sondern «t einem dramatisch bewegten hlstorisch-satrrischen Roman, drr durch den absoluten Mangel süßlicher Seut'M'N'alstät den Wert e«neS menschltch-dichlertschen DoknmcnteS ans den schwarzen Tagen, die mtn endgültig hinter uns liegen, erhält. Preis broschiert K 11.—, gebunden K 15.40. Zu bez eben itt den nächsten Tagen durch die Buchhandlung R. Löwit, Wien, I., Nolenlnrmstcaße 22. Sport. Wrr «M Schiedsrichter werden? Durch den Wiedereintritt normaler Sportverhältniffr ist der Bedarf an Schiedsrichtern ganz gewaltig gestiegen; an manchen Sonntagen sind über 100 Wettsptele zu besetzen. Der BefftznngSauZfchuß vollbringt ein direktes Kunststück mit der Nominierung der Schiedsrichter für die Meisterschaftsspiele der vcrschirdenen Klaffen. Dgs Amt des Schiedsrichters ist kein angenehmes« weil er es nur in den seltensten Fällen allen Leuten recht machen kann, speziell die vulcn sanatischru Klnbenthusiasten sind nie znsriedengestellt. Daß eS dennoch gelingt, wenigstens die notwendigsten SportSleute für die Leitung der Wettsptele zu erhalten, beweist nur, welche Liebe und Treue diese wenigen Schiedsrichter dem Fußballsport rutgegenbringen. DasSütiedSrichterkollegium braucht- Schiedsrichter! Alle Sportleute, die sich zur Ausübung des SchiedSrichtrramteS nur halbwegs befähigt fühlen, werden aufgesordcrt, sich in den Dienst der Sache zu stellen. Auch solche Sportleute, die noch nicht ganz sicher' find, wollen sich melden, damit sie sich zuerst als Limennchtcr btttttiQctt. Anmeldungen sind an das Schiedsrichterkollcgium des Fuß« ballvrrbandes, l., Annagasse 7, zu richten. Am Fkuszeug " me - ... __ von Wien nach Kopenhagen. Der hekanme oiLcu-eiklnsme Polarforscher De. König flog kürzlich von Wien nach Kopenhagen, um im Anflrage der detMösterretchlWin Negierung über die Heimkehr nnsrrer Kriegsaefangenm ans Sibirien m unterhandeln. Dr. König bediente sich Im dielem mitfl eines österreichischen Möuix'ApPgratkS, dev von einem Fe dviloten tifftcncit luuvbc. Da Dr. König ans dem Wege Gc- Kiitte zu erlevigen hatte, nahm ,v .die Rou rübsv 8>N), Aussig, Ätpun nach Kpperrhagen. Auch dre Rückrrtse wtt'd lw Flugzeug dmchgeiühvt werden. . Ein, Epvktwoche in Klayonfntt. An Klagrnfuvt, das . ere rührige Sportvereine besitzt, wird Ende Juni eine große ^portwoche (uilsiball, Leichtathletik, .Schnnmmen) veranstaltet, an der zahlreiche Wiener Sportleute leiluehtnen werden. Datnen-LskchtlrLhletrk. Die Damen^Leichtathletik, die schon als völlig abgetan betrachtet tumbo, r>igt sich jetzt wieder bescheiden, ans Lrcht. Der W. A. F. beabsichtige, \n b:: nächsteil Zeit einige Wettbewerbe für Dauien zur AuStragtitig z.t b^ngeil und auch bei den Meisterschaften, die Ende Junt fttutfinbcii, sollen btc Damen nicht übergangen werden. " SpovtlehrerLurs. Der vom Prof. Svitzh aeh.iltcnc Kars für Sportlehrer, der am 1. Iunr beginnt, findet täglich tu der Zeit von */,7 bis Ö Uhr abends im orthopädischen Spital Gaffergasse, statt. In der Budapester Meisterschaft führt tnomeutau der M. T. K., der in. 19 Sviclen. 31 Punkte erzielt hat. Au zweiter Stelle sieht der F. TüC. mit 18 Spieleu und 32 Punkten. Ein lokales Wettschwimmen und -Springen für Damen und Herren findet am 1. Juni un städtischen Bade, XVU., Iölgersiraße. statt. Für den Stafettenlauf Floridsdorf-Hohe Warte, der von der Hakoah am 1. Imr veranstaltet wird, gibt sich in Sportkrelfen großes Jntereffe kund. Nevay, ein tüchtiger Leichtathlet .der Wiener Hakoah, ist nach Graz übrrsiedelt, wo er für den Bruderverem tätig sein wird. > Hakoah. Heute, 7a8 Uhr abends. Mitgliederversammlung. Morgen -finden folgende Wettspiele statt: 7»9 Uhr Hakoah Reserven—Admira Reserven: 1/«tl Uhr und ^/Z12 Mr Hockeywettspiele Hakoah-Wiener Hockevklub (sämtliche Svtcle auf dem Hakoahplatz); Vr» Uhr Hakoah—Admira Hohe Warte). Sp. u. G. B4 „Kadima". Heute, 6 Uhr abends, Vollversammlung sämtlicher Sektionen. Anschließend gemütlicher Abend. Morgen Sotmtag. Meisterschaft gegen Akadmiia mit beiden Mannschaften auf dem Admiraplatz. Beginn VdS und %5 Me. . Anitas. Heute, präzise 6 Uhr, Ansschnßsitzung im Klubcgsä Prückl. Es hahen sämtliche Funktionäre zu erscheinen. Um 7 Uhr daselbst Spioleroersammlung und MannschastSgnsstkllurig flir das morgige^Meisterschaftsspiel gegen „Phönix" ans dem Platze des Wiener Atnateur-Svortvereins m Ober-St. Beit. Endstation des „5ö"er-WagenS. Beginn 1, V»3 und i Uhr. Der Volkswirt. Die finanzielle« «»d wirtschaftlichen Bestimmungen des Friedensoertrages. DergesamteBesitzund alle Einnahmen Deutschlands sowie der Gliedstaaten haften an e rA e r S t e l l e für d i e B e z a h l uu g der Kosten der Wieder her st ellungen sow i e a l l e r a n d e r t n S a ft c n, dre sich aus dem vorliegenden Vertrag oder irgendwelchen. sonstigen Abmachungen zwischen Deutschland und den Alliierten ergeben. Insbesondere darf die deutsche Regierung bis 1. Mar 1931 Gold nur a u 8 f ü h r e n oder darüber verfügen oder die Ausfuhr von Gold gestatten, wenn die Kommission für Wieder- Herstellungen die Maubnis hierzu erteilt. Deütschlanb muß die Unterhattungskoste» aller alliierte« Heere in den besetzten d e u t s ch e n G e b r e t e n seit dem 13. November 1918 bezahlen. Die Kommission für Wiederherstellungen setzt fest, welche von Deutschland auf Grund des Waffenstillstands« Vertrages geleisteten Lteferungen auf die von Deutschland zu leistenden Zahlungen anzirrechncn sind. Dabei werden Z a h lnn g e n für d id B ersorguna Deutschlands mit Nahrungsmitteln U n d N o h st o f f e n sowie Zahlungen, die nach Ansicht der Entente den Zweck haben, Deutschland zur Leistung der Wiederherstellungen zu befählgm, die Priorität haben. Die Mächte, denen deutschesGebietabg e t r e t e n w t r b, übernehmen t i tt c n Z e 11 b t r deutschen Reichsschuld sowie des betreffenden Staates nach dem Stande vom 1. August 1914. Hiervon rst jedoch Glsatz-Lothringen ausgenommen sowie derjenige Teil der auf Polen entfallenden Schnld, der nach Ansicht der Kommission für Wlederherstelliingen ans Maßnahmen zum Zwecke der deutschen Kolonisation stammt. Dasselbe Recht erhält Belgien sür die in seinen Besitz übergehenden Gebiete. Deutschland verzichtet auf alle Rechte irgendwelcher Art sür sich nnd seine Staatsangehöi'gen ans Verträgen betreffend dre Verwaltung und Kontrolle von Kommissionen, Agenturen, Staatsbanken sowie sonstigen internationalen, finanziellen und wirtschaftlichen Kontroll» körpmchaslen oder BerwaltungSkörpern in sämtlichen alliierten »ud affoziierten Ländern sowie m Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und der Tit.kel. einschließlich ihren Besitzungen im Gebiete des früheren Rußland/ Deutschlatid verpflichtet sich Weiler, zugunsten der Entente die mtt der Türkei sowie der österreichischungarischen Negieinng abgeschlossenen Ftnanztransaktiotien rückgängig zu machen. Die Kommission für Wiederherstellungen ist befugt, innerhalb eines IahreS, von der Gültigkert des vorliegenden Vertrages an gerechnet, von Deutschland zu verlangen, daß eS alle Rechte oder Interessen der deutschen StagtSauaehöligen in allen öffenrlicheii vlnternrhnnittgen, die eS in Konzessionen tu Rußland, China, Oesterre!ch-r!ngarn, Bulgarien und der Türkei besitzt, bekannt gibt. Binnen sechs Monaten muß Deutschland +»MV l|Vt» tWVttfcbtpvtl* «MtV WVHV<|v*'VW»i werden Deutschland als die von ihm zu leistenden Wtederher^ stellungen angerechnet. Die in Gold von Deutschland zu zahlenden Summen sollen nach der Wahl der Gläubiger in Pfund, Dollar, Franks oder Lire geleistet werden. Deutschland verpflichtet stch. die Einfuhr a n S sämtlichen alliierten und assoziierten G t a a t e nm i t keinerlei Zöllen oder Lasten zu belegen, die die Sätze übersteigen, die irgendwelchen anderen Staaten gnferlegt werben. Ferner darf es eine solche Entfuhr nur yerbieten oder beschränken, wenn dieselbe Mtsrregel für alle anderen Stggtm g'lt. Ebenso gesteht Deutschland den alliierten' und affvztitt'tm Regierungen daö N e ch t d e r M e i st b e g ü nft t g » u g l> e i d e k A n s f u h r z«. E l sag * l o t \\ v (»• i f ck e Er? t u an t ff t da.b«« f ü n! Ä.gL re bas eckt der zollfreien Einfuhr »ach Deutsch, ei n b» Zur Rkgilung derVesahl«ng der Schulden Angehöriger fvindlichyp Länder lrd iede der vertragschließenden Regienutgen binnen drin Monaten eiu Bureau M Prüfung und Auögletchung einrichten, welches aus- 10. Mai 1919 Seite 7 schließlich für die Leistung und dm Empfang solcher Zahlungen! l^stlnnnt ist. Jede Regicrutlg ist für die Zahlung der von ihren! Staatsangehörigen gcsch-:ldeten Beträge verantwortlich. Die! rtUi.crtcu Mächte behalten sich vor, alles Eigentum, beziehungsweise alle Rechte und Jntevessen deutsch erStaatsangehöriger «»st ihrem Ge biete zurückzubehalten und zu liquidieren« Dabü gelten diejenigen nicht als deutsche Staatsangehörige^ die durch diesen Vertrag die Staatsangehörigkeit einer allnerten Atacht erworbetl haben. Jede allrierte Macht kann Über die Er», trägntffe des von ihr beschlagnahmten EtgentumS verfügen, utu die Entschädigüngsanfprüche auf Grund bicfcS Vertrages zu befriedigen. Die Verträge zwischen Feinden gelten als nichtig vom Augenblick des Kriegsausbruches an., Auögenommen sind nur Verträge, deren AuSflihrimg eine Negierung der allnertett Mächte' zugunsten entes threr Staatsangehörigen binnen sechs Wochen verlangt. _ Die VermSgettsaKmeldung Neue Vorschriften. (Schluß.) Konirollbszeichntmg von Wertpapieren. Die im Jnlanbe befindlichen Wertpapiere werden nach der Anmeldung im allgemeine,l einer Kontrollbezeichnung: unterworfen. A u S g e a o m m e n find von den ^nicht in inländischer bankmäßiger Verwahrung besindlichen Wertpapieren: d) Lose der Klassenlotterse, andere Lose, deren Nominalbetrag 40 Kronen für das Stück nicht übersteigt, seritep PrämieneonponS, bezirhungsweise Gewinstscheine solcher. Lose; b) Versicherungspolizzen (über Ablebens-, Erlebens-, Auöstattungs-, Mitgift, Kriegsanleiheversicherungen usw.s, die, aus. einen Kapitalbctrag bis 2000 Kronen, und RentenversichernngZpolizzen, die ans einen jährlichen Renten bezug bis 200 Kronen lauten; c) bis auf weiter« Verfügung seit dem 1. November 1918 erworbeneKriegsanleiheobligationen, die anderen als den in Abschnitt 2 unter Punkt 1 angeführten Personen gehören, sowie alle diesem^ Personen gehörigen Schuldverschreibungen des ehemaligen österreichischen. Staates, die seit dem 13. März 1919 ins Inland gebracht worden sind oder gebracht werden und die nicht als bereits am 18. März 1919 in ihrem Besitz stehend angemeldet worden sind. . . Für die in bankmäßiger Verwahrung befindlichen Papiere gelten noch die folgenden Ausnahmen: d) über- Mnsch der Eigentünter Wertpapiere in inländischer bankmäßiger Verwahrung, die Personen gehören, die ihren Wohnsitz (Sitz) mindestens seit 1. Jänner 1918 außerhalb des, ehemaligen österreichischen Staates haben, wenn die Depotstelle über Eigentumsverlältnis und Personen des Eigentümers keinen Zweifel hegt; e) bis zu einer wetteren Verfügung Schuldverschreibungen des ehem. österreichischen Staates, die in inländischer bankmäßiger Verwahrung stehen oder seit dem 13. März 1919 ins Inland gebracht worden sind oder gebracht werden und ausländischen Staatsangehörigen, Gesellschaften ober juristischen Personen, die ihren Sitz int Auslände haben, deutschösterreichischen Staatsangehörigen, die im Auslande ihren Wohnsitz haben, beutschösterreichischen Staatsangehörigen oder Gesellschafteir oder juristischen Personen gehören, die im Inland ihren Wohirsitz (Sitz) nnd im Auslande Betriebsstätten haben. Die Kontrollbezeichnung erfolgt durch Aufkleben und Etttiverten einer Kontrollmarke auf dem Mantelbogen an eurer vom Anmeldepflichtigen oder der Depotstelle beizubringenden E i ü l a g e, die die Art des Papieres, den Betrag in Ziffern und Worten sowie Serie und Nummer zu enthalten hat. Die Kontrollbezeichnung wird entweder von der Steuerbehörde durchgeführt oder anderen Organen übertragen. Für die Kontrollbezeichnung durch die Steuerbehörde ist «ine Manipnlationsgebühr von 50 Heller sür jedes Stück, für die durch andere Organe erfolgetrde eine solche von 50 Heller für das Stück der nach Stücken gehandelten, von ein halb Promille vom Nennwert für andere Papiere, mindestens aber von 50 Heller zu entrichten. Nicht mit der Kontrollbezeichnung versehene anmeldepflichtige Wertpapiere dürfen im allgemeinen vom 16. Mai 1919 an im Jnlanbe nicht wirklich übergeben und auch nicht in Verwahrung übernommen tverden. Auf solche Wertpapiere dürfenneue Couponbögen nicht ansgefolgt, Treffer und Prämien nicht ausgezahlt und ein ktienbezttgsrecht darf damit nicht ausgeübt werden. Depotsprrre. Offene Depots in inländischer banknrähiger Bertvahrnng 1 sind bis zu der nach der Anmeldung erfolgenden Freigabe für die Behebung im allgemeinen zur Gänze, soweit sie inländisches Papiergeld enthalten, jedoch nur zur Hälfke gesperrt. Auch nach der Freigabe bleiben sie zur Gänze gesperrt, soweit sie aus inländischen und ausländischen Goldnnd Silbermünzen solvie ungemünzten und unverarbeitetem Edelmetall, ausländischen Staats- und Bankttoten, Wechseln, Schecks und Anweisungen anf das Ausland und ausländischen Wertpapieren bestehen. Ännteldvng von im Inland« befindliche« Guthaben aus Geldeinlagen. ___ Anzumelden sind alle verzinslichen oder nnverzinslicheit Geldeinlagen bei einer inländischen Niedorlassmtg eines inländischen oder ausländischen Kreditinstituts oder J&ei Personen, die im Inland« gewerbsmäßig Bankiergeschäfte vetretben, gegen Einlagcbuch, Einlage schein, verzinslichen Kässeschein oder in anderer Form, jedoch mit Ausschluß der Guthaben ans Kontokorrenten oder Girokonten und der Gutscheine, über zur Kennzeichnung ein gelieferte Banknoten. Nicht anzumekden sind Einlagen gegen Einlagebuch oder Einlageschein, wenn die einer Person gehörigen Einlagen 1000 Kronen nicht übersteigen. Ms zuständige Anmeldestelle gilt in: allgemeinen' die Stenerbehürhe erster Instanz. Die Anmeldefrist endet mit 31. Mai 1919. Die Anmeldung erfolgt für jedes. Etnlagebuch usw. abgesondert unter Benützung deS bei den Anmeldestellen erhältlichen Musters nach dent Stande vom 13. März 1919. Anmeldung von Kontokorrentguthaben. Anzumelden sind die im Jnlanbe bestehenden Guthaben (Aktiv- und Passivsaldi) aus allen Kontokorrenten oder Girofonton und dergleichen. Nicht ° cmzumelden sind Guthaben au« Girokonten bei dev Postsparkassa bis zu 1000 Kronen. Als zu tändigs Anmeldestelle gilt dis Sienerbehörd« erster. Instanz. .Die NmneldnugAfM endet mit 31. Mai 1919. Die > Anmeldung erfolgt unter Benütz,,M des bei de,, Anmelde-- stellen erhältlichen Musters, Daa Mster ist vom Anmeldevfllchtiaeii sdor seinem ^evyllntächttgtrn j» pierfachv« Auskrttgnns MsznsMn, zu untersHrttasn und bei der wmtA* stelle nt überreichen. Jene kontoMrenden Stellen in Wien und allenfalls in «ndsren Städten, bei denen basondere «umelbeM'le» errichtet werden, werden den Annieidepsltchtigcn für die bot ihnen höstehenden Gnkhabrn berettS auSgpfülllc- M'.rston in dreifacher Ausfertigung Msandon. Dies« AnmtzldepflichtiM haben diefe ZilseMrirg ahiuwarten..