Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 110 (9.5.1919)
- Date
- 1919-05-09
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
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Sette V Wien, Freitag Wiener MorgenzetLung 9. Mai 1919 Nr. Iw Kommunales. Krawaüe im Wiener Gemeindernt. (Sitzung am 8. Mai.) Der provisorische Gemeinderat hielt gestern nach den Wahlen wieder eine Sitzung ab, tvahrsrl-einlich die Vorletzte vor seiner neuen Konstituierung. Der Verlauf gestaltete sich stellenweise sehr tumultUarisch Und es schien einen Augenblick, als ob es zu einem Handgemenge zwischen einzelnen d'hristlichsozialen und Sozialdemokraten kommen würde. Ma» tonnte sich des Eindruckes uicht erweht^N, als ob gewisse Zerren kurz vor dem unfreiwilligen Verlassen der Störw ihrer „Wirksamkeit" noch einmal ihren ganze» Grölt üüslassen ivollten, weil sie nun wieder in eilt Dunkel zurückkehrrN müssen, aus dem sie «eigentlich Niemals hätten mtfsteigett dürfen. Nachdem einige Referate schnell erledigt Wörden wüte-, kam es hei Erstattung des Referats über die Erhöhung der kommunalen Arbeitslosenunterstützung ZU äußerst tumnltrrarischcn Tzenen, nwlche wohl an zehn Minuten andauerten. Der 'christltchsoziale ^iemeinderat Doppler sagte nämlich, daß die SkrbeitSWsen- Unterstützungen nicht davon abhängig gemacht werben sollen, daß die Bezugsberechtigten einer bestimmten Partei an gehören. Wer sich heute um eine Arbeitslosenunterstützung bewirbt, sagte er, muß sich mit einem DtitgliedsbUch der sozial« demokratischen Organisation ausweifen. (Rufe bei den Sozialdemokraten: Das sind PchuschalverbächtigUngSN!) Diese Unterstützungen sind öffentliche Gelder, fahrt der Monet fort, und sie müssen jedem ArbeitAossn ohne Rücksicht, daraus, wie er organisiert ist, airsgezahlt wetdett. (Beifall rechts. Stürmische Rufe bei den SozialdemoktateUt.PMschatVerdächttgllNgen!) Der Redner fährt fort: Ich stelle unter Beweis, daß solche Fälle vorgekommen sind. Wir sind für die Unterstützungen, verwahren uns aber düMeir, baß ein solcher Zwang und Terror auSgeübt wird. Wh-lttnoe stürmische Ruse bei den Sozialdemökrütew, welche wieder Gegenrufe bei den ChristlichsozirleN erwecken.) In diesem Lärm erteilt VizeblttgSkMetstG Hotz dem (s-emeinderat Karl R ich te t das Wort, welcher MMNs der Gewerkschaften die mit der Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung, betraut sind^ gegen die. vvrgebküchten Behüttprungen entschiedenst protestiert. „8s ist eine Lüge «ich Verleumdung!" ruft er in die Versammlung mit erhobener Gtimrue, daß die Auszahlung von der Zugehörigkeit zUk sö pftl* demokralischen ÖrgüNisatiM abhängig gemacht wttrdt. iStürmische Unterbrechung bei den ChttstUchsozilli'eN.) Allerdings Wird die Zuweisung der lürterstützung von der Vorweisung einer Legitimation abhängig gemacht. Es gibt keinen Fall, daß ein nicht sozialdemokratisch organisierter Arbeitsloser deshalb übge-' wiesen würde. Wir Müsse« darauf bestehen, baß konkrete Fälle angeftihrt werden. Gemein berat Doppler: Beim SchUetdtzrveebtznb ist es vorgekominen. Das ist das Signal zu einem ungeheuren Tumult. „Das ist eine Verleumdung!" „Beweise erbringen!" - schreien die Sozialdemokraten, denen die Christlichsozialek erregt antworten. Es fallen heftige Worte. Einzelne GöMeittderäte geraten hart aneinander, Nur mit Mühe gelingt^ es einigen besonnenen Elementen, die Gegner zu trennen. Der Vorsitzende gibt umsonst das Glockenzeichen. Immer von neuem ertönest die Rufe: „Verleumder!" Die Erregung will sich minütenlang nicht legen. Die Soziüldemokrattzu rufen den Christlichsozialen zu: ,Luerst habt Ihr sie arbeitslos gemacht, und jetzt spielt Ihr euch auf ihre Retter aus! Wir las sen uns keine Verleumdungen von euch bieten!" Gemeinderat Melcher: Die alten Zeiten kehren wieder! Schriftführer Philp versucht, dis Streitenden zu beruhigen, welche jeden Augenblick zu einem Handgemenge überzugehen drohen. Endlich nach etwa zehn Minuten gelingt es dem Vorsitzenden trotz des Lärmes, sich verständlich zu machen UNd er sagt: „Ich weise zurück, daß Gemeinderat Richter von „Lüge" gesprochen hat. Gemeinderat Doppler hat sticht verleumdet, er hat gesagt, daß eist sozialdemokratisches Mitgliedsbuch vorgelegi werden muß. Ich bitte uachzuweisen, daß das nicht so ist. (Gegenruf bei den Sozialdemokraten: Zuerst muß Doppler den Beweis erbringen!) 'Gemeinderat Hemala schiebt den DotttMrs der Verleumdung Und Lüge auf die Sozialdemokraten zurück, indem er erklärt, daß der ObMüNNstellvöttreter einer christlichen Schneider«rganrsation, Rettbüuer, der arbeitslos geworden war, beim Verband der Schneider UM eine Unterstützung ein» geschritten ist, aber kein« erhielt, weil er der sozialdemokratischen Organisation nicht angehörte. (Rufe bei den Sozialdemokraten: Vom Verband!) Schließlich hübe' tt die Unterstützung doch erlangt, weil er darauf bestand. Man sei eben auf einen Arbeiter gestoßen, der sich sein Recht sticht nehmest ließ. Das war ein Fall Unter Hunderten. Gemeinderat Schorsch führt aus, daß man,..wenn das Arbeitsbuch die Organisation oder Gewerkschaft verlange, auch von dieser Seite eine Unterstützung bekommt, Wetztt die Christlichsozialen von Terror sprechen, so verweise er darauf, daß der Mann, um den es sich Im vorliegenden Fall handle, seit 1918 in der Organisation sich befinde. Er habe sich dem damaligen Vertrauensmann angetragen, auch bei der christlich-, sozialen Organisation Mitglied zu bleiben, UM zu sehen, Witz es dort zugehe und bann zu berichten. D'aS wurde avgelehnt. Hierauf beruhigte sich die allgemeine Erregung und es konnte an die Erledigung der Tagesordnung geschritten werdest. Jrt der Debatte über das Referat des Vizebürgermetsteks Hoß Über die Vermietung der Kanzletgebäude des Kchlachthofes St. Marx an den deUtschöstekretchischen Wlrtschaftsverband für den Mehverkehr wcd an di« amtliche Fleischübernahmsstelle beschuldigte Gemeinderat Dr. Gla sauer die Sozialdemokraten der systematischen Aushungerung Wiens, was natürlich bei diesen lebhaften Protest hervoertef. Gemeinderat Emmerling erwidert«,, man könne ebensogut sagest, daß die Bauern ihre Waren zurückhalten und im Schleichhandel verkaufen. Diesen SotNmrf wWS wieder Vizebürgermeister Hoß zurück. Nachdem Vizebürgermeister Rain Über den Kettritt der Gemeinde zur Fnttermtttelverkehrsgeselftchaft mit einet Einlage von ISO.000 Kronen Bericht erstattet Hütte, wurde endlich die lebhafte Sitzung geschloste«. Gefunden tefl&cfl dir Ins-ttnteit beS „stlelnm Anjekacr* dee.Nkeuer Vioc^nzUtmlg', tört* Ol suchte»: Lehrer, Wohinmgrn, USvfer, Personal. Nn Vre^uch stekttüuch Lk juftUbeit. SEIDENHAUS B. KULLMANN Wien, I., Rudolfeplatt: 3. *M Reicliliultlge AltSWfthl in Soiflohtfareti, SöidMi Kichern Und LtUMiüS. .!! Export nach allen Richtungen fl Mtt Ausfuhr* u. ElsfuhrbewEHIgung! Wie Katastrophale finge der städtischen Gaswerke- In der gestrigen Stadtratsitzüng berichtete der Direktor der städift scheu Gaswerke Wenzel über .die derzeit vollkommen u i z utaugliche B elt es ernst ü Wi'enS Met Ä ä &!ot)ie. Der Ginlaüf nay m in den letzten ap ständig ab. Am vorgestrigen Tage blieben die Znv ö l l st Ü « d i g a u ß. Nachdem f,Uhrettüde r h a st p t v ö l l stfti.. . . ..— die Vorräte der städtischest Gaswerke so gering sind, daß sie kamst mehr sük die Zeit reiche», die stoiwenolg ist, um ditz Gosmeffer in ganz Wien abzusperren, wurde da^ Eraatsamt für osfeutuche Arbeiten ausgesordert, entweder,für dre schleunige Herbeischaffung von Kohle für die' städtische» Gaswerke Dbrae Mt tragen, oder aber wenn dies Nicht im Bereiche dev Möglichkeit ist, die nötigen Einschränknngsverfügungen zu treffen. Bürgermeister Dr,W eiskirchner stellte den Anttag, daß sich die Gemeinde Wien in eingehend begründeten EiNtzübkN Sn dir EuirntemikstöN iit Wien wenden mögedamit diese die tschechische Negierung zm Einhültiing der mit MMschöstevreich abgeschlossenen Gtaatsvertriigs verhalten möge. Gleichzeitig werden vn den Minister des Aeußerii nnd .den GtaMaWk Berständigimgru über die katsstrophale Lage dtt stiidtlschen Gaswerke ergehen. Änstaus dek Krieau durch dils Gemeluve Wien. Brr Madtrai bat in seinek geftrjaen Sitzung HMösten, die Krieau um de» Betrag van L'9 M t k N v n e n K t d h e n ds» den Erben bei Kaisers Franz Jv jef, den ehemaligen .GGerzsaimen Gtsela^ und Imme und der Fürstin Win d i s ch a ra tz, m erwechm. Die Gemeinse aelangt damit ln den Besitz des «sttw TtileS des PraterS» Die Krjtüu wirs mMDeßlitz E ry oluna Sz w ecken a ew id m et werden. Das TerraM erstreckt sich vöNiTrabmMatz bis zur Stamuer EisrnbayubMe. Beitritt zttv FuttüLveMekjkSgSsellschnst. Der Stadt-- ryt bat nach einem Berichte des BiirgeMkisteks Dr. Weisklkchner die Beteiligung der GemeiM Wien an der bestehenden Futterv e r k e h r S g e s e l t i ch a f t m. b. H. mit emer G t n m meinlag e vsnldO.OOOKtzoneu uuler der Bedinguttg ausgesprochen, daß der Gemeinde eine Geschüftssührerynd zwer Aufsichtsratsstellen eingernumt werden. Die Ernährung. Der Marktbericht. Der Besuchder Märkte war gestern weit lebhafttr, da Mc. Flekschansgabe für die neue Mischbezugdw.vche begonnen hat. Die für die Ausgabe den ravonierten Gchweinesteisehes ausgegebenen Mengen waren iibernst mehr als ausreichend, Rmdfleisch reichte auch so ziemlich zur Deckmig veS Bedarfes.^ Viele Berbkancher wußten beute »och nicht, welche Grlwpe von Wisch- Hauern ln dieser Woche mit Rindfleisch versehen sein, werden, da eine Bekanntgabe nicht rechtzeitig ersvlgie. Rindsteisch wcwen m dieser Woche nur jene Verbraucher tthalteN, deren Fleischhauer mit den Anfangsbuchstaben 11, l, 1 beginnen. Außer den: rayonierten Schweinefleisch und Rindsteisch gab es heute in der Grostntarkthaste kein Fleilchangeböt. An Weichwürsten waren nur 600 Kilogranuu vorrätig. . Die Mchmärkte eryicltm heute größere Zufuhren an Scesischen, doch öesanden sich darunter wenig miche Srestsche. Die Nachfrage warj da die Verbraucher gestern Gelegenheit hatten, Fleisch zjt bMrn, sehr „gering. Die Grlmwürenmarkte waren hmle mit Frist,gcmüse noch schlechter als in den letzten Tagen versehe», sttüben waren wieder n großen Mengen augebote». Kondensmilch für Kinder bis zu ü Jahren» Vom dettischösterrelchischtztt Staatsamt für Volkserrrjihrung wird., verluutbart: In Fortsetzung der Aktion zur Verbsstecung der Milchversvrgung Wiens wird auS de» von der (ÜMeitte zur Verfügung gesteüten MstchkenittvenvorräUn vom 11. b\ i 2 4. M a i an Kinder vom vollendeten 1. d 1 8 zum N d l ft endeten 6. Lebensjahre gezuckerte Kondcnsvollmilch abUgtben. Jedes Kind vom vollendete» 1. bis zum vöstendetm 2. Lebensjahre hat Anspruch auf je 3, jedes Kind vom vollendeten 2. bis zum vollendeten 6. Lebensjahre auf j e 1 Dose Kondensmilch. Die drei Dose» können aus einmal oder in Teilmenge« bezogen werden. DiOkdgabe erfolgt wir bisher gegen Vorweisung dre entsprechenden MiWarte. Ä Der Preis jüe eine Dose wurde vom, StaalSamt für VokkSernährnua mit K 6.“ festgesetzt. Die Inhaber und Leiter sämtlicher Mllchabgabkstellen sind verpsttchtet, bet jeder Abgabe von Kondensmilch eme der Zahl der verkauften Dose» entsprechende Anzahl der TageSavschnttte der U7., beziehungsweise 118. Woche — beginnend mit dem Montagsabschnitte der 117. Woche — von der M'lchkarte abzutrennen. Die vorhandene Frischmilch bleibt den Kindern bis zum vostendeten ersten Rebenslahre und dm Schwerkranken Vorbehalten. Kinder vom sechsten bis zum vtKzchnten Lebenklahre konnm während der voranacföhvtcn tzeiiperiode mangels genügender Vorräte nicht mit Kvndenömstch beteilt werden. Ger Getreidemb Mehleinlauf. Vom GtaatSamt für VolkseuiÜhmna wird. verlMbartr Aü Etkreide und Mehl sind mit Gntentesendunge» m ^AmEÄa!^ ll^^Äm» Getreide»--- 1078 Tonnen Mehl feeuec -ckmiMN 1658 Tonnen Mehl MWt h Mai (hi 7 Togen) znsmmne» 10^81 U D«-etkß« TakeSbedacs 14H Tmmen Mehl. Die -«»ckovvsvforanttg. Me M6 mimMt wird, soll bi, zw et t i MärMste der MlüiWote. in Kürze MtSaetzeveN werden und auch die früheren Rückstände dürften zur Ausgabe gelangen. Der Kleinperkauföprttö von K 5,08 OlciOt .^.ntmerändcrt. Erster Wiener Konsumverein. Da uns das Oel für düse Woche noch nicht mgewiesm wurde, könnm wir mit der Abgabe dieses Artikels erst nach er* folgter Uebernahme beginne». Mitteilungen der „RohS-. Heute Freitag im .Zentralmagazin (Vin, Brzirv Pianstmgasie Nr. IS): Kartosiclwalzgrieß, Knoblauch, Sah> Essig, Sardellen in Del, Tunfisch in Dosen, Zwirn, Bari. Seifte Fküttckküstee von $ bis l2. und Von 3 bis 5 Uhr. 3 I. Bezirk: Diverse Kletnigkette» von 6 bis 19 Uhr. ii., iii., iv., v., ix. X., xiil xiii., xvii., xvin, Mtd XIX. Bezirk: Abgabe von rayonierter Ware Md diversen Kleinttzi keilen bon y bis 1s M)r.! XXt. Berzirt! Rühoniette Ware von 2 bis 4 Uhr. ' S a a tka rto ffela b g a b e für die Rohö-PLchtee von allen Bezirkm Freitag und Samstag von 8 bis 12 Md von 7>8 bis 6 Uhr. Pachtschein Und Emkaustcheiu mttbringem, W. g. W. j Morgen Samstag des 10.d.M. von y bis 11 Uhr Umtarstch btt alten Einkaufbücher in neue Bücher. Es wird darauf aufmerksam .gemacht, daß ab nächster Woche der Verkauf a u sz schließlich auf Grund der neuen Einkünsbücher erfolgt. Bühne und Kunst. Wiener KomSdienhams. („Ter Schatz^, Komödie in vier Wen von Tavib PiNSklj tzn kurzer Kotge wurden jetzt ln Wien vier Vsthnerrwerke Pinskis in Szene gesetzt, „tzenkel, der Schmied^ und „Dir MntM" durste man in der Ursprache Hörrig dann wurde im Wiener KomSbienyaus „Eifik Scheftel"- in deutscher GprüHe trefflich mtfgeführt Und gestern mb man auf dtzrstMN Bühne Wer Veraulaflung deq PakästinaMmtes des jüdischen tzrativnalstubs die Ko-, mödie „Dar Schatz^, eines bek schwächsten Werke des! Dichters, das seinerzeit Reinhardt in Bertz-n stt fctrtj Repertoire aufzunshme« versuchte. Judke, der idlütische Söhn des Dotengräbers Chane, studetda er einew verendeten Hund verscharrt, eine größere Zahl Göbd-i münzen, schenkt sie seiner Schwester Mitte, und in der armen KoiengrSberfamilie hofft mmi, baß ^Zudke, den sich uicht entsiMen kann, tva er den Hund verschürrA, den Ort wiederstnden, und daß man einen graßenj Schatz heben werde. Tille, ein frisches, keckes Geschöpfs staffiert sich prächtig ans, die ganze Stadt wird stutzig Heiratsvermittler, Gemeindevorsteher, WohltatigMi^» vereine und Bruderschaften überlaufen den Totengräber und Judke hält sie alle hin. Dem armen DoteNgräber wirft arg zugesetzt. Er sagt den Gemeindeleuten die volle Wahrheit, sie glauben ihm NichtbebogiereN ihn und beginnen? den ganzen Friedhof Uinzügtüben, um den Schatz zu heben, zur größten Heiterkeit des Idioten Judbr, dem die Hast der Goldsucher kindlichen Spaß macht. Er hat sich jetzt erinnert, wo er den Hund begrub, behandelt die Leutchen wie Spielzeug (hier wirb di« Hand!-! tung in tieferem Sinne humorvoll) und läßt sie, bevor er sein Geheimnis lüften toify ganze Tänze aufführen. Der Totengräber Chone wird bei diesem Schauspiel auch klug und veranlaßt Judke, nicht früher bas Grab! zu zeigen, bevor ihm nicht seine TotengrSüerftellej wieder verbürgt ist. Ehr Schatz wird nicht gefunden^ aber Chone, dem die Geschichte so arg mltgespiett hat^ kann wieder sein kärgliches Amt aufnehmen und Tilla erfreut ihn mit dem Geständnis, daß sie vine ruudej ZaU Goldmünzen von Jndßes Fund auf der Bükt hinterlegt hat Md jetzt eine Mitgift besitzt. i Rudolf Schildkraut gab den vierschrötiges rauhen, grundbiederen Totengräber Chone und schuf eine prächtige jüdische Bolksitzpe. Die gesamte Übrige Ausführung war leider sehr schlecht und des Gastes durchaus unwürdig. Die Schauspieler schienen zw glauben, in einer Posse von Glinger und Taussig bei den „Budapestern" aufzutreteN und waren itt KleibltnK Geste und. Sprache einfach unmöglich. Rur OskÄ Weh ly, der den Idioten Jndke gabr war glaubwürdig «v.. 8L Aus den Theatern. \ Im Th e a te r in der. I o-f e f st a d t wird heute im Rahmen eines „Lckerartschen Abends dst Komödie »Käme-» radcu" von August Striüdberg gegtzdett. Jösef Jattiö spielt dir Hauptrolle. In der Volks b ü h n t findet Sonntag als Jugend-« vökfienung du erste Aufführung von „Der Herne Lord Pütt. ImWiener Komödienhaus findet mute die 160. Aufführung der Operette „Eriwan" Unter persönlicher Leitung des Komponisten Oskar Nedbal um %7 Uhr abends statt. Samötag» nachmittags 8 Uhr, geht ^.Familie Schimek und Sonntag, nachmittags 8 Uhr, „Die Landstreicher bei ermäßigten Prerseu m Szene. Samstag, abends Uhr, komurt „Eriwan" und Sonntag, abends °/«7 Uhr. „Das Drama im (äktfetteuötertel* und „Wien bei Nacht" zur Wiederholung. Pinskis «Gifik Scheftet". Dir zweite Aufführung dieses jüdischen ArbeitervramaS, das bet der Erstatlitüiirnng so tiefen Eindruck machte, findet im Wiener Komödien haus am 16. d. M. statt. Eine neue Oper von Nichavv Gtrautz. Daß Richard Strauß außer der „Frau ohne Schattens die im Herbst dreses Jahres zur Uraufführung kommt, noch em anderes Bühnenwerk, und zwar, tme er sich za einem t» Bertm weilendm ausläNdrschen ZeimngSmanne äußerte, eine jlmt« komüche Oper fertiggestellt hat, dürfte überraschen, weil Strauß bisher von diesem Werk absolut nichts verlauten ließ. Als der Journalist die verwunderte Frage stellte, wie Strauß die Zeck für diese neue Arbeit gewonnen habe, antwortet« der Mktster lächelnd: „In diesen schlimme» Zeiten kann man weder reisen «och essen: da blubt einem eben MchtS and ereS übrig, als zu — arbeiten k „Vaviett." Rtchard Gultman« nennt sein nemS Buch „BeittLse zur Psychologie doS PöbetS" und zeigt iw Rahmen rmos ttwlülen VttzlchnifieS das unaeheure secilsche Eicnd der GeaenwartSmenschhcit. Man wird dieses Buch m einem Zuge auSiesen wollen, ohne autzublicke», ^aber nian wird immer wieder darnach greisen und in chm sich srlbst finden. Preis K c.co. Zu ■ bestellen durch % Alvit, Wien, t, Notentunnstiliße 22,