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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-07 · Heft 108 (7.5.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 108 (7.5.1919)
Date
1919-05-07
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 108 Wien» Mittwoch Wiener Morgenzeitung 7. Mai 1919 „Der Jude" schließt mit dem soeben effchienenen Heft 12 seinen dritten Jahrgang. Aus dem reichen Inhalt heben wir -hervor: M a r t i n B n b e r: Vor der Eiiffcheidimg; Felix Weltsch: Organische Willensbildung im öffenckichen Leben; Hadassab bath Morde chai'In Saftd: Arnold Zweig: Ruf zur rechten Zeit: W 1 a d. W. K a p l u n- K o fl o n: Die jüdische Auswanderung au§ den Bereinigten Staaten von Amerika. Das Heft ist zum Einzelpreis von K 4.40 zu beziehen durch die Buchhandlung R. Löwit, Wien, l., Rottnturmstrcme 22, woselbst auch Abonnements für den neuen Jahrgang enlgegengenommen werden. Gerichtssaal. Er lebt nur von trockenem Brot. Der Sticker D i a m a n d ging vor einiger Zeit mit zwe Laib Brot durch die Kleine Schiffgaffe. Er wurde von einem Mann angesprochm, ihm das Brot zu vkrtaulen und soll zwölf Kronen kür den Laib begehrt haben. lieber die Anzeige des Mannes hatte sich Diamond vor dem Beurksrichter der Lcopoldstadt, Dr. N e h o d a, wegen Preistreiberei zu verantworten. Der Angeklagte versicherte, daß er zur Arbeit in bic Fabrik nach Jnzersdors gefahren sei und da er n i ch t s anderes als Brot esie und oft die Nacht in der Fabrik bleibe, sich zwei Laib Brot mitgenommen habe, zu seinem eigenen Gebrauch. Er habe gewiß das Brot nicht verkaufen und nicht mit dem Brote Schleichhandel getrieben. Möglicherweise habe er dem Manne auf dessen Frage, was das Brot koste, wahrheitsgemäß gesagt, zwölf Kronen, weil er selbst das Brot um diesen Preis kaufe, da er aus rituellen Gründen als orthodoxer Jude in Jnzersdors vonnichtsalsvorrdem mitgenommenen Brot lebe. Zur Ladung eines Zeugen war die Verhandlung vertagt worden. In der neuerltchen Verhandlung hatte ein Angestellter der Fabrik bestätigt, daß Diamaud sehr viel Brot esse und sich oft drei Larb Brot nntbringe und ausschließlich sich von Brot nähre, weil offenbar der Mann die Preise im Gasthaus nicht zahlen könne oder wolle. Richter zum Angeklagten: Es ist aber eme neuerliche Anzeige. allerdings anonym, gegen Sie erstattet worden, daß Sie Schleichhandel mit Brot treiben, dast sehr viele Leute bei Ihnen aus- und emgrhen. Es ist eine Hausdurchsuchung vorgcnommen worden und dabei wurden 12V- Laibe Brot von verschiedenen Fabriken bei Ihnen gefunden. Sie sind drei Personen. Da ist der Besitz von zwölf Laib Broten doch sehr auffallend." Angeklagter: „Ich kauf' das Brot selbst, weil ich doch nur von Brot in Jnzersdors lebe, weil ich nur koscher :sse. Ich esse nicht bei Christen." Richter: „Das Geld von Christen scheinen Sre aber zu nehmen." Der Richter vertagte neuerlich die Verhandlung, um den Wachmann vorzuladen, der den Angeklagten seinerzeit wegen der angeblichen Preistreiberei mit Broc beanständet hatte. Sport. Das Wiener Stadion. Der Zentralverband für gemeinsame Sportintercffm hiel' Montag abends eine Sitzung ab, in welcher über die Bausorm des Wiener Stadions unterhandelt wurde. Der'Vorsitzende berichtete, daß sich das Stadionkomitee aus folgende Hauptpunkte geeinigt habe: 1. Möglichst nicht zwei Rennbahnen innerhalb nues.» Stadions anzulegen; 2. wegen zu bedeutender Kosten und geringer Rentabilität auf die Errichtung eines. gedeckten- Schwimmbeckens zu verzichten; 3. im eigentlichen Stadion nur den Rasenplatz für Fußball und die Laufbahn für Leichtathletik aufzunehmen; 4. außerhalb des Stadions wird em Betonplatz für Eis- und Rollschuhlaufen und die Radrennbahn errichtet, von welchem ein Teil eventuell im Sommer als Schw mnibecken zu verwenden ist; 5. die erforderlichen Säle für Fechten, Leichtathletik usw. sind in den Tribünenraum des Stadions zu verlegen; 6. Hinweis der dringenden Notwendigkeit eines gedeckten Lawn-Tennisplatzes. , Gegen eine Doppelanlage traten mehrere Redner heftig auf, andere sprachen Sonderwünsche der einzelnen Sportzweige ans. Schließlich legte der bekannte Sporlsmann Ingenieur Schön ecker den fertigen Plan eines einheitlichen Stadion vor, ans welchem sowohl eine Radrennals auch eine Laufbah berücksichtigt erscheinen. Das Projekt fand im allgemeinen Beifall, doch sprach sich schließlich die Versammlung doch mit 9:6Strmmen für eine Doppelanlage aas. Der Zentralvervand fordert nach wie vor die Jesuitenwiese als den einzig geeigneten Bauplatz für das Stadion. Die Ausmaße des Baugrundes werden mit 350X300 Meter, nötigenfalls 350X250 Meter, festgesetzt. Der Vorsitzende bezeichnte diese Forderungen in seinem Schlußworte als Maximalforderungen und verwies darauh daß bei ihrer Nichtannahme entschieden werden würde, welche Sportzweige aus dem Stadion ausscheiden müssen. Auswahlspiel Niederösterreich-Schlesien 3:3 (1:1). Die beiden Auswahlmannschaften standen sich am letzten Sonntag bei strömendem Regen m Troppau gegenüber. Die Wiener mußten das ganze Wettsviel mit zehn Mann bestreiten, was aus ihr Können nicht ohne Einfluß war. Die arlsvpfernde Leistung der-Mannschaft verdient volle .Anerkennung. In ihren Reihen zeichneten sich Blum, Treml und Katz (Pakoah^ aus. Bei den Gegnern waren Neumayer, Mäly und Knöll die besten. Die Tore der Wiener schoffen Pollatschek, Treml und „Hatschi". Schiedsrichter Schmidt. (Wien.) Volkswehrrveltspiel. Heute findet um */,ß Uhr nachmittags cm Wettspiel LcS B o! k s w e h rbataillons 18 gegen den S i m m e r i n g e r Sportklub aus dem Platze des letzteren statt. Die Simmerluger werden gegen die Bolkswehrmannschast keinen leichten Stand haben. Der S. C. HnKoah, Dielitz, eröffncte die Saison mit einem Wettspiel gegen die spielstarke Mannschaft des Brelitz- Bialaer Sportvereines und unterlag 7 : 0. Die HaKoah spielt am 18. Mai mit zwei Mannschaften gegen dm Floridsdorfcr Athleukklab. Dev S. E. Kadima spielt Sonntag sein Meisterschastspiel gegeir den S. C. Akademim ->; Einen Leichtathlettk-Zehnkampf für Mittelschulen Dentschosterreichs bringt der Lelchtathletikverdand am 89. Mai zur Austragung. Der Wettbewerb führt den Namen Engen Holzer-Gedentpreis ttub teilt sich in Konkurrenzen für Ober- und Unterm ntclsichüler. Nennungen können nur von den Schulen selbst abgegeben werden. Nennnngsschluß 17. Mai. Sportklub Hakoah. (Sektion f ü r T o u ri st i k und Winter spo r t.) Sonmag den 1l. d. M. Skitour aut beit Schneederg. nur fstr geübte Touristen und Skiftchrer. Abfahrt von Wien-Aspangbahnhot: SamStaa den t0. d. M. um 3 Uhr nachmittags u,u(i Puchbcrg. Proviant nmmhmen. Führung: Ing. Ackermann. Der Volkswirt. Zur Errichtung -er deutschösterretchische« Devisenzentrale. Von Dr. Konrad Fleischner. Die Errichtung der deutschösterreichischen Devisenzentrale ist ein wichtiger, wohl der vorletzte Schrjtt auf dem Wege zur Erlangung unserer währungspoliti'chen Unabhängigkeit. Der letzte Schritt, die Errichtung der deutschösterreichischen Notenbank, wird hoffentlich auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Erst zwei Monate nach Entstehen der deutschösterreichischen Währung «hält diese das Organ, das sie im Ausland einführen und ihre Entwicklung leiten und überwachen soll. Die erste Aufgabe der neuen Zentrale wird naturgemäß sein, die Notierung der gestempelten Krone, losgelöst vom Kurs der ungeftent* pelten Kronen, auf den neutralen Plätzen durchzusetzen. Daß die Besitzer ungestempelten Geldes im neutralen Ausland nicht davon entzückt sein werden, ist selbstverständlich; denn dieses wird damit noch mehr, als es bisher der Fall war, zum reinen Spekulationsobjekt, und erst von jetzt an wird seinen Besitzern ganz klar zum Bewußtsein kommen, daß die alten Noten in der Luft hängen. Es wird daher notwendig sein, durch geschickte Aufklärung in der Presse die ausländischen Gläubiger darüber zu informieren, daß an diesem Zustande nicht wir die Schuld tragen; vielleicht wird dies doch einen stärkeren Druck des Auslandes auf alle Nationalstaaten im Sinne einer finanziellen Auseinandersetzung auslösen. Durch die Verordnung wird das Statut über die Geschäftsordnung der neuen Zentrale festgesetzt. In organisatorischer Beziehung schließt sie sich an die alte Devisenzentrale an; auch ihr Personal wird zum größten Teil übernommen. Die Kontinuität mit der alten Zentrale wird dadurch gewahrt, daß alle frei verfügbaren Devisen des ehemaligen Zollausländes, das heißt alle solchen Devisen, die nicht zur Deckung von am 24. Februar 1916 (dem Datum der Errichtung der alten Zentrale) bestandenen und seither nicht bezahlten Verbindlichkeiten gebunden sind, zur Verfügung der neuen Zentrale gestellt werden müssen. Von den einzelnen Bestimmungen der Geschäftsordnung wäre hervorzuheben, daß an die Einführung des Handelin Zeitdevisen gedacht wird, weswegen die Modalitäten hierfür bereits vorgesehen sind. Grundsätzlich werben Devisen nur für aus dem Auslande schon importierte oder zu importierende Waren zur Verfügung gestellt werden, für letztere nur gegen den Nachweis, daß ihre Einbringung nach dem Inlands längstens innerhalb von vier Wochen gesichert erscheint. Von diesem Grundsätze wird man hoffentlich um so mehr Ausnahmen machen, je mehr der internationale Handelsverkehr an Umfang zunimmt. Für den Bedarf des Reiseverkehrs kann durch den Wechsetstubenverkehr ohne Umständlichkeiten vorgesorgt werden. Von großer praktischer Bedeutung sind aber die Bestimmungen, die den Verkehr in Zahlungsmitteln und Guthaben der Nationalstaaten regeln. Hierfür ist eine abgekürzte Form des Geschäftsganges vorgesehen. Die Mitglieder des Geschäftsausschusses der Devi'enzentrale, also alle wichtigeren Bankinstitute, sind nämlich bis auf weiteres berechtigt, von ihren Klienten Derpflichtungserklärungen zur Ablieferung von Valuten für nach fremden Nationalstaaten verkaufte Waren und Effekten im eigenen Wirkungskreis entgegenzunehmen. Für generelle Valutaabkommen und Valutaverzichte ist allerdings Ermächtigung durch die Direktion vorgeschrieben. Dies bedeutet eine wesentliche Beschleunigung gegenüber' dem normalen Geschäftsgang, wodurch sich die Gefahr vermeiden lassen wird, daß durch umständliches, langwieriges Verfahren der Belebung des Exportes durch die vorläufig leider unvermeidliche Konjroll- und Regulierungstätigkeit der Zentrale mehr Hemmnisse bereitet werden, als unumgänglich nöttg. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß, wenn die vorliegende Verordnung im ganzen als durchaus zweckentsprechend zu bezeichnen ist, doch alles von ihrer praktischen Handhabung abhängen wird. Insbesondere wird man sich davor hüten müssen, allzusehr darauf zu bestehen, daß die Exportvaluta für exportierte Waren in ausländischer Währung zu verlangen ist. Die Prager Devisenzentrale hatte freilich bereits Mitte März beschlossen, die Exportvaluta für nach Dcutschösterreich oder Ungarn verkaufte Waren in tschecho-slowakischen Kronen oder in Franks zu fordern. Dies war eines der vielen Mittel der Prager Zentrale, nicht nur den Kurs der eigenen Währung zu heben, sondern auch den unserer Kronen möglichst zu drücken; denn letzterer bildet das ßkelief, von dem vor allem die tschechische Währung für deren inneren Wert ein äußerer Maßstab noch nicht recht besteht, sich hell abheben soll. Dagegen müssen wir, denen nicht die mächtige finanzielle Hilfe der Entente zur Seite steht, dafür sorgen, daß der ausländische Erwerber unserer gestempelten Krone bei uns "buch etwas damit kaufen kann. Diese Möglichkeit nehmen wir ihm, wenn wir unseren Exporteuren vorschreiben, nur gegen fremde Valuta zu verkaufen. Dadurch stören wir die natilrlickw Kompensation des internationalen Austauschverkehrs und lähmen so den Export, ohne doch unsere Valuta zu schützen, weil dann spekulativ« Einflüsse die Herrschaft über die KucZbildung auf den ausländischen Märkten erlangen, wie dies in de» letzten Kriegs- Seite f jahren mit der alten Währung der Fall war. Wir müssen um. jeden Preis ein. bestimmtes Verhältnis zwischen Ein- und Ausfuhr er-' reichen, soweit erster« nicht durch Kredit finanziert;! ' wird. Besteht dieses Gleichgewicht einmal, dann Eätttt’; 7 man den Exporteur ruhig Kronen als' Zahlung an-j' nehmen lassen. I Trotz mancher äußerer Aehnlichleiten mit der alteni Devisenzentrale hat die neue Zentralstelle doch einej vollständig andere Aufgabe zu lösen. Erstere war das'! Organ eines kriegführenden Staates und hatte daher! nur die Interessen der wirtschaftlichen Kriegführung.; zu wahren. Die neugeschaffene Zentralstelle soll aber.; ein Organ des wiedererstehenden internationalen Han-! delsverkehrs werden; dieser wird die eigentliche wirb-' ~ sch östliche Aufgabe zu lösen haben. Die Devisenzentrale soll ihn hierbei fördern und unterstützen, indem sie ihrw die Schwierigkeiten, die sich aus der Unordnung unserer i - valutarischen Verhältnisse ergeben, nach Möglichkeit aus': *- dem Wege räumt. Sie wird sich aber sorgfältig davor.! zu hüten haben, irgendwie lähmend auf ihn rinzu-i wirken. _ Englische Schadenersatzansprüche in den Erdölgebieten Galiziens. Du „Täglichen Berichte" über die Petroleummdustrie melden: Vor mehr als zwei Jahren hat sich ein internationales Komitee mit dem Hauvtsttz in London gebildet, zutrr. Zwecke,! d,e Interessen der Unternehmungen zu wahren, welche die alliierten! Länder tit den Erdölgrbieten Galiziens besitzen. Die Arbeit dieses! Komitees war vertraulicher Natur, so daß man erst jetzt in denengsischm Fachzcitunpen über ihre Tätigkeit Nachrichtenfindet. In diesen Mitteilungen wird über die Geschichte der! Zerstörung der galizischen Erdölfelder berichtet. Die- Russen, welche infolge des Angriffes der ZentralmÜchte! ' das Erdölgrbret bereits im Mai 1916 verlassen mußten,! verbrannten allein in dem Gebiet von Tustcmowice 270 Bohr-! türme. Hieran waren verschiedene englische Gesellschaften beteiligt,! in erster Linie diePremierOil and PipeLine. Darauf-! bm wurde daS Komitee, welches beinahe alle beteiligten britischen! Gesellschaften umfaßt, gegründet und die mitbeteiligten französischen! und belgischen Unternehmungen mit Erfolg zum Beitritt ungeladen.! Da die Schädigung durch den treuen Alliierten Rußland erfolgte,' war die Arbeit des Komitees in bestimmte Richtungen gelenkt/ immerhin wurden die Forderungen der russischen Negierung unter-' breitet, und die letzte russische Regierung (es wird nicht gesagt,' welche hiermit gemeint ist) war der Slattgrbung der Ansprüche' des Komitees nicht abgeneigt. Während der späteren Ereignisse und namentlich aber nach dem Waffenstillstand mit Deutschland,; setzte das Komitee seine Tätigkeit erfolgreich fort. Die französische und; belgische Negierung hat sich, wie die „Petroleum-World" zu berichten! werß, energisch hinter die Forderungen der Gesellschaften ihrer Länder! gestellt, während die Haltung der englischen Regierung viel schwäch-« sicher war. Im übrigen weist die „Petroleum-World" abermals auf die Notwendigkeit einer Besetzung der Erdölgebiete Galiziens durch; alliierte Truppen hm, welche aus purer Freundschaft für die Polen, aber auch zur Wahrung der Interessen des daselbst in-! vestretten englischen Kapitals erfolgen sollte. Die Polen könnten nichts dagegen haben, wenn ihnen versprochen würde, die Be-s setzung sofort aufzuheben, wenn ihr Zweck beendet ist. Dieser-;' Zweck besteht unter anderem darin,y die Ukrainer mit Gewalt aus; diesen Gebieten zu vertreiben, da dieselben auf andere Weise kaum zum Verlassen zu bewegen sein würden. Das neue englische Budget. DaS neue englische Budget bringt im Rahme» der bestehenden Zölle eine Vorzugsbehandlung dev K o l o n i e n und außerdem die Anfänge des Schutzzolles/ Schon im Jahre 1915 waren Zölle aus Kinosilms, Uhren,! Taschenuhren, Automobile und Musikinstrumente für dir Dauer - des Krieges gelegt worden. Diese Zölle bleiben als reine Schutzzölle aufrecht. Den Kolonien wird ein Drittel des Zolles n a ch-!, ä e.l a s s en. —.In bezug auf Rübenzucker war schon vor dem Kriege die Zuckersteuer für einheimischen Zucker um 2 Schilling; 4 Pence gegenüber dem Zuckerzoll herabgesetzt worden.! Jetzt erhält K o l o u i a l z u ck e r aller Art eine; Zollbevorzugung von 4 Schilling für den! englischen Zentner und die Steuer für einheimischen Zucker, wird entsprechend um weitere 4 Schilling herabgesetzt. Da nun bloß 7% der englischen Zuckereinfuhr aus den Kolonien stammen,' ergibt sich als Hauptfolge dieser Maßnahmen, daß für englischen' Rübenzucker um 6 Schilling 4 Pence weniger Steuer zn zahle» ist, was einem entsprechenden Zuckerzoll gleichkommt. — Für T e e, K a f s e e, K a k a o, T a b a k, Wein und S p iri-, tuosen wird den Kolonien ebenfalls eine Vorzugs» behavdlung eingeraumt, dagegen nicht für Bier,' - Mineralwasser. Zündhölzchen und Spielkarte». Die neuen Sätze tteten am 1. September l. I. in Kraft. Petroleurnmonopol in Polen? Warschau» 6. Mai. lTel. der „Wr. Morgenztg.") In Warschau finden gegenwärtig Verhandlungen zwischen den Großindustriellen und der Regierung wegen der Einrichtung eines Petroleum Monopols in Polen statt. Es wird an ein Handelsmonopol in allen Mineralölprab «11 e n gedacht. Begebung von Schatzscheinen. Wie verlautet, ist zwischen der Finanzverwaltung und den- Wiener Banken eine Vereinbarung zustandegekommen, dcrzusolge die Banken 250 Millionen 2l/a Prozent igeSch ätzscheine übernehmen, welche in drei Monaten fällig sind.! Syndikat von Emailfabriken in Tschechien/ Prag, 6. Mai. „Narodni Listh" meldet: Wie wir erfahren, bildete sich dieser Tage em Syndikat von Emailfabriken mit ihrem Sitz in Prag. Der Zweck deS Syndikates ist die Ausfuhr von Fabrikaten und die Emfuhr von solchen Rohstoffen, die für die Erzeugung von Emailwaren unbedingt notwendig sind und sich m der tschecho-slowakischen Republik nicht befinden. Erste tschecho-slowakische Maschinenfabrik. Prag, 6. Mai. Gestem fand im Sektionssaale der Handels- und Gcwerbekammer in Prag die 49. Plenarversammlung der Ersten tschecho-slowakischen Maschinenfabrik in Prag statt. Es wurde beschlossen, voln Reingewinn, der K 2,298.960 beträgt, für die Dividende 1 Million Kronen zuzuwelsm. Die Coupons werden, wenn sie gestempelt sind, von heute ab die Zpnosteiiska Banka m Prag oder ihre Filialen auszahlen. Es wurde ferner die Erhöhung des Aktienkapitals von 4 Millionen ans 6 Millionen Kronen, und zwar durch Ausgabe von 5000 Aktien zu K 400.— Nominale beschlossen. Die tschechische Industrie. Prag, 5. Mai. Die Generalversamniliuig der „M c di: A.-G., Fabrik für Chmirkasietl und Mcditaiucnte in Prag, beschloß, vorn Rciligewiim der 158.49-1 k eine achlprazeiitige Dividende anSänzahlcu.

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