Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 104 (3.5.1919)
- Date
- 1919-05-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ur»i» SO geSnr . f i. ’ > -' |Mhnen»r r' ^iftiiNK t#ft AiijirSmiG Ist ■ ' Ha»-: «ch. . . .L , tittHttäg . . „ SV.— Kit Sepwvjaib: ^'M«a--rch. .. .£ r.ßü . . „ LS.— -n 44.- , DosiShrr» ... */««.- renrr KM» SO iWi r»V< IKr »c* A»s»ßM^ W«^»«rch -. .<.« Nr-»e«VßhVß».., »Lf-j N«r^is^!g . .v* Htzi^ Vanz-Shrkr . » « m S^j1 ti#v: .•>•;<. Stk», si Scütti|Mftr ‘ Mv, fü«.«<»S Nr. 104 Wien, Samstag, den 3. Mai ISIS 1* Jahrgang ■•V'* Her Niedergang des Bolschewismus mrd JMperiattsmus. ,, ... Wie«. 3. Mar.!*>*/• Die Kurve brr.Revokutiyu hat. fo, scheint eS. ihren HihninattonSpuult, erreicht. München ist von Regens- Mger Dokkspehrmaunschaften der Regierung Hoffmam» besttzt worden mrd die; Bevölkerung empfürg die ein- 'Mrschierenden Truppen als Erlöser. Kun. der Diktator Dgarns, Hut den Weg nach Canossa a »getreten und ^Y0N". seinem ersten Aufruf an das magyarische .Pro- Htüriat, das Vaterland zu schützen, ist nichts mehr als die Bitte an Tschechen, Rumänen und Süd- HÄen, sich mit dem Erreichten zu begnügen und die jMstren KÜnrpst zu »rnterlasseiu Das ist der veLZweifelte Hirsichrei eines Mannes, der' seine Idee zusammen- . hpeche« sieht. Die . bayrischen und die ungarischen Nachbeter Lenins hatten in dem Wähn gelebt, . inmitten einer dPterlichen,..durch den Krieg reich gewordene Bevöl- '^tmng die^ Herrschaft , des radikalen Flügels einer'Jn- .bEEiearbeitermino^itLt' aufrichten zu können. Dom ersten' Tage hat es sich aber, schon gezeigt, daß die Rechnung eirr Loch hatte. Es war zuerst die vernünftige .HrMldemoi'ratlfche Ärbeirerschaft, die gegen die gewagten W^erimente Realistischer oder spekulativer Agitatoren ' SWung nahm. Und so mußten die Räterepubliken a'n d-rDonau und an der Isar in ' dmeselben Angertblick AHsiupnlänbrechsu, in dem sich ihre innerliche Fäulnis .Noch: ist Kun Herr über Budapest. Wie lange noch bleiben, wird, darüber bestimmt nicht mehr .lMfl&tt, sonde^r -der smnzösischs Oberbefehlshaber der. HistAvWstsapyHeü. Auch aus dem Vaterland des Dok- WWmM'tW??Rußländ, kLMmen Meldungen, die ./ auch..chHLMs,MrWsal reift. Hm bh - WKSPmWijMK.'.Mü vor drei Tagen 'Trotzkt W^ünMschmipkter ehrlicher Darstellung die SiLuatisn Meichnet, in die' Rußland durch den konzentrischen Wrmarsch seiner Feinde geraten ist. Vom Westen her EHeverSburg bsdroht, die fümtfchen Truppen wollen M Haüptstadt besetzen, zwischen die fruchtbaren Ge- Mch Kasans und das ausgehungerte NvrL>rutzljr<rd schiebt M -die stählerne Mauer der.' Truppen Koltfchaks. Die Disziplin der Bolschewikenarmee hat durch die vielen Äuerlichen. Soldadrn außer« chsuLlich gelitten, die jeder ^Mhifistischen Regmrg zugänglich sind. Und so zsofcheM dis'kommunistische Theorie an den harten lZTsuern der Kritischen. Reälität. Dis Repotutivn der driAsn JnLer- LWrnale . hätte nur gelingen können, wenn sis auch > W Staaten des Westens mit vatt^L Wrrcht erreicht hätte. Äe.r Sieg drr Entente hat dies bisher noch vorMdern Wmen uud'eS scheint wirklich fo zu komme«, wie Geriefas'Foch es augekündigt hat: Die siegveichs» ALsaten Hherstehen dem BaziklnS d^S BoffchewiSmuL... Sfinit artch auf der atzderen Seite, in d«r?ieg- ' Swahe».der Enteytz, .seifen sich tzÄoiffe Ms- /itzente, aus d-rnen man darauf .schließen kann, daß Hort dir Linie des JmperialiSnms ihren Höhepunkt Erreicht hat, und mm im Abstieg ist. Auf dem alkge- AMnen Kongreß der französischen GoMlstbrn hat der IWmer der Mehrheit, Paul Fauvs, in feinem Referat "Iber die allgsmeirre Politik der Partei festgrftrllt, daß 'Ae Schuldfrage nicht ein einzelnes Land belsfist, Hindern den JmpsrialisES und NatieualiAmrs aKsr Länder. Er wandte sich paMgen. daß die französische .Hegierrmg, dir dem Volk einen Derteidignngs- Uttd ^Mft-eiungSkrirz vorgetäufcht hat, mmmehr bmi Krivg >' imperialistischen Zweckeü fortfsHt. Der HWKrbvnd > Mrde nur ein Bund der Kapitaliston ftin, dis wahre Wreinignng der Völker ftege in dar Antr««tiona8s, : Äeutsthlimd dieds einen «chrsnvoklen FriÄsrr an. Man -instsfe ihm die Bmrdsrhand reiche« «nd die Friedens- . sSLderungen der Imperialisten, als svkhe jttgnmrfftiwsn, , fete aus eine Versllatzung beS dautsthsn DoKss hi»»a«stchrsen. Er bekannio sich schließlich MN fchaosffien Maffenkampf, kehnte jede Bsteittprng v»n Botmfrm E dürgerlichen Resierungsn ab mch verwarf dir^ Be- HMgung aller MilUSrkrediis. Die vom Kongreß dc- Hhioffene Rsfvlution, Mfc mk W® ^egsn 3k2 Stimmen angenommen wunde, . stellt sich auf d« B-?den diefte DrklSrungen FauveS r«d'- fpciD «es, baß M- , W^chrmbr, der anders hünbM, sich evßerhaSb bSr Part» 'Mit. Wenn man auch - berücksichtigen muß, «aß bei ,tzer Abstimmung sich 789 Delegierte, darunter dis Mitglieder der alten Majorität, abfsntiert hat^n, fo ist doch klar, daß die übergwße.Mehrheit der Pa^r das /Äreiben der fieAd^^rfchjW Mvpex^rMM, ÄÄSv WM.. Knn vor dem Sturz. Budapest, 2. Mai. (Tel. der ,92k Morgeirztg.") Für.morgen erwartet man de« Sturz des Systems Kuu. Die Stadt ist in Panik. Der Zugs verkehr nach Wie« ist e i n g e st o L l t, da die Tschechen nach der Flucht der ungarischen Noten Armee dei K o m o r n die TisenbalmbrüLe besetzt haben. Die Geiseln weilen im Hotel ^Hrmgaria". Me Kämpfe In Kärnten. Gestern sind starke AbteiLunge« der Volkswehr vom Staachsamt für HsTrwsfsn an die Mrntnsr Front diriKiert wordsn,. rvo die Kümpfe entlang der ganzen DemarZationSlinie entörannL find. Das VoLZswshrbataiLon Rr. 16 Msrlentnant O r t n e r) hat VS lkermarkt tzurückerobert. Zn den nächsten Tagen werden weitere Volkswe^rforrnMonen rn die Kämpfe gegen die Zngoflawsn eingreifen. Dentschlandmntz IndenBölKev» bnnd anfgenommen werden. Am Laufe des uLchste« Jahres.. / L » n d o n, 2. Moi. (Tel^Komp.) Nevßttl meldet a«S Paris, daß Deutschland »vaLr* scheinlich im Laufe eines ZahreS als M iH glied iu den B S l t e e b u u d anft genommen werde« wird. Matz m der Ansicht, daß der VStterbund seine Gültia» Seit verliere, weu» die NE deutsche'M> publik von ihm anögefchloffen bleibe« würde. Die..FriedensbLÄIngungen. für DenLfchöfterrelch. Dis LeuLschSsterreichischerr DeLegierterr fLr derr LZ. Mai eiKgeladerr. Amtlich wird gemeldet r Der Oberste Nat der allLierten und affoziierten Machte hat beschloffen, die S st e r r eich i f ch e n De letz i e v t e 5t einznlad en, sich mit Vollmachten .versehen am M o «tag d st-tz. 12. M a i, abends. Ln SaimL.Germain en Latze RMzuMde«, «M tzie Ur le d e n^sb^ed i n gn « tze « mit den Eierten und affstziierten Mächten zn prÜfen. Atallen und Japan geben nach. Zürich, 2. MaftiTel^Komp.) Die „Reue Zürcher Zeitung" melvet aus Paris: Z« diplomatischen Kreiser» herrscht eise sehr optimistische Beurteilung dev SrLnation vor. Die Japaner und die Ztaliener habe« eine v e r s S h n l i ch e. Haltung gSASnüber der FrisLenskonfereuz eingerrommeu, die den GchlnH zuiWr, daß in Wrzsstsr Zeit eine befriedigende LSfung erzielt wetden wird. Die Ztalienee stehe« iu der Fiumaner G^a§e auf dem Sta«dp«nkt, daß eS sich ihnerr nur um die Wahrung der natio na len Rechte dev BevSKerung ha«dslt, während dis Ägoslaws« vornehmlich de« Hafen vorr Finms für sich ln Anspruch »shmen. Bei den Rachwahlsn zum englischen UuterheuS hat vorgsftenr zum erstenmal seit langer Zeit wieder ein liberaler Kandidat gesiegt, der sich für eine milde Behandlung Deutschlands ausgespröchsn hatte. Der große Stimuwnvorlprung, den er errsicht hat, noch mehr aber dir Art und Weise, wie dis englische Presse zu diesem zienütch mrerrvarteben Wahlausgang Stellung nimmt, beweist, daß auch iu England eine ruhige und versöhnliche Dawschtung der Frtzds«Hfrage Platz greift. Ganz verworren mrd unklar ist das Bild, das Fwlisn bidtst. MnisterprSfident Onlando hat dis Fiumansr Frage dazu kenü-t, ew wenig ds« wilden Mann zu fpWm und in .den italienischen «ins Agitation M sutzallts«. dis lsbhast an dis Gorfäng« im ÜÜn des 9prhvos erinnert. ES gab MLon aus dem Kapitel, Äasstmtmzüge, W»mm und Umarmungen der GoOaterr nnd fchltetzlich sine große : Kammerrsde, in der Orkmdö feimn KsafM «i< dem Prasidenw-.r Wilfon WSberte. Ader wann man stwe Hch-s anfmsrffam lieft, st Sann man stgsutttch d»«« vsrftshen, wssttr «gmMch tocnftAfettftfe SnthnftaSnms zu stkcher -tzsdrhGe ach- KepeÄscht wscdM mußte. Nnb dtzstr Gwdnrck verftärkk sich hsuüe, wo di« Denffchrist dsS Psäfidsntsn LSttfmr sn IbaN«r m SNorMnt vrwsisgt. Pritfident Wilfon bewft sich st.riwShveud auf stivs virvzehn Punkte und kr .zsist sich sch-n genriKi,' sie v»l!st«udig.fall« zu tssfen. Gr grDcht das Kscht aus die st »ft belsntsn prategischen ErrnM im Äsrdsn zu. Dsr Londoner iNldsd. van h&iA»Üj’k het- ^remutn txäsuitt. Wilson lehnt ein Kompromiß mit Italien ab.? , Atatte« mutz sich bald entscheid«,^ / f>aris, 2. Mai. (Tel.-Konw.) Anö Ro» Ler teudenZiZs g-sfSrbte Meldrmge« evtz gelaufen, wonach Orlunbo n i ch t zurGriedeuA» konfereuz rurücLkshre« werde, werm er Vicht eine beso«dere Ei«ladmrg von der Konferenz'' erhalte. Wie verlautet, hat PrSsiderrt W i lsotz erklärt, daß Ztalie» entsch eidNtz müsse, ob eS sich rmrerhalb der MAeW aempinschaft halten wollen Wilson t f l »;« jedes Ko m p vo m Sß ab» .das nicht «tt den Grundsätze» seiner 14 Punkte übtzrevtz: stimme. Oberst House habe eine» Vetstzch/D. einer Verständigung unternomme«, -WWM habe jedoch gebeten alle Schritte in WWr Hinsicht Zn unterlassen, tzr sttzM.HWdem Staudpttukt, daß^ei« Kompromiß- Wß/W». ZugostündnWen in der Muuumer Mtzgft M ruhe,.MMdLS^ ' . «oe ' ■ ■'■ V ,7.- VjV- : Japanischer Mitzärfolg W W Schantnngfrage. Pari s, 2. Mai. (FuuLspr.. der Tel.-Kowp.) Amtlich wird mitgeteitt, daß Aapa« M? Verpstichtuug übernommen habe, die ch in (• fische Souverünitüt in S ffy an turnt w o m 3 glich wieder Herz« ft eklem Dies gilt als ein Beweis dafür, daß Znpad für sich lediglich Vorteile auf wirtschtzflsi lichem Gebiete erreicht hat. Die japaui» schen Truppen sollen, wen« mdglich, «nveDkg» lich zurückgezogen werden. Die Gchmp regulierung soll unter Aufsicht des VÄktztzi bundes ftattfinde«. Alle Mnftigen AS» machungen zwischen Japan und China Ulch stie Auslegung des bestehende« AbkommerrS fosietz unter die Kontrokke des Bundeder falle». die gewesene österreichisch-ungarische Monarchie iSUev^ kannt, dagegen bezüglich der Ostküfle d« Adria «W hinfällig erklärt. Wilson gibt selbst eine JnterpretastM' feiner vierzehn Punkte, wie sie auch von den. hmchrräckigsten SZeptikern in Deutschland msmals versucht worden ist. ES wird ausdrücklich erklärt, da§ /dich Selbstbestimmungsrecht dar Völker vor Deutschland mld Deutschösterreich halt macht. Es ist sicher, daß es sich! bst dom gavtzen Konflikt zwffchsn Wilson ruch Otkmcho nur um sin Schemgefocht gehandelt hat, das zrre- Er^ Höhung der Autorität Orlandos geliefert wurde, uns diesen Zweck auch erreicht hat, indem eine Jiemlich färblost Rsstlutstn der Kammer der Regierrurg da^ Berwavm vstierde. Die. Soziatiften, deren MhrLr 'Turasi sitze tapstvs Kritik, der AuSfühtungerl OrkuchrG lrefert hatte, stimmten geschSssfrrr gegen das Der» tmuerrSvoLmn^ . /v'^./l ES zeigen sich, wie mar» sieht, Risse in. den Wuer« dsr Entente. Weitsehnchers Kmrklusionrn lasserr/ sich aus diesen VÄtsachsn bisher noch nicht, aüleitön.' Die französisch»» rmd onglifchsl Truppen stehen noch immer in DsutMimb und sotten durch amerilcmi!5)e /verstärk werden, wemr Deutschland das Versailler DiftaL nicht anuchtnen sollte. In dieser neuen Heiligen Äkkra«^ j bis gegen DerrtschlarÄ? gebildet »mrrde, zeigt, sich, weniges! die Angst vor Deutschlands als vielmehr, bis Mgst vor! den Strömungen in. den Völkern, die in Mitteleuropa Z» verebben be§ium:n, während die große Welle /'den Weg .dM LMßMr flrcht. "