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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-02 · Heft 103 (2.5.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 103 (2.5.1919)
Date
1919-05-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Pr»i» S-L-r ^rihimmtvitivfntpttiT»: ■l«it «tt. SüfteSMa M ■ , 4m»: }3ttt4« . . „ S5Ö*rmri« i . 4 *9.~ ...... 90<— -zstversa«t>: jltftt.. •: j - . . .X*. wkj SS.— ttttfSfaeiff . . M 44.— »lümtig . . . 88.- . . 44088, N,d»tttt»« lt, ab » Ur «Iwflb* $«sf* MVkf» fiSu M-»Ech . . DbksrttfUprq, -««»ÜSHÄV Ums n- «MM» fl*. t-of . *«. 180498 Nr. 103 Wien, Freitag» den 2. Mai ISIS 1. Jahrgang Blutiger Feuerkamp? zwischen Franzosen und . An die jüdischen Wühler Italienern in Fiume. - und Wählerinnen Wiens k Verwundete. — Eingreifen-er Engländer. .«gram, LS. April. (Korr.-Vur. Verspätet eingetroffen am 2. Mai.) Französische rr«ppen haben die Brücke zwischen Fiume und Susak besetzt, weil die Italiener die Absicht hatten, nach Susa? vorznbringen, das von serbischen Bataillonen gehalten wird. Der französische Kommandant hat die Italiener verständigte daß er ihre» Adbergangsversuch mit Waffengewalt verhindern werde. ' Montag erfolgte der erste Zusammenstoß zwischen französische« und italienischen Truppen,«die nach Susal vordringe »wollt en. LH kam zu einem Feuergefecht. DieZtaLLeNer mußLen sich znrrick- $f iehe« «nd ließen drei Verwundete zurück. Englisches Militär hat «usar besetzt. . München non den UsgieMWsLrNWM nach Kampf erobert. Stuttgart/ 2. Mai. '(Korr.-Bur.) Bes der SLaatsre^rmrg ist aus- M ü rrch e k folgender Funkfpruch eingetroffen: Heute abends ist als erste RegLerwngsLr rr ppe die Dolkswehrkompanie Regensburg unter Führung des Leutnants SagMÜAer u n t e r K a m p f in MÜnchen erngezsge'rr. DieRefidenz ist besetzt. 7 ' Kufstein, 1. Mai. Vom Ssterreichi fchen Handelsmufeum i« München ist folgendes hierher telephoniert worden: Heute vormittags find die Negierrrrrgstruppe« Ho ffmanns in München unter hsftigsrr Kämpfen einmarWert. chegenwärth; dauern die Straß««sümpfe noch an; es ist aber anzunehmen, daß sie bis abends beendet sein werden. Die bewaffneten Arbeiter haben die G ew-e hr e ' und no te tt Armbrnd en .abgelegt. - Die Truppen find unter unbeschreiblichem Jubel N g MuseLSMU Ungarn in Rot. Vrla Kim bittet /Umtwfhattsamrr Vormarsch der Rumäne« »ad Tscheche«. um Ei»ste«N«g der FeiadsettgLetteil. tschecho-flowakische, Woslawische und rumänische Re" gierung folgende N o t e gerichtet habe: Im Namen der ungarischen revolutionären Räte- ' - Budapest, 1. Mai. Das Ungarische Telegraphen-Korrespondmz-Bureau meldet: Am 30. April, haben die Rumänen mit Ausnahme unserer Brückenköpfe an der Theiß allenthalben hie Theiß erreicht. Infolge Vordringens der Tschechen irn Tale der Bodvä und der oberen Sajo am 29. Ahril haben wir unsere bei S a t o r a l j a - U j h e l y gefährdeten Truppen zurückgezogen. Die Tschechen haben am 30. April in den erwähnten Tälern ihre Angriffe fortgesetzt. In der Richtung auf Miskolcz haben sie mit größeren Kräften nach Artillerievorbereitung Scho-Szent-Peter angegriffen. Wir haben sie aber nach heftigem und wechselvollem Kampf zurüLgeschlagen. In der Gegend von Banreve überschritten 'die Tschechen die Sajo und besetzten am Südufer der Süjo einige Ortschaften^ An den übrigen Tellen der tschechischen Front griffen die Tschechen am. 30. April nicht an, aber ihre Vorbereitungen deuten an mehreren Stellen auf Angriffsobstchten hin. — Von der übrigen Front ist nichts Wesentliches zu melden. ' Budapest» L. Mai. (Funkspruch.) Volks- Lommiffär des Auswärtigen Bela Kun hat im Ramen des revolutionären Regierungsrates allen Arbeiterparteien der Welt mllgetellt, daß er an die regierung erkläre ich, daß wir die t e r r i t o r i a l e n? nationalen Anfprüche, die von Ihnen ge- [ stellt. wurden, o o r b e h a l t l o s a n e r k e n n e n. Sie gründeten diese Ansprüche darauf, daß Sie der Jahrtausende langen Knechtung, die von den [ magyarischen besitzend en Klassen j Ihren Konnationalen zuteil wurde, eine Ende machen j wolltem Wir erklärten wiederholt feierlichst, daß wir j nicht auf dem Prinzips. der territorialen j -Integrität stehen und bringen Ihnen nun auch direkt zur Kenntnis, Daß wir Ihre sämtlichen territorialen nationalen Ansprüche vorbehaltlos anerkennen. Demgegenüber verlangen wir sofortige EInstellrZng per Fein-seligkeiten, Nichteinmischung m unsere inneren Angelegenheiten, wie wir es auch vermeiden werden, uns in Ihre Angelegenheiten elnZUmifchen, den Transitoverkehr und den Abschluß v o n W i r t s ch a s t s v e rtragen, die den ökonomischen Interessen der beiden Parteien entsprechen. V<W>oi . : Hindenburg kündet feine DemLssts» mi. <£bett spricht ihm den Dank des dentschen VqLkes ans.-- -; > Berlin, 1. Mai. (Wolff.) Mus Anlaß der bevorstehenden Friedensvsrh an Lif tt «gen hat GeneralfeLdmarfchall v. H t nß euvurg an den Reichspräsidenten EberL «in Schreiben gerichtet, in dem es keitzt: „Ich Li« i« Wechsel der Zeiten a» der Spitze der Oberste« Heeresleitung geblieben, weLL ich «eine Pflicht darin sah, dem Vaterlands m seiner höchsten Not weiter zu dienen. Sobald der Vorfriede geschloffen ist, halte ich Aber «eine Aufgabe für erfüllt. Mein Wunsch, Mich da«« ins Privatleben zurück- -«ziehen, wird bei meinem hohen Mlter Mgjkmein vMan^en werde«, nm fo mehr, als ja bekannt ist, wie schwer es mir meinen. Anschauungen nnd Meiner Persönlichkeit nnd Vergangenheit nach.geworden ist, in der jetzigen Zeit mein Amt weiter ans- ZnÄben." Meichsprasident Eb erL hat dem Generals feLdmarschalt folgendes geantwortet: „Indem ich mein E i n v e r st ä n L nZ s hiermit erkläre, benütze ich d^sse Gele'enheit, um Ihnen für Ihre dem V^terlar^dr während des Krieges und in de« jetzigen Zeit unter großer Aufopferung geleistetsn Dienste den unaus- L ö f ch l? ch e n Dank des Lerrtfchen Volkes auszusprechen." Am 4. Mai finden Me Wahle» is den Wte»er Rv». mcinderat, in die Bczirksvertretunge« mtd in die L«md«N«r» sammlnng st .tt. Die Leitung der Jüdisch« NatioValMtrk hat sich entschlossen, in mehrere« Wiener Bezirke« gavdSmtem aufzustcllen. Sie wM dadarch ermögliche«, daß i« Körpr» schäften, velche bismm die ««bestrittene Domäne scher Wilttür «nd sozialer, politischer nnd wirtschnstlichvr Rückftchrdigkeit waren, entschlossene Inden einziehe», «ckche^, einerseits ge57« die systematisch« Znrücksetznng ihres DolkPS! ankSm-ftm «nd andererseits an dem Politische« «nd Wirt» schsstliHe«. Wiederanfba« der Stadt Wir» tattrüftig «8» wirken. Die wichtigsten Programmpunkte, für welche dk gewählten Mischnational« MandatStrSgep «Sasteh» vechn^- sindr Durchführung der völligen Gleichberechtigung der Inden im Gemeiudeleben. Di« Jude» find bisher ans der Brrwalttmg der Btatz» gänzlich ansgeschaltet. Die Verwaltungsstelle« nnd inSbefo», dere . der ^"''tische Deomtenkörper find zur Gänze jndenrein. Die Jude« sind von der Bewerbung «m Arbeit «nd Lieft» rangen ansgeschlosse«. Dieser ungerechte «nd entwürdigende Instar^ mutz beseitigt werde». - Reichsunmittelbarkeit der Stadt Wie«. Wien darf nicht länger in seiner Entwicklung dadurch gehemmt bleiben, daß es im Landtag von den Dertrete«tz agrarischer Interessen majorisiert, daß ihm die Steuerlast skr - ein ganres Kronland anfgebürdet wird. Es darf nicht länger drrrch die Nebermacht des agrarischen Einflusses z« eivee Wirtschasts-, ^rnahrungSrcud Steuerpolitik, gezwungen werde«, welche seiner Bevölkerung die schwersten Laste» anferlegt «nd seine Arbeiter, Kaustmte und Beanfip.ßn,ih^'.HiyHi^- nnd in ihrer Erwlkhruus schwer beeinträchtigt. W GiW ste" Wien mutz in die Sage versetzt werden» «nbehin-ert städtische Politik z« treibe«. Beseitigung des Zunftwesens und der Konzefftonstyrannet. c . .. Um sich die Gunst gewisser privilegierter WSWrpyiHten zu sichern, haben die bisherige« Machthaber Wiens sich bemüht, nicht nur die von altersher beftchenden BeschrSvk,mgen des Handels vnd Gewerbes anfrecht z« echafteF. sonder» auch neue hinzuznfügen. Der Zünfte- und Kor-' FeffionSzwang-hat es ihnen ermöglicht, politische Dienste dnrch Verleihung von Privile§i«r ans Kosten der Allgemeinheit zu entlohne» nnd ihnen mißkiebige Elemente, insbrsondere fLdk» sche, tio» großen Gebiete« des Erwerbslebens fernzühalteir. Dadrrrch ist nicht nur der einzelne Bürger, forrdern bsS- Ur-^rinwrfen selbst schwer geschädigt worden. ErhaStung Wiens als Welt» und Großstadt. Di« Zukunft der Stadt ist davon crbhäugig, daß ste sich das Wohlwollen des näherm nnd wetteren Auslandes erwirbt ,rnd sichert «nd möglichst bald die im Kriege «tee» brochrnsir Beziehungen g« demselben wieder herstelkt. Die Großstadt Wie» mutz zugrunde gehen, wenn sie sich aas? das Asrnr Inland beschrankt — sie mutz in den Wrlt^ verkehr eintreten, wemr sie bestehen und sich eirtwickelu will. Das macht die Abkehr von jeder übernationale« «nd srenidew yeßerisäM Politik notwendig, von jeder Politik, die sich gegen einzelne Nationen, Staate« «nd Konfessionen richtet. Der nationale und konfessionelle ProvinzradikaliSmus darf nicht nach Wim verpflanzt werde«. Das Bestrebe« muß dahin zielen, Len Fremde» anzuziehen «nd ihm den Verkehr mit> der Stadt und das Verweilen in ihr zu erleichtern. Unter, dem Vorwände der Wahrung des deutsche« Kulturcharattrrs der Stadt, der gewiß irtcht beeinträchtigt werden soll, darf keine engherzige, »mkluge, ungerechte Politik des Abstoßens und JsolierenS vetriebc« werden. Inden und Jüdinnen! Rebe« de» EhrrsMchsoziaLerr, welch euch bekämpfen, und den Sozial-emokraLen, welche jüdische Interessen nicht vertreten wok!en, bewerben sich die sogeumnrLen bürgerliche« «nd demokratischen Gruppe» wm Maudate« Sie verdienen nicht den Namen von Parteien, Lenn sie bieten das kläglich« Schauspiel der ProgrammkofigkeitL Zerfahrenheit, persönliche» Streitsucht mrd Mandatshaschevei. Sie wechseln beständig ihre Firmen, mn unter neuen Ramr« alten, persönlichen Interessen zu dienen. Die politische Dem-cknschaft mit ihnen entwürdigt. Jude» und Jüdinnen! Wmm ihr Mt Durchfijhmm, npstxe? Programmes wünscht, dann wählet am 4. Rigi ZüLischNaLiWKl. VtA

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