Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 97 (26.4.1919)
- Date
- 1919-04-26
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Sfa.jP?“ ir*'- : "T' ^T :i"^Tprtri§Tn' re7':!7T^ Montag den 28. April, Saal: Gasthaus t Keßler, XX., Rauscherstraße 5. Dienstag den 29. April, Frauenyersammlung, Vngitta-Saal, XX., Wintergasse 27. Beginn der Versammlungen: l/i7 Ahr adends, der SonnLagvepfammmugen 10 Ahr vormittags. SH dev Agitationsleitungen. Das Hauptagitationslokal fiir den II. Bezirk befindet sich in den Räumen des Zionistischen Zentral- Vereines für Deutschösterretch, kl., Fi rKus gass e 33, l. S t o ck. Hauptagitationslokal für den Bezirk: XX., Karl; e 5, Tür 1. Die.Agitationsleitimg fiir den IX. Bezirk befindet sich '' lX„' W a s ä.g a s f e N r. 2, Mezzanin ce ch§s> . ' ^-"'.7 7.7/ Die Agitationsleitung für den VI., VII. und vm; Bezirk.befindet sich ab lO. Mril 1919 im Hause Westbahnsttaße 29, Hochparterre. links (Jng.-Bureau Bernhardts Telephon Nr. 31.088.' Auskünfte in sämtlichen Wahlangelegenheiten werden' täglich in der Zeit von>10 bis 12 Uhr vor< mittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags erteilt. Der MstrLchMicht. ' 7 " . Gestern war auf den Märkten die Nachfräge noch schwächer als'das geringe Anhevot. s' - - -- - iJst der GxoßmaMalle kam das .amerikanische Pökelfleisch wieder mir an Rayonierte zum Berkause. Der Absatz vollzMstch sehr langsam.„Ändere Vorräte fehlten.' - - - - Aus M'FischmäEen - blieb ein'Teil der geringen BörEe au frischen'Schellfischen, gewässerten KW- und Stockfischen üttverkaiiftr / - ’;i- '' - - Auf den Grnnwaremuärkten kämm wieder nur Rüben, Spinatersatz und Sauerkraut zirln Verkaufe. 'CÄ '' Zur Fettversorgurrg. , 'Mir erkalten folgende Zuschrift:' „Wie bekannt,„echaltm die Wiener die vorgeschncbenm FeNratiouen seit längerer Zeit entweder in Margarine oder in Speck und in letztet Zeit auch manchmal in Ocl auZgeselgt. Cs existieren jedoch in Wren zchntauseud Juden, die weder Margarine arvch Sveck 'verwenden Diese können somit von dem, zugaviescnnr Fett, trotzdem dasselbe für das Leben unbedingt nötig ist, ans "religiösen Gründen keinen Gebrauch machen, niit Ansimlime von Del. Wäre es deshalb' nicht Seche der Kultusgememde oder des Nabbinats, rnttveder• daS ErnabrungSaiut oder die sonst in Betracht Wltimenden Faktoren auf 'diesen Umstand'anfmertsam zu mächen und daraus zn dringen, daß für diese Juden Oel reservier ltzird' '' ' - Falls eine solche NeservnrMg, , ans welchen Gründen immer, nntmrlich sei» sollte, könnte da nicht die Knltüsgemeinde oder eine s»M .. in. jedem OstEGA_ _. . . _ . Ernährung' dieser Juden zr; sorgen,, als djcfelbcn auch, von dem gegeuwämg und in nächster ' Zeit znr Ausgabe gelangenden amerikanischen'Schweinefieisch, . ans denselben Gründen, ebenfaW keinen Gebrauch uchchen' können und 'dadurch an ihrer ^Gesundheit einen Glicht wieder gut'.zu machenden Schaden erleiden." Kondensmilch für Kinder bis zu sechs Jahren. Am 28. b. M. beginnt die Ausgabe Don ae^nckerter Koirdensvollniilch > aus den von der. Entente, zur BersiMng gestellten Müchvorräten an Kinder vom vB'endeten, ersten bis zum vollcjidetem. sechsten Lebensjahre. Die Abgabe gilt vom 27. d.'M. dis 10; Mai.' Jedes K i n d v 0 m volle n d t t.c it t r ft cn b i s ittin vollendeten zweiten Lebensjahre hat Anspntch ans je st'mi, jedes K i n d v 0 m vollendeten zweiten bis zum vollende t e u s e ch st e n L e d'e-U's j a lnr e auf jezweiDofim Die Abgabe erfolgt gegen Vorweisung der entsprechenden Mfichkarte imbkönnen hie Dslem ans ' einmal oder in Teilmengen bezogen werde». Der Preis fiir eine Dose betrügt Li 7.80. Die vorhandene Frischmilch bleibt den Kindern bis zum vollendeten erstell Lebensjahre und dtn Schwerkraust'u Vorbehalten. Kinder vom s cch st cii l t S z ir m v i e r z e h n t e u L e b e n s j a h r e können während der wLkängefiihvten Zeitperiode mangrls genügender Vorräte dicsnmk mit -Kondensmilch n i ch t beterlt werden. I - GaaLkartosteln für KriegAgemüseckärSner. In der kommenden Woche werden-M die. Kei'egsgemiiscgärtner von-der Gemeinde Wien S a a 1 k a x,t 0 f s el n abgegeben werden. Bezugsberechtigt find" jene Parteien, die mit einer Pachtkarte oder mit -Äüex ähnlichen Äescheinigung der. Gemeinde riber, ihr Pachttzrrballnis beteilt -worden-sind. An jede Partei, gelangen 20 K i l 0 g r a m m.g.e g en B e zäh l u.n g von X.2.— pro Kilo.« r. a m m gegeir Vorweisung der Pachtkarte, beziehMasweise der Paclnbesctiein'mmg »Md. des amtltchen Entlaus-' scheiytt zur Abgabe. Die Kriegsgemüsegärtnec des IV. bis IX., XlII^. XIV. und XV. .Bezirkes erhalten die Kartosscln ans dem Lager I., Markthalle. Zedlitzgaste,' die Kricgsacmiisegärtner des N. (Prater), UI.. X. bis XIl. Bezirkes im Lager Straßenbähnhof Sunmerinll, Simineringer Hauptstraßei jene des XVI. bis. XIX. Bezirkes im Lager Knstnerkeller, XIX., Hardkgasie 2l, und Ä des restlichen II., XX. und XXI. Bezirkes »m Lager Mmiluerkelker, XXl. Bezirk, Pragerstraße 18. Die Abgabe findet in der Zeit von 8 biS-11 ühc voruuttags und von 2 bis fi-Uhr nachmittags statt, »md zwar: für die AnsanaSbuchstaben der Parteien bis .1 Montag den 28., X bis U Dienstag den 29. und 8 bis 2 Mitttvoch den S0. d. M. Sanmielansuchen von Schrcber- und KriegSgelNÜsegattenvereiueu, .Bahnen, FäbrikS» betrieben, Spitälern und sonstigen Anstaltcu werben gesannnelt. hchmrdölt und werden diostzn nach Maßgabe des EmlangcvS veS SaddmlteS Antveifungen auf SuaMrl-oWn zugehen. Die Abgabe Sn Taatkartoßeln an jene Parteien, welche Prevatgründe mit;rt»Deln. bebauen wollen und beim Ne»rks»vlrtschafisamt, teile Vt, ny» die Maabe von SaatkaiEeln augesucht haben, wird ebensdlK nach Maßgabe des' 'Ernliugeiis des Saatgutes dvgeMdert erfdlgen. (Wie diesbezügliche Verlautbarung Wwd in chen Wlungen crschemen. . Warenabgabe der „Robb". tmte Samstag: ZentmlmagaM, Vfll. Bezirk, Piaristcu- 1Wgabe von KartostelwalMieß ohne Marken, manertrnMrsngp», ttal-tMilchen GuMr in^Doseu, ThunfischU m xvffl^ m. uch M.'HeM Myech SljÄ von # m 12 Uhr. — H„ ni„ IX. Ä Bezch: MhWen. Bühne «nd Kunst. Burgtheater. lZrnn ersten Male: „D ie S vrina", Komodie in drei Alten von Georg Kaiser.) Pvlizeiinspektor Semen Stepanowitsch' B-arssukvff, den Herrgott einer rrrssischen Provinzstabt, hat der Liebeskoller geparkt. Die schöne Sorina vom Stadttheader hat es ihm angetan. Der vierschrötige Tollpatsch kanir es nicht ertragen, wenn die für ihn Unnahbare auf den Brettern von irgendeinem Mtenr gehalst und geküßt wird. Deshalb verbietet er einfach alle Stücke, in denen sie anstreben soll und überwacht sie in wütender Eifersucht. Urft gestern ist er mit Hilf« seines Krltfchers Petruscha über die Hofmauer des Hotels,„zum ewigen russischen Frieden" geklettert und.hat bis vier Uhr früh, trotz Schnee «nd Winterfrost zu den erleuchteten F^nsterir hinaufgestarrt, hinter denen seine Ängebekete mit dein Theatervölk ein fröhliches Gelage abhielt. Heut« zwickt ihn das Gliederreißen und er liegt mit erfrorenen Zehen jämmerlich am Sopha seines Dienstzünmers. Da rauscht sie herein, die b> rückende Diva. Bom Theaterdirektor hat sie' erfahren, wer sie um ihre Rollen bringt und will nun vom Allgewaltigen hören, ob er tatsächlich dahintersteckt. Der schenkt ihr reinen Wein ein und fleht sie um ein Stelldichsin an, sonst kassiere er auch' weiter jedes Stück, in dem sie spielen soll. Die Soriua drängt ihn zum Fenster ins Sonnenlicht, mustert ihn und meint dann: „Nein, Semen StepmrowitsM — bann doch lieber einen etwas höheren Beamten in Petersburg als einen schmutzigen Polizeiinfpektvr in diesem elenden Provinznest.^Wie in einer.richfigen Posse hat die Frau Polizeii»rsp-ektor diese Sze»re hiniLr einem Vorhang mit angehört. Frau Mastrrdw" ist dick, humm, ge lang weilt und seht liebeGedürstig. Jetzt hat sie die Berechtigung zu einem Abenteuer, ItjeB SCutot schafft ihr sofort eine 'GelegenWit. Der Dichter Barin tritt auf, um die Bewilsigung für die- AuMhrung seines Dramas zu erlangen. Da aber die Sorina die Hauptrolle spielen 'soll und der Dichter die Ansicht kund gibt, wochenlang urit ihr allein die Rolle zu studieren, drückt her liebes», rasende Bar-sfir^ff ans das ihm überreichte'Manuskript! den Stempel verboten" auf und der Dichter entfrrnt sich mit SeWstmordabsichLen. Nun schürzt .Frau Mastridia (sie hat auch jetzt' gelauscht) den Lustspielknoten., Die schafft den Dichter Burin hLimkich'.W.WjKl -„zum' ewigen russischen Frieden", erhofft sich dort süße Schäferstunden mit ihm und läßt ihxem sie arg -vernach- .läffigenden Gatten MnterLringen, Barin habe sich ins Wasier gestürzt. Damit glaubt sie, bei ihm Gewissens» LM wMurufen und ihn zu veranlassen, die Aufführung des. Stückes zu bewirken. Barssrrkoff spekuliert aber anders. Ergibt zwar sofort das-Drama „Der , Kinöermord" frei, eröffnet abeV'ZMKHtig''dem-TheaLer- 'direktor—^- es sei sein eigenes Werk irnd ÜLdingt sich, mit .der Sorina die Rolle persönlich zu probieren. Bärin führt die ..schmachterrde Ma-strjöia-. die .Sv.rina den verliebten Barfsukoff an der Nass. Beide wußten sich den Pwvmziyrannen, beziehungsweise seine Gattin vom i Leibe zu halten und studieren täglich in der-Hotelstube das Stück' ein, natürlich nicht ohne sich zu verlieben. Die Premiere ist ein Rieserlerfolg des .Herrn Polizeiinspektors — aber >Barin 'geht mit Sorina unmittelbar nach der Vorstellung nach Petersburg durch. Er eröffnet vorher. dein blamierten Polizeiinspektor, daß er sein Drama fortab unter dem Pseudonym „Barflukoff" mit Sorina in der Hauptrolle in Petersburg werde anfführen lassen.' Mit einem Haufen! Lor:beer?rär.rzen und der reiseferLiZe.u.GsnmWn, die mit Darin wach Petersburg fahren wollte, sitzt der Gekammerte in dem herauZiZeputzten Hotelzimmer und würgtdas LiebeZmahl herunter, das er mit der Sorina kals KrKMum für die ersehnte" Liebesnacht einzu- ' nehmen gedachte. Dies die'dumme Fa^ek „nach einer ungefähr wahren Vegeöerheit", die den geschätzten Dichter des Dran»as „Die Bürger von Calais" den Stoff zu einer Komödie, oder wie es jetzt am Theaterzettel heißt „Groteske", bot. Auch wenn ein wirklicher Dichter eine ungefähr wahre Begebenheit behandelt, nmß kein gutes Werk entstehen. Diesmal entstand leider ein sehr minderwertiges. Nirgends wirkliche Charakterzeichnung, fast nie . mals erfrischender Humor. Was übrig bleibt, ist magere SituatwnZHömik. Die heitersten Stellen ftnden sich in den Negiebemerkungen, welche ab;r den Zuhörern Bo kenntlich ■ vorenthalten bleiben. Da heißt e§ von dem Kutscher Petruscha: „Er ist bas unentbehrliche Neguifit dieses Lnftspiels. Man könnte eher auf den Verfasser verzichten, als auf Petruscha. Petruscha weiß das". Tat sächlich aber ist Petruscha das durch alle Lustspiele und Possen geschleifte Dienerfaktotum. Das Vegleitivort für den Dichter Barin lautet: „Es wird ihm in der rich Einschätzung.seiner PetjÄllich/eit schwer, mit anderen, nicht ironisch zu konversicren. Darin unterstützen ihn seine überlegeiren Manieren." Georg Kaiser hat sich alte, aber auch alle Möglich leiten entgehen lassen, aus welche dieses hübsche Kenn wort vorbereitet. Der laulichste Opcvettenhlld ist davaui geworden, Herrn Treumann förmlich auf den Leib geschriebenwie ja bas ganze Buch Meister Lehar zu empfehlen wäre. Ginlge ganz cnLWÄßKtHnaie NuMsMiHe Leistungatj. machten 'beit Abend gleich wohl genußreich. Herr M a xx als tchpesha'^ier, bramarbaMrstidar russischer D^ttAekinK^tor in Masse und .Haltung Hervorragend. Er mimt unverfälschtes, verdnmmteS', «lkohvlisierdeS' zaristisches Rußland. Frau Senders als. Mastridia höchst erheiternd. Wenn sie sich fcne ein Pfan dreht» mit ihrer aufgequollenen Weiblichkeit trällernd durch die Stube tänzelt, ein Schäferstündchen erwartend, vergißt man die trostloseste« dichterischen Entgleisungen. Meisterlich der gutmütig-pfiffige Kutscher Petruscha deS Herrn Baumgartner. Köstlich, wie seine Miene aus devoter Unterwürfigkeit in verständnisinnige Verschmitztheit hinübergleitet. Auch alle übrigen Darsteller Und die treffliche Spielleitung des Herrn Zeska sind zu loben. y ' M Dcktz Publikum ehrte die Anfsührung imd lehnte die Dichtung ab. , _ . <IT/V^: O..SC. Versammlung der Wiener Dramatiker und Komponisten. $ Unter diesen: Titel brachten wir in der Nunnntt ixm 24. d. M. einen von einer hiesigen Korrespondenz stammenden .Bericht über die Gründungstagung der „Vereinigung dramatischer Autoren und Komponisten"? in dem gesagt wurde, daß in der Debatte das Prinzip mtsgestellt worden sei, daß der Bereinigung nur solche Autoren angehören' sollen, von denen wenigstens ein f ü n fa k t i ge s Stück aufgeführt. wurde. Wir haben dazu bemerkt, daß die.Bereinigung, wenn ihrer sozialen Tendenz Glauben geschenkt werden soll, derartige kontisch ammttende Prinzipien fallen lassen müsse, da ihr ansonst das Odium einer „Gewerkschaft der Ersolgvncheu" air haste. Nuurnehr weist Herr, Leopold Jacobson als Mitglied des ^lrbeitskvmiteeK in einer Zuschrift darauf hir:, daß der Bericht dieser Korrespondenz insoweit einen Irrtum enthalte, als ein derartiges Prinzip nicht aufgestellt worden sei. Hingegen werde der Plan, die Errichtung eines eigenen Prüfungskolleginms in Betracht gezvgen/um unbekannten oder mit Schwierigkeiten kämpfenden Autoren den Weg auf di: Bühne zu erleichtern. Jüdischer Autorenabend. Vorigen Sonntag fand irv kleinen Mufikvereinssaal ein interefianter Abend jüdischer AMoren Mt. Redakteur Groß sprach die eülleitenden Ü:';. >tt Absichten und Ziele der jüdischen Literaten. Hieraus mrg -ou kok» -M e st e l aus eigenen Schriften dramatische Fragmente vor, die bnsäÜlge Aufnahme fanden. Melech R c w i c z zündete mit der Wiedergabe eigener Dichtungen und zweier stimmtmgsvoller Sonetten von David Königsberg. Das jüdische Volkslied brachte Jrzchak D e n t s ch za Ehren, der von Ludwig G r ai mit v»rnehmerZürückhalMng begleitet wurde.Im zweiien Teü des anregendetr Abends rezitierte. Mestel lyrisch-epische Dichtungen von Halperv, Landau und Leib. Bon schöner, eigenartiger Wirkimg war eine Schfidentng der „Gasse" (aus der Feder I m b e r s), die Rawicz vortrefflich wiedergab. Stärksten Widerhall loste Be» Horovittz' anschaulrchrs Gedicht „Aus dem Weg zim: Exerzierplatz* aus. Der Abend fand sein Ende mit charakteristischen Liedsrvorträgen von Deutsch'/ nur „Der Asra" am Schluß fiel ans -dem Rahmm dieses sonst einheitlichen Abends von Dichtungen . ür jüdischer Sprache. _ . & ' „Rach SüdameriZA". Gelbsterlebtes eines Auswail«.- derm-x. Bon Otto A. Nvyel. Wien, 1919. . , r De: Berfa'sec versteht e§. in die anschei:4nb' harmlose^ Erzählung seiner Rekstzeindrücke und Erlebnisse in der Fremde oft sehr triftige «nfc' L-eherzigenswerte Betrachtungen politischer Mb wirtschaftlicher Art einzuflechten. Er beleuchtet bas' Problem d.er Auswanderung an und für sich und stellt, interessante Vergleiche der Vethältnisse in seiner Heimat und in der Fremde auf. In unserer gegenwärtigen wird-' jchastsichen,Lage beschäftigt das Problem der Auswande-, rung immer größere Kreise von Interessenten.' E wird sicherlich' jed-er . Leser aus der Lektüre dirses. BuckM' manch wichtige Bekehrung und manch ausgezeichmtms Mn? holen. Insbesondere allen Palästina-Pionieren ' fei' das angezeigte Büchlein wärmstens empföhlest. Viehstrs von ihnen wird es ähnlich ergehen, wie deru. Verfasser, welcher erst durH einen harten wird schweren Lröenstoeg'' sich zur ittlponierenden Charakterstärke und ZielsicheLheit durch gor un gen hat. Wie ein weltkluger und erfahrener Mann ' versteht es Nohel, ohne Vesangenhcrt" und ohne Vorurteil die Schwächen und Mängel seiner eigenen deutschen Volksgenossen zn geißeln und hält' ihnen an einer Stelle auf Seite 42 das Beispiel be£ jüdischen Volkes vor. Der Uttüeliebtyeit, welcher sich der Deutsche durch sein hoch sah rendes Wesen und als Gewaltnrensch im Geschäftsleben im Ausland erfreut, stellt Nohel die impomerercke Freundlichkeit und den tchMmatischen Scharfblick der Juden gegenüber. Es bleibt §u wünschen, daß unsere, heimischen Politiker antisemitischer Couleurs nicht erst auf dem Umweg übers Ausland den richtigen Wert des jüdischen Elements! richttg eiltZuschätzen, lernen. Dr. A. F. % Die Glocke. Diese politische Wochenschrift ist Haupt-" sächlich das Organ des deutschen MchrcheitZsozialisten Paul Leuch, desfeir Buch „Drei Jahre Weltrevolution" (Verlag S. Fischer, Berlin) durch seine großzügigen geschichksphilosophischen/und wirtschaftshistorischen Gesühtspunkte auch durch die geänderte politische. KSnstetl«tion nichts an foiiter Bedeutung verloren hat. Seine wöchentlichen Leit.artirel in der „Glocke" sollte jedermann regelmäßig lesen, der sich über die inneren Vorgänge in Deutschland informieren will. Deutschland ist he»te Zeitung") und Oskar Cohen neuerdings eiugeschlagene Politik, j welche bedingungslos Elsaß-Lothringen zn opfern bereit ist. Leuch weist darauf ck)irr, daß die Arbeiterüevölkerung dieses; Landes keineswegs eine besondere Neigung verspüre,, dem tvirtschaftkich räckstäikdigsn Frankreich angeg.ledert zn werden. Frankreich repoifieuLie^t!» eine xettlHoniwe Bonrgeoisit'repttblif, so daß eine <iiincyjo.it dos hod]inbufivi•;(ijior[ni ck'snu-Lothri?;\\cn von schweren Nvchwilen für die Ärdeiteri.hart diese? chfb.iftcö beglettet seni würde. ' x..