Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 92 (20.4.1919)
- Date
- 1919-04-20
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 92 Wien, Sonntag Wiener Morgenzetmng 29. April wry Wir haben oben angeführt, daß die von uns gewählte U-berfchrist: „Z.Mng für Frauenrecht ünd tzauEchell", der Heftrin- M dstnkchgeben M Usid damit find wir zu einem anderen wich Ligen. Punkt gekommen. Nicht oberflächlich, nicht gedankenlos soll die Zeitung genossen werden,'nicht ohne geistige Anteilncrhine soll man die Ereignisse, von denen die Zeitung berichtet, an.sich vorbesziehey lgsschk-.. Und hier kommt es vor allem aus die Leserin an, ob "sie sich auch belehren lassen will. Die Zeitung - verlangt eine denkende Leserin. So wird dir Frau jene, innere Anregung erhalten, deren sie zu ihrer Vorbereitung für die Auf-, gaben ihrer muerworbenen.Stellung bedarf Die denkende Leserin wird aber nicht kritiklos' altes hinnehmen, was man ihr vorsetzt. Ein Blatt, das, eine bestimmte Partei vertretend, seiner Idee dient, will nicht. nur anregen, wifl auch Anregungen von s^ncm Leserkreise erhalten. Es soll gewissermaßen ein persönlicher. Kontakt zwischen Zeitung und Leser bestehen -und so, sich gegenseitig unterstützend, werden beide Delle voreinander Nutzen und' Forderung er- ’m* n . 'Man hat, alp man den Frauen die MeWerechtigung verlieh, große Erwartungen daran geknüpft. Die sjirch! erlichen, verrohenden Wirkungen des Krieges sollen durch die Frauen zum Teil wenigstens gemildert werden. Dlo Welt liegt in grauenvollen Zuckungen, in schweren Achen. Wie die Ereignisse in Deutschland lehren,' find bek den Männern noch immer die Maschinengewehre die Argllmente, noch immer Fallen täglich Müschen im Kanrpse. Hier haben die Frauen eine/hohe und heilige Ausgabe zu erfüllen. Wollen sie dieser gerecht werden,, so urüsM sie an sich selbst arbeiten. Das richtige Zrriunglesen gehört mit in den vorbereitenden Aufgabcrlkreis der Frau als politisches Lebewesen, als Mensch, der sein Schicksal selbst bestimmt , und hie Fesseln der geistigen Vormündschast abwirft. AKgLmeiRes' ZWI>«>WWW> Fürsorge für ÄriegsbeschÜdigte Arbetterirrne«. Eine Fraaeriorganisarion in Deutschland beschäftigt sich mit heut Problem der Fürsorge für kriegsbeschädigte Arbeiterinnen. Die Frauen führen Mit Recht an, daß bisher nur Milsionenspeirden für kriegsbeschädigte Soldaten aufgebracht umrden. Sicher find alle Opfer, die der tSaat und die Gesellschaft diesen Märtyrern des Krieges gebracht haben, noch an, ni er zu gering. Es ist sicher, aber auch Fraurnsüche, dafür zn sorgen, daß an die Not deE^auen nicht vergessen werde. Die Not der KriegsarbeiterittnM, von denen setzt Hunderttausende entlassen wurden, ist ungeheuer. groß, denn sie müssen erst um lernen und das Auskommen, ohne die hohen .Löhne fällt zu einer Zeit, in der. die'Teuerung noch immer im Anwachsen begriffen ist, ungeheuer schwer. Diese Frage, hu für die gesunde Arbeiterin schon zum unlösbaren Problem geworden ist, wird für die Kriegsbeschädigte, bereu Gesundheit durch die harte Arbeit schwer geschädigt ist, zur Katastrophe. Nach einer Statistik sind mehr als 60 Prozent aller Frauen, die. Fabriksarbeit "geleistet habest, dauernd für ihr ganzes Jjotku. gesundheitlich geschädigt. Die vollständig« . Entkräftigung infolge der Unterernährung bietet auch den besten Bode» für Schwindsucht tm& Tuberkulose. Nach Berichten einer ®et- U:tcc Zeitung hat die Lüngeirfürsorgerin einer großen Industriestadt die Statistik anfgrstellt, daß von 800 Arbeiterinnen eines Werkes 193 der staatlichen Lungenheilanstalt innerhalb von 16 Monaten überwiesen werden mußten. In den meisten Fälle» war die Frau vor ihrem Eintritt in die Fabrik durch» aus gesund. In de» Berichten der Heeresleitung hat es immer anerkennend geheißen, daß bi« Frauen streu ihre Pflicht erfüllt haben.. Tausendeaber haben -Übest» ihrA Kräf«, gearbeitet und . dadurch nicht nur-die, eigen« Gesundheit geschädigt, sondern auch der. Nachwuchs/unseres Volkes wird noch manches unter den Segnungen des Krieges zu leide» haben. Nicht,nur, daß die Soldaten, die aus dem Felde kommen, sondern auch die Frans«, die sich im Kriege den Keim der Krankheit .geholt haben, sinh eine ernste Gefährdung der Bollsgesundheit. Alle soziale. Arbeit,?. b1ej erst /mit der Aufhebung der Schäden beginnen wird,/ist vollkommen 'fruchtlos. Eine der wichtigsten Aufgaben der Kommune wirb es sein, Sprzusorgen, daß die Krankheit nicht von Haus zu Hans, von Person zu Person getragen wird. Heüstätftn für Kranke aller Kategorien müßten unverzüglich inÄ Leben gerufen werden. «Die Frauen im Deutschen Reiche bereiten ein Gesetz vor, in dem-sie verlangen, daß für die kriegsbefchädigten Arbeiterinnen, gleichgültig, ob sie in einer, Fabrik oder in einen: Bureau gearbeitet haben, so vorgesorgt wird, daß sie in keiner Weise Not leiden.. Sie betonen auch mit Recht, daß mit der Schaffung von bloßen Gesehen nichts getan ist, sondern, baß es notwendig ist, daß lebensdmdig« gereifte Fürsorgebeawtinnen durchgreifende soziale Hilft leisten, denn mit theoretischen Vorschriften alltkn kann «ne« so große» Notstand im Volle nicht abgeholfen werden. , Gründung der Ortsgruppe Graz des jüdlfchnatlonalen Knmenverbairdes. Der Mischnationale /F'rauenberband, der sich die Organisation aller nationaljüdifchen Frauen zur Aufgabe gestellt hat, umfaßt derzeit in Wien bereits viele Taufende Mitglieder. Der jüdischnationale Frauenverband soll na chaußen die Einigkeit der jüdischen Frarretz erweisen und soll den jiidischen Frauen Gelegenheit geben sich gegenseitig durch Arbeit-und Aussprache kennen zn lernen. Durch die Einteilung in verschiedene. Arbeitskreise soll den Frauen Gelegenheit geboten werden, sich mit den verschiedenen Problemen des jüdischen LebenS zn beschäftige». ES ist selbstverständlich, daß die Bestrebungen des Frauenverbandes nicht allein auf Wien beschränkt bleiben, sondern daß auch Parallelorganisattonen iit verschiedenen anderen Orten entstehen sollen. Ueber Einladung des jüdischen BolkSverbandeS in Graz sprach Fron Gemelnderat Anitta Müll« am 89. März im großen Saal des Hotel Steirerhof über die jüdischen Franen und ihr Volk. Die zahlreiche Zuhörerschaft, welche den Saal bis auf das letzte Blätzchen füllte, folgt« mit gespannter. Aufmerksamkeit den beinahe zweistündigen Ausführungen der Referentin. Sie sprach Über die Pflichten der Frauen für die Allgemeinheit und sie unterzieht die bisherige Arbeit der jüdischen Frcttten in dev Oeffentlichkeit einer scharfen Kritik, da die jüdische Frau bisher immer und Überall ihr« beste Kraft der Gesellschaft geopfert hatte und glücklich war, wen« mau darüber Ä vergaß, daß sie blvtz die Jüdin ^sei. Frau Anktta ' widerlegte nrit treffenden ArguweMn sämtliche Einwände, die von den Asfimilanten gegen de» Zionismus immer wieder vorgebracht werden und erklärtst auch unter stürmischer Zustimmung aller Zuhörer, daß der Siegeslauf des Zionismus auch durch die jüdische Kultusgemeinde in (SVov nicht aufgehalten werden könne. Sämtliche nichtjüdischen Blätter brachten Besprechungen des Vortrages und -hielten es für notwendig zu erwähne», daß kein einziger KultuSvorsteher bei dem Vortrage anwesend war. Die Gründung der Ortsgruppe Graz, deS jüdifchnationalen Frauenverbandes wurde am gleichen Abend beschlossen und beinahe. alle der anwesende» Frauen traten dem Frammverband bei. ' Fra«etrvertreftmg ans dem Friedetrskougretz. Dieser Tage laugte die Meldung ein, daß die.beiden Amerikanerinnen Pose Schneidermann und Mary. Anderson vom Präsidenten MlsoU zu Vertreterinnen der amerikanischen Liga der arbeitenden Frauen Lei der Friedenskonferenz in Paris ernannt wurden. Sie verließen New-Vvrk nrit dem Dampfer „Caronia" mxd begaben MH nach Liverpool, um in England mit den Organisationen der dortigen Arbeiterinnen vor ihrer Abreise nach Paris Rücksprache zn pflegen. Theater für heute. Unfl«s ' V«8 BNrgtheater . .JngentzMAde / .... - 7i6 ' '-’??*■ Dw Fahrt ms Man«. 6 Operntheater . . .« . .Lohengrw 7.2 Dolkoope» . . * . . . . Hosimauns GrzLhftmgftU. 7i6 Die toten Nimm. 2 Deutsches VolLstheater Der GardevWveq. 6 Oth ello, der Mohr von Venedig. P SAammevspkele . . . . . KrühlintzS tzrwachm. ""'r'1 5 Wrack. 7.3 Nene Wiener B8hne. . Elektra. 6 Erdgeist« 7,8 Nainytnd-Lheater . . . Das DreimLderkha«S. 7i6 Du Berlieblm l/lZ Theatee a. d. Sitten . . Dir schöne Helena. 8 . Wo dir Lerche singt. 7,8 Vael-Theatee. . . . . . Die schöne Helena. 7«6 . Johann Restroy. - / 7-3 Johann Strarrtz-Theatee DaS DeMmmädch , 6 Erue BallllLcht. , 3 Vienee Büeseetheatee. Dn Wllad^. , 6 Der ßdele G^er. 8 Volksbühne . . . . . .§« gchemmr .6 2« geheuuer Miffwu. 7,3 Wiener Komhdienhans Eriwau. . 6 Der Juxbaram 7-8 Theater i. d. Jssrfftadt Die NLHerm. , 6 Die Frau des Dchütantm - 7«3 Wiener Stabttheatev . . Sybiü. 6 SybA. . %7 LustspieloTheater . . . Der ftüge Bslhum. --—7-- ~ - 1 - " ir anBoaaaooDnoiooaDDaanDODEilnDDEmcmacionoa j, 1 M ETRO POL-THE ATER | g Direktion Gustav Charlö und Qustxer n Wien, II., Ausstellungsstrase© g Telephon 4324! - K Q j ’ D-'l; i SdiwanwaldmacleS |] a Operettehnövität . nj - a* r, Eröffnung 1. Mal. ’w a’ - nt oaaOnonaDOlnoonaonoDoaDnDafaDDDOnaaonon! ScltMdmsreMe» ««0 j aller Systeme, Zubehör allar Art, preiswert bei F«chi«Ms» i Schrsy, Wien, VI., Dreihufeiseugasie 1. rs Telephon 2729. ' üakfeaM Xt Mittwoch den 23. April 1919,'7 Uhr abends verbunden mit Akademie, Turnen und Taiwkränzchen in den Rosensalen, X.» Favoritenstra&se 89. uso Damenlitkte za Fabriksprdsen, DamentwUnibrik ÜEfftleil Mb1i>IL,TIs>W3Sssi13. WIRKWAREN SSÄSS Wilhelm Lunzer, L Pranz Josefs- Kai Nr. 41. tt| UOJMlUWBW|BWBBCMH>t #s^ÜjK£» Hohe LRi^ergosse n Bcatun pt-fe. 8 Ulir. T Ende 11 Ühr. «5 fQr du ZkislfendebrlngQit der goSdlenen Zigaretteniäbatlere mll BrtilantertflionogramRi L. wtich« am S. Februar!. I. au? der Streck« von Ferdinandsbrück« (M-W&gen) bis KeSserstrasse und von dort im SSsr- Mssen bis Mietzins* gndstatlen verloren wurde« 488 .Melis HCl). NIM. „ajIONV Wien. Sonntag, 20. April 1919, halb 11 .Uhr vormittags, im grossciiKonzerthaussaal, III.,Lothringerstr.20. 1. Konzert Don Fuchs. iosi Mitwirkend: Gemischter Chor, Leitung: Prof. ARTUR WOLF; Orgelbegleitungt Hoforcanist LOUIS . D.ITE: Am Klavier: Prof. ALEXANDER MANllARDT. 2. Ilifo efi vorles wngWIllielm KUte cli ©ÄS Hotio r°m bvvtüobon Volkstlieator. Orgolbogleitnng^ .Masikdiroktör AMTON JOHANNES SCHOLZ. 80 Kränen Ab der Tageskasse de« iis M Krönen Ab der Tage-- . - , i., Po8i?a*«e IS,' Bdönhandlnng Löttril Köneertba Swlt, I., Röten nsea; Kaitjn von fl bi bei ßon Füehs, ------- tnmn:raRse| N.- F.* VorkinifÄUllo, ll., Schmelzlxaano 7; Karte» lmmu. XX.,\VaHehstelh»tM9eeSid. Im Verein „Zion* H.t (rieekengasse So, Tilr 18. Kiir Vereinsmitgliöder i5.Prö*eftt EfWÖBSlfjunR. Wahlergebnis Wir haben gewählt bei der Firma LEMPOfitT, Rodlaun, N«*0^ chemisch-kosmetische Fabrik: 1. Sehubortma Mark« „ktiarj* b Blechdosen. B. LaderSalbe Marke «Zrerg“ b 7. Kteketefl r*& ansaemdant. lieber Biadakxaft.(KQr Bunan and jede Fabrikation.) 8. Sohalertln. 8. Talkam (KveMa). Rolischachloln. 8. SchSahaftsnabM1 snm Wricb- «aeiien des Badewaaaeefl, 4. Zaksgatvar, dient tank M Mundwoener. 5. 8ös>war«pmaöin>o««ri» b Tiegeln. UL Zaekorwaraai Ucklrri and i. waaMfgtat. Jedes Qnantan tobt Mabrl Otedsmrkliifar »+a»>>a MmM I M. SabtteabpHlvgr » m» Meiatie. 88» ubipiMn. UL 2aefcenwir«a Eb Probea*a4%tH«i psr Poainaahaüuae! m Licht Kraft Wien, VI., Gumpandorfprstr. 88fe, Tel. 71B1 [Eöke Wöbo*88e) Wien, IL TABORSTRASSE 7f «marin S«l dar FardtnudabrioM Dtnao Wo«he gelangen sum Verkauf a Bäderfokefa allenFarben ^2^88. SS. 180,150 Saemker Bedararit koe fiatlea tu etu* big. Stoffen KM iaD n, aafg. Bederioko ank MÜrohröweb« X 84. 4S, 56 MfaaeSr gitabar fefeal aas (iattoa «. sin- Separate Abteilung. Für WaeteWeldsi1 ans Mlecbcevrobe ........... X m ■Adamantdlkieidlr.K 160, E50, Oft), 400 aafwSrts Hödemäntei.. . K *66, 800, ÖM), 400 aufwärts MoOkOltOm«.. . . . K 250, 350, 45«, 60» aufwärts 0E35* liltbe8toltUnses in G Stunden fertig. 4 taftrOhK 250,859,4». m i'Qtäe 7WS?°Ü!-! ».vrav tob K 800 bb.ft<ffl.nadanfw CöntpaB« Utellei9^ Moderne Porträts i. xx. » WIRKWABEM ALBERT UATZNER, Wien, I., KohlmesseroRsse 8 Nnrl Nur! 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