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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-16 · Heft 88 (16.4.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 88 (16.4.1919)
Date
1919-04-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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)»fl feite» •(Mt ttfe Jfcdtegatg W . .« 7*- tnijäJtvJa .. „ ssijiv— Sötzvks . . . H 4*.— faftrfff . , .SV.— Mit DostvrrfaiH; l»a«t:rch. , . JBZ 7M StortttfStirifl . JrJWÄmJtIS '« » 4*4,— fStzeio. . . 88.- " \hi' 7. •Ml, £*, VlUJvwfvW^IKwf K«te> W<» Orkirr MvEmSUkLKAH-tkO* ' ..MSVA» m» da» A«te»nM r'MscEtch . . ,K *»«•* ^ptesrt»lf3lj«i* , , * JM<-» '%atWöl}vt$ . . ,.w'4&-« ©msjfS^fa .. *~m Md«d-r-a «. ALmkaD»«^! ' «srr: . , Wi«r, Ä &». 1-6 ’ (ihr. isn.«ra ■, r wya.MBwaiai »■^jjygaxatpatea 91«. 88 «■II Mül II«lM Wie«, Mittwoch, den LS. April ISIS L. Jahrgang f An die jAdrschM Wähler nndWLHLerinMKWLeMl , «« & äJftat ftoMsdie W«HLm is. tea SStente Gs- Mnderat, in die BeMSvertretmrsM mü» in dir S«nLeSver» sammruug statt. Dis Lettrmg der ZSdifth« ÄrrttoaaLpsrLei hptsich «atschtosst«, in rschrerr« Wirser Bezirks» AmrdidaLr» MvfzvsteNe«. Die «M dadrrrH rrvrSü«ch«, dstz d, KSrprrsthaste», rvrlche bi-mm die »nöestritterre DsMärre antisemiki- Me WMür «nd siM«, pottchcher «rtz NirtMftliH« UückftÄndigkcit vsre«, errtMoffsns Inden edrzLehes, toe^chr einerseits gegen die systematisch: ZrrrüLsetzrmg ihres Bvl?eS V«Nm»Pf«r smd «ndererftitS an drm pEsthrn «»d Wirt» tchastttche» Wirtzerrmchm der Stadt Mrn tsttrLstig mit- (sirkcn. Die wichtigste, HrvgrammpMrttr, f^e wckhe die sterdLhltr» jÄdi?chr,ntis»«§en MmrdarstrSgcr etnstehen werden, lind: Durchführrmq der vöM>.?sn GLsichberechtlgmrZ der Juden im GrmeLndelehsn.. Me Inden sirrd Rsher <mS dsr Berwnttnng der Matzt Sstvzttch auSgefchaltet. Die VenvaltrmgSstcllcn mrd insveson» heee der städtische Beanrtentörper sind zne Girrrze ftchenrein. Die Juden sind ron der BewerSnng ma ArSsit nnd Liefe» «yngr» anSgeschrossen. Dieser «ngerMe n«d enNsürdigM-e Z«stand nwtz beseitigt werds». ' ReichsnnMMeWMkstt dsr StavL Wie«. Men darf nicht länger in feiner Sntwickkmg dadurch Kehernnrt bleiben, daß es int Lsndtag von derr Bertretern (rgrarischer Jrrteresien Mjoriftert, daß chm die Steveriast für «^u ganzes Krsnlarch anfgebLrdet wird. ES darf nicht Länger Smsch die NeLermächt des agrarischen Einflusses M einer WirtslhaftS'', ErnkhffslügÄrrpd GtruerpolM gezwungen p$tom, h «Äsche-, seiner BevAs-ernng /die pnd seine 'Arbeiter, Kanflchrie mrd LieaMte in ihrenr Verditzirß «vd in ihrer Ervöhmirg schwer beeinträchtigt. Die Krotz» jfito* Me» »mtz in die Sage versetzt werden, nrchchindert Mdtischr Politik zn treiben. /r - BefeMgNW Des ZukrstWefsris A§rd Der ' KDirzeMsAsLHrsZmei.! ' Um sich die Gunst gewisser privilegierter WWerschichLen gü sichern, tzaben die ViHerigo» . Machthaber MenS fich bemüht, Ächt' nur die von alterSher brftehrirde» Befchrän». itzmgett des Handeln «nd Ge-rverSeS ansrecht;n erhalten, Mder» «sch «rne hiiiLNMfüg«». Der Zünstv- und Kow> ziksfionSzwmrg hat es Men ermdglicht, politische Dienste Lnrrch Vrrlrrhmrg von Privilexie» mt\ Kosten der Allgemeinheit z« rntlohmA mrtz ihnen miMeNge ÄsMenLe» lnSSesorckere südi» sche, von großen Gcbietm des ErrverSslebenS fernznhasten. Dadnrch ist nicht rmr der eÄMre Bürger, svnLem dnSi Wweinwesen selbst fthwer gö-schäLigi worden. Grhaltrrttg Wrerrs als WMmb GvotzftadL 1 ‘ Dis Znkwtst der Msdt ist davon nShängig, datz fi« sich das Wohrwsklen des näheren mrd weiteren AvÄandeS erwirbt «Nd sichert mck mkgl!chft bald die im Kriegr mitern vrochEn BeziehMgerr zu dKnsekSc« wieder herstÄlt. Dis Brotzstatzt Wie» «rch Mgrrmde gshen, wer:« sie sich mrf d«S Aekne Irrend bLschränkt — sie mrrtz d» den' Geld» KN!r?ehr ditrcfei, vismr' fte^besteherr Md sich' entwiMs rvM, OaS macht dir Mehr von jeder übemnttonarm- »nd frÄndv» hetzerifchen PoMiS notwendig, von jeder Politik, dir sich j^sgerr esirzÄNe'MtMen, Maaten nntz Konfefstonen richtet. Der nationale und ronfessionell« PrsvinZradiMiSmnS darf Nicht «ach Mm veeysiNAZt rVerbw. Las Bestreben nnch dnhür. Zielen, de» Fremden Mkznzirchen mrd ihm derr^ Verkehr mit ÄA Stadt mrd das BerweÄim vr ihr zn erleichtern. Unter ÄLm Bvrwandr der^ Wahrrrrrg des dsntschm KrrltUrchirrakterS -f iler Ttadt, der gewiß Nicht SoelvträchtiZt '««tzy».' soll, - V^eine engherzige, mrklnLe, ttnsereMr PsMk beS WstoßenS nnd JsolierrnS betriLÜM rveÄ»L«. - Jssten vrrd Mdimmrl Neben de» LWstÄchH^cke«^ «Ächeuch bLKmpfen, mrd den GoLiakLsrnokraLe«, welche Mische Interessen rM-t rsrtrsts» wollen, Lewrrben sich die ssgerrarwLru Vürgerlichsn nutz dsnrotratifchc« Gruppe« mn Mandate. Me verdien-;! nicht dm Ramm von PaLLekm, denn sie bieten das KSMchr BchausOÄ der PeSZkMstnrostgkrtt, Zerfahttnheit, persönlichen Mrettsncht rmd M»MltshLsch-rek. Bie wechseln veMntzig ihre Firmen, um unter nstzm Rdmsu ialteu» preflnUchen Lnterefsen x» dienen! Die yoMfche Uerrrsinschnft mit ihnen entwürdigt. Juden vnd Jüdirsnerr; Wenn ihr die Burchführrns «nferes KrogrnmmeS wünscht, dann wählet nnr Mqs ILdischnattEül. WllsöN.Mdt Hie öeNLschen GeuoLmachLigiSN nach BersKMes. Für ben SS April. Paris, .15. April. (Korr.-Bm.) DvMhsttL W i l f © n fyai ■ ZHstsrm «ls. Wor'LMyrer dss RatÄs -er Vier eiue EsTLrnng ' Lbgegebsrr, irr der SV dsn ArrgersLUeZ sls Ask-mmen. bszsichKsL, dis -s n LsH e.«/B sv »Hch 11 % t« n elW«ra-«n, Mit den DertreLKM:; Krst^»' M-ssüdsn sffoziisrLe« M^tLonLn / LN- PerfOlZtss^ MN 2L. % p t i S MfEMeNMlSNMSN. Dies bederrtsL "nicht,' daß. -Ls DEMg aTsr ander e n f r s H.sn, 'die'-'Mit --.st» . aMe» mSinsrr Neid-enSMyreinr»mmÄn DssknsiW' find,, nnter-rochsn. würde. Man hoffe, daßDisOrnKSn, dis ZtaLiem nuMMelbas bstreffsn,'inWSsonders^ das adriatifchs Prodlem, mit NafchheiL werden gsrSft werden. Was dis F r a g s d s § W d s L a- M s.e r e s anlanK^,. ,sv werde' fie, für -en AnaenblLÄ dsn Vorrang v.o'r allen anderen F r a § e n HMs«. Me AetzereinkoMMen, dis gemZ besonders einen Teil - e s F r i e d e n s v e r L r a g e s mit D ent?ch la nd bilden, ^werdend ans diese Weise Zrr dersGlben IM fefLgeftsTL fein, wo alle anderen LH fer n g e n vsMZndig aAsgssprochen sein werderr. Man ifi. sich deffsn SewAßi, -aß, wiewohl diese. ArbMsrnWs-e befolgt werden Mnß> Me ProHleme HÄ Hgenwartigsn großen AedEirrLoMmens / esn^ Teil eins-^ei;«aigen Ganzen.find." -MeMSAe^W.: VMh«d?R ML ‘ •/- Ew'lr ’f **%*, lö ÄpiU. (KoicÄm!) Der 5,rsMpS« fchreM, -aß ans den VerhandLvrrgen der lEen Tage, namentlich deS gestrige«, Mischen Clem e neean n u - deSersaL HerÄorzngehsu scheine, SM ' ein ' Abkommen «nter - de«1 alliierte« MfichLe« ü b e-r den O rie n L in großen . Zügenf est gelegt worde«- sM Hra Nkr^ich> fv^' den Vor» ^waltttngsMftrag" für - Ehr Le« ai»schließl ich * m Le^po n n d •••« l'e§ an vr e tt« er»' Halten, dis' VersinigLen Staaten dsn fKr'ArrrreniKM - >!- ..""y", . . Äewfte Sn MMand. i ' Die Truppen MüMM eiRgrEiferr. Lnsano, 15. April. (Korc.-Bur.) Zn des MaLlZnder Vorstadt Porta Venezia kam es Kester» nachmittags z« ernsten Turnnlten, als die Polizei er«e WoMverfaMmlrsng mitv freiem Himmel anfiSfen wollte. Mle ArrsZKuge des Platzes waren von K a r a b i «reri «nd reitendes Artillerie besetzt, dis sich aber vor, der'wüte«de« Menge MrüÄzirhsn Müßte«. Me ZsitnngSöerichte Md von 'dsr Isnfnr vs'rstümmelr, doch geht ans ihnen hervor,' daß/ die 'DnMNlte von 3 Ahr KschmMagS bis spN'rraches daysrten smL daß Ä anl bÄdsn SMen Tote «nv Pe V w««date §<Äb. . . DLntschlemds LLbLÄSMrWl- . / ^Mrssrgmrg.^ //,. / Notterdam, 15. NM. (Korr.-Bur.) Der - ,MSeM»e NotterdaMsche, Conrant" nMkdet r Msefeherr, von de« £ß b c as m i Lt/e L«, Ms Lw« AnrsMr d t r SÄ t nach DsMWland gehen,' Md von./ Vtsttardam nach?PeutfH- •. L a « & Mv VerläGiMK 'NDttrKt r SSSS' To««err Mwck, ILM TsMwn VchmaZz m.b LW.TM KMen NMch. Mr L. MM 'MßLMMer MntH- ' Wnd SchWlfÄrrtÄg. [ Der KlMnEsraH Hst 'den Mai .als s aÄAsmeine« - Amtsnnv SckiMerertaa er- \mm. ' ,; BSM gLiftigenZtriEgsfchKNplsrtz ■ .’Ä. - a Wien, 16. April!^ Die leidenschcrstkche ErörLerung der Frage, wen für den Ausbruch des Weltkrieges M BerMwvrLAUgtreffe, hat in den deutsch-chauvinistischen Kreisen solches.; Unbehagen erweckt, daß sich die raffestolzen Herren der peinlichen Antwort durch einen Kniff zu entzieh«« suchen, den sie. sonst als eine spezifisch Mische Unart zu verspotten pflegten: Die Frage durch eine Grgensrage zu erwidern. Schallt es erregt v.on-der einen Gerte: „Wer hat den größten Maffenmord) .den. die/ Geschichte kennt, dieses wahnwitzWe Berbrschen chr der ganzen Mrlschhest.'verschutdet?''. so tönt es . von " der. anderen - M demselben aufgerMen PatM/>dev! Entrüstung zurück: - „Wer hat deir Ausanmreübrüch unserer Fronten, diese KaLasttovhe. des DeuLschtums.' auf dem.Gewissen?"' Die politische Diskussion, in deutschen Landen niervals -auf besonderer Höhe» ist somtt glücklich mrch. in ihrer äußeren. Form auf dem Niveau der bei der „Budapest«: OrpheumgeseLschast" gepflegten Dialogsorm angelangt!' Was für uns Juden immerhm eine kleine ästhetische Genugtuung zu bedeute schien, Zumal wir uns meritorisch m der Sache gar nicht beteiligt glaubten. War doch die politische Macht - der Jude« - in den letzten Friedensjahren eine so geringe, daß es ihnen nur mit' Mühe gelang, den bescheidenen Mmbns der Gleichberechtigung mit den . übrigen StaaLsbürgern wenigstens -äußerlich festzuhalten, wie hätten sie sich da bet weltgeschichtlichen Entscheidungen zur Geltung bringe»- soffen, bei denen sogar der überwiegende GwßteU der arischen Bevölkerung 'verfassungsrechtlich .nicht mit*} : Zureden hatte? Andererseits verfügten sie durchaus nM -Über'-, jene' Meschwffenheit. und Organisation, die ^pWr'':'LW^M!Dh^W Gnm i Kh^nsgWH^Wf großen Amgens, nachdem es -einmal begonnen" HMe> auch nur Lpr entferntesten so zu beeinflussen, wie zum Beifpiel die Tschechv-Slowaken. . Diese historisch einwandfrei feststehenden Tatsachen hindern aber unsere berufsmäßigen Feinde nicht, nach alter antisemitischer Tradition auf Kosten der reylen Wahrheit und selbst der rein abstrakten Logik das Judentum zum Prügelknaben zu machen und^ihm die Verantwortung für die eingetretene Kalamität ür die Schuhe schieben zu wo Len. Die Klerikalen, die vor den Deutschradikalen den Vorteil jesuitischer Erzichmrg voraushab rn, schicken sich bereits an, auch den Ausbruch des Krieges auf das jüdische . Kontos Z» setzen. Iwar sind sie bisher der staunenden Welt den Beweis einer semitischen Abstammung aller jener Herren, die nach der Ermordung Franz Ferdinands auf den Straßen und Plätzen Wiens knegsbegeffterte Reden hielten, schuldig geblieben, wahrscheinlich, weil diese Entlarvimg für die chrWchfoziale Partei peinlicher wäre als für uns... Daftir haben sie sich aber eins andere Argumentik zmechtgelegt: Die Juden haben von allen am meisten vom Weltkriege proMM also kann niemand anderer als sie den. Krieg gewollt und herbeigefüh« haben... Welcher Art dieser Wische Prosit ist, darüber gehen die Ansichren ftMch auseinander. Die eine« sehen ihn in der rein materiellM Bereicherung des Juderrtums» deren Feststellung das rechnerische Ergebnis einer Bilanz ist, bei der man jede Paffivpost,' zum Beispiel die Zerstörung des -Wischen Hab und Gutes m Galten, einfach unterschlägt; die anbeten in der 'siegreichen' Ausbreitung dsr"svKaMschen Ideen!, i Für die letzteren ist das Jüdentüni. düs Symbol des Wobei das DrMgfte der Umstand ist, daß die zitierten „erfteren'* wie die .ffetztermoft M einer und derselben „Schristleitüng" scheu Md^^ nicht selten —-. idevtffch sind! . . Vor dem Anüstmitisinüs.hört ebm jede Logik auf, ein Verhältnis, das 'ftMch auf Gegenseitigkeit bencht: Vor der ^absoluten -Kogikl müßte der Antisemitismus 'in sehr Nichts 'Zerfließen-. i Bor-"A^sr?'GKfc^' '.'der-Kritik der reinen BeyumM , scheinen sich «üstre berufsmäßigen Feinde aber ziemlich sicher zu fuhM Sie betrachten wohl deren Ausschaltung als die stlbftverständlich'e Vorüilssetzurrg ch^er grämtest Vrgumeniik . . . - j Dafür liefert auch der andere Teil unserer Gegner'! den'Beweis,' jener, der uns'zwar nicht für den.Ms- 1 &ntd), aber dafür um so rntV für das katastrophale? Ende des Weltkrkges vsrarrtworclLch zu machen sucht.^ nur Bestreitung dieses Lügenfelizzr.ig;-s muß das alte

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