Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 81 (9.4.1919)
- Date
- 1919-04-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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! *-—.. Der Volkswirt. I«e Sozialtsier«ng tn Bayern. rlT vkter bex ttcnot Männern, die nunmehr an die Mritze der bayrischen Räteregierrmg treten sollen, verdient die Person des aus Oesterreich stammenden Doktor Otto Neurath, welcher die Sozialisierung in Bayern idnrchz» führen Hot, ganz besonderes Interesse. Für die 'bürgerlich«: Kreise, die mit dem Begriff „Sozialisierung" von vornherein eine Enteignung ihres Besitzes, leine Vernichtung ihr-es in mühevoller Lebensarbeit erworbenen Vermögens ohne jede Entschädigung und enrnr Zusammenbruch aller ZnknnftShoffttMgen der-! bürden, ist es von WichLigttit, sich' mit den führenden Personen zu beschäftigen, denen die Durchführrmg der neuen Wirtschaftsordnung anvertrant werden soll. Es muß daher sicherlich beruhigend wirken, wenn festgestellt werden kann, daß auch der Mann, welchem die bayrische Räteregiermig eines der allerwichtigsten iRessorts ander traut hat, keineswegs ein blinder Fanatiker ist, von demzu befürchten wäre, daß er ans den j&ritmmern des bisherigen Wirtschaftslebens ein phantastisches, ionlnmnistisches Arbeitssystem aufbauen wolle. Dr. Neurath ist vielmehr ein durchaus ernst zu nehmender Wirtschaftspolitiker von ganz außerordentlichen Kenntnissen und vielseitiger Erfahrung. Ms Sohn des bekannten Volkswirtes Professor Neurath, der an der Hochschule fiir Bodenkultur in Wien Nationalökonomie vortrug, beschäftigte sich' Dr. Otto Neurath schon lange Zeit vor dem Weltkrieg« mit kriegswirtschaftlichen Problemen und veröffentlichte zahlreiche diesbezügliche Schriften, darunter im Jahve 1909 eine Arbeit über „Uneinlösliches Girogeld im Kriegsfall", ferner Arbeiten über „Die Kriegswirtschaft als Sonderdisziplin" und „Probleme der Kriegswirtschaftslehre^. Ms Militärverpflegsakzessist zum Kriegsdienst einberufen, konnte er im Jahre 1916 einen wichtigen kriegswirtschaftlichen Wirkungskreis finden, indem er zm» Gruppenleiter im Wissenschaftlichen Komitee für Kriegswirtschaft des ehemaligen Kriegsministeriums berufen wurde, in welcher Eigenschaft er Gelegenheit hatte, gemeinsam mit vielen mieten volkswirtschaftlich geschulten Fachleuten zahlreiche wichtige Probleme der Kriegswirtschaft theoretisch und praktisch zu bearbeiten. Es ist bei dieser Gelegenheit von Interesse, festznstellen, daß diesem wissenschaftlichen Komitee unter anderen auch der gegenwärtige Staatssekretär für Aeußcrcs Dr. Otto Bauer, der Staatssekretär für Heerwesen Dr. Deutsch, die Universitätsprofessoren Dr. van Lau», Dr. Brockhansen, 'Dr. Spann, Dr. Amon, Dr. Friedrich Hertz und andere namhafte Nativnalvkonömen angehörten, wobei Dr. Neurath in führender Weise aufgetreten ist. Zum Prtvatbozenten für Volkswirtschaft in Heidelberg ernannt, beabsichtigte Dr. Neurath. nach dem Kriege seine Lehrstelle an der Reuen Wiener Handelsakademie anfzugeben und nach Deutschland zu gehen; seine Arbeiten Aber die Krttgswirtschaft'veranlaßten gegen Kriegsende seine Berufung zm« Direktor des «eugefchaffene» Deutsche« WirtschaftSruuseums in Leipzig, tvorauf jetzt seine Betrauung zur Durchführung der Sozialisierung in Bayern erfolgt Ist. Die in de» letzten beide» Jahre» veröffentlichten Arbeiten Dr. Neuraths behandeln die «Wirtschaftsordnung der Zukunft", die „Großvorratswirtschaft und Nvtenbankpolitik" sowie den „Sompensationsverkehr im zwischenstaatlichen Warenhandel" *). Aus diesen Schriften lassen sich die grundsätzlichen Anschauungen des Theoretikers und praktischen Volkswirtes Dr. Neurath ersehen; Neurath sagt darin beispielsweise: „Die bevorstehende Uebergangswirtschaft, welche zinu Beispiel die Verteilung de- FvachtvmmeS auf die verschiedenen Gruppe», die Verteilung der produktiven Mittel auf die notwendige «nb die LuxuS- Produktion drrrchführen wird, kann tm Gegensatz zu« freien Verkehrswirtschaft als NerwaltungSwirtschast bezeichnet werde«, womit weder etwadgrüb« «m-- gesagt werden soll, ob der Staat oder ein System von Verbänden diese Regelung i» die Hand nimmt, <kar- / sowenig aber auch darüber, welche Machtfaktoren ausschlaggebend sein werben, oder in welche« Sinus die Verteilung der Produktion vor sich gsshen werde, während im Rainen „Staatssozialismus" über alle diese Momente gleichzeitig etwa» auSgesagt erscheint." Er nimmt auch Stellung znr Frage der Natnralversorgung gegenüber der Geldrechnung: „Das Geld erscheint deutlicher nur «& etneff der tftclcn Mittel, um die Güterbeschaffuug z» «möglichen. Der Staat pflegt in Zette« d« Rot diese- Werkzeug nnt mehr Energie alö sonst z» formen und zu seinen Zweck« ga gebrauchen. Erweist eS sich als unbrauchbar, so scheut er nicht vor Nmtmmdkunge« der Wirtschaftsordnung zurück. Namentlich bleibt ihm eine letzte Möglichkeit bet vorhandenen produktive« Kräften, ab« ungenügend« Geldverhältuisievr dir Naturalwissenschaft:." „Ms Grimdlage nMMflstcher Untersuchungen fördert der Zeitgeist eine Uebersicht üb« die zur Verfügung stehende» Menge» a» ' prvduk- - tiven Mitteln (Maschinen, Wasserkräften, . Arbeitskräften, Erfindungen nsw), Über die Rohstoffe nsw. sowie Über tat Bedarf. Ist so das lech!- nisch Mögliche erkannt, so vermag man festzustellen, wie weit Einrichtungen als Mittel der Bedarfsbefrie- Die letztgenannten drei Broschüren sind im Vorlage sür Fachliteratur tn Wien-Berlin erschienen. Cstpia"i9i97 E'7 dkgung gu dienen vermögen. Die mengenmäßige Erfassung der technische» Möglichkeit deren organisatorische Verwirklichung in Frage steht, kann' man als Naturalrechnung der Geldrechnung gegenüberstellen, welche vor allem mit Preisen und Reingewinnen sich, beschäftigt und vielfach von der Anschauung mrsgeht, ei« größeres' Geldernkomnum eines Volkes bedeute auch ein günstigeres Dasein." „Die Verkürzung der Arbeitszeit: scheint übrigens in der Tendenz unseres Zeitalters zu liegen und kann wohl ohne Schädigung der Konkurrenzfähigkeit erfolgen, weyn sie in allen'Staaten durchgeführt wird." „Ein großer Dell der Menschen beschäftigt einander gegenseitig, ohne daß ein Mehrgenuß erzielts würde" . In sein« Broschüre „Wesen und Möge der Sozialisierung" sagt er: „Es wäre naheliegend, Genossenschaften, Kartelle, Banken, gemischte Werke, Gewerkschaften, Konsumentenverb änhe, Handelskammern und andere große Organisationen neben dem Staat als Diener der Sozialisierung zu verwenden. Es wäre durchaus denkbar, daß man diesen Gebilden in ihrer Gesamtheit gewissermaßen das Mandat übertrüge, die Sozialisiernng nach gewissen allgemeinen Grundsätzen." Er hält es daher für ntöglich', die Sozialisierung durchzuführen, ohne die Kapitalisten zu enteignen. , In Leu Schriften Dr. Neuraths kommt jedoch auch der Satz vor: „Die Utopie ist gesellschaftsfähig geworden." ES wirb sich' mm zeigen, ob ferne Ideen als Utopie« zu bezeichnen sind oder ob die Durchführung nunmehr dte Bestätigung dieses Satzes ergeben könnte. Der von Reurath ausgearbeitete Plan „Zur Bollfozialifierung" wurde von der sächsischen Negierung zuerst abgelehnt, dann aber von der bayrischen Regierung und zwar von der mehrheits sozialistischen Negierung Hvfnrann wieder aufgegriffen, indem'man Neurath mit der Leitung des Zentralwirtschastsrates beauftragte. Es ist demnach an eine Sozialisierung „von oBctt" gedacht worden, um d« gewaltsamen Sozialisierung „von unten" zuvorzukommen. ES ist jedenfalls zu erwarte», daß der iteae Verweser des Sozialisierungsamtes in Bayern mit der notwendige» Sachkenntnis und Vorsicht a» die Lösung seiner schwierige» Aufgabe gehen wird, ohne dabei an die Notwendigkeit des Schutzes der produktiven und industrielle» Tätigkeit zu v«gesfen. Das Ergebnis d« Sozialisierirngsversuche in Bayern ist für Deutfchöfterreich von grundlegendem Interesse, da die Erfolge dieser r Bestrebungen auch für die ähnlichen österreichischen lchaftsverhältnisse richtunggebend fein dürft««. -■ •NiV,__ :: Ing. R. Eine internationale Bank in Wien. Gestern wmde hier eine internationale Bank f!k soziale Wirtschaft gegründet. Die Bank hat ein Aktienkapital von 50 Millionen Kronen und sind daran in hervorragendem Maße amerikanische Kapitalisten beteiligt. Die BureauS der Bank befinden sich im l. Byirß Ädlergaffe 10. Als Direktor fungiert der frühere ArbeitSmmister H o m a u, als Bizchircktor der Präsident des WirtschaftSvnbandeS mchtaktiver Gagisteu K S h «e t. Ja der Derwaldma der Bank soll auch der friere Staatssekretär des Innern Dr. Maloja eiüm Platz erhalten. DaS Hauptarbeitsfeld der Bank wird die Finanzierung von Produktivgenossen schäfte« fem. Für die spatere Zeü ist auch eine Unterstützung sür die Zinsenaufbnngoug zu dm öffentlich« Anlechen DeutschösterreickS geplant. Zu diesem Zweck dürften der Bank zirka 150 Millionen Dollar Goldwechsel aus amerikanischen Fmanzkreifen zur Berfiigung gestellt werden. Die erste Arbeit, welche die Bank über- . uommen hat, besteht in der Verwertung der Salzburger Torfmoore und in der Trockenlegung dieser Gebiete. Wetters wird sich die Bank mit der Ausbeutung der Welser Heide» auö deren Material avf elektrolytischem Wege Aluminium erzeugt werdeo soll, beschLftig«.' Schließlich wird sich das Institut auch an dem KleinwohuungSbauinWie« beteilige», und zwar dürfte sie ei» Kapital von ungefähr S Millionen Kronm für dm Bau solcher KlemwohmmgShauser an der Peripherie von Mm zur Verfügung stellen» _ Streik de» DarmftLdter Bank. Beritt», ß. April. Die Augrstelltm der Danustädter Bank baLm beschloss«, heute vormittags in dm Nusstand « tretm. Die Betriebsräte der Berlin« Bankm Hab« au die Direktion« der Bankm «in Ultimatum gerichtet worin eine schriftliche Erklärung gefordert wird, daß vo« dem gesamt« Personal der Banken keinerlei Arbeit im Interesse der Darmstädter Bank verlangt wird. Gerreralversamrnluna der Böhmischen Handelsgesellschaft in Prag. »Vorsitze Generck^ Rückblick auf die Tätigkeit der Gesellschaft im «ckgckaufm« 3($rt, die, so wie 1917, auch 1918 durch dir bekannt« Schwierigkeit«, mangelnde TranSportmittck, Arbrüemot «ud allerhand fehlendes Material, dann auch dadurch, daß die gesamte Kohlenförderung unter staatlich« Sperre stand Md die Berteilung der Kohle m» Über Auftrag des Ministeriums für öffentliche Arbeit« «folg« konnteerheblich eingeschränkt war Md die FSrdenmg im ganzen Becken geg« das Vorjahr nmerlich erheblich sank. Dem Geschäftsberichte zufolge vmdm an e i g «n e r und fremderKohleim Jahre 1918 insgesamt 76.07« Waggons verkauft. Die einzeln« Schächte lördert«: Albert md Hubertus in Schonfeld 101.318 t, Maria Antonia in Karbitz 88.819 t, Klorckrtmi, Patria mb Valerie m Schwaz 311.835 1, Apollo m Ladowitz 56D68 i, Karolina! und ll in Krz«wsch^i4v.799 t» Alexander in Srttmz «1.851 t mb Felix Waldemar in Karbitz 21 < zusammen ^13.746 t (im Vorjahre 587.201 t). Der anSgewiesme Reingewinn betragt K 1,982.188 (•+■ K 671.888), wobei die Abschreibungen um bi 385.106 auf K 1,375.664 erhöbt wurden. Nach Hinzurechnung des Vortrages per K 108.120 pnb im ganzen K 2XH1^09 verfügbar, ans welcher Summe eine Dividende von iS V-ProMt (wie hn Vorjahrs gleich 1 K 1,250.<W verteilt wird. Kaprtalserh öhung der Agrardank in Prag. Prag» 8. April. Nach dem Berichte der Blatter wurde ib der Sonntag stattgeftyrdeneu Generalverfammlnng-der A g r a v b a n? i n P r a g, die fortm dm Namen Tfchecho-flo< wakif^che Agrarbank führen wird, befchloff«, das Aktienkaprtal' vo» 20 auf 40 Millionen Kronen zu e r höhe» Für das Jahr 1918 wird eine Dividende von L 24—gleich 6 Prozent verteilt. 7 Bon den Getreidemärkten. Die neuerlich eingetretene Regenfälle sind für die Entwicklung der Vegetation von ünschütz barey Vorteil, unterbrechen aber die Feldbestellungsarbcrtenx wodurch eine E r n 1 e v e r s v ä t n n g befürchtet wird. De, Geschäftsverkehr auf dem hiesig« Matze hält sich weiterhin iv «gen Gr«z«. Es sind wohl einige Nenzuzüge eingetroff«, allem diese sind mnureichend und erleichtern die BersargMg in keiner Weise. Die Futtermittelversorgung dürste wdhl bald eine Entspanmmg erfahr«, da Frühfntter znr Verftigung steh« wird. Trotz ungünstiger Saatenstandsberichte aus Argentinien, und Indien griff an den transatlantischen Markt« eine Berwohlfeilüng durch, da der Regierungsbcricht zu größeren Abgahm Anlaß gab. Die Schlußpreise stell« sich 2 Cent billiger. 1 Die WährungsKommisfion. Wie bereits angekündigt, kommen demnächst die Vertreter der Deutschen Reichsbank (Vize- ' Präsident v. Glasenapp) und der deutschen Reichsregierung in Wien an, um mit dem Staatsamt der Finanzen zu unterhandeln. wobei vor allem das B e r h ä l t n i s d e r K r o n r z u r M a r k geregelt werden soll. Es handelt sich darum, daß zwei Krön« einer Mark oder drei Kronen zwei Mark gleich-. wertig gemacht werden sollen. Die Kommission wird auch sonstige wähnmgspolitische Frag« erledigen. Die Preise der Drurksorten im Postsparkassen- Scheckverkehr erhöht. Die fortgesetzte Preissteigerimrtz'des Papieres tmb Druckes hat die Herstellungskosten der Drucksort« derart erhöht, daß mit vm bisherig« Verkaufspreisen der Scheckhefte, Erlagscheine Md Scheckknverte unmöglich das Auslang« gefimdm werden kann. Demzufolge ist das PoMarkafsmamt genötigt, nächstchmde Preiserhöhungen eintretm zu lassen. Vom 7. d. M. angefangen kosten ein Scheckheft (50 Blatt) K 5.—, ein Erlagschein 6 ll und 50 Scheckkrwerte L 2.—. Staatenbildnng «nd AKttenwesen. I» der letzt« Nummer der „G e r i ch t s h a l l e" verösfmtlicht Dr. Heinrich Schreiber eine Äbhandlrmg, die sich mit d« Wirkmgen des jetzt so zeitgemäßen Beschlusses von Aktiengesellschaft« befaßt, ihren Sitz von einem Nationalstaat in ein« anderen zu verleg« oder ihre auswärtig« ZweigMstalten zn verselbständigen. Es werden die Schwierigkerten dargelegt, die sich einem lolch« Beschlüsse vom Standpunkt des herrschend« Gesetzes entgegenstellen angesichts des Konzessionsshstems und der dadurch bedingt« G«ehmigMgspsticht eines solchen Bcschlnffes, der in der Regel dahin auSgelegt wird, daß der Beschluß auf Derlegrmg des Sitzes in das Ausland dem Beschlüsse ans AnflösMtz (Liquidation) der Gesellschaft gleichkommt. Dagegen freilich lehnt sich 8|& Erkenntnis auf, daß die Reichweite der ursprünglichen Konzession eine gesamtstaatliche war, mithin auch aus jene Gebiete sich erstreckte, die sich losgelöst haben rmd Mvnsehms Ausland grword« sind. Aus dieser VerwicklMg findet das geltmde Gesetz nicht d« Weg; ihn kann nur das ucbereinkommen zwisch« d« Nationalstaat« Md die Einigung ans Reziprozität fteilegm./ Ansfichte« auf bessere Kaffeezuftrhrerr. Wie «S Hamburg gemeldet wird, hat der gegründete Kaffee-Emfuhrverein beschlossen, seine TätigM aufzuneym« imd sobald wie ausüben zu können. Denn nach einer MeldMg aus Riö^de Janeiro Hab« die Vertreter der Kaffeeproduzenten d« WMsch Ssprach«, bei dem wirtschaftlich« Abkomm« auf der mskonferenz die Ausfuhr brasiliaNischeu Kaffees nach chlcmd geg« etwaige Repreffaliw zn schützen. Der brasilianische Kaffee soll in einer gewiffen Anzahl von Jahr« in Deutschland, Dents chösterreich, Ungarn, Bulgarien Md der Türkei, die vor dem Kriege vier bis fünf Million« Sack brasilianisch« Kaffee jährlich verbrauchten, freie Eiikftchr Hab«. ttefce? vus Problem der HemdelsbUemz erkärt d« Bericht bttNatioaal GityBankofNewYörk? Das HandrEbllanzaktivmn der Union im Jänner überschritt die Weltgoldprodnktio n des Vorjahres ohne Amerika, solche Drffermzm könnm aber nicht in Gold b^ahlt werd«, mech sei eS merwünscht, derarttge Handelsbilanzaktiv« in Zukmst zn Hab«, doch müßten sie bis zur normalen Produktionskrast Europas wieder andanern. Das Jänneraktivum der Handelsbilanz betrug 410 Millionen Dollar; imangebracht seien Klag« über Einfuhrkontrollen anderer Länder wir in England. Die englische» Schulden betrug« dem Londoner «Sconomist* zufolge anfangs März 7'53 Milliard« Pftmd ^Sterling gegen 710V» Million« zu Kriegsbeginn, davon sind ' bloß 817*7 Million« fundierteSchuloen, W Kriegsb eginn bckiefen sich diese dageg« ans 586*7 Million«. Bermögensanmeldnng der Tschechen" im Ansland. AuS Prag wird telegraphiert: Mt Rücksicht auf mehrfache Anfrag« tritt das Finanzministerium mit, daß E r g e «- tümer einheimischer Geldeinlage« und Aktie» (Artikck 1 Md 3 der Verordnung vom 4. März), die sich nn Ausland aufhattm. die Einlag« md Mi« fchnftlich ammld« könnw, ohne daß sie vorläufig die betreffmd« Einlagebücher oder Anteilscheine vorlegen. Erne solche AnmeldMg muß nicht auf dem vorgeschriebmm Fomnrlar geschehen, muß aber in Duplo vorgelegt werden Md die genaue Btzeichmmg der Eiulagm -enthalt«, wie das betreffende Finanzinstitttt, die Nrnmner deS Buches, die Wähmng Md dm Be«' trag, auf dm eS lautet, Md vor allem die Angabe wem eS gehört. Das für die AnmeldMg zuständige Amt ist daS Konskriptionsamt, in deffm Bereich sich das betreffende GeldinstitM befindet. Dieses Amt stellt das zweite Exanplar mit der Bestätimmg über das Emtreff« der Anmeldung uttück. Dickem Amt werd« das betteffende Emlaaebuch (Anteilschein) md Kaffenscheine vomrlegm. ferm sobald sie in das Gebiet der tschecho-flowakisch« Republik gebracht werden.' Ist rin Einlagebnch (Anteilschein) oder Kaffmschein schon jetzt hier deponier, so ist der Bewahrer znr AnmeldMg verpflichtet, wird aber die Auffordcnmg des Konskriptionsamtes abwart«, das nach der Amneldmg den Ejgmtümer zur BbrlegMg auffordcm wird. Für Angehörige der tschecho-slowakischm Republik, die «Wien wohn«, wmde als Konskriptionsbehörde das Amt des Bevollmächtigt« der tschecho-slowakischm Republik in Wim bestimmt, bei dem eivhckmffche Einlagen Md Asti« angemeldet werd« köM«. Die tschechischen Gin- und Ausfnhrsyndikate «nd ihre Wirkungen bildeten, wie Ms ans Prag mitgeleilt wird, d« Geg«stand der von der Arbeitsgemeivschast der Bereinigt« sozialistychm OrgMisationm im Handel, Jndlchrie Md Bankwesen einberuf«« öffmtlichen Dersammlimg. Der Referent wies auf die schädlich« WirKmgm dieser Verordnung hin, deren einseitige PrariS unter den Handelsrmd Jndustriecmgcstelltm wie auch unter der Arbeiterschaft eine katast r v p h a l e Stellenl o s i g k e i t berbeisühren kann. An der Debatte beteiligte sich unter anderen auch der Sestionsches im HandclSminisicrirM, Dr. Mattis. Eine im Sinne des Referats gebastene ^'esoiution vnird? einstimmig an^euommem