Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-04-03 · Heft 75 (3.4.1919) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 75 (3.4.1919)
Date
1919-04-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979152--00653-2985969
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Rk n ÄZKn. Dsirnerstag Wiener Morgenzeitung 'S. April 19L9 Seite F es auch nicht besser wirft mache» Untzen. VLM die städtischen Finanzen ins Gleichgewicht zu bringen, W»ürft *$■ langjähriger geduldiger Arbeit. / Um chie^ ^NestznPmg der städtischen UMUKM zu ermöglichen, müsse'man dle Einnahmen vergrößern oder die Aufgaben, eventuell beschränken, aber jeden- . fckst. Iftaiwi AnK-Wteber sparen. : Hbg. Äizebtzrgerrneister ReumänA sagt,. für die K-Mvume M Ae gegenwärtige Zeit qm Mechtestm zum; Spuren. Die Mhxausgafteu erdrücken Schlahe die FinanzlNM Hiftus. Eie sind eine Kriegssolge und werde« In absehbarer Zeit nicht einzudämme» seiy. Die Zukunft Wiens ist für M nächste Zeit nicht rosig. Die zukünftige Majorität ich Diener G-emeinherat wird eine äußerst schmierige Lage vsrfivchs«. Es machen sich jetzt Einflüsse geltend, baß die radikalsten sSlechente die Zügel an sich, reißen wollen rmdeS wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß ftasBürgertnm vor der gänzlichen Aufrchbung stehe. Diese Befürchtung kann vielleicht zur Tat tchchiyt, aber äuf menschliche Arbeitskraft sind alle politischen Parichen angelvißsen. Deshalb hoffe daß Wien sich wieder «;hvkm werde. Di« VyrwärtsenttyLcklnng mhsse «ine ruhige sch«, chue Hemmung könne nur porMrgehenb sein. Wenn auch nciMe Art für Wien nicht rosig , erscheine, so wM Dch« M ly entwickeln^ daß die erhöhte« Ausgaben rnmt. ‘ ' ' ' Jifgr” WM [ bet MlitarisPMZ der Gemeinde gegenüber sich sehr häufig feindlich Mellt habe. Aber andererseits dürfe man hoch nicht vergesse«, daß es unter Dr. Weiskirchney noch sotto Iah re gab und er^aus dem Vollen schö pfen kannte. Das dürfe nicht unterschätzt werde». Das war dho Zeit der Anke he». Dadurch verschärft sich die. Situation str die Nachfolgerschaft der gegenwärtigen Majorität i» der Wiener Gemembestube. Indessen hoffen wir, daß der Haushalt wird geregelt werde« können And daß die ^sürchtuuge» Mr die Zukunft Wiens nicht in Erfüllung gehen werden. Es sei aber notwendig, daß die Regierung an die Mente energisch herantrete, die Blockade sofort aufzuheben, dWit das Proletariat und her Mittelstand so LeistungSfShtg wchchftr, m :&U sthwevk Büche,, bis ihnen selbst von der Hrftnw auserlegt wurde, zu trage». u. herauf gab Abg. Vizebürgermeister Rat« eine ürrze L^rsteldmg der Finanzlage Wiens. Das Jahr werde mit em Defizit vpn SY bis Ly Millionen apschließen. Daran s«M Hie Krirgsverhättuisse schuld. Er Schauert, daß man % MtigM Dr. Weiskirchnexs zu Unrecht kritisiert. Der Büxgermeister sei bei allen Bestrebungen durch den Militarismus Md BuMstkrqtis^nus gehemmt worden. , Hieraus svl^d die Vorlage über die neue Weinsteuer einstimmig angenommen. Hegen hie Aufenthaltsb efch ranhung en in den Ländern. 1- - MchWeL.8MMgjexMLU. Wrdetz VtMrmtzM «erchMt,, durch die Elnreisenden oder Durchretfendkn gewisse BeschMkütkgrn des Aufenthaltes auserldgt werden, die dem ft a a r sll » «.d g esetzlich gewährleistet e n R echte d$ t Fre rzüg ieIeit wrderspr ech en. In einer DKMung Werdest sogar/ im Lande .anwesende Deulschösterreicher ausanderen Lsudernunter Androhung der Abschiebung ü n d B e st r a f u n g zu einer besonderen Meldung verhalte«. Dts. Staatskanzln hat mmmchr in eines» Erlasse die LandesredttUnsm daraus arlsmecham gemacht, das derartige Verfügungen nicht nur den Staatsg r un d g e s r tz e n widersprechen, sondern a vch an t t> i m G .r u u b g e b anken e i nes a u s dem o kx ö'tiI ch»f r e t h ei tlich e,n Grundsätzen an.sg.ebHUt en Sts.atsw es-pS in g relle m AZi de r s p i it ch stehen. Wenn auch das Bestreben der Lander, dm Schwierigkeitt» m der Lebrnsmütelversvrgung rntgegenzuwirken, volle Würdigung erfahren muß, so gehe tzS doch nicht an, daß m derartiger Schutz rmt Giygnffeu m die FreMäigieü ver- 3m wird, die sogar m emer völligen Einschränkung des Verkehres.in Deutschösterreich und z« schwerwiegenden wcrtuchen Folgen sichren Wimten. ' ' ' ' Tschechische AgitaLion für Me« SLaatenbund. . NM MtteiLnrge» einer parlamentarischen Korrespondent mache« tste «chechlkchen Polnfter jetzt sowohl in Paris als auch »Mer dm Deutschen in Böhmen Stimmung für die Bildung erych StaatenbundeS. In diesem Smatenbund solle» der tskchech o ° fl o w a k i s ch r Stack als auch De n t schpF h ck e.u.und Deutschöfter reich vollkommene selv>- Mndrge Staaten mit eigener Verwaltung und eigener MililärgeMk bilden. Ungarn soll gleichfalls für vieseu Staatenbund gewonnen worden. Iuteressom ist, daß sich die Siidslawen dicker, Id« M«M noch gblehnmd^ verhalten. . : - : ■ Den Plan der Bltdung eines StaateNbuMes brachten auch; bte berden Bettreter der amerikanischen Studienkommission Ptosessor C o o l i d g e und Dberft Cuningbrm bet m .Brchandlungm in Wren zur Sprache. Daß stch die franMsche Reatenmg für diese Atzee gleichsalls erwärmt, ist begreiflich, zu mql dadurch der Anschluß Dm ~ ' ‘ hchdert werdm soll. istrrreichS an Deutschland ver- Diß Pflichtverletzungen im Kriege. Der Heere« a u ß s ch.« ß der Narronalveriammlung m Ackhmt das Gesch über drr Begnadtguuvon K r r e g S «k § a « g e n e n md 8 i p t l i«t r r « i e r t e n angemmmm «nd fodam foigmdm BMuß StW t Die Kommrssivn zur Uptzersnchung von schwere« Pfl i.ch t v erl ß - « n g e« im Kctege wird avsgefordttt, ihre TöttMt zu Mmmigen md haS ihr vorliegende Material zn könkreltsieren. Die Mmmissio» hat sich dab« n r ch t m t t st r a t e g t s ch e n UNtee s u ch « « g t«, sondern vor allem «nt der FMellung «r S ch«zd it«er Ko mmand a»te« W beschäftigen, wS sich schwere Pflichtverletzungen beim Zusammenbruch J&!**** 5tölten stnh m Südtiror und btlyt Rückzug inAlbanien zMuldkn kommen ließen, ferner mttden b eben kl ich e« Tauglichte i rs b e f nn d « « gewiffer UeberplüfungskommDonem tnallenPrettziaarn. Mepamtnren IIIb II Garantie, jfarbbfinbrr für aüe^Ame, exstUaMa«» Material. Lrop. Kurzer, Wien, M» WeMhnstraße 23. Telephon 3X637. 969 KsnstttnierMde NationaLversammlnng. N. S i e n, 2’. April 1919. Bo» rrnserem ParlamentsberrchLerftatte». Die heutige Sitzung war ausgefüllt von Reden Staatssekretär H a n u s ch, S t o ck l i t, Schump eter und Bauer. Schließlich sprach noch der Staatskanzler Dr. Renner. Die Tagesordnung wurde glatt abgewickelt: Die Äorlagen Über Kreditoperativ ne n, Regelung der Arbeit in den Betrieben zur Erzeugung vyn Backwaren, die Kriegsg esangenenfürsorge und schließlich unter großer Spannung des Hauses die Vorlage betreffend ein Gesetz über die Landesverweisung unv die U e b e r n a h m e des V e rmö gens des Hauses Habsburg-Lochringen. Von Jntereffe war hier die Nede des tschechischen Abgeordneten D v o r z a V der den Protest der Nationalstaaten oftmals durch Zwischenrufe und Heiterkeit unterbrochen, motivierte. Viel bemerkt wurde, daß bei Verhandlung dieses letzteren Punktes viele C h r i st l r ch s o z i a l e fehlten, vor allem die Ach der Präsident perkündete, daß düs Haus mit oweidriWmehchei1, chas Gesetz angenommen habe, applaudierten die Sozialdemokraten und die Großdeutschen demonstrativ.... Da» Gesetz für Kriegsgefangene. Der vom Abfl. Fischer gezMnete Bericht« des Ausschusses für soziale Verwaltung betreffend das Gesetz über die Kriegsgefangenensürsorge ist heute erschienen. Es wird dem Gesetz zufolge eine S t a a t s k o m m i s s i o n für Kriegsflefangenenangelegenheiten eingesetzt, in welche die beteiligten Staatsämter Vertreter entsenden. Der Kommission wird eine besondere Dienststelle des Staatsamtes für Heerwesen beigestellt, die die amtliche Bezeichnung „Kaegsgelangenenamt" fühtt. Der Präsident und der Vizepräsident der Staatskommission für Kriegsgefangeuenangelegenhcrten sind aus den Mitgliedern der Nationalversammlung von dreser zu wählen. Dr. Strinwender erhält Ruhegenüsse der Beamten der 2. Rangsklasse. DaS Gesetz betreffend den Ruhegenuß de« gewesenen Staatssekretärs der Finanzen, Dr. Otto Gteiuwender, bestimmt, daß dickem vom 1. Avril 1919 angefangen der Nuhegenuß der Beamten der 2. Rangsklaffe bewilligt werde. Die Anfhebung des Adels» der Titel uud Würden. In dem) von Abg. C l e s sin erstatteten Berichte des VerfaffmigSausschuffes Über die Vorlage betreffend die Aufhebung des Adels, der weltlichen Ritter- und Damenorden und gewisser Tuel und Wiff'den, wird ausgefuhrt: Es wäre nrcht nur eme überflüssige Hätte, das Tragen der bisher verliehenen Orden und Ehrenzeichen von nun ab zu untersagen, sondern es würde dres auch die Empfindungen der hiervon betroffenen Personen und auch sonst weite Kreise auf das schwerste berühren. Es sind ja viele dieser bisher verliehenen Orden und Ehrenzeichen E rrnnerungen anHeldentaten während des K r i e g e s, sie wurden unter Gefährdung des Lebens und der Gesundheit erworben und oft damit bezahlt, daß der von ihnen bedachte mm Krüppel geworden ist. Auch in der deutschen Republik ist dw Regelung der Ordensfragv in der Weise eckolat, daß wohl die Verleihung der bisher bestandenen Orden für künftighin als nicht mehr statthaft erklätt worden ist, es jedoch jedermann ' gestattet wird, verliehene Orden und insbesondere auch Kriegserinnernngszeiche» weiter zu tragm. Die Führung der Ädelsbezeichuungen, Titel »nd Würden im Verkehre mit Behörden und öffentlichen Stellen sowie im öffentliche» Leben überhaupt als verboten angesehen wird und daß erne ständige Führung dicker Bezeichnungen und Titel nrcht gestattet sein soll. Keineswegs soll aber dadurch tief in das Privatleben eingegriffen werden. Nachstehend der Sitzungsbericht: Die Staatskanzlei übermittelt das Invaliden- und H i u t e r b l i e b e n e n v e r s o r g u n g s g e s e tz und e>nett Gesetzentwurf betreffend die Wiederbesiedelung gelegter Bauerngüter und Häuseranwesen (Wiedechesiedelungsgcketz). 380 Millionen für die Invaliden. ■: Staatssekretär, Dr , soziale Verwaltung, Han n s ch, begründet in eingehender Weise das Jnvalidengesetz, das als Grundlage den Lohn und Gehalt des Jahres 1915 annehme. Für die ersten Jahn werdm die Rmten um 50 Prozent erhöht. Trotz unserer finanziellen Lage, sei die Vorlage sehr liberal gehalten, mid auch dre Invalide» haben sich mit ihr 11 »- verstanden erklärt. Der Gesamtaufwand dürfte gegen 360 bis 380 Millionen betragen. Ww dürfen uns nicht gm den Standpunkt stillen, daß wir die Kriegsmvaliden mit einen: Leierkasten abfertigen. (Lebhafte Zustimmung.) Dos Wiederbesiedelungsgesetz. Staatssekretär für Landwirffchaft S t ö ck l e t begründet da§ Wiederbesiedklrmgsgesetz Md legt die Schädigung der Volkswittschast und insbesondere der Bolksernährung durch den Ankauf bäuerlicher Güter m Jagdzwecken dar, das Gesetz mache sich zur Aufgabe, Bauern dort wieder auzusiedrln, wo die Grundlagen hierfür gegeben seien, zu diesem Zwecke sei die Enteignung vorgesehen, welche über Antrag einer Gememde oder landwirtschaftlichen Korporation eingckeitet werde» könne. In erster Lmie sollen die Kciegsmvalldrn, -Witwen und -Waffm berücksichtigt werdm. (Lebhafte Ackimmung.t Das Wrederbckiedelungsgcketz wird hem Ausschuß für Landwirtschaft, das Jnvalidmgcketz dem Ausschuß für SoMvrrwaltung zugewicken. Die Kreditoperationen. Abg. Gürtler referiert über das Gesetz über Kredito p e r a t t o » e n. Er betont, es handle sich um eine Lebensnonvmdigkeit für die ganze Bevölkerung, da Lebensmittel und Rohstoffe heckeigckchafft werden sollen. . 80 Milliarden Verpflichtungen. Staatssekretär für Finanzen, S ch u m p e t e r, verweis darauf, daß das-erliegende Gesetz dem Staate die Mittck M» Leben und dem Volke Lebensmittel geben solle. Ein ordnungs gemäßes Budget sei noch nicht vorhanden Md das Staat« amt werde, veraii-igeletzt, daß alle Zentralstellen die Ziffer» zeit gerecht liefern, erst in einiger Zeit in der Läge sein, ein ordnMgsi gemäßes Budget, das auf w i r k l r ch e n Dcken beruhe, tiefe« z« können. Dann werde auch eine ordentliche Finanzdebatte rtl* ^gefühtt werden. Der Staatssekretär betont den Gruft der Lage. und erklärt, der unteraegangeue Staat habe im AugttMck de) Unterganges Nicht nur Vechflrchtungen von Mgefähr 80 Milliarden sondern auch noch eine v o l l st ä « d i g e D e § o r a u i s a trotz U n r u h en, Arbe i t 8 l o s i g k e i t und eme R o tlag< hinterlassen, mst der die junge Freiheit zu kämpfm habe. ES sei notwendig, sobald als möglich in eimgm Wochen an ß das grotze Werst der BermögensastgaLe z« gehen, die de» Weg z« geordneten Zuständen fceimache. Borerß fei nicht zu erwarten, daß daS Gleichgewicht im Budget werd» hergesteut werden können. Im ersten Halbjahr 1919 betrüg bereits der Ä b g a n g Ptälimmarckäßig Mgckähr 1200 Millionen, sch daS ganze Jahr mache er also 3400 Millionen Kr an er aus. Daher seien die Zus ch üs s e des Staates zu den, Mehl" und .Brotpreisen sowie die Bekleidungsaktion, die ZügeständNiff» an die. Ersenbahner Und eine ganze Reihe anderer Posttt nickt vlitgtrrchnet. Wenn w.r, fährt Schumpeter fort, so weiter wirtschaften, müssen wir froh sein, am Ettde des Jahres mit emm Defizit von sechs MiMnrden heranszukoinmen. Das darf natürlich'» i ch t sckrr, denn es bedeutet, daß ww die junge Freiheit zerstören und dem Abgründe zuellen. Ww werden nicht zchammenbrechm, wenn wtz' die Sache energisch angchm und »ns selbst enffprechendk Opfer zumwen. - Dos erste Opfer ist die Vermögensabgabe, die schnell und energffch dvrchgesÄhck und dem Abbau her Kriegslasten sowie de« Gedanken der Zew der Sozialisierung, dienstbar gemacht werden muß. Wenn b« Kriegsschulden adgebaut und eine Reihe von Ausgaben, dw ihm Natur nach temporär sind, gedeckt sind, wird in ungefähr drei bis vier Jahren ei« geordneter Z»- st a«d MüÄkehreu. Der Staatssekretär fordert dft Mitglieder des Hauses m. Mitarbeit an dickem „ Werh auf. In zwei bis drei Wochen werden die Arbeiten zur Vermögensabgabe abgeschloffen. Gegenwärtig sei es das wichtigste daß "der Arbeiter Arbeit und sein Brot bekomme. So dMer du Swnde aussieht, man kann schon jetzt die ungefähren Kontur« des neuen Lebens sehen. (Lebhafter Beifall.) _ , Nach dem Schlußwort des Benchterstatters wird das Gckcki r«' der abgeändettttr Form in zweiter und dritter Lesung «»- genommen. Dos BSckerschvtzgefetz. Berichterstatter M » ch i t s ch referiert sodauu über das BLckerfchutzgcketz. , Abg. Braudl (christlichsozial) begrüßt daS Gesetz 0 einett Fortschritt in sozialer Beziehung. Weniger eckcheine tim darin der wirtschaftliche Gesichtspunkt verLMchttgt. Redner verweist daraus, daß auch zur Zeit, wo es »och keine Brotfabriken gab, die Versorgung der Bevölkerung mit Gebäck reichlich genug war. , ■ Nachdem noch die Abgeordneten F r s ch e r rmd S ch ö nsteine r gesprochen haben, wird das Gcketz a n g e n o mm ett, Hierauf referiett der Abg. Fischer über das Kriegsf ü r s o r g e g e s e tz, das angenomme» wird. Die Arrsweisung des Hauses Havsdurg. . Schließlich referiett Mg. A b r a m (Sozialdemokrat) Üb« die Vorlage betreffend die L a « d e s v e r w e i f u n a und Vermögens Übernahme de-HausesHabSb«ra-Lo th ringen.' . Nach dem Berichterstatter begründet StaatSfckrrtär Doktor Bauer die Vorlage, wob« er hauptsächüch die von dev Nationalstaaten gemachten Emwendungeu widerlegt. Es handle sich einfach um die UngültigkeitserKärnng von Fideikommiffen. Der tschechische Abgeordnete D v orzaik erklatte sich prinziell mit der Landesverweisung des Hauses Habsbmg einverstanden, vertrat jedoch die Änfprüche der Nationalstaaten auf das Eigentum dieser Dynastie. Dw Tschechen beziffern ihre Ansprüche auf ttwa \lU bis 2 Milliarden Kronen. Deutschösterreich werde über dev Protest der Nationalstaaten nicht hinweggehen können. Bei d« Zuweisung der Schlösser für Humanitätseinrichtungm möge man auch an die tschechischen Kmder in Wim denken. Abg. C l e s s i n (deutschuational) stellt de« Antrag: Die Verbringung von Waren, Wertpapieren und sonstige» Wettgegenständen «»schließlich inländischer und ausländischer Zahlungsmittel durch landesverwiesene Mitglieder des Hauses Habsbrng- Lothpingen ins Ausland darf nur nach vorheriger Lnsturm der Vermögensabgabe gemäß dem in Aussicht stehenden Gckehe erfolgen. Gin tschechischer Protest. Abg. D v o r z ack (tschechisch) motiviett den Protest der'Gesandten der Nationalstaaten und begrüßt das Gesetz, soweit es sich um die Laudesverweiftmg handelt. Der erste Teil seiner Rede löst Protestrufe bei den Abgeordneten aus. , S tr af I n e r (deutschuational) beantragt eine Resolution, tvonn die Regierung aufgefordert wird, ehestens entsprechende Maßnahme» zu treffen, damit dem Hause Böurbou- P a r m a für immerwährende Zeiten der Aufenthatt in Deutschöster-reich verwehrt sei. Staaiskanster Renner wendet sich gegen den Zusatzantrag Clessin und erklätt, er halte es nicht für opportun, in den Wortlaut eines Gesetzes, das eine eminente ftaatsrechtliche 'Erklärung darstelle, eine Bestimmung, wie es dieser Antrag bezwecke, auszunehmen. Abg. El e s s t» (deulschnatioual) verweist darauf,daß das Steuerfluchtgesetz uich( die genügende Handhabe biete, um gerade den Habsburgern gegenüber eine Berschleppwg von Vermögensobjekten unmöglich zu Machen. StaatSkanster Renner betont gegenüber dem Vorredner nochmals, daß die durch das vorliegende Gesetz gebotenen Mittel vollkommen ausreichen, Verschleppungen unmöglich zu machen. Das Gcketz wird hieraus in z w e i t e r Lcküug unter A b-- l e h n u n a des Antrages Cleffiu angenommen und die Sitzung geschlossen. Frankreich soll das Saarbecke» nicht bekomnien. Pa ti S, 2. April. (Reuter.) Frankreich drängt auf dis vvLlstllndige Annexion des Saar- Hecke ns. Dieser Forderung wird jedoch nicht stattgegeben. Man neigt dazu, Frankreich alsDeilentschüdigungdie Kontrolle über die Kohlenbergwerke für eine festgesetzte Zeit zu überlasten. Lenin und Trotzki in Lebensgefahr. Amsterdam, 2. April. Dem ^.Algemeerr Aandelshlad" zufolge meldet ^DaUy Telegraph" aus Aelstugfors, daß in Petersburg sehr ernste Anrüheu stattgefunden hätten. Lenins Ansehen nehme ab und Tr o tz k r werde im Kreml von lettischen Soldaten bewacht und lebe aus Furcht für sein Leben in vollkommener l Zurückgezogenheit.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.