Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 74 (2.4.1919)
- Date
- 1919-04-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Men, Mittwoch .^st wirkungslos geblieben. Warum soll auch ein Mitglied des. heutigen BurgcheatnH in dein fthi Hmrch Ämbeschcu Geistes mehr lebt, nicht qus emec' Tingeltangel- Bühne auftreten? Seinen Befähigungsnachweis hat Herr Trcyler schon im französischen Lustspiel „Die Fahrt ins Blaue" erbracht, wo er auc Berwlmderuug der BurgrhMett>esuchet .überaus kunstvoll mit drei Hüten jsnglrertL DreWlpknnltz istMr so unbe- S' eter, als Herr Treuer garmcht aus dein Rahmen des o-Theaters „• gefallen ist imb niemand in ihm ein Mitglied der „ersten Wühne" Dentschaiterre chs vermutete. Er hat den vielen, die ihrer Aufgabe im Buracheater n'cht gerecht wurden, , den Weg gebahnt, der nicht unbeschrUterr blerbm wird, kgm, Rene Wiener Bühne. („Säle DÜchsr der Panv dora." Tragödie in drei Aufzügen von Frank Wedekind.) Ran muß den Mut Habelt, diese quülrirde, mit allen Scheußlichkeiten bis zum Rande angefüllte Dichtung abzulehnen, auch wenn sie jetzt gepriesen wird, auch wenn man Wedekind noch so verehrt,- viele seiner Stücke, insbesondere „Frühlingserwachen",. „Erdgeist^, »Musiki, „Kammersänger;" sehr liebt und die Empörung derer teMe, die ihn, den Ankläger, den Fanatiker einer hohen Sittlichkeit,' als unmoralischen' Bänkelsänger und. Senfationshüscher bekämpft und verspottet sahen. Uber mögen geschäftige Nutznießer dieses Genius noch so laut ins Horn stoßen: Die Aufführung diese- Schlußteiles der Lrckt-Tragödie ist wirklich feilte unbedingte Notwendigkeit. Die Erlösung der Menschheit im Sinne Wedekindwird absolut nicht beschleunigt, wenn man steht, wie Jack, der Äusschlitzer, die zur Straßendirne erniedrigte Lulu ins Dunkel schleppt, wen« .man hört, wie er sein« Gier befriedigt, indem er ihren Bauch aufschnekdet und wenn man dann znfehen muß, , wie er, stöhnend vor Lust, seine bluttriefenden Hände abwäscht; wenn daS Publikum drei lange Akt« hindurch die Qualen einer LeSblerin mitmscht, die von ihrem Idol Lulu mißhandelt wird; wenn eeinen perversen Türken mit glotzenden Augen den Körper eines Knabe« gründlich abtasten sieht .. . Der /Abend wurde Mit einer Konferenz eingeleitet, die der Wiener Schriftsteller Anton Kuh hielt. Frank Wedekind hat sich einmal über derartige „Einführungen" zu seinen Dramen sehr abfällig geäußert. Er schrieb im Jahre 1907: „Ich bin der Üeberzeugung, daß es dem Eindruck einer in sich abgeschlossenen künstlerische« Arbeit -um Nachteil gereicht, wenn man ihr eine Einführung vorausschickt; ich bin der Üeberzeugung, baß auch dem ernstesten Künstler das künstlerische Mittel erlaubt sein soll, den Befer, Hörer oder Zuschauer durch seine Arbeit zu überraschen oder gar zu verblüffen." Die ein wenig anmaßende Art de- Herrn Kuh, in einer improvisierte«, länglich geratenen Rede die. Zuhörer zu belehren, blieb nicht unwidersprochen. Gr antwortete, wie ein DersammlungSredner auf Zwischenrufe reagiert, zeigte .große Lust, „abzufuhren" und zu glänzen, und hat alle Anlagen,. sich zur ' männlichen ..Primadonna zu entwickeln. — Die Aufführung war ganz meisterlich. Elisabeth Betgner,bringt für daunfchuldtg-grausampWeibtier Lulu Gestalt, Anmut und die großen, ausdrucksvollen Augen mit. Katzenhaft lieblich, kindlich süß, bezaubernd in den Bewegungen. Die Passion de- Mädchenim zweiten Akt, da die männlichen Bestien Geld heischen und eS mit Kerker und ewiger Gefangenschaft im Freudenhaus bedrohen, wirkt im Lesen viel ergreifender. Erstklassig Eugen I e n se n als roher, feiger Kraftmensch Rodrigo Quast und Frau Förster als Spielhöllenbesiherin Magelone, die durch alle Laster dieser Erde gegangen ist. Der abgefeimt« weltkluge Zuhälter Schigolch des-Herrn Lessen, der zu seinem Bedauern feststellen muß, daß Lulu vou der Liebe nicht leben kan«, weil sie für die Liebe lebt, der schurkenhafte Frauenbändiger Graf Costi^Iani des Herrn Men b es ser trat trotz einer schmerzhaften Erkrankung auf und beherrschte sich bewunderungswürdig) und hie unglückliche opferfreudige Gräfin Geschwitz der Ellen N e u st ä d t e r —. durchaus künstlerische Leistungen. Die ergreifenden Kindergestalten des Zögling- Hugenburg und des Schulmädchens Kedidja, in denen DedekinbS große Seele lebt, wurden von Alice Lach (unvergeßlich, wie sie mit Rettung heischendem erhobenen Arme an dem Rohling Quast vorübertastet und zu dem Schriftsteller Alva Schön flüchtet, den Fritz B a n t i trefflich gab), und Rosa Pauli rührend dargestellt. Man kann nur auch allen anderen Künstlern und dem Spielleiter Emil Geyer banken. Eine der besten BorftMüygen, die man in Wien sah. Das Publikum ging nicht mit allen Ungeheuerlichkeiten willig mit. Q. A, Vom Overntheater. In der Vorstellung ,P a l estr i n a, im Opernihealer am Donnerstag den 3. April singt Herr Mark! zum erstenmal die Titelrolle. - Errichtung eines Gastspieltheaters in Hietzing. Wie uns mlkgcteilk wird, trägt sich der Wiener Westendverein mu de« Plane, inHietzing ein Gastspielthrarer zuerrichte n. Die Bezirksvertreiung H i e tz r » g hat nach einem Anträge de- BeürksrateS Kraft beschlossen, an den Ge« mtlndcrak der Stadt Wien das dringendste Ersuchen zu. richten, daß er sowohl nn eigenen Wirkungskreise. als auch bei allen in Betracht kommenden Stell«'» dahm wirken möge, daß dem Wiener Westendverein bc(ülidj de- BrolrktS -er .Errlchttmg eines GastspreltheaterS die Prioritül gewahrt bleibe. Jüdische Bauer», Geschichten auS dem netren Palästina. Aus dem Hebrä schm von S. Cemach. — DieieS Buch führt nitshinein m daS Leben der jüdischen Bauern ,n Palästina, es zeigt uns die Gefahien, Mit denen unser« Pioniere m den neuen Kolonien zu tänivstn haben. In geläustgem Stil und schöner Sprache wttden unö Land und Leute io sik'childeri, da?) man d.,S Buch nicht aus der Sand legen will, b'S man.alle die schönen« kleinen Geschichten gelesen hat. PxeiS broschiert li s.60, gebunden K 8.80« Zu beziehen durch % Lowtt, l., Vtoremurmftraße SS. Wieder ei»- tLtliche JnsuktiStNng eines Schiedsrichter». Es schein! geradezu tcm Sonntag vergehen zu können, an dem Nicht aus ngendemem Platze em Schiedsrichter von5 Publikum geprügelt nnrd. Da der Fnßltallvttband Hirsen ikan» dalösen Vorfällen vollkommen energielos gegenübersttht, büe te es?o. weil kommen, daß sich kem SponSmann mehr zu diesem ohuahm.lchweren Amte bergchen.Wrd... Hatten sich bisher wenigstens Wiener Morgenzeitung die Funktionäre des betreffenden Vereines deS Unparteiischen angeltouiii'.en, sd war dies am letzten Sönntag absolut N'cht . dir Fall. Schon während des' Wett- >. Wiels N. A. C. gegen Hakoah mußten die Funktionäre oeS Mßdorfer Athsttimubs beobachten können, daß im Publikum gegen den Schiedsrichter- ^Stimmung" gemacht wuchs.' NichkSdestowenfpev Mimerte sich niemand um den Unparteiischen, als das...Sviel -M.End.e -war und, er den Weg .mm Umkleidelokal ein zitta Iv MrckM weit entferntes Gasthaus) anträt. ' Kamst., hakte er deO SpvrtUatz -verlasse«,- wurde er von mehteM Leuten tätlich insultiert und konnte erst durch das energische Eingreifen einiger W erster. Hako Mer aus den Hnudcv der Rohlinge, die - zum Teile dein N. A. C, ünaehorteu. befreit werden. Die Hgilvrschuld an alle« hieim'BEllelt'trägt unk der FustbaWerband. der diesen Rowdies durch sein passives Verhalten geradezu Vorschub-leistet.^ §. Einbrüche auf Futzballplütze«. In der vergangenen ioche.wurden in den Umkletdelokalen mehrerer Sponvere'ne inbrüche. verübt und zahl'.eiche Sportutensilim. geraubt. Die betroffenen Vereine konnten sich nur mit Mühe für ihre Wettspiele die notwendigen SportünScüstrmgSgegenständ« verschaffen. Länderwettspiel Deutsch3stee«eich ~ Ungarn. 'Kvmmenden Sonntag soll in Dudavest der Länderwettkamvf Deuffchästerreich—Ungarn stattsinden. Bt§ fest ist es zweifelhast, ob die Wiener die Neffe autreten werden, obwohl Montag ein ans Budapest eingetroffener Fl-cger die Meldung brachte, daß die Wiener unbekinat abreneu sollen. Der dresdezügliche Beschluß wird in der Donnerstag stattstndendett Sitzung des Fußballverbandes gefaßt werden. BingkLmpfe beim Ronacher. Auf der Barret'sbühne des Nönacher-Etabllffements kommen jetzt R>ngkäMpfe mr Austragung. Kommandant der engagierten Truppe tst der Wiener Meisterstemmer Steinbach. Außer ihm nehmen noch einige bekannte Ringer an den Wettbewerben teil. In Hütteldorf finden am Sonntag ^wei FremidschüstSkpieke statt; der W. A. F. spielt gegen die Amateure. Rapid gegen Wacker. Rudolfshügel spielt am Sonntag in Favoriten gegen den W. A. C. Die VieN»a bekommt ht der nächsten Rüde ihreS setzig-n Sportplatzes einen zweiten, dek bisher vom Sportklub Ostmark benützt wnrde. Luftpost Frandsekch - Marokko. Nie daS „Sp. a. M? meldet sind oegenwättig Versuche zur Errichtung emer ständigen Lusipostverbindung Mischen Tonlonse Und Rabat im Gange. Unternehmerin ist die Sociöi^ LirecgSre. die bereits von der 'Panischen Regierung die Erlniüm-S erwirkt bat. Mt brit Postffngrelwen spanisches Gebiet -u iiberque-'en. Es ist näml cd in An-sicht genommen., dre Rome Uber Barcelona, Nlrcame und Malaga zu führen. Von Rabat aus würden Flnazeuge deS marokkanischen Geschwaders dir Post weiter nach Casablanca Md Fez bringen. Der erste V'rsiichHstug hat bereits stattgesiinden, >st aber Nicht vrogramm'emäß und auch nicht besonders ermutigend vc> lausen. Von vier Flugzeugen, die m Toulouse abstogen, ,st nur eines cur testgtsttzten Zeit M Akwante einoelangr. Dieses eme st-est mlolge versedlter Landung ^gegen eine Mauer, wobei der Apparat stark de^chäd'gi und auch per Mot erheblich verletzt wurde. Die drei andere« Apparate, mußten schon vorher nicht flugplanmä'nge Landungen aMÜHrerr. Trotz diesem nicht lehr geglückten Debüt werden die Vorbereitungen torkgesetzt und es w rd damrk gerechnet, daß schon m einigen Wochen ein regelmäßiger, wehn auch vorderhand noch spämchec Verkehr aufgenommm werden wird.* mV M 4SKENRUM MEL Donner« ta« dtn ft. April 101 ft In den Sl!en des Industfiellen-GafA, I, Coiicordiäfilatz 4. SPORTKLUB „HAKOAM“ (Leichtathletlksektlön) KARTEN In VorrjerUäuf' Induetridleti-Caf«, «uchhindlitng LSwH, »Mi« bei sümtUdien KqMlIftetntt^tfeaefft StO Der Volkswirt. Zur Lage in Ungar«. Aus kttufmännischen/Kreisen wirb uns mitgeteilt: Die Situation für den österreichischen Handel und die österreichische Industrie ist infolge der Ereignisse in Ungarn äußerst schwierig geworden. Es stehen Millionen Werte aus hem Spiel und nur eine en-'rgische Intervention unserer Äegterung, even.mell mit Hilfe der Ententemächte, kann erzielen, baß daö deutschösterreichische Nationalvermögen nicht schwer geschädigt wird. Deutschösterreichische Firmen haben nicht nur einen großenEffettenbesitz an ungarischen Werten (nicht allein Staatswerts, sondern auch die Papiere von nunmehr sozialisierten Industriebetrieben); sie sind auch an zahlreichen tzndusteieunternehmungön beteiligt, beziehungsweise haben sie eigene Unternehmungen ober Filialen in Ungarn, Warenwerte, die gewiß in die Milliarden gehen, sind durch die Verordnungen der ungarischen Regierung der Verfügung der deutschösterrel.^ischen Eigentümer entzogen, so zum Birlsplel hat der beutschöstevreichische Weinhandel für mindestens 100 Millionen Kronen Ware» in Ungarn lagernd, die er bisher infolge der Berkehrsschwlerig- _ fetten nicht herbesörbern konnte. Vben'o geht« die Waren, welche die verschüdensteU deutschöstürreichtschen Firmen der Textil- und Seidenbranche, der technischen Branchenusw. in Budapest lagernd ^haben, in die Miillonen. Dek Erlös, der bei ihrem Verkauf erzielt wird, darf nicht mehr an Ihre Eigentümer abgesührt werden, sondern gehört dem ungarischen Staate. In diesen Fällen dürfte wohl eine Intervention unserer Regierung zu einem vvllttt Erfolge führen, sofern diese sich bemüßigt sieht, auch die Interessen des Kapitals ivahrzunehmen. S-^rvicriger liegt, die Sache in fciten Fällen,, wo, Mit Rücksicht, aus de» bekannten Nation ^.en Chauvinismus k-ell UrrgaM von d^utschöstörreichischeni Untst*. inehmern für ihre ungarischen Betriebe düs N at io na l» Gewand gewählt und entweder eine Ungarische Gesell-, 'skhaft,, eine juristische Person, wie Gesellschaft m.b.H.^ . L April 1919__; M Wiengesellfchast geschaffen oder aber ein Strohmann vvrgeffchoben wurde. Auch hier muß die Regie-> rung»d'ie deutschösterreichischen KapttalsinLerWif.^M^ri-. - nehmüy'^ Es ist zu hoffen, daß besottders der Maats-- solrehär'her Finanzen diesen Fragen mit MckstM.Mf die komnrende Vermögensabgabe.' erhöhtes ÄugcnmerL zuwendenSM. \; Erle Auflösung der Untetuehnlerverbäude ünb. dev Händelskackmern ist ein voreiliger Schritt, den bis ungarische Regierung noch ffehr bedausrn dürfte. 'Eins vernünftige Sozialisteruiig hätte gerade diese Fin-- ft l t uHö n c nv für die. Leltüng der Nationalen "Wobnktion herangezogen und weiter ansgebaut. Hie Muf-« lösung dieser Organisativnen beweist nur, daß ,sich bis ungarische Räterepublik in ihrem Vorgeheu vor allem vorüber Angst vor einev Gegeubewegung Leiten'läßt^. Dadurch, daß nian einerseits den Nntermhmer nn'er Androhung der Todesstrafe zwingt, auf soinsU Posten zu verharren, andererseits ihm die Verttetust^ seirtv Interessen durch Zusammenschluß. .öerMtet, erhöht man nur seine - Einslußlosigktit, die sich bald in einem vollen Srscken der Produktion äußern wird. Das Beispiel Rußlands und die dortige Entwicklung seit der OktodsrrevolUtiütt sollte ein warnendes Beispiel sein. Auch dort wurde gegen den Unternehmer in der gleichen Weise wie in Ungarn vorgegangen, der Unternehmer durch Mttrebs-> räte. und andere Organisationen der Arbeiter/' voll-» kommen ausgeschaltet. Seinen WarNunßen entgegen wurden dann einerseits von den Betriebsräten den Arbeitern enorme Lohnerhöhungen bewilligt., anbeterseits die Produktion derart verringert, daß all« Unternehmungen, wie die objektivstes Berichte bestätigen, in der Ätrzesten Zeit passiv wurden. Infolge der Zerstörung jedes kaufmättnlschen Apparates kam es in vielen Fälleni dazu, daß selbst die geringen erzeugten Warenmsnssn.n,n-- ab setz b ar blisM — dies trotz der außerordsptlichm WarenNot, die dort herrscht. . .! . >; . Die weitere Entwicklung in Rußland war dann die: Die. Kriegsgewinne, welche die Unternehmungen in der berhergegangLnen Periode gemacht hatten, waren rasch ausgezehrt; hierauf wurden die Bankverbindungen der einzelnen Unternehmungen von den Volkskommisfären gezwungen, den passiven Betrieben auch weiterhin unbeschränkte Kredite zu geben,'M 'welchem Zwecke sich die Bankverbindungen bei bpr Noienbanll regressterten und sich ihrerseits bei dieser: inS Ungemessene verschuldeten. Das Ergebnis ffst dev bekannte Notenumlauf von 130 Milliyrdew Hubel, der bewirkte, daß die, Arbeiter trotz der enorm Wen Löhne ittfölge der ^euerüug nicht in den Städten bleib ca konnten, sondern ontwedsr in die Rote Armee einttaftn ober aü fdem Lättba ein kütnmerliches Dasein fristen. Das große Rußland selbst, so äu,ßert sich ein deutscher Volkswirt, der Gelegenheit harte, sowohl Moskau wie auch Petersburg zu sehen, besitzt keine eigene Produktion mehr und ist nur noch als Kotoniall.anb für eine Großmacht zu betrachten. Auch/in Ungarn kann die Entwicklung kaum eine andere werden. Sie wird nicht nur zur Vernichtung des Pürgermms, sondern auch zu einer völligen Verelendung deS ungarischen Proletariats mit Naturnotwendigkeit führen. s Vom internationalen DalntenmarhL Hierüber wirb der „Frankfurter Zeitung" auS Zürich geschrieben: .Mechselkurse lügen nicht; sie sind dauntrügliche Barometer str die wirtschaftliche Lage der Nationen; dieses Barometer hat zeittg den Zusammenbruch der Mittelmächte angezeigt, es. weist seit einigen Tage« auf Sturm 1« Ententelager hin. Die Krtegrrelatton Ist durchbrochen, Auszahlung London «nd New-Nork ist an der Pariser Börse sprungweise sestiegen. Auszahlung New-Pork steigt M , an der Londoner Börse prözentwetse. Wir erfahren, daß Goldsendungek nach Spanien gehen, die für übersseische Rechnung Pfünbguthaven in Dvllarrimessen umwandeln sollen. Von der italienischen, belgischen und serbischen Valuta, die in dev Frankenwahrung verankert ist, wird im Augenblick kaum gesprochen, obwohl die Preise automattsch sinken. Was ist ersbtgt- Die Rückzahwng einer französischen Anleihe in Rew- Yvrt von 100 Millionen Dollar, die alS Vorwand angegeben wurde, kann beim jetzigen Milliardentanz kaum in Frage kommen.. Das »»verhüllte Eingeständnis des ftanzttstscherr FinaNzMtNisterS von den fast unüberwindlichen finanziellen Nöten des Landes, dü» weit über seine Kräfte verschuldet ist und auS Deutschland die letzten Kräfte herauSpressen will, um über die nächsten Schwierigkeiten Hinwegzukommen, bürste im verbündeten England und Amerika kaum Überrascht haben. Clemenceaus bittere Wahrheit: Frankreichs ist in Gesahr, in wirtschaftlicher und finanzieller Beziehung einen Pyrrhussieg bavoggetrageu zu haben, bezieht sich mehr auf bis Zuku f: nls auf di/ Ee enwart. Das richtige Wvrt Über die gegen» ' wäriige Lage scheint in der letzten Wochr in Pariser lisnie banqus- Kreisen geprägt worbe» gu seinttWir befinden uns in voller sinanziellpr Anarchte. Dieser Satz.trifft gleichmäßig auf > alle, europäischen Staaten zu und küMNti ffn bm scharfen GchwanAngchl der. Oechsolbrrst .'zum Ausdruck., Die Per-., einigten Gtaaten, die Mhe« dtii Weltkrieg finanziert' habex,. verweigern weitere Krebste für bst 'ÜeheräangEöti^ bst Schulden.^ lawinenartig, .angewachscn „sind 'stich, 'Hst' neU^ü- Att- 'spt^e, iw gleichem Maß .anstächssn, sp'uiit HließliH' dip eigene iBolkSwirtschast bedrohen. Perhünblungen, Hst in, der Dtille i feit Mstta Aovembär geführt lvürhtst,. fitzd,, i-rEstMA.. he^«. lausen; die Devise sstststt 'mömssiMs : *1ü Jebct' hW,'..'M . sököst.' Welche' Aussichten erofsnen sich alt; v'örrr 4 jür die nächste Zukunit'? Entweder ein scharfer