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Wiener Morgenzeitung · 1919-04-02 · Heft 74 (2.4.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 74 (2.4.1919)
Date
1919-04-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Mn Wkerr,MittwoH Wiener Morgenzeltnng S. Aprll 1919 Sette« . ' &* Beispiel hierfür h-t u»r. hie AnzelegenM von Säften geliefert. Deshalb deale und wiederhole ich, es wäre gut, vorher alle Sachverständigen in einer Enquete vnzuhöven und uns bann für eine Agrarreform za entptzttetzev» die nicht Einzelnen oder einzelnen Parteien, , foubern btt ■ ganzen Hation, und unserer Republik zum Worte is gewürde. Die Friedenskonferenz. Der Rat derDlertatberert. MarfchaÜFvch at* den Fpvn1. -- Sichetuns der Lee- - trarwpovie. h ^ril. fKorr.-Bprck ..„(g&o fee .Paris* Mktt awcTOöfl F sch ist heute nachts an d i e.F r o nt ad a enachdem er ave für Üntekhadblungen tttit den deutschen 7?EVumächügttN eiforderlrchen Weisungen erhalten hatte. Gd wird in ständigem Gehankmäustausch mit dem Rat der Bier bleiben. Der Ausschuß süe SeetranLporke hat alle Maßnahriteri eramftttum den T r a n s v v r t v ö n T r u p p e n zu sichern. Man mmmt an, daß der R a t de rÄternicht zögern wird, e r f o r d e r l i ch e n f a t l s z u Taten Üder- Mgehen. Morgentha« ulq BvrkLmpser des Völkerbundes. Bafel, 1, April. (Tel. der „Wiener Morgen, Zeitung".) Henry Morgenthan, der gewesene Botschafter der Bereinigten Staaten in KonstanttnoM. ist inParis e i « g e t r o f f em, um an den Arbeiten der internationalen Konferenz für Sanität 'beilzuneymen, die a« 1. April in Cannes zusammentvitt. Morgenthau hat an der großen Propagandatournee teilgeW«me«- die jüngst in Amerika zugunsten des VölkerbündeS abgetzalten wurde. Morgemhau behauptet, daß die überwiegende Mehrheit in den Bereinigten Staaten für den Völkerbund sei. Amerika wolle nichts mehr von einer Politik der Jsötterstng wissen und sei bereit, an den Lasten wie an den Wohltaten einer Politik der Wltunion teilzunshmen. (Morgenthau. der bekanntlich Jude ist und zu Wilsons Httttnen zählt, hat sich in seiner Könstantinopler G§- saMpnzeit lebhaft für das Palästtnawerk interessiert und dem j ü d i s ch e n P a l 8 st i n ä manchen guten Dienst erwiesen.) Dir »»Kopflosigkeit" der Friedenskonferenz. . 1. April. (Tel. dir .M. Mmgmztg.*) Fast alle wiffl Kotttspondtnun sprechen offen von dev bet der MedtMonfttenz herrschenden Kopflo s tgkeit. Die Dele- Wkten selbst seien lldrr die Hauptprobleme «tcht onennert. Die Mlörüntzen, die enizrlrie Hauptteilnehmer der Friedenskonferenz öffentlich abgegeben hätten, seren einüttder d U t ch a U S w r d e vy> t eche n d Und man schenke ihnen k e i n t n A1? sn mehr. So habe Oberst H ö u s e emärt, du FtikdenSpralMmürM würden noch vvt dem 1. April fertig» 'Ein. doch könne man diese Mitteilung troy der Brdem« famkit des Obersten House unmöglich ernst nehmen. Ein amerikanischer^ Bericht «ln die Friedenskonferenz über die Lage in Dentfchland. - i Genf, 1. April. (Tel. der »Wiener MorgenZtg") DsrHerausgeber der New-Yorke,-Nation". Bl1lötb, U stäch sttAr mehrwöchigen Bereifung Deutschlands yach l^ris zurückgekehrt,, und Hai der Pariser Konferenz einen genauen Bericht über hie Lage in Deutschland unterbreitet. Die ganze amerikantscheDelegatiün und Lloyd George haben Billards Bericht genau gelesen und zur Grundlageihrer Beurteilung dtz« Sachlage genommen. Billard jagt in diesem Bericht: Die maßlosen Forderungen der Entente hätten in Deutschland «nerseitS daS Gefühl völliger Hoffnungslosigkeit, anbererseitS die Ueberzeugün'g hervorgerufen, daß gegenüber diesen Vernichtungsabsichten de« Bolschewismus die einzige und letzte Bettung wäre. Juch . di« .Zufuhr von LebeUSmi tt« ln werde allein Deutschland nicht vor dem Bolschewismus in seine« heftigsten Form bewahren, falls «S Nicht gleichzeitig .Noch stü ff e erhalte und zum i n t e r n a t i o n a l e n Mar k t z u g e l asfen werbe, Um sich wirtschaftlich wieder aufzurichten. Französische Pndtt^erung Ssterreichtsch-ungarischer GeheLmoertrttge« ... 1. April. Tck.'Köüchck '^Journal des Dsbats* pMiznrt den Woribmt der zwilchen der frühere» oster re t chck f ch - ungarisch t it Monat ch 11 umd Bul g a r 11 it lö H tt tt d IW abaeich ioss en en B e rt r a g e sowie den österreichlsch-ungariichvutgarrschen Gthermberträg wegen Serbien. Inland. Deutschösterreichrsche Stattottal- Versammlung. Heute nachmittags - tritt die Nationalverammlnng zu^mmen, um die AuSschuWrichte lber das B ä ck er sch uh ge se daS Gesetz bsikssssnt» >ie/ Einrichtung von GchiedsWichtdN für Ltrse'-!umgsverIräge und über die Landesperweiung der habSburgifchsn Dynust-is zu erledigen. " ' Das' HäuS wird wahrscheinlich houts» mvrgön und " lbermorgen. PlenarsipungEÜ abhalten. ^.M/«fl.EüB‘‘ ßtite gestern. ä& MchMsLMüMrichtußL ÄM BSLf ffi 4«;' chtsho fes ifü«, das Plemuy -fertig. p»er ne»^. SerlchM)vf' erhältdie VgeH'sk)doS' gsw-ftnüN StaätSG. ierschtWM, der üM^ bie^Btztttlg dvittische« upchVeÄördrn Murtrizen chatte^ Dev Hrüiwent.«rhälk/ m-s 'Ettischklvigmtg von jährlich K. 13.000, ftftit Stell«. fiftntev von jährlich.' K. 10.000 und drei störidige Die Bekämpfung des Bolschewismus. „Für Budapest Gendarmen — für Wien Brot." B e «lin, 1. April. (Korr.»Bm.) Das „8 Ahr- Abendblatt^ meldet ans.B a f e l: Bei den KonferenzmiSgliedern herrscht die orößte Aneiniakett Übor die Methode, die bolschewMfchsn Strömungen zu bekämpfen. Information" meint, für Budapest feien Gendarmen» für Wien Brot notwendig. ^Reiv Bork Herold" erfährt, daß polnische, tschechische, rumänische, serbische und griechische Truppen unter französischerir Kommando aufgeboten werden sollen» um den B o l s ch ewismus in Mitteleuropa nieder« z u sch l a gen. Dagegen behauptet „Chicago Tribüne"» daß England und Pmerlka diesem Projekt a Vgeneigt seien. L l o h d G sorge erklärte, die Konferenz habe die Aufgabe, dem K r i e g e e i n E nde z n machen, nicht aber» einen neuen zu beginnen. Die Möglichkeit, daß Deutschland die Anterzeichnnng des Friedens verweigern könnte, beschäftigt alle Blätter. Blutige Stratzenkämpfe in Stuttgart. General« Truppen schieße« ans die Streikenden. — Tote und Verwundete. streik tn Württemberg. wurde nach Abgabe von S ch r e Ä s ch Ü s f e n, die die beabsichtigte Wirkung nicht hatten, Befehl zum Scharfschießen erteilt, wodurch drei Personen getötet und viele verwundet wurden. B e r l i n, 1. April. (Korr.-Bur.) Das „8 Ahr. Blat:" meldet ans Stnitgartr Heute mittags kam eS hie« bereits zu Straße«, kämpfen. Mittags formierten sich die Streikenden in langen Zügen, um von der Negierung die Erfüllung ihrer Forderungen zu erzwingen. Ein großes Aufgebot von Negierungstruppen mit Maschinengewehren und Panzeeautomobilen stellte sich ihnen entgegen. Da die Demonstranten der Aufforderung, sich zu zerstreuen, nicht nachkamen, Sondern eine drohende Haltung einnahmen und Miene machten, die Truppen anzugreifen, Hierauf wurden die Demonstranten ansein, andergetrieben. Die Streikleitung in Stuttgart hat nunmehr den Generalstreik für ganz Württemberg proklamiert. Daraufhin hat die Führung der württembergischeu Bürgerschaft beschloffen, den bürgerlichen Gegen streik ebenfalls auf ganz Württemberg ausdehnen. Referenden, welche der Verfassungsg^richtshof aus seiner Mitte auf die Dauer von drei Jahren zu wählen hat, je eine Entschädigung von jährlich K. 8060. Die übrigen Mitglieder erhalten ein Tüggeld von.K. 50. Die Anschlutzfrage. Das Telegraphen-Korrespondenz-Bureau erttärt alle Nachrichten, wonach Frankreich Deutschösterreich als Belohnung f% den Nichtanschiuß territoriale Vsrsprechun^on gemacht habe, *als jeder tatsächlichen Grundlage entbehrend. Die Entente habe überhaupt noch keine auf Deutschösterreich bezüglichen Beschlüsse gefaßt. Die Vertretung der besetzten Gebiete. Gestern nachmittags trat im Parlament die Kom- Mission zur Beratung der Berufung von Vertretern der besetzten Gebiete zusammen. Die Staütskünzlei hat, wohl unter dem Druck der Koalition, die den Großdeutschen ein wenig entgegenkommen will, eine Teilung dieser Frage vorgenommsn und will sich zur Berufung von Abgeordneten auS jenen Gebieten verstehen, in denen teilweise am 16. Februar gewählt werden konnte. Das sind die Wahlkreise Detttich-SüVtirvluNd Südstsittmark. FürDeutsch-Südtirol, das im ganzen acht Mandate zu vergeben hat, verlangen die Christlichsozialen vier, den Sozialdemokraten zwei und die Deütschnationalen zwei. Für die südliche Steiermark sind die Verhandlungen bereits abgeschlosseck. Die drei Parteien erhalten je einen Sitz. Natürlich hangt die Lösung dieser Frage von der Gestaltung der -auswärtigen Lage ab. Dies zeigt sich, insbesondere in der Ausschaltung Deutschböhmens aus den Beratungen. Man scheint an amtlicher Stelle bereits damit zu rechnen,- baß Deurschböhmen endgültig dem Gebiete de« tschecho-slowakischen Republik zugeschlagen wird. Zwangsweise Einhebuug von Zpouben für Asbeitslofe in Baben. Ms auS Baden bei Wien berichtet wird, ist dort vor einiger Zeit ein Aufruf an die Bevölkerung erschienen, der zu freiwilligen Beiträgen für die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Arbeitslosen auffordert. Unterjchrieben war ein Aktionskymitee, bas sich aus Vertrauensmännern der Volks wehr und des Soldatenrates zusammensßtzt« Als die Einhebung der Beiträge begann, zeigte sich, daß von freiwilligen Spenden keine Rede sein konnte. Die ganze Iktion üahm vielmehr den Charakter einer direkten Steuere'itthebüng an. Cs wurden Beiräge vorgeschrieben- Und Summendie geboten wurden, als nicht genügend zurückgewies^n. lieber die tzlnta,fterten Beträge wurden Bestätigungen gegeben, die qüch die Untersch' ift des dörft^en Bezirks- 'hanptmannes tragen. So. wurdedem . Erzherzog F.biMrich, der in.de« WMblll-g ivohNt, als tt 50.000 Mvtzen Mn wollten MWk/ daß' dee Bmag zu ^n.i.d'brLL"hh und von Ml'9.06000 Kro.neu.. g.ef v «d 8 fc £ : i j i' «« ü Ü.Ä),J b e zkh l t tz. Angösehenr -BÄ-imrs Bürgö« mußlktt Mmttch b«veütend; Summen!b^ahlen. NäLurgemätz Ar«sO ist Ut Bevölkerung!BadöW. glotze Auf«,« gün g;.De hät sich durch ihtö - spki»" iltM “DfIIn»f& und a» hi* * nö^.- VWerät'üm "-lüg Me M die Wiener Re- Pr« Bro.ttzeuvvi Mkj bKkttS.bük.miM vis Rrmttuafl -nn : r entwmf c> r au f.l cr sollichon. a t>\ ollernächM. ,3eU’ in der Mnu'nalvenammluntz MBeschltt,mu1un vorüegck'.'- ' . ' •" - •" *'• -•••• 'ich' der tdftuua Aus Ungarn Verhängung der Blockade durch die Entente. Genf, 1. April, (Tel. der »Wr. Morgenzta/) »»Morniug Post" meldet, daß die Entente vefchloffeu habe, die B l o ck a d e für das unbesetzte ungarische Gebiet wieder in Kraft zu setzen. Neue Verordnungen der Räteregierung. Der Mietzins ist im vorhinein zu zahlen. — Oeffnung der Geschäfte. — Herabsetzung der Preise. — Die Abrsise deutscher Staatsangehöriger. — Entlastung der Rönnen ans den Spitalern. ' Budapest, 1. April. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Im Sinne der Verordnung des Volksbeauftragten für Finanzwesen ist inBudapest uund in dLnProvinzstädteu' in den Häuserndie in Gemeinbesitz übernommen tvvKen sind, der Mietzins in Monatsraten im üprh ine in zu zahlen. . > Budapest, 1. April. (Ung. Tel.-Kor«.-Vu«.) Heute wurden hier nach durchgeführter Inventarisierung die Kaufläden wieder geöffnet. Das Publikum wird aufgefordert, sich vorläufig nur auf-den Ankauf der - unentbehrlichen Bedarfsgegenstände zu beschranken, da in den nächsten Tagen eine Herab^. setzung der meisten Preise erfolgen wird. j Budapest, 1. April. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) DaS Volkskommissariat fiir Finanzwesen hat -verfügt, daß jene Angehörigen des Deutschen Reiches, die mit dem in dieser Woche von Budapest abführenden- Sonderzug in ihre Heimat Zurückkehren, Wertpapiere, Schmuckgegenstände und sonstige Wertdepositen^ strner Bargeld im Höchstbetrage von 6000 Kronen auf Grund einer Beglaubigung des deutschen Generalkonsulats bei der ihre Wertgegeirstnnde verwahrenden Bank beheben und mit sich nehmen dürfen. Budaprst, 1. April. (Ung. Ler.-Korr.-Mö^ Infolge der Verordnung Über die Entlassung der Nonnen aus den Spitälern sind gestern^von den in den hauptstädtischen Spitälern befindlichen 300 Nonnen etwa 160 ausgetreten. Sie bleiben als weltliche Zktankenwärterinnen weiter im Dienste der Hauptstadt. Engros-Geschafte bleibet» geschlossen. — Sperre über Teppich-, Pelzwaren und Möbel. — Kleidungsstücke nur an Proletarier abzngeben. ' Budapest, l. April. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Das Dölkskommissariät füt soziale Produktion veröffentlicht eine Derordnüng, wonach dis Detailgöschäfte nach Ablieferung. des vollkommenen JnveNtaroerzeich-- ntsses in Budapest am 1. April, in der Provinz an dem der Uebirgabe des Inventarverzeichnisses folgendenTagö wieder zu öffnen sind. Die Engrvs-Gsschä-fke sowie diejenigen MschäM tvelche sich' ausschließlich Mt dem Berkanfe von geistigen Getränken befassen, bleiben g-e s ch l ö s s'e'n. Die bisher Nur gegen Karten erhältlichen Artikel. - sind auch weiterhin tnrjx auf Karten Zu begehen. Unter Spe«re genömm'E und bis attf WöiMes nicht verkauft werdöil dürfen: militärischeAusrüstuNgs^genstände, Perser- . und Smhrnateppiche, .'ächte- GoWins und Pelzwüreü,^H^ pro Stück -den .-Wert Von/1900 Kronen^ übersteiMr». ferner Lux.usunb KttüstM öb«t, und zwärHftMt, wenn tzitz tzollstänbige ^.SchlafziMMtrsivrichruE^ den. Wert von 6000 Kronen, das S;^iseöde« HekrönzrtMÄ^ den Wert von 10.000 zironemade« «in stück den Wert -vom- 8000 Kvonen' N'srstsMtrt,-

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