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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-31 · Heft 72 (31.3.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 72 (31.3.1919)
Date
1919-03-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Str. n Wien, tUlotuag Wiener ÄttorsenKeitmtg - *r* ‘T1 f31. -März 1919 .’G5*tt£ .&■': zur politischen und ökonomischen Befreiung. der auSgeheuteten Klassen erklärt wird.. Zu dieser Entschließung meldete sich Nationalrat Dr. Schacher! zum, Wort. Da-es bereits *42 Uhr nachmittags geworden war und die Versammlung schon vier Stunden gedauert hatte, verlangten die Kommunisten Abstimmung über die Resolution und Schluß der Versammlung, wogegen die Sozialdemokraten heftig protestierten. In demallgemeinen Lärm ließ der Vorsitzende Mare sch die Abstimmung vornehmen und erklärte die Entschließung für angenommen. Drll Schacher! bezerchnete die Abstimmung f ft r ungültig. . # Befreiung düpeh.. Schutz-Abonnement Von Warnten {Schwaben. Massen : : Flögen > J ■ ■ -V Läusen Matten . Mäusen Systematische Bauer - Desinfektion von Stallungen und »Iler Tiere, die mit Ungeziefer behaftet sind. öMWg Sie Kostenlose LMM. PEROLIN Telephon Kr. 82300 Telegramme „peroHndok" Abteilen- Kr. 15 MS Wien, XL. FeldmöMgasse 4. Telegramme. Die polnisch-ukrainischen Waffenstillstandsverhsndlrmgerr. Die Llkrainer fordern die Demarkationslinie entsprechend der Kampffront. Bern, 30. März. (Funspr. des Tel.-Korr.-Bur.) Da« Ukrainische Preßbmeau veröffentlicht folgende von Stanislaü Unter dem 27! d. M. eingelangte Depesche ‘über die Wiederaufnahme der Waffensnllstandsverhandlungen zwischen den Polen und den ostgafizischen Ukrainern: Infolge des Anerbietens des Obersten Rates, als Vermittler zu fungieren und die Ansprüche der beiden Parteien in Paris entgegeuzunehmen, hat der ukrainische Militärkommandant in einem drahtlosen Telegramm erwidert, daß er die Einstellung der Feindseligkeiten angeordnet habe und bereit sei,/ die Verhandlungen mit Polen wieder aufzunehmen unter der Bedingung, daß die Kommission der Alliierten die Demarkationslinie entsprechend der gegenwärtigen Kampffront annehme, so daß der östlich vom San gelegene Teil OstgaliZiens mit Ausnahme der Stadt Lemberg und der Eisenbahn Przemysl—Lemberg im Besitze der Ukrainer bleibt. Unruhen in Italien? Berlin, 30. März^ Der „Lokalanzeiger* berichtet von der Schweizergrenze: Preßinformation meldet aus Paris: Der Telegraphen- und Telephonverkehr mit Rom ist seit einigen Tagen unterbrochen. Die Grenzsperre wird sehr streng gehandhabt. Nach Frankreich werden Reisende nicht durchgelassen. Man führt diese Maßnahmen auf die Zensur zurück. Vermutlich find in Italien politische Unruhen ausgebrochen, über die Stillschweigen bewahrt werden solle. BelagerungSMstand in Flame. Firrme, 29. März. (Südflaw. Preß-Dur.) Der Kommandant der interalliierten Truppen verhängte über Fiume den Belagerungszustand. Gestattung des Küstenverkehres für kleine deutsche Schiffe. Hamburg» 31. März. (Tel.-Komp.) Nach einem von der Deputarion für Handel, Schiffahrt und Gewerbe inttgeteilten Funkspruch des Schiffes „Kaiser Wilhelm JJ.a dürfen unter den bekannten Einschränkungen, die sich aus die Ausfuhr von Gold,' Silber, Wertpapieren und Kriegsmaterial beziehen» die d e u t Ich e» Schiffe unter 1600 Tonnen Der Streik im Ruhrrevier beendet. " Drohender Generalstreik. — „Schulter an Schulter mit den rrngarifchen und russischen Brüdern." Berlin, 31. März. (Tel.-Komp.) Der Streik im Ruhrrevier ist nach den Meldungen der Morgenblätter beigelegt. Dagegen droht, einem Draht bericht der „Freiheit" zufolge, am- 1. April der G e n e r a l st r e i k i m R u b r r e v i e r. Auf der in Essen tagenden Delegiertenkonferenz der r e v olutronörerr Bergarbeiter des rheinischwestfälischen Industriegebietes hat sich eine allgemeine Bergarbeiterunivn organisiert, an deren Spitze der Zentralzechenrat steht. Die Konferenz beschloß, bei Nichterfüllung der bekannten Forderungen am Dienstag für das Rrchrrevier den Generalstreik zu proklamieren. An die u.ngarifchej Räterepublik wurde ein Telegramm gerichtet,^ in dem es unter anderem heißt: Aller Gewalt zum! Trotz, Schulter an S ch ult e rmit den urtgü*; rischen it 'ttb russischenBr ü d e r n, wird die! revolutionäre Bergardeiterschast mit allen Mitteln und allen Kräften die V e r w i r k l i ch u n g der s 0zialistischen Räterepublik erzwingen, in der Helligen Üeberzeugung, daß auch die unterdrückten^ Proletarier aller übrigen Länder rhr Joch zerbrechen werden. Es lebe das siegreiche ungarische und russische Proletariat, es. lebe die W^ltrevolution! i»nwuiiwi;itfiiiinimn 1 rwjaiiiiiCTwaBw»fw«aMWawBwmiwM^ int Küstenverkehr nach Dänemark, Holland, Norwegen und S chrve d en in Fahrt gefetzt werden Die Ladungen sind zunächst auf Lebensmittel und solche Artikel beschränkt, die in dem bestehenden Abkommen mit den Neutralen eingeschlossen sind. Jedes deutsche Schiff muß aus jeder Fahrt einen Erlaubnisschein haben. Die Bürger fordern GleichsteAnng Mt den Arbeiterrr. Berlin, 31. März. (Te!.-Komp.) Der Reichsbürgerrat hielt gestern im Herrenhause seine erste ordentliche Bundesversammlung ab. Das Hauptthema bildete die Forderung nach Gleichstellung des Bürgertums, falls die Arbeiter- und Soldatenräte bestehen bleiben. Diese Forderung kam auch in einer Entschließung zum Ausdruck, in der die Regierung, die Nationalversammlung und alle politischen Parteien aufgefordert werden, im Fälle einer ständischen Vertretung, wie sie mit den Arbeiterräten erstrebt wird, auch allen anderen erwerbstätigen Bevölkewngsschichten, einschließlich der freien Berufe, die Gleichberechtigung mit denArbeitern auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete verfassungsmäßig zu gewährleisten. Falls diesem Verlangen nicht entsprochen werden sollte» werde das Bürgertum es mit allen Mitteln zu erkämpfen suchen, nötigenfalls mit einem bürgerlichen Generalstreik. Ebert in Berlin. Berlin» 31. März. (Tel.-Komp.) Reichspräsident Ebert, der seit Donnerstag in Weimar weilte, ist gestern nach Berlin zurückgekehrt. Bulgarien mobilisiert. Amsterdam, 2S. März. Nach dem „Mgemeen Handelsblad* meldet „Daily Chronicle* a«S Paris, die serbischen Delegierten aus der Friedenskonferenz hätten die Mitteilung erhalten, daß die Bulgaren an der serbischen Grenze mobilisieren. Der stellvertretende Generalstahsches sei nach Belgrad zurückbernsen worden. Niederlage der Bolschewiken. Basel» 30. März. (Funkspruch des Tel.-Korr.- Bur.) DaS rumänische Preßburean in Amt erhält vom rumänischen Generalftab folgende amtliche Mitteilung: Die in Verbindung mit den französischen Truppen auf dem linken Ufer des Dnjestr in der Ukraine operierenden rumänischen Truppen haben in der Gegend von Maja Vilseka beträchtliche bolschewistische Kräfte vernichtet. Da das französische Kommando um die Mitwirkung rumänischer Truppen in der Gegend östlich vom Dnjestr ersucht hgt, rücken rumänische Tnlppen gegen Tiraspo! und RaSdelnaja vor. Die Militärs beim Biererrat. Paris, 80. März. (Meldung der Agenee Havas.) Wilson, Orlando, Lloyd George und Clemenceau hielten gestern eine zweieinhalbstündige Sitzung, an der auch Marschall Fach sowie die Generale Pershing, Wilson und Diaz leilrrahrnen. Nachrichten vom Sonnlag. Der ungarische Dolkskommiffär für auswärtige Angelegenheiten» Bela Kuhn, hielt im früheren ungarischen Abgeordnetenhause einen Dortrag über die Klasseneinheit der Proletarier. — Aus Belgrad wird gemeldet, daß in der dortigen Nationalversammlung Gerüchte zirkulieren, nach denen Fiume dem südslawischen Königreich zufallen werde. — Aus Zürich wird gemeldet, daß der Viererrat in Paris über die gegen Ungarn einzuschlagende Polittk noch keine Entscheidung getroffen habe. — Der Amsterdamer „Telegraaj" erfährt, dag Kaiser^ Wilhelm das Landgut Spelterhold bei Beekbergen zwecks endgültiger Niederlaffung ankäufen will. — Wie aus Brüssel gemeldet wird, hat der Kriegsrat den Holländer Gilles Z i ck m e r m a n n, der im Dienste der deutschen Spionage stand, zum Tode verurteilt. — Aus Paris wird gemeldet, daß die Schlußsitzung der Bölkerbundkömmiffion am 16. April stattfinden wird. Die amerikanischen Delegierten stellten dieForderungnacheinem gleichzeitigen Friede n s s ch l u ß mit allen Mittelmächten. —- Wie aus Paris berichtet wird, haben sich Amerika und England gegen eine Intervention in Rußland und Ungarn erklärt. TmesberichL., ' Der zismMfche Parteitag m D euts chösterrerch. Der auHerordenttiche zionistische Delrgrettentag für Deutsch-! östrrceich, der zur Beschlußfassung ub« das neue Orgamsativnsstatut einberufen worden war, hat unter Beteiligung von ISvDele-' gierten auS Wien «tib der Provinz gestern stattgefundrn. Bei der losenden Organisationsfrage stand als wichtigster Punkt im Vordergrund die Frage der Zusammenlegung der zionistischen und der politischen Organisation. Obwohl die Ueberzengung von , der Notwendigkeit dieser Maßregel allgemein zum Ausdruck kamwurden doch Bedenken dagegen geltend gemacht, die Fusion zu beschließen, bevor sie in dm Vereinen rmd Bezirksgruppen vorbereitet worden ist. Es wurde daher nach längerer Debatte ein Kompromiß zustandegebrachh aus Grund dessen der Parteitag nachstehende R e s 0 L a t i 0 n e» annahm: I. Der außerordentliche Parteitag beschließt, das gesamte GeHet der Gegenwartsöroeit, insbesondere die Politik, in den Tätigkeitsbereich des zionistischen Landesverbandes^' anfzunehmen. UI. Mit Rücksicht auf diese Amstände beauftragt der außerordentliche Parteitag'die zionistischen Vorstandsmitglieder des Jüdischen Nationalvereines, in demselben die unverzügliche Fusstomeruntz mit der zionrstischen Ortsgruppe zu betreiben. DaS Statut selbst wird Ms Gnmd der vorbereitenden Arbeiten des neugewählten Landeskomitees erst vom ordentlichen Parteitag rngeuonnnen werden. Der Berlanf der Tagung war folgender: \ Der Vorsitzende des abtretenben Landrskomiters Adolf Böhm eröffnete mtt ein« längeren, die Sittmtion im Zionismus darstellenden Ansprache, worauf ein Präsidium bestehend, aus Adolf S m « b als Vorsitzenden, Mark u s als Stellvertreter^ Ingenieur Berger (InnSbmck), Wer » er, ..G r 0 ß und Dr. Sonnenschein als Schristführ« gewählt würde. - Das Referat üb« das OrganisationsstaM «stattete Ludwig Dato, woraus in der Debatte Tvrczyner und Abgeordneter Strick« sprachen Und sodann Generalredn« gewählt werden. Nach Abschluß der Generaldebatte (Dr. Tartakower, Dr. Tisch,' MargulieS pro, Kiewe und Dr. Plaschkes kontra) schlägt zu Beginn der Nachmittagsitzung Dr. Tisch den oben angeführten Kompromißcnetrag vor. . Als Zweiter Pmrkt d«: Tagesordnung wird das Referats' j über die mnerpolitische Lage von Abg. Stricker entgegenge-, nommen. Au das umfassende Refnat schließt sich eine Diskussion,', in d« sachliche Fragen insbesondere, von Dr. Losch und» Dr. Kadisch erörtert uurden..? Hieraus werden in spät« Abendstlmde die Wah len aus. Grund des Vorschlages des PermanenzauSschusfeZ augenommey. ES wird folgendes sim^deskamitee gewählt: Abg. Stricker (Vorsitz und Politik),- Dr. Jfrdor Schallt (Vizepräsident), Dr. Emil Stein (Z. Vizepräsident, Palästmaamt und NationalsondS), DozentDr.Torczi«er(Kultur),D^Tartakower (hebräffche Sprache), Dr. Siegfried Dernfeld (Jugenderziehimg), Heinrich MargulieS (Jugmdbewegung), Böhm Wirtschaft), Anitta Müller und Frau Dr. S i r k e s (für die Frauen). Jakob W einer (für die Studentenschaft), Dr. Tisch (Sekretariat), fern« Adolf S t. a n d, Ludwig B a t 0, Dr. Jakob Ehrlich, Lobl Taubes. Aus Grund desBudgetreseratesDr.PrLgers wird das Landeskomitee beauftragt, dem ordentlichen Parteitag ein genaue- Elaborat auf Grund von Verhandlungen mit der'. einLklnen Gnepprn vorzulegen. Hierauf wird die Tagung geschlossen. y Die Berelendrmg des AerztestauDss. Eine Gesinnro«ga»rsatton befchlossatt. Im Festsaal der Gesellschaft der Aerzte fand gestern vormittags unter dem Vorsitz deS HofarzteS Dr. I r 1 l eine Aerzte-i versammlrmg statt, in der dre B«einigung sämtlicher Wiener ärztlichen Einzelorganisationen, rmd zwar der Organisation der ärztlichen Heinckrhrer. ieuer der liermtereu Aemte, der Krankeukaffenärzte und der freien Aerzte zu einer Gesamtoraaniiation beschlossen wurde, nachdem sich, vocher dir alte Lnrtschästsorganisatio« der Aerzte WienS ansgeläst hatte, In den Vorstand dies« Gksamtorgamsation, die auf rein wirtschaftlicher Grund' läge steht, wurden gewählt: als Obmann Dr. Hermann Nitter v. H a u s ch k a, als Odmamtstellvertretec Dr. Josef S t r r tz k 0 und Dr. Wilhelm Fo rs ch n er, als Schriftführer Dr. Ferdinand W a n tf ch ir r Dr. Mrdols T e^r r s ch und Dr. Ernst Becher, als Säckelwatte Dr: Karl F e r i, Oberstabsarzt De. Sch sitz und Medizinalrat Dr. Ludwig F ' c y. Gleich- ' fitia wurden Delegierte m den Reichsverband geioöhtt, der die Glichen Organisationm von ganz Derchchostecreich umsaffen soll. Dann sprach Dr. Srritzko als B«tret«. der kaffenärztkichen Vereine Wiens. Er verwies aus die Verelendung deS Aerztestandeö und betonte bic Notwendtgkeit des Hrsarmnvuschlaffes, >nn ihre Existenz vor dem llntn'gauae m sichern.

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