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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-29 · Heft 70 (29.3.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 70 (29.3.1919)
Date
1919-03-29
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. VU LLieu, Süuistag Wiener MoxgeuzeiLuug 29. März 1919 weite 7; -.- -----'-| ■ ■'■ •' - ' --- —— — ■ ■ - - —. - . J" n: ■ -- .• ■- —t,.,—t.. —...... ■,.....■»-.•-...1 ■ , ieventirellen BilanZpaffivums möglich sein.-Im übrigen'scheint man den Wert der Devisenpolitik zu überschätzen, denn es' ist ja durch die bisherigen 'Erfahrungen, bewiesen, ,baß^ sie ein ZahlungSbikanzpassivum - nur .innerhalb .kürzerer > Zwischenräume ansgleichen kann, daß sie aher bei ständigem' Passiv um, wie wir besonders iitt* Kri'egd salieü, vörsagen) muß, itüb es würde dann oben dazu'. Epttjm.eit, paß statt. Gold.die '^ergäbe . von Devisen verweigert wird,, eben im Interesse der Schonung der'Währungsgrundlage. Andererseits birgt die verlangte Einlösung von Devisen zum gesetzlichen NMrechnUngSknrse die Uesahr in sich, düs; ' die Notenbank gerade in 'Zeiten einer KMsteigerung -der Devisen die Herrschaft Mer. den Markt verliert, denn sie. kann über ihrem ' Höchstpreis, .nachdem allerdings der freie Verkehr nicht"fragt,'nicht ankaufen,' während-eine Abgabe in größerem' Umfange 'züm gesetzlichen . Kurse aus den erwähnten Gründen-der Währungspolitik nicht möglich wäre. , ■' Auch die Forderung nach absoluter Notenkont tu gentierun g (mit der ein nicht zu überschreitender Notenbetrag festgesetzt wird) scheint .näht verständlich. Die Vorschrift einer aliquoten Golddeckung kann natürlich' nicht den Zweck verfolgen, eine jederzeitige Einlösbarkeit der Noten zu gewährleisten, zu denen selbstverständlich auch die übrigen täglich kündbaren Verpflichtungen kämen, da sie ja aus dem Umwege Über die Noten stets -in- Mold abgehoben -gbunNSTroq ÜsbunzuvahrjoM «sg uag.MsösoF 'usimaz,usq.;sa; Vorschriften, gleichviel ob diese für Gold, Getreide,Devisen nßv. lauten, wäre die Notenbank noch vielmehr den Mersuchungen zur' Inflation ausgeseht und noch weniger »rlS bisher in bey Lage, den Kreditwünschen maßgebender Pevolkerungskreise Widerstand zu leisten. Wenn die Höchstsumme der Emission zu weit gegriffen wird, liegt diese Gefahr klar zutage; bei zü -niedriger Bemessung würde gerade in Krisenzelten die Notwendigkeit einer Aufhebung der Bankakte besieh en, wie das englische Beispiel zeigt, und die richtige Mtte zu finden ist wohl eine sehr schwere Sache, da der Geldbedarf je nach der Konjunktur großen Schwankungen unterliegt. Uebrkgetts gäbe es ja beim Fehlen einer relativen Kontingentierung (bte Notenausgabe beträgt ein Vielfaches dev Metattdechmg) und bei der statutenmäßigen Festsetzung von Dcvisenlursen überhaupt keine Kriterien für Diskoutänderungen. Die absolute Kontingentierung der Notenausgabe bei der Bank von Frankreich kann angesichts des Nentnercharakters' der französischen Volkswirtschaft nicht. rum Vevk gleiche ^herangezogenwerben, inr Übrigen galt die relative KosttinAntierMg'als derat bewährt, baß sie auch in das " aiüerikmtische Bundesreservebankgesetz ausgenommen wurde. --Ein innerer Widerspruch ist auch die Annahme, durch Föstsetzung^öer absoluten Notenhöhe werde pie Bank in ihrer Devisönpvlitik freie Hand haben und nicht genötigt sein, durch frei, Zwang zur Erhaltung eines festen Vorrats ausländv scher Zahlungsmittel auf aussichtsreiche Arbitragemöglichkeiten zu verzichten. Gerade die besprochenen Vorschläge sehen ja die Fundierung der Währung auf Devisen vor, gleichviel ob es'sich um Einlöse- oder Tauschpflicht handelt, während Leispietsweise int Statut der OesterÄichisch-Ungarischen Bank nur eine bestimmte Devisensumme in den Metallvorrat eingerechnet werden durste, und ein Verkennen des Wesens von Noj-enbankvN bedeutet es, wenn man ihnen Arbitragemöglichkeit zluttutet, denn gerade dadurch unterscheiden sie sich von den Pri'vaibaMn, bä sie nur an einem für die Allgemeinheit günstigen Wechselkurs und nicht an Kursgewinnen interessiert sind. . .Selbstverständlich ist vor Ordnung der Weltwirtschaft 'ul,fr der dkunit verbundenen Wiedereinführung des freien Goldverkehrs von einer Wirksamkeit der Diskontpolitik keine Rede und alle vorstehenden Ausführungen verstehen sich nur für diese Zeit. Wenn aber nach Durchführung der Vermögensabgabe und einer den Äerkehrsbedürfnissen entsprechenden behutsamen' Reduktion des Notenumlaufes die bisherigen Kriegführenden an die Stabilisierung ihrer Währung schreiten und vermutlich das Goldagio in dem dann noch bestehenden Ausmaße durch neue Prägungsvorschriften festlegen werden, wird es mich für uns an der Zeit sein, nach englischem Muster eine Expertise von Fachleuten etnzuberUftn und' unter BeAehaltung der Goldgrundlage und der relativen Kontiugcntiernng bei der Errichtung unserer Notenbank. die Währung vor unerprobten Experimenten zu schütze». Kreditoperationen. , -Der Finanz- und Budgetausschuß verhandelte gestern das Gesetz, betreffend Kreditoperationen. § 1, wurde in folgender Fassung zum Beschlüsse erhoben: . Der Staatssekretär der Finanzen ist ■ ermächtigt, 1. die Barbestände, der Postsparkasse, insoweit sie nicht zur Abwicklung des laufenden Geschäftes dienen» gegen Dockung durch verzinsliche Schatzscheine mit einer Lauf- .zeit bis zu einem Jahre zu übernehmen; 3. zum Zwecke der Beschaffung ausländischer Zahlungsmittel für die Brznhlmrg von Lebensmittelbezügen aus dem Ausland« eiil Anlehen in 'Teilschuldberschreibungen oder in einer ankeren Form bis zum Gesamtbeträge von 30 Millionen Dollars oder bis zu einem nach der Goldparität gleichen Beträge in einer anderen ausländische« Währung aufzuuehnM. Dieses Anlehen auf dem in einem Gebiete Deutschösterreichs gelegenen unbeweglichen Staatseigentitm sicherzustellen und Im Bedarfsfälle die etwa auf diesem Staatseigentum sichergestellten Antehen des brstaiibenen österreichischen Staates vorbehaltlich des Regresses gegen die Übrigen aus dem Gebiete des ehe-- inaligerr Oesterreich bestehenden Staaten zur Rückzahlung zu bringen. Die übrigen Paragraph« wurden —- § 3 mit einigen stilistischen Aendecungen -- gemäß der Regierungsvorlage angenommen. ' Znnr Berichterstatter für das HckuS wurde Abge« ordueter D.r. Alfred Gürtler bestellt Einigungsämter für Streitigkeiten ans Lieferungsverträgen. In der Nationalversamulung wurde von, der Regierung cm Gesetzentwurf über die Errichtung von Einigungsii ut t c rit für Streitigkeiten aus bcstinnnten Lieferungs- Verträge n eingebracht. Damit ist einem bereits öfters geäußerten Wunsch vjn Kaufleuten und Industriellen Rechnung getragen. Zur gütlichen Beilegung oder zur schiedsgerichtlichen Entscheidung von Streitigkeiten üus Lieferungsverträgen der im nächsten Absatz bezeichne«« Art wird ein Einigungsamt in Wien errichtet: es führt die Bezeichnung: E i n im ü n g s a m t für Streitigreiten aus Lleserungsverttägen in Wien. Nach Bedarf können virrch Bollzugsanwessma ' des -Staatssekretärs für Handel und Gewerbe. Industrie und Bauten im Einvernehmen mit dun Staatssekretär ’ fiir Justiz auch in -anderen - Orten solche Einigungsämter mit bestimmtem 'örtlichen Wirkungskreis errichtet werden. Das Eiurgungsamt ist, sofern - nicht die Zuständigkeit der Gerichte eiutritt,« zuständig für Streitigkeiten' aus Ware rtl i e f e r y n g s v e r tr ä g e n, die zwischen dem 1. Jänner 191 ü und dem 1. N o v em b er 1918 abgeschlossen würden ,md durch deren vertragsmäßige Erfüllung einem Teile infolge . der durch.bei? Ausgang des Krieges verursachten wirtschaftlichen oder, politischen Veränderungen ' ein' unverhältUisinäßiger oder unbilliger Nachteil entstehen köüute..* . Die ordentl i ch e n G r i rf» t c' oder die Bö'rsenschieds geeichte sind zur' Ennnieidlnig vor,'Streitigkeiten der vorerwähnten Art' nur öonit znumrdlg.' wenn' nach Kundnrachung dieses Gesetzes die beteiligten Parteien die Zuständigkeit des Gerichtes (Börse'nschiedsgerichte--: ' stlnMch ' vereinbart haben oder die Klage bei einem Gericht (Börscnschiedsgericht) anhängig gemacht wurde und der Beklagte es unterlMn hat, bei der ersten Tagsatzung oder'bevor er sich in die Verhandlung über die Hauptsache eiuläßt, die Üeberweisüng an das Eiuigüngsmnt zu beantragen. Ueber den rechtzeitig gestellten Antrag ist abgesondert zu verhandeln/ und «S rfi ihm stattzügebeu,' wenn das Gericht (Börsenschiedsgericht)' findet, dass es sich 'umeine Streitigkeit der bezeichnten Art'handelt. Dieser Ausspruch kann durch ein Rechtsmittel nicht angefochten werden 'und ist für das Einigungsamt. bindend. Die Geltendmachung eines Anspruches vor dem Einigungsamt steht der Anbringung einer gerichtlichen Klage gleich. * . Freigabe der Eitttageir für Gewerbetreibende in Tschechien. Prag, 28. März. (Tel. der „Wr. Mörgenztg.") „Narodni Listy* brachte in ihrer NuüMer' vom 2l. März die Nachricht, daß sich der Gewerberat mit dem Ansuchenan Dt. Raschin gewendet hat. die bei der Abstempelung der Banknöten znrÜckgehaltenen Einlagen den Kleingewerbetreibenden freizugebm. Der Minister soll angeblich geantwortet haben, daß die Einlagen bis zu 50 bis 60 Prozent für Einzelpersonen freigegcben werden, siir Genossenschaften und Bereinigungen überhaupt zur Gänze. Diese Behauptung entspricht nrcht der Wirklichkeit. Bei der Unterwdung handelte es sich nämlich um Emlagen bei den G e l d a nstalten, nicht aber um Einlagen, welche aus den zurückbehaltencn 50 Prozent der zur Abstempelung übergebenen Banknoten entstanden sind. Es hat sich auch nicht nM einen bestimmten Stand der Gewerbetreibenden gehandelt. Die Moratorium smaßnahnten betreffend die Aus-' Zahlung der ordentlich angemeldeten Einlagen bei den Geldanstalten laut §11 der Verordnung der Regierung vom 4. März werden - mit der Zert geregelt. Die Einlagen dieser Art werden nämlich, falls es das allgemeine wirtschaftliche Bedürfnis erfordern wird, allgemein freigegeben werden. An eure Freigabe von Einlagen, welche durch die Zurückbehaltung der Hälfte der zur Abstempelung übergebenen Banknoten entstanden sind, kann nicht gedacht werden, weil hierdurch der ganze Plan vereitelt werden würde. Eine neue tschechische Wokl- und Wirkwarenfabrik. Prag» 28. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^) Ich erfahre, daß die tschechische Firma Zavodsky L Trnka, Woll- und Wlrkwarenfabrck in Dobra bei Humpolrtz. die der deutschen Frrma Schindler & Co. in Gablonz a. d. Neiße gehörige G l a s s ch l e i f e r e r in Dobra a n g e k a u f t hat. Die Glasschleiferei wird ausgelassen und in der Fabrik eine Erzeugung von W o l l st o f f e n und Wirkwaren eingerichtet. MefserschmiedwarettsExportgesellschaft. Prag» 28. März. tTel. der „Wr. Morgenztg.") In E i s e nb r o d bildet sich eine Gesellschaft m. b. H. mit einem Kapital von K 8Ö0.00Ö, die sich zur Aufgabe gestellt hat, tschechische M e s s e r s ch m i e d f i r m e« aus der EisenSröder und Gablonzer Gegend zwecks Exportes ihrer Artikel zu vereinigen. Eine neue tschechische Bank in Mähren? Brünn» 28. März. (Tel. der *28t, Mvrgenzlg.") Dem Vernehmen nach wird in O l m k tz eine mähris ch-ss o w atische Bank Mit einem vorlausigen Kapital von 2 Millionen Kronen, welches automatisch auf 10 Millionen Krünen erhöht werden kann, errichtet. Die Aktten k K 400.— Nominale werden .u einem Gmssstonsknrse von L 435.-» ausgegeben. Das Agio der tschecho-slswakischen Kronen. Aus Prag wird uns berichtet: Das Agio der tschechoslowaksscheu Kronen, welches am 82. d. M. bereits 28V« Prozent erreicht batte, verzeichnte anfangs dleser Woche eine weitere auffallende Steigerung. Am 24. notierte die Auszahlung Prag in Zürich zwar V« Frank weniger als am 22., nämlich 29 V« Franks gegenüber 29'/„ aber gleichzeitig sank die Auszahlung Wien von 23 Franks auf 21'/»« Der Unterschied zwischen der Bewertung deutschösterreichlscher und ischecho-slöwak,scher Kronen betrug am 24. bei K 100.— 7*/« Franks. Das Agio der tschecho-slowakischen Krone gegenüber der deutschösterreichischen bat bereits 36'/, Prozent erreicht. Am 25. sank in Zürich die ÄltSzahkung Prag um IV« Franks, wahrend die Auszahlung aus Wien ihre urspr-üngliche Notierung behielt. Der Unterschied in der Bewertuug bei K 100.— verminderte sich auf 6 Franks. Ungeachtet dessen weist die tschecho-slvwakrscke Krone gegenüber der deutschösterrnchischen noch, immer ein A g i o von 28 P roze«t auf. (Dieses Agio hgt sich inzwischen auf 29*/, Prozent erhöht.) Zur Beschlagnahme der auslLndischeu Effekten in Deutschland. Berttu.SL Marz. (Tel. der „38t. Morgenzlg.") Don den ausländischen Wertpapieren, die zur Deckung der Ententelreferuugm von der Regierung beschlagnahmt werden, smd als die wichtigsten hervorzuheben: Anterikanische Eisenbahnobliaationen, amerikanische Stahllrustobligationen, New-Uorker Stadtameihen. Buenos Aires^ Sradtanleihe, vrasilianische Staatsanleihen, Sao Paolo-Eisenbahuanleihe, Rio de Janeiro-Stavtanleihe. chilenische Staatsanleihe, Tienrsln-Pukow-Elscnbahnanleihe, englische L'/sprüzentige Konsols. französische öprozentige Rente, Üprozentige Marokkaner, 4- MH 4V,PkhzeNtige Japclner, 2* uns 4prüzentige italienische Ersenbahu» odlitzüttonru, portugiesische Staatsanleihe und Elsenbahnobligationen. Die Ablieferung har bvm 2. bis 12. Aprrl zu erfolgen. Die Ausfuhr dieser Effekten ist bis Ende Mai verboten. Erhöhung der Eiserrbahntarise in Deutschland. Berlin, 28. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Durch den neuen E r s e N b a h n t a r i f werden, die Friedens-; .ahrprcise um 200 P r q z e n t e r h ö h t. Das belgische, Gold. /Zürich, 28. März. (Tel. der. ^Wr. Morgenztg.") Einer Meldung der „Tüttes" zissolge H das belgische Gold,, daS zu Kriegsbcginn nach L o n d o N geschafft wurde (1 M i I £ ta r b >e P f u n d S t e v l i n g), nunmehr znri'kcktransportiert worden/ Die D a n q n e Belge vour l'E t r ä n g e r emittiert 40.000 neue Aktien zu 600 Franks,' wovon die Soci6t^ G & li 61 n 11 b c Belgiqne die Hälfte übernahm. Düs Kapital der tlsketeu ist ans 2 Milliarden Pfund Sterling gestiegen. Die Ententeschrrlden. Haag, 28. März., (Tel. der ,Wr. Morgenztg/h Der Fmanzdevollmächtigte P a i s h schlägt die eheste U m wand,l u n g der Schulden Fr ankr eich s. Englands, Italiens, .Rußlands usw. in eine V v.l k e r b u n d a u l e i h e zu niedngem Zinsßrß rmd 40- bis 60jähriger Amortisierung vor. / Amerika verkauft Kupfer zum Marktpreis. Wafhingto«, 28. März. lFunffpruch.) Vom amerikanischen Kriegsdepartement werden 100 Millionen Psimd Kiipfer im Laufe der nächsten 15 Monate znm Marktpreis verkauft werden^ Steigerung der Benzmerzeugung in Amerika. Wafhingto«, 28. März. (FiMkspruch) Die amerikanische Benzinerzeugung betrug im Jahre 1916 50 Millionen, 1917' 63 Millionen und 1918 85 Millionen Barrels. Subventionierung des Außenhandels ro 4 Amerika. Nerv-Bork» 28. März. (Fimsspruch.) Der zur Finanzierung des Außenhandels bestimmte Regierungssynds von 1000 Millionen Dollar wird in Bälde dem amerikansschen Export zur Verfügung gestellt werden. Nach den.in Ausarbeitmrg befindlichen^ Bestimmungen sind Beträge bis zu 60 Millionen Dollar aus fünf Jahre zu 5°/« Prozent Verzinsung zu Anleihezwecken einzelnen! Firmen oder Gesellschaften zür BerfugMg zu stellen. Die Exporteure beabsichtigen, nt weitgehendem Maße von dem,„Negierungsfonds Gebrauch za machen, da gewisse europäische Staaten weder über Geld noch über Staatskredite verfügen, um ihren Wiederaufbau durchführen zu können. Der Banknotenumlauf. Dem 'letzten Ausweis der Oestrrkeichisch-imgarischen Bank ist zn entnehmen, daß, der! B a n k n o t e n n m l a n f bis 15. März Mi 264'7 Millionen! z u Q e n o m m c n hat und sich auf 37*408 Milliar d e n belauft. Es wrrd vermutet, daß vou Seiten der ungarischen FinanzregicrMg größere Abhebungen erfolgten. Verftcherungsverband der Jnvustriellen. Die gestern abgehaltenc GeneralverfammlMg des Versicherungsverbandes oster-i reichischrr und ungarischer Industrieller genehmigte den Bericht,, nach welchem von den: Reingewmue per 24.3.646 K ein Betrag! von 6000 K zur Verzinsung der restlichen Anteilscheine verwendet/ 47.529 K dem Reservefonds zugewiesen, 100.000 K dem Ver-! sorgnngssonds für Angestellte gewidmet, 75.000 Li in die Spezial? veserve hinterlegt und 12.161 K auf neue Rechnung vorgetragen l werden. In dm Verwaltungsrat wurden die.ausscheidenden Herren! Fritz Hamburger, Adolf N e u m a n n Edler v.Bitter-/ w a l d, Rudolf Freiherr v. I § b a r h und Dr. August Ritter! v. Miller zu A i ch h o l z, wicdergewahlt. Brrndorfer MetattwerrenfabrrK Art«r Krvpp A.sG. Die vierte GencralversMMnlung der Berndorfer Metall-' wareNfabrck Artur Krupp'A.-G. fand am 27. d. M. in Wien! statt. In dieser wurde die Bilanz pro 1917/18 genehmigt wtbj beschlossen, ans dem nach Abschreibungen und Reservierungen: verbleibenden Reingewinn eine Dividende von K 12.— für bic» Aktie ab 81. d. M. bei . der Oesterreichischen Kreditanstalt für- Hnpdel und Gewerbe zur Auszahlung gelangen zu lassen. Bei der ' Neuwahl wurde der bisherige Verwaltungsrat wiedergewählt, Herr. Ing. Walter K u h l nt a n und Dr. Paul v. S ch w a b a ch! in Berlin nkutzewählt. Der Verwaltungsrat nmrde ermächttgt>j eine Kapftalserhöhnng von 40,000.000.^ bis höchstens, K 60,000.000.— zu einem ihm geeignet erscheinenden Zettpunktet durchzusühren und den Entissionskirrs zu bestimmen. ' Die bulgarischen Finanzen erfordern dringend eine! Reorganisation; abgesehen von schwebenden Schulden! an die Zentralmächte erreichen die Staatsschulden 10 Milliarden! Franks. j Die Vanque Nationale de Eredit in Paris dürste! demnächst ihr Kapital unter Teilnahme des Comptoir d'Eskomptcj Mulhouse erhöhen. ' Die amerikanische Freiheitsanleihe kommt am! 21. April heraus, doch kennt man weder den Bettag noch Zinssuß und erwartet 5 M i l l i a r d e n D o l l a r. Bon de« Getreidemärkten. Bon irgmdwelcher Tätigkeit kann auf dem hiesigen Platze keine Rede sein, zumal der auswärtige Börsenbesuch infolge des Eisenbahnerstreiks fehlt und damit der Offertenmanacl eine weitere Verschärfung erfahren hat. Prag hatte in dm letzten Tagen trotz später Jahreszeit verruehrten Umsatz in K l e e s a a t e n, die zu-Völlen Pressen ausgenommen wurden. In Budapest steht das Geschäft, im! Zeichen des politischen Umsturzes, still. Dre auswärtigen Marktberichte lauten wenig verändert, in der U n i o -n ist eine mäßige Verstauung der Maissichten zu verzeichnen, einerseits auf günstigere Wetterberichte, andererseits ans spekulative Abgaben hin. Die Verschlsstmgeu aus den Häfen der Union umfassen, dank dem gebessetten Frachttaum, große Mengen. Die Frachtraten zeigen einen weiteren Preisrückgang. . Wiener Börse. Ungünstigen Einstuß auf die Tendenz der gestrigen Börse übte das Umsichgreifen der 8 o h n b e w e g u n g der heimischen Eisenbahner. Die Spekulation verhielt sich äußerst reserviert. Iw der Kulisse fanden vielfach Abgaben statt/ welche zu einer Ahschwächnng führten. Eine Ausnahme bildeten bloßl Türkenwerte tm Hinblick auf ihren valutarischen Charakter;! sie gingen sprunghaft in die Höhe. Orientbahnen stiegen! um K 112r~ Tabakaktien um K 34.—. Im Gegensatz zur! Kulisse gestaltete sich die Stimmung im Sch?ünkeN vorwiegend! fest, woselbst uarnentlich M o n t a rl-, Schiff a h.r t- und! P e 1 r o l e u m w e r t e zu höheren Kursen aus dem Markte! genommen wurden. NavigUzione erhöhten sich Ml L 200;—,Karpathen Pettolenm-Akkien stiegen um 55.—, Galizia profitierten! K 54.^. Her Verkehr war bis zum Schlüsse eug begrenzt Auf! deM R e n t eN üra r k t e lagen die österreichischen fest,! während Ungarische billiger abgWdn wurden. Nachstehend die wichtigsten Schlußkurse: , j Industrie-NttterttehMurrgLll. Allgein. Ballgssellschast > i 480.-*- (— —Unioubau 350,— (*t* 25.—), Wiener ■;

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