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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-23 · Heft 64 (23.3.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 64 (23.3.1919)
Date
1919-03-23
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Men. Sonnrag Hockey. Heute wird die zweite Runde um den Fiühjahrspokal ausne!ragen. Die Hakoah lit spielfrei. B renn a—W. A. C. Die Döblinger werden die Punkte vom Prater Sportplatz hermbrmgen. Beginn VzlO Uhr vor- L. e d r e r s p o r t - D e r e i n i a n n g — W i e n e r H o ck c u k l n b. In dem um '/,10 Ubr vormittags aus dem Amareurplatz stattfindenden Wettspiel rst Hockeyklub sicherer Leichtathletik. Der W. A. F. veranstaltet heute ein Onerseldeinlausm Mer * Kilometer, zu dem außer dem W. A. F. noch Ravid und --':euua genannt haben. Der Start erfoffit um 1,3 Uhr am rrovn-'ai; des W. A. wo auch der Einlauf stattfindet. Der fü dische Turnverein Leopoldftadt „Makkabi N" gib: bekannt, daß sein am 34. d. M. projektiertes Scham ntntcn einem m letzter Smndr erfolgten Polizeiverbote zufolge erst an: i. Avc.l int Hotel „Continental* stattfindet. Die gelösten >,':n.:en behalten die Gültigkeit. Deutsche Fußballer tn Schweden. Große Fußballipiele souen '.m ^an»e des FeühiahrS m Schweden stattsinden, an iv.i:::: anher nordländischcn auch deutsche Mannschafien teil* nehmen werden. Sportklub „Hakoah-. (Sektion fiir Touristik und ^h'-ruterwort.) Heute Sonntag Tageswanderung im Wienerwald. Trenvunkt V,ll> Uhr vormittags: Endstation des 39er- Wagens in Sievering. Proviant mimehmen. Führung: Ingenieur i’lrfcramnn. — Dienstag den 35. März Skitour nuf den Gchneeb:rg. nur für geübte Skifahrer. Abfahrt: Montag den 2WN8'.z um 3 Uhr nachmittags vom Aspangbahnhof. Proviant MMzivei Tage uuruehmen. Fühnmg: Ingenieur Ackermann. — Mensrag den 25. Viärz Tagrsmanderung m den Wienerwald. Treffpunki ''°10 illnvormittags: Endstation des 36tr-Wagenm Rüßdorf. Prer-iant mrtnehmen. Führung: Spira. Der Volkswirt. Jur Bilanz der Niederösterreichischen Eskompte-Gesellschaft. Bon den Wiener Banken hat die Niederösterreichjschc Eskompte- Gesellschaft mit der Veröffentlichung der Bilanz begonnen. Jniolge dcZ bedeutenden Anwachsens der'Waffen ist, wie bereits gestern gemeldet, der Reingewinn um etwas Über 3 Millionen zurück« gegangen, weshalb die Dividende von K 48.— auf K 40.— herabgesetzt wurde. Die Einzelheiten -deS Gewinn- und Verlust- [ o u; o sind aus der folgenden Aufstellung zu ersehen: ~ , 1»»S gegen 1917 Einnahmen: (tlRen Gewinnvortrag vom Borjahre:. ,. . . 664.548 + 137.164 ■ \ t n f c ii: T'.wcn. von Wechseln. 3,933.731 4- 422.942 Sonff-ge Zmsrn.. . . , . 16,143.781 + 808.759 ZM.. . 19,076.502 +1,231.701 'i.;rcüifionen. . . . . .. . 3,700.650 — 170.351 Gennnn au Devisen, Effekten und Konsortialgcschäftcn. ......... . 4.85I.O54 — 533.807 Erträgnisse des Bank- und Wechslergeschäftes lmd der Kommanditett *«. 1,898.585 —* 11,041 Erwägmffe der Realitäten. 474.642 -s- 12.142 SuMMt. .30,692.879 +"661.408 Ausgaben: Penonalauslagen..4,233.953 + 597.252 Pensionen.«... 447.824 + 39.529 Spesen . ..»»»«»«»», 1,248.772 + 74.1,14 Steuern und Gebühren. 10,897.330 + 2,841.052 'Abschreibung dubioser Forderungen . . 57.942 + 57.942 Abschreibungen an. Realitäten . . . . . 883.949 + 79.585 Summe. . 17.218.170 +3,690.074 Summe der Einnahmen . . 80,692.879 + 661.408 c i n q e tti n n emschl. Vortrag . . 18,474.709 — 3,028.666 Verteilung des Reingewinnes: Dotation des Reservefonds . 639.478 — 158291 Ouoten und Tanttnnen ...... 718.168 — 302297 Zus,. . 1,357.641 — 460.688 i'tprozentige Dividende. 10;000.000 — 2,000.000 Dotation des außerordentlichen Reservefonds . 1,600,000 — 500.000 Borttag pro 1919 ......... 616,468 — 68.078 Zus.. . 18(474.109 — 2,028^66 Der Reingeivinn ohne Vortrag belauft sich auf K 12,790.163, d. i. um kl 3,165.830 weniger als NN Vorjahre. Aus dem Reingewinn werden bestritten : Die 10°/„ige Dividende mit K 10,000.000 (gegen 12°/, ----- K 12,000.000 im Vorjahre), der ordentliche Reservefonds mit kl «39.478 (Rückgang R 158.291), der außerordentliche Reservefonds mit K 1,600.000 (Rückgang K 500.000), die Quoten und Tantiemen mit K 718.168 (Rückgang K 302.297). Die für die Reserven und de» Vorttag aufgcwendeten Betrage belaufen sich insgesamt auf 8'4"/, deS Aktien- Spitals von R 100,000,000. Von den Gewinnen weist hauptsächlich das Zinsenkonto eine Steigerung (K 1,231.701) auf. Die Zinsen von Wechseln fliegen um R 422.942, die sonstigen um K 808.759; letzteres ist auf die große Zunahnu der Debitoren and Kreditoren (etwa K 200,0(00.000) zurückzuführrn. Was die Provisionen betrifft, so sind sie um K 170.351 gesunken, was hauptsächlich daraus znrückzusühren ist, daß im Jahre 1917 die sechste md siebente, im Fahre i9l8 nur die achte Kriegsanleihe verrechnet wurde. Der Gewinn an Devisen, Effekte» und Konsortialgeschästen zeigt ein Minus von K 638.207, während die Erträgmffe des Bank- und Wechslrrgeschästes und der Kommanditen sich so ,'iemlich gleich geblieben sind. Bemeikenswerter als die Einnahmen sind die Ausgabeposten. Die Personalauslagen erhöhten nw um R 597.252, wobei die Gehalle der Angestellten des Bankuud Wechslergeschäsirs im Betrage von rund R 800.000 nicht berücksichtigt sind. Die Steuern md Gebühren sind um R 2,841.052 gewachsen, d. t. auf 10,897.830; sie betragen mehr als 85°/o vom Oieingewinn imd sind um R 897.330 höher als die Dividende, so daß der Staat mehr erhält als die Aktionäre. Durch die Ntederöstenelchische Eskompte-Gesellschaft sind im Jahre 1918 aus die achte österreichische und ungarische Kriegsanleihe R 440,748.250 gezeichnet worden; die für eigene Rechnung ^'rrnommenm Betckge wurden inzwischen realisiert; die Bank I Wiener MorgeirzettiMA besitzt keine KriegsaUltcht mehr. Auf die Ende November emittierten 4°/o'gen deutschöstirreichischen Schayschrtne subskribierte das Institut für sich und seine KöMMittettten R 80,729.480. Ferner beteiligte H sich an dkm inzwischen aufgelösten Syndikat 8er Wiener Batike» für die Uebenahme mld Verwertung der Anleihe der StüdtgeMriNde Wren mit R 250,000.005 und brachte die vom Oesterreichischen Kredit-Institut für Verkehvsnn'eniehiunügen emittierten R 60,000.000 zum Verkaufe. An der Subskription der 4'/.ptvzeNtigeN Bubap'cster Stadtanleihe war die Eskompte-Gesellschaft mit bl 150,000.000 beteiligt. Sie begründete gemeinsam mit dem Pester Ersten Vaterländischen Sparkasse-Vttein und m! Heeren Konsorten, d e Bosnische Jndnstiie- und Handelsbank in Sarajewo mit einem Aknenkapital von R 6,0(50000, ferner zusammen mit dir Pester Ungarischen Kommerzial-Bank und türkischen Interessenten die Banqüe G^nöral de Turqine in Konstanttnopel mit einem Kapital von 500.000 türkischen Pfund. Außerdem brachte sie. zum Teil m Gemeinschaft mtt befreundeten Instxuten, die Kapitalserhohung folaeuder Gesellschaften zur Durchführung: VerncheiungSgesell''chast ,Donau", Felten & Guilleaume, Maschinen- und Waggonbau-Fabrik A.-G. m Simmering, Union» Bangosellichast, Ve.e.nigte Elekttjzitäts A.-G.,Maschinenfabriken Ruston. Glasfabriken Jnwald Gaswecksbau A -G. Franz Mano'chrk, ..A'phaltou" A.-G., GtaShütteriwerke vorm. Cchrerber & Leopold Landeis A.-G. Zuletzt ist die Teilnahme der Bank an den Garantirsyndikaten fihr die Kapitalserhöbungen der Anglo-Bank. Kred t-Anstall. Landerbank, des Bankverein- und der Ungarischen Allgemeinen Kreditbank zu ttwähnen. Ueder den Vermögmsstand gibt die folgende Bilanz. AMellung Ausschluß; Aktiven: Kaffe.. V!echi el ,«»»».»»,»» Reportgeschäft ........ Effekten ......... Einzahlungen auf Konsortialgeichäfte.. Kommanditeinlagen « . * . . Debitoren .. . . Verrechnunastortto: 5V,yrozcntlgeLkeiretchtscheKci«gSanleiht . Realitäten und Mobilien.... 29.998 Aklien der Böhmischen Eskomptebant. .. ltt» (W« 1917 ft t » t> i t n + 21,876.590 66,218.688 * 9/127.670 ^5,068.748 23 .128 — 9.283.640 33,172.567 675.464 7,544.119 955^31.569 •X 256,916.137 894.508.9in 7,881822 29,998.000 332.998 Summe. . 1.132,972.888 —108,991.110 Passiven: Aktienkapital.. . 100,000.000 Reservefonds.. . 10,389280 + ® 797.769 Außerorden sicher Reservefonds . 9,500.000 + 2,000,000 KapiMlsreservesondS.... . . 31,889.651_ * Zus.. . 151,229.03) + 2,797.769 Pensionssonbs . .. 2,387.861 + 164.643 Reservefonds der K.editmhaber: versteuert.......... 23.127 + 3.367 unversteuert....... . 251.891 4- 14 684 Zick. . 375.018 Sicherstellungssonbs der Kredit- mhabrr.. 907.8<W Kreditoren ......... 872,574.874 Verrechnungskonto: 5 Vrprozenttge österrelchffcheKriegSanleihe. ... Kassenscheine uiib EinlagSbücher . 72,093.889 Akzepte ........... 18,995.166 Unbehobme Dividenden .... 131.688 Reingewinn.. 12,789.568 Gewmnvorttüg vom Vorjahre . 684.546 + 18.051 — 74.100 -j- 208,651.870 -383.043.049 — 211.585 + 15,806.065 + 27.890 — 8,165.830 + , 137.164 Zus. . 18,474.109 — 3,028.666 Smmtte. .1432,972.886 +1(^,991.110 Was dieAktiven betrat, so ist der Barvorrat infolge des großen Zufluffcs nkcht oder wtmg verwendbarer Gelder gegen das Vorjahr um K 21,876.590 gestiegen. Eine bedeutende Zunahme zeigt auch das Wechfel-Porlekenille (K 9,037.670); bedemrnde Firmen sahen sich grzwtMgen, die erhöhten Lohn- und sonstigen Ausgaben im Wege des Wrchselkredtts zu bestreiten. Der Efftkttuböstand ist durch die bereits erwähnte Abstoßung der Kriegsanleihe um R 9,283.640 zurückgegangen. Die Einzahlungen am die Konsortiälgrschäste, dir wir oben ausführlich behandelten, sind um K 7,544.119 geftiegm. Das starke Anwachsen der Drbitvrert (um R 256,916.137) ist aus die großen Ktedite an Industrielle zurückzusühreu. Der Posten „Realitäten und Mo' lien" im Betrage von K 7,884.322 bezieht sich hauptsächlich aus das Wiener Bankgebäude. In den Aktien der Böhmischm EskoMptebank sind R 29,998.000 investiert. Bon den P a s s i vvsste» sind die Kreditoren hervorzuheben, die NM K 208,551.870 gewachsen stich, was darauf znrückzuführm ist, daß äuS den Nanonalstaatm. besonders aus Polen, große Beträge hereimloffett. Die Kaffenscheme und Elnkagebücher sind üm R 211.585 zurückgegangen., Die Akzepte der Bank haben sich um die sehr hohe SunMe von R 15,806.065 erhöht: sie wurden für die Lrbensmittelsendmigen Mus Dänemark hergegeben ünd sind inzwischen erngelöst worden. Das sich ün Besitze der Niederöfferreichischen Eskoinpte- Gesellschast befindliche Kapital beläuft sich msgesamt auf R 1.132,972L66, das ist um R 108,991.110 mehr als im Vorjahre. Das Aktienkapital beträgt R 100,000.000, bte verschiedenen Reservefonds belaufen sich aas K 52,411.849 (Zitwachs R 2,741.720), der Pensionsfonds auf L 2,387.861 (Zuwachs lk 164.648). __ Prager Brief. P r Ü H 31. März. Der Finanzminister Raschin hat gestern in einer Unterredung erttäct, daß die mit der Notmabstempelung verbundene Retention von 50 Prozent der abgelirserken Noten bereits chre günüigr Wirkung geäußert habe. Auf den Märkten zeige sich Ware, weil der steigend« Geldwert Anlaß zum Verkauf, bietet. DaS Wort, daß dir Warenpreise sinken, ist ihm offenbar in der Kehle stecken geblieben. Ware zeigt sich; daist richtig. Aber eS kommt nicht mehr Ware heraus, als vor der Abstempelung zu 23. Mmtz hlS_ Nr. 64 sehe« war. Bloß w ä h.e n d der Notcuabstempelmg war kein« War« zn sehen, weil bte Wffttfer fürchteten, ungestempelte Roten zu erhaften. Zm übrrget^ merkt man nichts von emer Erleichterung in der Warenk^ppheit. ES ist klar: Ware^ervorzuzaubmr find die röte« md blauen Drempelmarken nichsimstande. Und wer gedacht hatten daß eine Operation, durch dV dem Markte 50 Prozent der nmlauferden Noten entzogen wchen, auf der Stelle ihre wohUStige Wirkung äußern müßte, sieh sich in feiner Hoffnung betrogen. Seme Rechnung, daß daS Mißverhältnis zwischen der vor« haudeneu Gütermenge und dc^zur Verfügung sichenden Papier« gcld gam bedeutend gemildert wrden müsse, wenn man 5 oder 6 Milliarden Noten aus drur Bekehr zieht und auSrangiert wie eine unbrauchbare Lokomotive uN> daß Pt Zusammenhang damit die Kaufkraft der eiuzelnen Krott sichtlili emporschnellen «Üffe, wäre richtig und würde stmmen, penn die Noten, die ' Herr Ra'chm retinierte, auch talsäcttich imPerkrhr gewefm wären» Wo waren aber ave diese Noten! Sie lagen in den festm Mchemrnhen der Bcsittrn, sie lagen in Gchublnden, in Ledevascheu und Strümpfen. Die belastetet den Verkehr sche wenig und der Tauschverkchr, der siä mif den Märkten 'wischen Geld und Ware abspiclt, dußte recht wenig von ihnen. Jetzt sind sie einfach att den Gtchentmhe« 'n die eisernen Kaffen Raschins gewandrt. Sein V»ouumewrmsr, der sie aus dem Prtvamsttz gesogen hat» hat dm Bauern vielleicht wieder ein wenist von der verlorene« Achtung für die Banknote beigebracht. Das ist vorderhand alles. In den Warrnpretsen wird die Finanzreform erst ihre Wirkungen äußern können, bis durch die Benuögmsabgtte auch solches Geld in die Staatskaffe fließen wird, das nicht au einem Nebengeleise halb vergeffen hiüdämmettt. sondern sich Dag sir Tag bestimmungsgemäß m Produktions- und.Konfumpttonsgütr umsetzte. Am 17. d. M. hat die Prager Devffettentrale den Markkurs plötzlich von 149.35 aus 159.25 hinaufglsetzt, und auch die Wechsel aus Demschösterreich haben sich auf 78 gehoben. Der Markkurs war nicht mehr aufrecht zu erhalten, d sehr die tschechoslowakische Finanzverwaltung es gewünscht faben mochte. Es hatte sich gezeigt, daß sich Zürich um das Pttger Diktat wenig kümmerte, sobald cS ihm beliebte, die Mark hvhrr zu bewerten« Auf Züricher Parität umgtrechnet. müßte Prai bte Mark sogar mit 172 berechnen: bte Differenz ist, wie man W, noch immer groß genug, aber die geradezu schon lächerliche Spannung zwischen der Prager und Züricher Marknotterusig ist doch tthebltch gering« als am letzten Wochenende. Wte kam man übeihaupr dazu, die Mark und die Wie»« Krone so niedrig zu notterm^ Und warum dieses neckische Spiel? Die Antwort »st nicht schwer zu finden: Di: Währung des tschechischen Staates ist vorderhand eine reine Papierw L h r u N g. Die Fmanzverwalttmg schafft sich die erste metallische Unterlage dadurch, daß ffe Gold und Silbermünzen und fremde, Valuten, die unter der Bevölkerung in großen Mengen verbreitet sind, aufkaust. Wenn sie das Bestreben hatte, bie Mark statt mit R 200.— lieber mtt R 160.— zu erwerben, so ist dies vom geschäitkichm Srandprmkt leicht begreiflich. Zu diesem Zwecke wurde der Kurs der Mark in Zürich durch größere Verkäufe für Prager Rechnung gleich in den ersten Tagen, die für die Markadliefermg angesetzt waren, gedrückt und eine für Prag günstige Notitz erzielt. Zugleich wurdm ebenfalls für Prager Rechnung Kronen, und zwar Wechsel auf Prag gekauft. WährendWechsü aus Wien und Wechsel auf Budapest infolge größer« Gmhabungen in Zürich selbstverständlich nichts Seltenes sind, gehören Wechsel auf Prag derzeit noch zu den Rar-tättn. Es genügten demnach Käufe von wenigen Hunderttausend Kronen Auszahlung Prag, um eine Hauffe in Prager Wechseln in Zürich hervorzurufen. Damit erzielte man eine augenfällige Differenz zwischen Prag«, einerseits und Wim und Budapest ander«seitS und konnte zeige» wre günstig die Raschinfche FtnanzreforM im Ausland ausgenommen worden war; ein Eindruck, d« durch die für Prag günstige Marknottz noch unterstrichen wurde. Da d« Außenhandel mit der Schweiz fast vollständlg ruht, d« Zahlungsverkehr sehr schwach ist, konnte dieser nominelle, von der tschechischen Devisenzentrale dirigierte Kurs einige Tage aufrecht erhalten werden Daß die ^Porteure, die Ware «ach Deutschland schaffen, »ich g^tz davon erbaut waren, daß ihre ganze Kalkulation, die au einen Markkurs von rund 300 aufgebmtt war, einfach über den Hänfen geworfen wurde, indem ihnen die Prager Devisenzentrale die Mark plötzlich um 149 abnahm, läßt sich denken. Heute hat sich grzeigt, daß das System der nominellen Kurse keinen langm Atem hat. Auch im Verhältnis zur Wien« und zur Budapest« Krone kann noch manche 'ckberraschung eintreten, obwohl selbstverständlich nicht, zu bestreiten rst, daß die handelspolitische Lage des tschechoslowaftschen Staates ungleich günstiger ist als die DeutschöstetteichZ und des kräftig amputierten Ungarns. Aber üb« die Zahlungsbilanzen der neuen Staaten hat man noch kem klares Bild, und gerade in diesem Punkt kann sich für Wien noch manche sehr günstige Korrektur «geben. Freilich wird wieder sehr viel davon abhängen, in welchem Maße die tschechische Republik den Besitz von Wertpapieren, die auß«halb ihrer Grenzen liegen und nicht ihren Stempel tragen, überhaupt anerkennt und wie dann die R-zivrozitätsmaßnahmen, die von den übrigen Nalioncilstauten getroffen werden, ausfallen werden. Die Aufhebung der Blockade. Es wäre voreilig, die Aufhebung der Blockade üb« die Staaken der früheren Monarchie in ihrer ÄsirLung zu überschätzen. Mt erhatten zwar durch die Aushebung die Möglichkeit, Einkäufe im neutralen Ausland zu machen. Aber wie weit wir imstande sein werden, uns Kredite zu sichern, bleibt abzuwarten. In erster Linie müßte dafür gesorgt werden, daß wir die unbedingt nötigen Lebensmittel und' R o h st o f s e importieren, nicht etwa überflüssige Luxusartikel. Bon Rohstoffen benötigen mir besonders dringend Baumwolle.

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