Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-03-06 · Heft 47 (6.3.1919) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 47 (6.3.1919)
Date
1919-03-06
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979124--00403-2985691
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 47 6. März 1919 Wien, Donnerstag epnährung tut Einvernehmen mit dem StaatSamt für Landwirtschaft ernannte Vertreter der österreichischen Vieh- und Ntzischverkehrsgcsellschaft, je ein vom Staatsamt für Landwirtschaft ernannter Vertreter der Landwirtschaft der einzelnen Länder Deutschösterreichs, je ein vom Staatsamt für Landwirtschaft ernannter Vertreter der Landesviehverkehrsorganisationen, je sechs, vom Staatsamt für Volksernährung ernannte Vertreter her.Vitzhs und Fleischhäiidler DentschösterrejKA, je vier vont Staatsamt für Volksernährung ernannte Vertreter des Fetthandels Deutschösterreichs, ein vom Staatsamt für Volksernährung ernannter Vertreter der Wiener Biene und Aleischmarktkasso. Die amtliche -Uebernahmsstelle für Vieh und Fleisch hat sich' nach denk neuen Statut nicht nur mit der Aufbringung und Verteilung Pon Schlachtrindern und Rindfleisch zu befassen, sondern alles in Wien zu Zucht-, Nutz- oder SchlachtzlveMit qintreffenhe Vieh, demnach auch Kälber, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde uttb andere Einhufer zentral zu bewirtschaften, ' Der leitende Direktor und die übrigen Direktoren werden vom Staatsamt für Volksernährung im Einvernehmerl mit dem. Staatsamt füo Landwirtschaft ernannt. Einer dieser Direktoren wird über Vorschlag der Gemeinde Wien ernannt. Das neue Statut soll im Laufe dieser Woche im Verordnungswege aktiviert werden. Diese Neugestaltung wird, da sie keineswegs einen Abbau der zentralen Bewirtschaftung bedeutet, vielmehr ihre Tätigkeit auch auf neue Gebiete erstreckt, aller Voraussicht nach auch keine Besserung der trostlosen Verhältnisse bringen. Die Macht der amtlichen Uebernahmsstelte hört an den Grenzpfählen Wiens ans.. Während.wir nach zweiwöchentlicher Pause zehn Dekagramm Rindfleisch pro Persott nnd Woche erhalten und unbedingt wieder fleischlosen Wochen entgegengehen, wird» in der Umgebung Wiens mit Wissen der Behörden Rindfleisch öffentlich und ohne Kartenzwang zum Preis von 40 und 45 Krönet das Kilogramm verkauft.. Die Fleischhauer, die das Fleisch zu solchen Preisen ausschrotsn dürfen, sind wohl in der Lage, höhere Preise zu bieten, als die amtliche Uebernahmsstelke für Vieh und Fleisch, die dem österreichischen Produzenten höchstens 6 Kronen für das Kilogramnt Lebendgewicht bezahlt, Wenn rings um Wien solchePreis« öffentlich gefordert werden dürfen, dann' wird auch die Bekämpfung des Schleichhandels, die sich daraus beschränkt, den hier emtxeffenden Reisenden j<Htz Wenge Fltztsch über eist Kilogramm abzunehmen, nichts nsttzeu. Rucksäckverkehr zur Verbesserung der unerträglich geworbenen Wiener Ernährungsverhältnisstr, und 'Schleichhandel lassen sich hei der großen" Anzahl der Ankommenden nur schwer unterscheiden. Es ist schon traurig genug, daß die niederchlerreichisckien Bezirkshauptmannschaften den Fleisch verlaus zu diesen Preisen gestatten, dann aber oft den Käufern das teuer bezahlte Fletsch beim Bahnhof vor der Rückkehr nach Wien abgenommen wird. Bühne und Kunst. Gesangskonzerte. Grete F o r ft hat sich nach ihrem Abschied von der Bühne ganz der Wege des Liedes zugewendet. Ihr Konzert legte Zeugnis von der Verfeinerung ab, die ihre Kunst durch diesen Schritt gewonnen hat.. Wohldurchdachte Technik formt jeden Ton des frauenhaft reizvollen Organs, eine gewinnende Persönlichkeit beseelt den Vortrag ihrer Lieder. Die Sängerin konnte au den Svmpalhiebewelscn des Publ.kums merken, daß sie an Beliebtheit nichts eingebüßt hat. — Ein Volksltederabend Viktor Heims und Karl L a f i te s brachte, neben den bekannten Bearbeittmgen von B r« I) m s solche von A. B l ü m e l und L. P r o h a s k a zur Aufftthinng. Den Neufassungen wurden durch Vittor Heims Aortragöllmst, die für Zartheit, Humor und Burschckosität gleich rneisterhaften Ausdruck fand, ein voller Erfolg zuteil. Auch im Liederabend Hans D u h a n S kam Alfons B l n m e f mit Kontpofttionen zu Gehör. Seine Dafnis-Lieder sind Vertonungen jener melverbrettetem halb-lasziven Gedichte, in denen Arno Holz de» schwAstigen Stil der schtchschm Dichterschule bis aut die Orthographie getreulich nachahmt. Das Publikum tlahnt die leichtflüssige, wohlklingende, im Geschmack mcht immer tuählerische Musik mit Enthusiasmus auf, besonders da sie D u h a n Gelegenheit gab, sich als berückenden Anensänger fzu cmcnt cküchenlateutischen Text) und pomtenrelchen Bortragskiinstler betvuudcrn zu lassen. Lilh Hermann lft eine Sängerin, Sie nicht tute durch den außergewöhnlichen Reiz ihrer Erscheinung, sondernäuch durch Ausdruckssähigkeit ihres dunkelgesärbten Organs d;ts Interesse gefangen nimmt. Ein lebendiger Vortrag spiegelt die musikalische Beseelung wider, mtt der sie ihre Gesänge erfüllt. Ihr Begleiter, Georg I o k l, war mit zwei erfolgreichen Liedkompositioncn im Programm vertreten. — Eine markige Baritonstimme steht dem Liedersänger Dr. Emst v. P i ck zu Gebot. Er versteht ihr reiche Schatttemngen abztmewinnen und bereitete seinem Publikum unter Mithilfe Leon E r d st e i n s, des Lrederpreisträgers, dankenswerten Genuß. — Josef Frank, Bassist der VolkSoper, stellte sich in einem Orchesterkonzert einem größeren Publikum vor. Er fand die gleichen Sympathien wieder, die ihm im Wö.hringer Theater entgegengebracht werden und bewies. daß er auch größeren Aufgaben gerecht werden könnte, als sie ihm dort gestellt werden. Man wird seinen Einstigen Leistun- . gen mit Interesse eutgegensehen. Dr. K. hl. Nette Wiener Bühne. „Alte Freunde*. Drei Komödien von Viktor Fleischer. Der begabte Viktor F l c i s cf) e r hatte gestern mit feinem Bühnenerstling einen verdienten Erfolg. Diese drei Einakter/ insbesondere die beiden ersten, sind treulich gebaut, der Dialog ist gepflegt und den Stücken, die sich anspruchslos geben, ist ein tieferer Sinn nicht abzusprcchcn. Wie die sogenannten „alten Freunde" in Wirklichkeit mitettländer stehen, wird in dem sehr heiteren zweiten Stück, „Das Vermächtnis", ganz köstlich gezeigt und auch :m Schlußstücke „Der Kollcgeiltag^ mit Humor anschaulich gemacht. Daß Vater und Sohn alte Freunde zu sein vermemen, es aber erst in einem entscheidenden Augenblick in Wahrheit werden, als nämlrch dem Vater der Nimbus der Unfehlbarkeit vor den Augen des Sohnes genommen, wird — diese ernstere Abwandlung des Themas bringt das. einleitende Stück „Der Nimbus*. Daß der abgefeimte Erpresser vor dem 18jährigen Jüngling zusammenknickt, während er den Papa, einen tüchtigen Advokaten, um den Finger wickelt, ist freilich nicht ganz glaubwürdig. Dem Autor kam die treffliche Regie des Herrn I e n s e n und eine vorzügliche Aufführung zustatten. Insbesondere im „Vermächtnis* zeigte sich, haß diese Bühne über eine Reihe von ernst zu nehmenden Schauspieler verfügt. Besonders herporznheben sind die Herren Lessen, Schreiber und I e n s e n sowie Frau Förster, aber auch alle anderen Mitwirkenden sind zu loben. Es war ein erfreulicher Abend. 0. A. Aus den Theater». Im Burgtheat er gelangt heute Donnerstag den 6. d. M. „Unterwegs*, ein Don Juan-Drama von Thaddäus Rittncr, zum erstetimal z>lr Ausführung. Die Besetzung der Rollen ist folgende: Baron — Walden; Professor — Arndt: Sekretär — Trcßler; Susanne — Albach-Retty; Christine — Wohlgenmth; Liesel — Kutscher«. Die Regie führt Herr Holz. Diese Wiener Morgenzeitung Vorstellung findet bei erhöhten Preisen statt nnd beginnt um halb 6 Uhr. Die nächste Klassikeraufsührunades Burglheaters wird — nach mehrjähriger Pause Schillers „Die Verschwörung des Ftesko zu Genna* in der bisherigen Besetzung Mit Herrn G e r a s ch in der Titelrolle, Herrn H e i n e als Muley Hassan und den Damen B l e i b t r e u, M e d e l s k y und Wohlgemut sein. Da Herr K o r f f, demdiesmalder Gignettina Doria zugeteilt war. hie Rolle Mückstellte, blewt auchhiese Roll» im Besitz ihres bisherigen Darstellers, Herrn' DevrieNt, Dm Maler Romano spielt zum erstenmal Herr R.om k» er g. Die nächsten Premiere«. Im DeutschenBolktzt h e a t e r wird im Laufe dieses Monates die Erstausführung einer phantastischen Tragikomödie von Leo Herzog „S chattent a n z* stattfindrn. Die Neue Wiener Bühne bereitet als nächste literarische Premiere Otto Zoffs Drama „Kerker und Erlösung" vor, das bereits im Verjähre tut Rahmen des Zyklus „Die junge Generation* zur Erstausführung hatte kommen sollen. Die'weibliche Hauptrolle, in der bei der Münchner Uraufführung Frau Ellen Neustädter von der Neuen Wiener Bühne gastierte« wird bei der Wiener Aufführung Alice Lach spielen. Von Otto Zoff wurde ein zweites Drama „Schneesturm vom Burgtheater zur Aufführung angenommen. »--Paul Ggers Gesellschaftskomödie „Adam, Eva und die Schlangegelangt kommenden Mittwoch m den K a m m e r s p i e l e n mit Frau Carlsen, den Herren Edthofer und Aslan in den Hauptrollen, zur Erstaufführung. Die Gefahr «$««? Beschränkungen. Theater? betriebes. Es besteht der Plast, infolge der Kohlennot die Theater nur drei rn ä l wöchentli ch spielen zu lasten. Die Vertreter der Theaterinteressen haben vorgeschlagen,, man möge den Gast- und Kaffeehäusern MMsweise je einen Sperrtag, pro Woche vorschreiben. Das würde genügen, um weitere Beschränkungen im Theaterbetriebs hintamuhaltm. Vorläufig bleiben die Theater von den neuen Sparmaßnahmen unberührt. Gute jüdische Hausmusik. (Zu beziehe» durch R. Löwit, Buchhandlung und Antiquariat, I., Rorenlmmstraße 28.) MaxBruch: Kol Nidrei, Adagio, op. 47, leichte Klavierausgabe von W. Aletter, K 4.95. Dasselbe für Violme nnd Pianoforte Ll 9.90. S. F r i e d l a n d e r: An Hetstl (B. v. Münchhausen), für eine Gingstinnm Md Klavier, K 1.76. -=r I. Halpern: Kol Nidrel, t!lr Violme und Gesang mtt Klavierbegleitung, L 2.20. -- Konr.Maril: Der Herr Hauptmanu (Hugo Zuckermann), Lied für eins Singstimme und Klavier, K 1.98, --— L. Kopf; Hatikmah, Dort wo die Zeder, für eme Singsiimme, Klavier und Gitarre, L 3,20. Janot S. Roskln: Mein Spielen (Awr. Reisenh für mittlere Sinastimmc und Violine, K 3.30. Dos Gebet (I. L. Perez), für mittlere Stimme mit Violine, K 4.95. Ich weiß nit Hvß hob ich (Awr. Resten), L 1.98. Der Schuster her der Arheit (A. Resten), L 1.98. „Smg mir still a ttoing Lied* (S. Deglbitzer), für mittlere Stimme, K 2.64. Wiegenlied (A. Reisen), für mittlere Stimme, fl 2.64. Das goldene Kalb, „Der Egel Hasohow" (H. Heine), für hohe Stimme mtt Violine, fl 3.96. Sport. Die Hakoah spielt Sonntag auf der „Hohen Warte* ein Freundschaftsspiel gegen die Wiener Bewegungsspitler. Die Hockeymannschaft tritt am Vormittag der Lehrer Sp. V. in Währing gegeniiber. Napid spielt Sonntag in der Meisterschaft gegen den Floridsdorfer A. C. Eine Spaltung Im Schiedsrichteekottegium? Vor kurzem hat das Schiedsrichterkollegium des Fußballverbandes eine neue Klasteneinteilung seiner Kräfte borgenommeu, was bn einigen Unparteiischen, die sich benachteiligt fühlen, lebhafte Unzufriedenheit hervorgerufen hat. Es verlautet, daß es zu einer Spaltung des Kollegiums kommm wird. Weltmeister Steinbach ringt demnächst gegen den tschechischen Meister Mrna, der vor kirzem das Turnier in dm Eichen) älm gewonnm hat. Edeusteiu. der tüchttge Leichtathlet der Hakoah, ist an einer schwerm Bluwergifnmg erkrankt, so daß er heuer dem Sport gänzlich entzogen sem dürste. Der Volkswirt. Für Abstempelung der Kriegsanleihe in Tschechien. Prag. V.März. (Tel. der >Wr. Morgenztg.*) Die Schuldscheine der Kriegsanleihe, welche sich im A u s l a n d e befinden, sind selbstverständlich nicht der Gegenstand der AbstemvrlMg. Falls sie jedoch den Inländern gehörnt, wird empfohlen, auch diese in das B e r z e i ch n i s amzunchmen. Falls der Inhaber einen Jnterimsschein^ ein Emlage-(Renien°)üuch ober irgmdemm ähnlich« Beleg besitzt, so ist dies im Aufnahmsverzelchnis in dem Otte zu beznäivni, welcher dm Jntenmsschcm oder daS Einlagebuch ausgefolgt hat. Derarttge Belege Mterlirgm selbstverständlich nicht der Stempelmg. Aeutzerungen Dr. Steinwenders. Der Finanzsekretär Dr. Steinwmd« erklärte einem Vertreter der „Neuen Freien Preffe* gegmüber r „Die tschechische BerttetMg m der Gesandtenkonserenz hat sich gestern prinzipiell gegen die Beteiligung an der österreichischen Staatsschuld erklärt. Was den jetzt vorliegenden Fall, nämlich die Auszahlung des Märzcoupons, betrifft, hat sie lediglich die Entscheidung der tschecho-slowakischcn Negierung übettragen, so daß über diesen unmittelbaren aktuellen Puntt eme mdgtlltige Entschließung noch nicht voillegt. Auf diese Weise erscheint zunächst die weitere Auszahlung des Märzeonpons nicht gestört. Was jedoch die weitere EnttvicklMg anlangt, so ist z» erwarten, daß entsprechend den Aeußerungm P i ch o n s und Orlandos die Tschechen sich schlleßltch doch zu einer B eteilignng an derösterreichischen Staatsschuld w erden bereiterklaren müssen, wie dies ja auch, wenn auch in sehr beschränktem Maße, schon früher von maßgebender tschechischer Seite zugesagt wurde. Wir vermögen daher ihren gestern abgegebenen Erklärungen vorwiegend doch nur taktische Bedeutung zuzuschreibcn. Wir erblicken darin eine Ankünd gung, sich an dem Staatsschuldendienst in einer nur möglichst bescheidenen Weise zu beteiligen. Sollte diese Erwartung nicht zntreffm, dann wäre Deujschöstemich selbstverständlich mckt in der Lage, die Schulden deS gesamten Staates allem auf sich zu nehmen. Keinesfalls geben wir die HoffnMg aus, daß die E n t e n t e auch in ihrem eigenen Interesse, ihrem Anteil an dem Schuldendienst der ganzen Welt efttsprechend, zu einer Entscheidung kommen wird, die für uns erträglich ist.* Die Nolenabfternpelrmg in Ungarn verschoben. Budapest, 5. Marz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die N o t e n a o st e m p e l n n g in Uimaru, welche am Santswg hätte beginnen sollen, wurde nach der Meldung des «Dcli Hirlap* Seite 7^ auf M i tt e M n r z verschoben, pm keine Stockung im Verkehr heraufzubeschwören, hat die Oesterreichisch-uugarische Bank der ungarischen ReaierMg eine entsprechende, Menge bereits gestempelter Nyt< gestellt. Budapest» 5. März. (TA. der „Wr. MinisterialratAatona, derRegiewnsskommiffärfürdasBalmawesen, hat bezüglich der 9kotenabstempeluna in Ungar« erklärt, daß geplant sei, ein Prozent vom Werte dev Banknoten einzuheben, welche nicht bei de« Geldinstituten, sondern hei. dm Stmerämtern vargewiesen werden, Pie Vermögens ab gahg wird erst von der Ksnstitnante zum Beschluß erhoben wer^eni Die Ausfuhr nnd der Derkauf ausländischer Wertpapiere in Deutschland verboten. zur BerfügWg Berlin» 5. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Sin Verbot der A u s f u h r und des Verlaufes vp« a«Kl ä n d i s ch e n W e r t p a p i e? e n bis 8t. März I. I. wird amtlich vrrlaut'bärt, österrreichische, WWischk» Kylg«W und türkische Effekten futb hiervon ausgenommen. 1 Rückerstattung eines Teiles der abgestempelten Noten in Tschechien?; Prag, 8. März. (Tel. dev „Mr. MorgyMl Ems« Blatter erllären, aus zuverlässiger Quelle erfahren zu haben, daß ein T e 11 der anläßlich der Abstempelung zmückgehaltenen Noten vor Witte Marz z n r ü ck tz r st a t te t werden solle, Eine neue italienische Aktiengesellschaft für Auslandshandel. Zürich» 4. März. (Tel, dev „W. Morgenztg,*) Eine Miengesellschast zur Förderung des Exportes und Finanf rung von Proiekten, die Wtenischen Handelsinteresiell iur y fl a n b dienen, ist unter dem Namen „lstituto ItsliLu«» cki eästa per il 6ommsro1o Lstsro" unter Beteiligung der vier großenHandelShankeym Uo m gegründet worden., Wiedereröffnung des Handels mit dem linken Haag, L Marz. (Tel. der „Wr. Morgenzta.*) D«^ belgische Miniüerrat erhielt die Mitteilung der mgllschen W gierung, daß England die Wiedereröffnung des Handels mit dem Inken Rheinufer gestatte, unter der Bedingung jedoch, daß Barzahlungen von den Deutschen nicht a.ng^ nommen werden dürfen. Der Gegenwert dev Lieferung soll in W a r e n entrichtet werden, damit die Barmittel Deutschlands zur Bezahlung der Kriegsentschädigung zw? Verfügung bletben. Di« Forderungen der frgnzüfische« BerKr arbetter, Bern» 4. März. Wie die „H u m (t n i t 6* meldet, beschloß ein Kongreß derBergleute m Pas de Calai §, den Achtstundentag und eine 50proze»tige Lohn erhöhung zu verlangen. Die Bergarbeiter wolle» sich mit den Eisenbahnern von Frankreich, den Bergleuten vou Mittel- und Nord-Frankreich und den englischen Arbeitern zllsammcntun, um eine gemeinsame Bewegung zu schaffe». Austriawerfte. Die Kreditanstalt pkaitt die Gci'mdnng einer Aktiengesellschaft mit 4'8 Millionen Kronen Kapital zur Uebernabme dev im Besitze der A nst via w er ft t (Stahilimento Tecnico Triestino) befindlichen Lrnzer Schiffswerft e. Das Ktrpital soll fS Millionen, zerteilt in Inhaberaktien ä 200 Kronen, betragen. Zum Bezüge der Aktien der nmerr Gesellschaft sollen nt erster Linie die Aktionäre der Austriawerfte berechtigt sein; auf eine Stannnaktie werden vier Aktien der neuen Gesellschaft und auf eine Vorzugsaktie zwei Aktien & 200 Kronen entfallen. Das Dalutaproblem in Pole«. Das Preßbnrean der polnische» Gesandtschaft in Wien meldet: Die Lösung dev Balutafrage bildet eine der schwierigsten Sorgen dev jetzigen polnischen Regiemug und der Konstituante in Warschau. Bekanntlich sind in Polen außer Kronen und Mark auch russische Rubel im Umlauf. Die Abstentpelung dev Kronennoten in dm Staaten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie machte die Regelung der Balutafrage und die Ergreifung von mtsprechenden Maßregeln um so notwmdiger. Die unter der Leitung des Abg. G l o m b i n s k i stehende Finauzkommission der polnischen Konstituante beschloß deshalb, eme Sitzung abzuhalten, in der speziell die Frage der öfterreichnchen Banknoten erörtert werden soll Der Sitzung wird auch der Finanzminister Englisch beiwohnen. Die Verstaatlichung des Kohlenhandels im Deutgitn Reiche. Aus B erlin, 4. d. AL, wird telegraphiert: vt Reichsregierung hat heute im Staatmausschuß einen Gesetzentwurf über die R e g e l u n g d e r Koh l e n w i rt f ch a ft Überreicht, der aller Voraussicht nach noch heute verhandelt unb sodann an die Nationalversammlung weitergegeben wird. Nach dem Entwurf regelt das Reich die g e m e i nwirtschaftliche Organisation der Kohle«'' Wirtschaft. Dw Leitung der Kohlenwirtschast wird einem zu bildenden Reichskohlenrat übertragen. Die Reichsrrgierung schließt die Kohlenerzeuger für bestimmte Bezirke zu Verbanden und diese zu einem Gesamtverband zusammen. Den Verbänden obliegt die Förderung, der Selbstverbrauch und dev Absatz unter Aussicht der Regierung und des Reichslohlmrate§< Die Reichsregierung regelt die Feststellung dev Preise. Vor der Regelung hat die Reichsregiemng einen S a ch v e r st ä n d i g e n r a t für die Kohlenwirtschast zu berufen, dev aus 45 Mitgliedern besteht; je 15 Mitglieder sind von der Arbeitgebergruppe und der Arbeitnehmergruppe zu wählen und 15 Mitglieder von der Reichsregierung zu ernmnen. Bon letzteren sollen drei aus dem Krerse des Hanvels, zwei aus, dmr Kreise der technischm, einer aus dem Kreise der kaufmännischen Angestellten, sechs aus dem Kreise der Kohlenverbraucher sowie je einer aus dem Kreise der Sachverständigen für den Köhlmwerkbau, der Kohlenforschung und des Verkehrswesens entnommen werden. Das Gesetz soll g l e i ch z e i t i g mit dem S o z i a l isierungSgesetz m Kraft tretm. Sine Reihe von Beschränkungen im Warenverkehr aufgehoben. Die Ergänzung der Liste von Warm, welche auf Grmid der Bewilltgmig zur Aus- und Durchfuhr über DeMschösterreichs Grenzen zugelaffen werden, liegt nunmehr vor. Keiner besonderm Bewilligung bedürfen die folgenden Waren : Ggnzseidme Gewebe, Bänder, Wirkwaren und Konfektionen aus Ganz- und Halbseide, Batist, Gaze, Etamine und ähnliche undichte Gewebe aus Texttlstoffen, alle diese auch bestickt, bestickte Taschentücher, bestickte Kragen, bestickte Manschetten. Garne aus Papier, Gewebe aus Papier, einschließlich der Mischgewebe mit Kette oder Schuß aus Papier, auch konfektioniert, Tülle, Spitzen, Posamentier- und Knopfwaren, künstliche Blumen und deren Bestandteile, Schmuckfedern, Pclzwerk, einschließlich Federnpelzwerk, Hüte und Hutstumpen, Fächer, Regen- und Sonnenschirme, Besatzartlkel, die aus mineralischen Äbfallfetten und Abfattölen bergestellten Wagenschnrieren, Lederschmierm und dergleichen Schmieren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.