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Wiener Morgenzeitung · 1919-03-04 · Heft 45 (4.3.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 45 (4.3.1919)
Date
1919-03-04
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 45 Wien, Dienstag Fähigkeit und Energie brS Vertrauen des Auslandes erwecken würden. , Erst dann wird bas z w e i t e Motiv ernstlich in Wirkung treten, das etwa Amerika zur Kreditgewährung bewegen könnte. Es wäre bas moralische Motiv der Hilfsbereitschaft im Völkerbund, wobei natürlich vorausgesetzt wird, daß wir die Aufnahme in den Völkerbund erlangen. Ob dies geschieht oder nicht, ist bas Ilm und Auf unserer Hoffnungen. Auch die Frage deS Anschlusses an Deutschland ist von dieser Frage wohl nicht zu trennen. Denn wenn Deutschland einstweilen vom Völkerbund ausgeschlossen bliebe, so würde ihm unser Anschluß garnichts nützen. Wenn aber, auch ohne Anschluß, Deutschösterreich die Aufnahme in den Völkerbund einstweilen versagt bliebe, Jo müßten wir uns an das letzte gemeinsame halten, das uns dann noch mit der westeuropäischen Kulturgemeinschaft verbände: daS Gold. In Deutschösterreich, einem Land alter Kultur, .vo sich durch viele Jahrhunderte große Neichlämer zusammenfanden, und wo ein fleißiges Bürgertum anS dein politischen Uebergewicht der innerösterreichischen' Länder seine Vorteile zog, sind große Mengen von Gold und Juwelen vorhanden. Gemeint sind die priva ten Besitze an Gold in gemünzter und ungemünzter Form, und an Edelsteinen. In ihnen wäre unsere letzte Reserve zu suchen, wenn hie Hoffnungen aus den Völkerbund sich als trügerisch erweisen sollten. Wenn dann die Internationale der Völke^bundidee versagt, die Internationale des Goldes wird nicht versagen. Allerdings muß zugegeben werden, daß die Schwierigkeiten der. Durchführung einer solchen Goldabgabe die der sonstigen Steuereintreibungen weit Übertreffen würde. Ohne das Vertrauen des Volkes, welches^ von der absoluten Notwendigkeit und Unumgänglichkeit der Goldsteuer überzeugt werden müßte, wäre sie schlechterdings undurchführbar. Ihr müßte jedenfalls vorausgehen die ausgiebigste Enteignung der Toten Hand, des Großgrundbesitzes, und eine Belastung de" G ösikapitals In" zum RandderLeistungSfähigkeit. Die Strafsanktionen der „Gold- und Schmucksteuer" müßten, da es sich — mehr noch als im Krieg — um Sein .oder 'Nichtsein der Volksgesamtheit handelt, von mehr als kriegsmäßiger Strenge sein, und hintec den vollziehenden Organen müßte der eiserne Wille des Volkes stehen. Selbstverständlich wird die Habgier, die Liebe zum Putz, die Anhänglichkeit'an Familienandenken bei sehr vielen stärker fein als die Erkenntnis, baß jeder Bürger des Staates das Recht aufs Leben hat. Die Form der Einhebung, etwa als Zwangsanleihe, und ihre Einzelheiten müßten ans das sorgfältigste ausgcarbeitet sein, damit nicht die besten Goldfische durch die Maschen schlüpfen konnten. Gleichzeitig müßte ein gewaltiges A r b e i t S p r o g r a m m in Kraft treten, beim ohne viele Jahre unerniüdlicher Arbeit und entbehrnngsfroher Sparsamkeit verfiele ein vom Weltverkehr abgeschnittenes, an Bodenverhältnissen so wenig ergiebiges Land wie Dcutschösterreich dem Hunger und der Verarmung. Die Friedenskonferenz will die Petroleumintereffen schützen. Ein Gesuch der englischen und amerikanischen Grubenbesitzer. Rach einer dem „Nieuwe Rotterdamsche Courant" zugegangeneu Mitteilung aus New-Aork vom 10. Dezember 1918 hat daselbst eine Versammlung von Interessenten der mexikanischen Erdölindustrie stattgefunden, in der 33 amerikanische, englische und niederländische Gesellschaften vertreten waren. Eine über den Verlauf der Beratung an die Presse gelangte Mitteilung besagt folgendes: „In der heute abgehaltenen Versammlung des Ausschusses der Vereinigung von Erdölproduzenten in Mexiko ist zum ersten Male der Entwurf des Er dölgesetzes erörtert worden, der zurzeit den: mexikanischen Kongreß vorliegt. Die Versammlung war einstimmig der Ansicht, daß dieser Entwurf in jeder Richtung unbefriedigend sei, da er die Absicht verfolge, die im Artikel 17 der mexikanischen Verfassung von 1917 begründete Beschlagnahme des Eigentums an Oelquellen in die Tat umzusetzen. Der Entwurf geht davon aus, daß die gesamten Oelvorkommen in Mexiko Nationaleigentum seien, die nicht veräußert werden können. Er entyäl: Bestimmungen bezüglich der Erteilung von Konzessionen, die das Recht, die Oelschätze der Nation zu.erschließen, derartig einschränken, daß Konzessionen tatsächlich nur noch widerrufliche Vergünstigungen sind, da nach der Verfügung Konzessionen nur an mexikanische Gesellschaften erteilt worden dürfen. Das Gesetz kommt in der Praxis so ziemliche ans eine völlige und dauernde V er Inster klär un g aller Eigentums rechte hinaus, die jetzt amerikanischeil, englischen und niederländischen Gesellschaften zustehen." Schon vor geraumer Zeit hat die mexikanische Regierung öiif Grund der neuen Verfassung von 1917 damit begonnen. Ab gaben ans die Oelförberungen zu legen und sie anderen Beschränkungen zu unterwerfendie zu geharnischten Protesten der Interessenten und auch der amerikanischen und englischen diplomatischen Vertretungen führten. Die mexikanische Regierung hatte sich dabei auf den Standpunkt gestellt, daß die rechtliche Grundlage für ihr Vorgehen das alte spanische „Minenrecht" sei, nach dem die ganzen'Mineralschätze des Landes Kroneigentum waren, das jetzt dem mexikanischen Volk als souveränen Nachfolger der Krone Spaniens zustehe.' Die jetzige Meldung läßt erkennen, daß die mexikanische Regiermlg sich durch die-Proteste offenbar nicht hat abschrecken kessen, sondern im Gegenteil zu einer noch eingreifenderen Regelung der Angelegenheit überzugehen entschlossen ist. Die Wichtigkeit, die seit Eröffnung des Panamakanals dem Vorkommen von Oel in allen, besonders den am Karibischen Meer liegenden Ländern ^zukommt, ist schon längst allgemein anerkannt. Während der Wiener Morgenzeitung 4. Marz 1919 Sette f Kriegsjahre sind denn auch von amerikanischen und englischen Gesellschaften in den mittelarnerikanischen Republiken Nachforschungen angestellt worden, die indes keineswegs so erfolgreich waren, daß die. m e x i k a n i s ch e .O e l f>r a g e nicht nach wie vor von allergrößter Bedeutung wäre. Man wird gespannt sein dürfen, ob d^e Regierung CarranzaS »die Bodenschätze Mexikos .gegen, die Privatinteressen ausländischer Gesellschaften und den sicher zu erwartenden Druck der hinter diesen stehenden Regierungen .wird verteidigen können. ... In Ergänzung dieses Berichtes wirb noch folgendes mitgeteilt: Nach einer telegraphischen Meldung aus New- York an den Londoner . „Daily . Telegraph?; soll. demnächst eine Abordnung von Vertretern der „Mexiko Petroleum Compan!)", der „Standard pit Company" und der „Texas Company" nach Frankreich fahren, um dis Friedenskonferenz zu einer bestimmten Stellungnahme bezüglich der englischen und amerikanischen Mincnrechte in Mexiko zu veranlassen. Nach der Ansicht der Interessenten sei es von der größten internationalen Bedeutung, Mexiko und den «anderen Staaten in ähnlicher Lage klar zu machen, daß die wohlerworbenen Rechte von Ausländern anerkannt werden müßten. — Die erwähnte Haltung der mexikanischen Regierung, auf Grund der neuen Verfassung die Bodenschätze als Nationaleigentum zu betrachten, scheint von gewissen amerikanischen Kreisen als ein „organisierter Bolschewismus" üufgefaßt zu werden, demgegenüber internationale-Schritte zum Schutzdes Privateigentums dringend erforderlich seien. Es kann nicht überraschen, daß die schon seit Jahren auf eine Intervention in Mexiko hindrängenden Interessen der amerikanischen Finanzleute die jetzige vorherrschende Stellung der Vereinigten Staaten auszunützen bestrebt sind und erneut ein scharfes Vorgehen gegen den Nachbarstaat fordern. Verhandlungen der ukrainischen Vertretung über Lieferung von Rohöl nnd Mineralölprodukten nach Deutschösterreich und Angarn. Bon informierter Seite wird uns mitgeteilt: Ende Februar begab sich der ukrainische ehemalige Ne-chsratsabgeordnete Wytik nach Wien, um wegen der Lieferung von Erdöl und C r dölprodukrcn direkte Berhandl u n gen mit den d e u t s ch ö st e r r e i ch i s ch e n und ungarischen Regierungsstellen zu pflegen. Die Hauptschwierigkeit liegt gegenwärtig in den außerordentlich traurigen Bcrkehrsverhälttlisscn, insbesondere da auch die Strecke über Krakau noch a ndauernd gestört war. Nicht einmal die P o st v e rbindung nach Krakau undDrohobycz konnte regelmäßig aufrechterhalten werden, so daß schon der Plan aufgetaucht ist, die Post in Flugzeugen für die einzelnen Erdölgesellschastkn von Drohobycz über Krakau nach Wien zu bringen. Der Verkehr wird durch Boten aufrechterhalten, welche sich für ihre Bemühungen erhebliche Reisekosten Vergütungen bezahlen lasten. Das Auftreten bolschewikischer Tendenzen im Erdölgebiete wird von den ukrainischen Kreisen als u nr i ch.t i g. bezeichnet. Die Arbeiterfrage macht aber jedenfalls wesentliche Schwierigkeiten, insbesondere auch die Frage der Finanzierung der Erdölbetrtebe. Für die staatlickeMineralölfabrik in Drohobycz sollen etwa 25 Prozent der Produktion zu einem fixen Preise von K 42.— in Anspruch genommen werden, ähnlich wie dies unter dem österreichischen. Regime gehandhabt wurde. Für das übrige Rohöl wird hingegen ein wesentlich höbererPreis bis zu K 60.— angefordert werden, von welchem jedoch noch Abgaben an die Regierung eingehoben werden dürften. Die Donan-Dampfschiffahrt. Prag» 3. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) Du cb den Waffenstillstand zwischen der Entente und dem gewesenen Oesterreich-Ungarn wurde der Verkehr auf der Donau und ihren stk ebenst üssen den Ententeftaaten Vorbehalten. Die Frage der Donau-Dampsschisiohrl wurde durch die B es e tz u n g der Slowakei, hauptsächlich der D o n a n h ä f e n, in den Vordergrund gestellt. Aus diesem Grunde werden sofort Verhandlungen eröffnet werden, um die bereits beginnende Scbifffahrtperlode auf der Donau zur Gänze anszunützen. lieber Antrag des Bevollmächtigten der tschecho-slowakischen Republik m Wien T u s a r ernannte die Negierung eine fachliche in cei ministerielle Kommission zur Beschlenn gung der Aktion. In dieser Kommission sind die Ministerien der öffentlichen Arbeiien, des Handels, der Finanzen und der Landesverteidigung, vertreten. Diese Kommstsion hat in Preßburg ermittelt, daß nach entsprechendem Ausbaue der Effenbahnsttecken rmd nach der allernvtwendigsten Ausgestaltung des Hafens man ihn w kürzester Zeit als u m l a d e st e l l e von bedeutender Leistungsfähigkeit, dem Bedarfe des Jahres 1919 entsprechend, wird benützen können. Die dringendsten Dispositionen wurden in dieser Richtung ve -genommen. KohlenbeMge Italiens ans Deutschland. Haag, 3. Mürz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Wie die „Times" berichtet, ist ein n e u e s italienisches K o h l e n m o n o p o l nicht geplant; ein Teil der von Italien erwarteten Kriegsentschädigung soll aus regelmäßigen Kohlenbezügen ans Deutschland bestehen. Eine neue Filiale der Zivnostenska Banka in Gödmg. Brünn, 3. Marz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die Ziv no ft enska Banka hat in Göding ctitc neue Filiale eröffnet. Tschechisch-jugoslawischer Handelsvertrag. Prag» 3. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der Abschluß eines Handelsvertrages zwischen der Tschecho-Slowakei und dem südslawischen Staat steht in nächster Zeit bevor. Es ist zu erwarten, daß sich zwischen den beiden Staaten ein regelmäßiger Verkehr entwickeln wird. Zwischen dem Tschecho-slowakischen, dem südslawischen und dem d e u t s ch ö ft e r r e i ch i s ch e n Staate ist ein Vertrag über die w e ch s e ls e i t i g e f r e i e Dur chfuhr geschloffen worden. Die italienischen Vankdilanzen. Genf» 3. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die Banca CommercialeJtaliana zeigt Ende 1918 48°8 Millionen Lire Bruttogewinn (4-10*5), aber auch 6 Millionen höhere Steuern und Verwalmngskoßen. Das Kapital wurde von 156 auf 808 Millionen erhöht. Der EreditvJtaliano ergibt für 1918 ISS Millionm Gewinn (rm Vorjahre 13°93). Dos K-wital wurde von 100 auf 150 Millionen Lire erhöbt. Keine Annahme von Schecks , durch die Prager Postsparkasse. Prag, 3. März. (Tschecho-slowakischeS Pveßbureau.) Dia Postsparkasse in Prag teilt mit, daß vom 1. bis 9. März d. I. überhaupt keine Schecks weder im Barnoch imClearingverkehr angenommen werden. ‘; Die amerikanische Baumwolle für Böhme«. Prag, 3. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg/) Es ist bereits berichtet worden, daß im Jänner aus Amerika 6 0.000 Ballen B a u mwolle nach Böhmen kommen sollten, mit welchen die tschechische Textilindustrie angeblich für die Dauer von acht Monaten beschäftigt wäre. Nun stellt daS tschechische - Ernährungsmimsterium fest, daß diese Nachricht auf unrichtigen Informationen beruht. Nach den aus Paris eingel-ngten Berichten kann,man leider nicht erwarten, daß die Baumwolle, welche sich - in M a r s e i l l e bcsindet, sobald nach Böhmen gelangen wird, und daß dies noch zwei, drei oder noch einige Monate länger dauern könnte. Das Quantum von 60.000 Ballen würde bloß - zur Beschäftigung der tschechischen Industrie für die Dauer von sechs bis acht Wochen genügen. Der Preis von einem Pfund Baumwolle kommt aus zirkc^L 20.— gegen beit Friedenspreis von zirka K 1.—. Die belgischen Banken. Zürich, 3. Marz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Tie belgischen Danken sollen von der Entente einen 10 Millionen Pfund Sterling-Kredit erhalten; 4 Millionen haben sie bereits empfangen. > Die B a n q u e d' A n v e r s plant eine Fusion mit der Banque de l'Union Anversorse. Zur Wettgeldlage errechnet die bekannte englische Wochenschrift „The Economift": 28 Milliarden Pfund Sterling Papiergeld sind im Umlauf, wovon auf Frank-, reich 1'2, Rußland 17'9, Deutschland 1'6,. Oe st erreich 1*48, Italien 0'55, Amerika 0*9ß entfallen. Die Golddeckung der Noten dieser Länder bettage somit 25 6, 11'4, 2 beziehungsweise 7, beziehungsweise 0'7, beziehungsweise 7*9, beziehungsweise 65*7, der Durchschnitt aller 6*1 Prozent. Zur Lage der Mineral Ölindustrie in Rumänien- In letzter Zeit ist die Verbindung mit Rumänien wieder g ü n st i g e r geworden, indem der neu emgeleitete E x p r eßzugsverkehr zwischen Paris und B u k a r e st eine Anzahl von leitenden Persönlichkeiten der Industrie nach Rumänien zurückgebracht hat. Es ist bekannt geworden, daß in der rumänischen Erdölindustrie nur geringe Tätigkeit herrscht, was mit der allgemeinen wirtschaftlichen D e p r e s s i o n im ganzen Lande zusammenhängt. Jnsbe'-ndere schwer ins Gewicht fällt der große MangelanKesselwagen und an L o k am ,o-' t i v e n. In ganz Rumänien sollen nur etwa 100 wirklich betriebsbrauchbare Lokomottven vorhanden sein, da angeblich die deutschen und österreichischen Truppen bei ihrem Abzüge die Lokomottven zum Teil trocken angeheizt haben, um sie unbrauchbar zu machen. Die Fabriken jedoch sind unbeschädigt geblieben, nur mangelt es zur Gänzean allem nötigen M a t e r i a l für d i e B o h r u n g e n und für den Betrieb der R a j f i n e r i e n. Die Fabriken selbst sind mit Produkten überfüllt und es fehlt an R e s e r v o i r r a u m. Man hat sich entschließen muffen, die Erdölproduktion zu d r o s s e l n. Inzwischen wurden auch MaximalPreisefürMineralölprodukte eingeführt, wodurch insbesondere für P a k u r a (der zur Heizung der Lokomotiven verwendete Rück- - and) der sehr niedrige Preis von Lei 6.50 per 100 Kilogramm berechnet wird. Für den P r i v a t b e d a r f an Pakura ist ein etwa doppelt so hoher Preis von 12 Lei berechnet. Die sonstigen Preise sind noch recht hohe, wobei zu bemerken ist, daß die Lei ungefähr emen Kurs von 2 K besitzen. . j Bon den Getreidemärkten. Trotz ungünstiger Wetter- ‘ berichte überwog aus den transatlanttschen Märkten die Abgabclust. Unter fortgesetzten Liqmdatronen verwohlfeilten sich die Preise der einzelnen Sichten bls zu 3 Cent. Sowohl in der Union als auch in Kanada ist ein stärkeres Anwachsen der sichtbaren Weizenbestände zu beobachten, welches auch die abwärtsstrebende Preisbewegung erklärt. In den Mittelstaaten hat das Wetter eine merkliche Abkühlung erfahren, so daß die begonnenen Feldarbeiten wieder unterbrochen werden mußten. Allen Berichten zufolge ist eine Beschädigung der Saaten bisher nicht zu verzeichnen^ Im Geschäfte herrscht Stille. Die Offertenknappheit hat womöglich eme weitere Verringerung erfahren. Wiener Börse. Die neire Woche eröffnete in ruhiger, reservierter Haltung * mit Rücksicht auf die ungeklärte politische Lage Deutschlands sowie die Notenabstempclung. Bon den K u l i s s e» w e i t e n begegneten Südbahnaktien einer lebhaft gesteigerten Nachfrage auf Gerüchte über die geplante Jnternationalisterung der Südbahn und erhöhten sich um K 11.—. Die festere Tendenz übertrug sich auch auf Staatsbahnaktien, während die übrigen Effekten in der Kuliffe eher in schwächerer Richtung verkehrten. Von den Schrankenpapieren erfuhren Navigazione eine Steigerung Mt K 300.—, Lloydaktien eine solche von K 145.—. Höher gehalten waren ferner Nieder-österreichische Eskomptegesellschaft, Austro-Amerikana, Poldihütte und Veitscher Magnesttaktien. Das Geschäft nahm jedoch, mit Ausnahme von Südbahnaktien, bis zum Schluffe keinen größeren Umfang an. Die Renten lagen ruhig; ungarische - Goldrente wurde billiger abgegeben. Nachstehend eine Ausstellung / der wichtigsten Schlußkurse: Industrie-Unternehmungen. Allgem. Baugesell. . . 485.— Nnionbau...... 389.— Brosche.. 995.— Liesinger Brauerei . . 600.— Saraiewo Akt.-Brauer. 820.— Aussig Chcm. A. E. G. Union Elektt. 1258.— 793.— Siemens-Schuckert. . 483.— Alpine ....... 885.50 Krupp . 601.50 Poldihütte...... Prager Eisen . . . . 1135.— 2635.— Rimamurany . . . . 915.— Skoda. 741.— Hutter L- Schranz. . . 635.— Rosfftzer. 785.— Salgo Tarjancr . . . 976.— Austria....... 999.— Berg-Hütten .... 1755.— Trifailer.774.— Westböhm..1185 — Brünner Maschinen *. 895.— Heidt. 438.— Simmeringer .... 530.— Leykam ....... 604.— Karpathen .... , 2635.— Galizia....... 1492.— - Rothkosteletzer.... 497.— > Sckocller Zucker . . . 1255.— Böhm. Zucker .... 1360.— Holzhandel A.-G. . . 720.— Türk. Tabakregie. . . 1215.— Fiat ........ 690.— Transport-Unternehmungen. Adria ....... 1975.— Aussig-Teplitzer . . . 1890.— Austro-Amerikana . . 1810.— Onentbahnen .... 1455.— Donau-Dampf. . . 1660.— Ferdinands Nordbahn 5630— Lloyd. 2945.— Navigazione.4300.— Staatsbahn. 1032.— Südbahn ...... 160.— Gennfisch. 533,5','

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