Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 42 (1.3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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i Nr. 42 Wien, Samstag Wiener Morgeuzeitung 1. Mörz 1919 Sette 7 der Monarchie von s ä m 1 l r che p ihrer N a chfolgerstaaten übernommen werden.. Der Schlüssel, zu dem die Uebernahme erfolgen w:rd, ist allerdings sr aal l ch.Unsschwcbt als Grundlage die B e v ö l k e r u n g s z i f.fe r vor.. Pie Ber» bmdung der N o t e na b st e m v e l u p g . npt der B e r» mögensabgabe, .wre^ie Raschm. vorgenommen hm, halte ich nicht für vorteilhaft, auch die Zurückbehaltung der Hälfte der zur Abstempelung emgereichten dkolen halt«; ich für zu. weit* g e hend und hart. Was die Maßnqhy» selbst aulapat, die eine Verringerung des Notenumlaufes uyd damst vermeintlich ein Sinken deS Warenpreises herbeiführen soll, so zweifle ich, ob sich bei der Seltenheit der Ware, -er der Zurückweisung der Arbeit, die auch bei den Tschechen übechandmmmt, die Preise werden drücken lagen. -Ich habe um so weniger die Absicht, diese Maßregel tu der gleichen Art nachzumachen, als ein schwieriges ExperlineKt' bet ' unserer schwierigen Lage wenig AuSslcht auf Erfolg hat. Trotzdem wird die Vermögensabgabe nicht verzögert werden. Der Entwurf wird in den n d cf) ft e » Tagen von mir fertig a u s g e a r b e i t e t sein und wird sofort der Nationalversammlung zugchni. - - Wir haben bis jetzt m der Frage der B e r m ö g e User fass» n g für die Schuldendeckung noch mchts versäumt. Die Konstatierung des Notenbesitzes der einzelnen Steuersubjekte kann m einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden. So gelegentlich der E i n w e ch \ I « « g der deutschösterreichischen Krone m hie M ar k, wobei wir einen Umrechnungsdirs von 3 zu 2 anstrebeu. Der GefahrderVerschlePpung vonVermögenswerten leicht zu begegnen durch die objektive Vermögensrrsassung neben der subjektiven« Dre Aktien inländischer Aktiengesellschaften und die Banknoten sind jederzeit zu packen. „Vorgestern war bereits eme größere Notenmengr ab» g e st e m p e l t. Die Gehalte an Staatsbeamte werden am 28. Februar und am 1. März schon mit gestempelten Noten ausbczahlt werden. Die Abstempelung geht ziemlich langsam vor sich. Wir haben nicht Diel vorrätige Noten. Dre 200-Kro nen- und 25-Kronen-NokeN werden nicht abgestcuipelt, sondern nur einaetanscht werden. Auch dre Arbeit des Abstempelns geht langsam. Maschinen haben wir genug, aber ihre Bedienung erfordert viele Leute. Wann die Auswechslung beginnen wird, soll demnächst bekannt gemacht werden. Abstempelung der Kriegsanleihen und der Kassenscheine der Oesterreichisch-ungarischen Bank. , Prag, 27. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg?) Am 27. und 38. Februar und am 1. März, rn Äusnahmssiillen ms 8. März d. I. wird aut Grund des Ermächttguugsgesetzes vom 25. Februar d.I. aleickzeitg mü der Abstempelung der Banknoten ein Verzeichnis der Kriegsanleihen und der Kassenscheine der Oesterreichischungarischen Bank vorgenommen werden. Für die Abstempelung der Schuldscheine der K r i e g S a »l e i h e n ist von den Ueberbrmgern eine Gebühr von 4V Hellern per Stück, für tue Abstempelung der Kassenscheine der Oesterreichischungarischen Bank V» Prozent des Nominalwertes zu erlegen. Für die Abstenipclung der Schuldscheine der Kriegsanleihen wird eine Kontrollmarke (die Hälfte eines schräg geteilten Stempels) benützt. Die Ueberstempcluna der Kontrollmarke geschieht mit einer Stampiglie und der Unterschrift des belrestenden Beamten. Falls keme Stempelmarken zur Verfügung stehen, wird der Schuldschein Mit dem Amtssiegel, der Zahl des Verzeichnisses und der Unterschrift gwerer Beamten versehen. Dre Abstempelimg der Kassenscheine der Oesterreichisch-ungarischen Bank geschieht o h n e Benützung erner Kontrollmarke durch Ausdruck des AmtSsiegrlS. Hmzufügung der Nummer des Verzeichnisses und der Unterschrift zweier Beamt«. Die abgestempelten Wertpapiere werden urit einer Kopie des Verzeichnisses der Partei ausgehändigt, welche das Recht Hatz binnen 8 Tagen nach Beendigung der Aufnahme m das amtliche Verzeichnis Einsicht zu nehmen. Die Banken und Landesfinanzärmer führen die Aufnahme durch eigene Organe durch. Die Wirkung der Notenabstempelung im Verkehr. . Während der A n d r a n g des notenbesitzenden Publikums vor den Schaltern der Sparkassen und der Oesterreichisch-ungarischen Bank, vor den Bankfilialen und Wechselstuben noch immer anhältz senkt dw Zahl der Einleger der den Sparkassen von Tag zu Tag. Daß die Leute noch ünmer keine gestempelten Norm von den auszahlenden und liquidierenden Stellen des Staates erhalten, »st nicht zum kleinsten Terl die Ursache der jetzt herrschenden Verwirrung. Die Abwicklung bei den Banken geht rasch von statten, doch trägt die Kopflosigkeit und Unmfornilertheit deL Publikums zuunliedj a m e n und jetzt so peinliche »Verzögerungen bei. Im kaufmännischen Leben stockt jeder Verkehr, da eine unbegründete Angst die . Kauflust verscheucht. BcionderL fühlbar macht sich der Zustand, der durch die Notenabstempelung geschallen wird, der notwendigen Einkäufen, wenn der Käufer größere als 10- und 2ü-Kconennoten emwechseln will. Die jetzt fälligen Gagen- und LLhnungsauSZahlungen werden mangels Direktiven lettcnS des Staates in manchen gröveren Betrieben verschoben, in manch« hinwieder m größeren Noten beglichen, was eine große Unzufriedenheit bei Beamte» und Arbeitern auSlöst. Die Notenabstempelung. Die beiden Vollzugsanweisungen. . DaS Staatsgesetzblatt veröffentlicht folgende angekündigte B o l l z u g s a n w e i s u n g des StaatsamleS der Finanzen vom 27. Februar betreffend die Kennzeichnung der für den Umlauf m Deuffchösterreich bestimmten Noten der Oester- «ichisch-ungarlschen Bank: tz 1. Dre m Deutschösterreich im Umlauf befindlichen .Noten der Oesterreichisch-ungarischen Bank, mit Ausnahme der 1-und 2-Kronennvten, werden durch einen amtlichen Stempelaufdruck, der in roter Farbe innerhalb emes guiltochierten Rahmens die Worte „Deutschösterreich" enthält, gekennzeichnet. Zu diesem Zweck sind die Banknoten innerhalb einer öffentlich bekannt zu »nachenden Frist bet den hierfür bestimmten Stellen zum Um tausch gegen gestempelte Stücke einzureichen. Der Zeitpunkt, in dem mit dem Umtausch begonnen wird, die hierfür bestimmte F r r st und das dabet zu beobachtende Verfahren werden durch besondere Kundmachungen festgesetzt werden. Zur Mitwirkung an dem Umtausch können außer den staatlichen Kaffen, Aemlern und Anstalten nach Bedarf auch Gemeinden und andere ölsrnfliche Körperschaften sowie alle un Gebiet Deulschösterreichs befindlichen Kreditinstitute herangezogen werden. Zur Anbringung des Slcmpelansdruckes sind ausschließlich die vom Staatsamte für Finanzen beauftragten Stellen betuat. D»e Oesterreichlsch-ungarische Bank ist beauftragt, durch ihren Dmckereibemeb an der Kennzeichnung der Banknoten witzuwirkcn und die benötigte Menge gestempelter Roten für Umtauschzwecke gegen Emlreferung des gleichen Betrages ungestempelter Roren zur Vrrsügimg zu stellen. . Ferner hat die Oesterreich» ch-ungarische Bank im Rahmen der jeweils bestehenden staatlichen Guthaben bereckS gekennzeichnete ZLotzen für Zwecke des staatlich« Kaffmvcrkchrs auszufolgen. Die staatlichen Kaffen rmd Remter werden, schon v o m Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung angefangen, nach Dcaßgabe der ihnen zu erteilend« Weisungen und im Nahmen der zu ihrer Versügirng stehenden Bestände deutschösterreichksch gestempelte Dastkuoten in Verkehr setzen. Die Oestermchrsch-ungarische Bank kann ermächtigt werden, an I n h a b e r v o n G r r o k o n t i, die in Deutschösterreich ihren Wohnsitz (Sitz) oder dauernden Aufenthalt haben, schon vor Beginn des allgemeinen Umtausches deittschöfterreichisch ge- 'rempelte Bankimen abzugeben. 8 2. Die Erlassung einer Vorschrift, wonach von einem estzusetzenden ZerrpMr angefangen — abgesehen von den Stücken u 1 und 3 Kcoum, bezüglich 'derer keine. Arnderung des bisherigen Zustandes vorgesehen ist — nur mehr die>d«tschöfterreichisch gestempelten Banknoten vls gesetzliches Z a h-!, u n g S m i t 1 e l in Deutschösterreich su gelten haben, bleibt der Gesetzgebung Vorbehalten. - Bis dahin ist j e d e r m a n n b e r P f l i ch t e t, sowohl die deutschösterreich gestempelten als auch die n i ch t g e st e m P e l t e u Banknoten bei allen in Kronenwährung zu leistenden Zahlungen zum Nennwert an j unehmen. 8 3. Die Regelung d e r Recht'tzpier h Ü l n i f s e. die durch die Neuordnung deS Banknokmmnlanses berührt werden, wird im Zusammenhang mit der Erlassung voii Bestimmmigen über die gesetzliche Zahlkcaft der deutsch8sterrrichrsch gestempelten Banknoten (8 3) durch G e s e tz erfolgen. Bis dahin können Personen und Firmen, die außerhalb des Gebietes der ehemaligen L st erreichtsch-ungari schon Monarchie ihren Wohnsitz (Sitz) oder dauernden Aufenthalt haben, über ihre in Deutschösterreich bestehenden Kronenguthaben zu Ueberweisungen nach den anderen auf dem Boden der ehemaligen österreichischungarischen Monarchie bestehenden Nationalstaaten oder nach denk übrigeil Arrslande, unbeschränkt desgleichen innerhalb Deutschösterreichs zur Abstattung bereits vor dein Inkrafttreten dieser Verordnung entstandener Verbindlichkeiten, sonst nur mit Genehmigung des Staatsamtes für Finanzen verfügen. Auf den Gegenwert von' Kassenscheinen der Oesterreichisch-ungarischen Bank, die für Rechnung einer Person oder Firma eingelöst werdeii, die außerhalb Deutschösterreichs ihr« Wohnsitz (Sitz) oder dauernden Aufenthalt hat, finden die Bestimmungen des § 3 der Vollzngsanwelsung vom 15. Februar Anwendung. Anträge ausBewilligung« gemäß Absatz 2 dieses Paragraphen sind im Wege der Devisenzmtrale irr Wien einzubringen. 8 4. Jene Gebiete Deutschäfterreichs. die von der bewaffneten Macht eines anderen Staates besetzt und unter fremde Verwaltung genommen find, werden für die Dauer dieses Zustandes bezüglich der, Bestimmuuaen dieser Vollzugsanweisimg ebenso behandelt wie die Gebiete der betreffendm Staaten. 8 5. UebertretMg dieser VollzuaSanweisung wird nach den Bestimmungen des 8 15 der Akinisterialverordnung vom 18. Juni 1918 bestraft. Die Nachahmung des zur Kennzeichnung der für den Umlauf in Deutschösterreich bestimmten amtlichen Sternpeizerchen sowie die unbefugte Anbringung dieses Stempelzeichens wwd nach den Befttmmungm des Strafgesetzes geahndet.' 8 6. Die Bestimmmigen der BollzugSaniveisuna vom IS. Febmar 1919 betreffend die zeitweilige Beschränkung des Zahlungsverkehrrs sowie der Dev i s d n o r d » » « g vom 16. Juni 1918 werden durch diese Bollzugsanweisimg n i ch 1 b e r ü y r t. 8 7. Diese Bollzugsanweisung tritt mit dem heutigen Tage der Kundmachung in Wirksamkeit. , Weitere zeitweilige Beschränkung des Zahlung»- verkehr». Auf Grund des Gesetzes vom 24. Juli 1917 wird vom StaatSamt der Finanzen m Ergänzung der Bollzugsanweisung vom 35. Februar verordnet, wie folgt: tzl; Die Einfuhr von Kassenscheinen her Oesterreichisch-ungarischen Bank ist dis auf weiteres nur mit GenehmigMg des StaatsamteS der Finanzen zulässig. 8 2. Dts auf weiteres dürfen W e r t P a P i e r e aus den auf dem Boden der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie bestehende» Natlvnalstaatm nur tmt Genehmigung des StaatSamtes der Finanzen eingesühtt oder dorthin auögesührt werden. 8 b. DK Bestimmungen der Paragraphen 7 bis 9 der Bollzugsanweisung vom 15. Februar betreffs zeitweiliger Beschränkung des Zahlungsverkehrs finden auch bezüglich der vorstehenden Berkehrsbeschränkungen Anwendung. tz 4. Drrse Vollzugsanweisung tritt mit den: Tage der Kundmachung in Wirksanikeit. Amerikanische Warennotierungen. Mrw-Bork, 26. Februar. aumwolle New-Aork loko ........... 26.60 ' -Orl' 27.25 82,60 9.- New-Orleans „ Rew-Uork per Marz etroleum: affinade (in <»,vs) New-Uork . . „ Standard White New-Dork ,, in Phstadelphm > . ktrolenm Crrd. Balanc. at Oil Cich ewHork, Mehl (Marke Spr. Clears) ■0 Weizen, Winterwerzen . . » Sommerweizen . . a t S. Western loko .... ucker. Granulatrd ...» , Eentrifugal ...» Kaffee, loko ....... Getrerdefr. n. Ldn. per Bush. (60 lbs.) nom Schmalz, West. Steam ... 26.40 Baumwollzusuhren... 19.— SOLS . 17.25 . 17L5 . 4. bis 9.50 . 237 V, . 237»/, . 151.— . 7.50 7.28 15 V, Beratungen der französischen Budgetkommis,wn. Pari», 27. Februar. (Havas.) Die Budgetkomruission beriet über die Erklärungen, du Fnmnzminister Klotz bezüglich einer Vermögenssteuer abgegeben hat. Bei der Erörterung der Frage iiber sofort zu leistende Zahlungen traten Meinungsverschledenhrtten nicht zu Tage. Man sprach sich hauptsächlich für die Inanspruchnahme des Kredits durch eine interalliierte Anleihe aus. tinsichtlich der Emsübrung einer Vermögenssteuer und deL rgebniffes dieser Steuer tvurde» verschiedene Bedenken Seltend gemacht. Es kam der Wunsch zum Ausdruck, daß gewlffr '.ecke der Schuldforderungen Frankreichs an die femdlichen Länder in möglichst kurzer Frist bezahlt werden mögen. Die Friedensttnfrrenz tolle du Zahlung erner Summe als Vorschub auf dir gesamte Entschädigungsforderung verlangen. Du Kommifsion setzte das Budget nach dem Kriege aul 18 Milliarden fest und beauftragte den Vorsitzenden, als Berichtrrstatter der Kammer so bald als möglich die gesamte finanzielle Lage darzulegen. Der neue Kredit Englands an Belgien. Haag. SS. Febmar. (Tel. der „Wr. Morgenzlg.") Zur iewährung veSKredites Englands an du belgischen sanken im Betrage von 4 Millionen Pfund Sterling hat die London County West minste a n d P a r t'ß Bank ein Syndikat gebildet. Der Kredtt wirdr mrch dreimonatliche Trassiemngen, die sodann auf insgesamt ew Jahr verlängert werden, auSgenützt. . Der jugoslawische Handel mit den Zentralmächten verboten. Belgrad, 28. Februar. Das französische Oberkounnando für den Balkan har der serdffchen Regierung iedEnHaudelSverkehr Milden f v ii l) c v t« Mitt e l machte» untersagt. Auch von kroatischen Kaufleuten bereitabgw chloffene Geschäfte mußten aus Wunsch dieses Kommandos storniert werden. In der südslawischen Kausniannschaft herrscht hierüber große Erbitterung. Die Abstempelung der Wertpapiere in Tschechien. Prag, 38. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzig.^ Die Abstempelung der Wertpapiere verursacht hier großeUnaw u'e h m l r w k eit en, da von den Parteien die Angabe der Stücke verlangt wird, eme Sache, die jetzt undurchführbar ist, da vielfach Effekten im Auslände als Depot hmtmegt würden. Errichtung einer Filmfabrik in Pretzburg. Pretzburg, 26. Februar. (Tel. der «Wr. Morgenztg.") In klnemacographischen Kreisen verlautet, day hier der Bau einer großen tschecho-slowakifchenFilmsLbrik geplant ist. _ Von den Gelreidemärkten. Die gestem gemeldete Preiserhöhimg an dm tranSatlanttschm Märkten war von nicht langer Dauer, die heute vorliegendm Preisnotierunge» laute» wieder miverandert. Es rnuß immer wieder betont werden, daß die statistische Lage der Union für ein weiteres Niedergleite» der Preise spricht, Hin und wieder vorkommmde Preissteiaeruuge» sind kaum von Belang, stellm vielmehr sozusagen EryolunÄpaiffen für die Spekulation dar. Die Benchterstattung Wer me heimischen Märkte kann sich in dieser Woche, der strengen Grenzsperre wegen, aus die Wiederholung beschränken, daß Offene fehlm und demgemäß eine Umsatztäligkeit nicht stattfindm kann. Ueber Handel und Industrie in Frankreich äußerte sich der Wiederherstellungsministrr L o u che u r m der Kammer, er ser für die völlige Abschaffung der Konsortien Hierzu bemerkt der »TempS^: Wird der Staat aufhöreq, 1 Industrieller und Kaufmann zu sein? Louchmr meint, der Staat könne sich den Anforderungm von Produktion und Handel aw, paffen. Nach einer malerischen Amßerung Loucheurs könnte der Staat mit viel Sorgfalt den Jmporthahn halten, im selben Maß aber auch den ^port. Wir wurden dann nur Rohstoffe ern- und nur unsere Fabrikate ausführen. Wen» sich aber dir fremd« Markte verschlDen? Man träumt von einer Ausdehnung unseres Welthandels, die man als unmtbehrlith anerkennt, sieht aber als Grundlage dafür die Einschränkung rmserer Auslandsdez,chungen und die Willkürlichkeit« einer kaiserlichen Zoüregie vor; wir aber brauchen weit offene Tore. Mitte Februar waren S2'/a Milliarden Banknoten mt Lande im Umlauf. Hält Loucheur diesen koloffalm Umlauf für glnchgülng? Glaubt er nicht, daß nach Rückzahlung der 24 Milliarden Staatsschuld an die Bank sich unsere Kurse viel mehr beffern würden als durch die angekiindigte „Hahn^- Behandlung'? Die Zukunft der deutschen Reederei«» in amerikanischer Beleuchtung. Aus N e w - Y o r k, 26. Febmar wird telegraphiert: Mr. Schwab erklärte, daß dir deutschen Reederei e n ihren Betrieb nicht vor Ablauf einiger Jahre wieder würdm aufnrhmen können. B»üglich der Geschäftslage, die er anfänglich pessimistisch beurteilt habe, sei er NMmehr von den besten Hoffnungen beseelt. Oesterreich» Gold und Banknoten, .Slov-nske Narod" zufolge hatte Oesterreich vordem Kr re ge ungefähr iMilliarde Goldmünzen und 3'/, Milliarde» Banknoten, währmd eö jetzt eine Viertel« illiarde Goldmünzen und 40 M i ll ia r den Papierg e l d besitzt, das ist soviel Papiergeld, wie England und Frankreich zusammen. Deutschland müsse alles Gold zurückgeben, das es auch Oesterreich entführte. Die Heranziehung ungarischen Kapital» für de» tschechischen Staat ist, dem ^Magyar Nemzetgazda" zufolge geplant, weshalb die Prager Großbanken und die dortigen B a n k f i l i a l e n die vertrauliche Anweisung erhielt«» m Deutschösterreich undUngarnemeunavffällige Propaganda vorzunehmen; in der Plaereamg böhmischer Werte sei besonders dir Landesindnstriebank, Ustrchm Banka und die Ungarisch-böhmische Jndustrtalbank tattg. Die Oesterreichische« Fiatwerke. Entgegen den Nachrichten, daß die Oesterreichischr» Fiatwerk« mit de» italienischen eine Jnteresiengemeiuschaft «mgehen, wrrd rms von informierter Seite mitgeteilt, daß die Oesterrelchischm Fiatwerke A.-G. eine Interessengemeinschaft «nt der SteyrerWaffenfabrikfür der« Automobllerzeuglmg abzuschließen im Begriffe ist. Wiener Börse. Der an der gestrigen Börse zum Vorschein gelangte Stückemangel, namentlich mStaatsbahv- und Tabak-Aktien, bewirkte Deckungskäufe « dies« beiden EffeK«gattung« und infolgedeff« erhöht« sich erstere um L 10.—, lehere um L 23.—, Davon ausgcheud verpflanzte sich die festere Tendenz auch auf die übrig« Gebiete, ohne daß es jedoch zu größeren Umsatz« gekommen wäre. Im weiteren Verlaufe verringerte sich daS Geschäft, da jedwede Anregung vom Auslände fehlte; doch ging die feste Grundstimnmng des Marktes nicht verlor«. Im Schranken erfreuten sich auf dem T r a n s p o r t m a r k t e Lloyd- Aktien gesteigerter Nachfrage und gewann« K 85.—, NavigazioneL 70.—, Nordbahn K 20.— und Austro- Amerikana L 30.—. Bon den Jndustriepapierev erhöhten sich Aussig chem. um L 17.—, Poldihütte um ll 25.—, wogegen Berg und Hütten um ll 80.— und Fiatwettke m K 19.— billiger abgegeben wurden. Von dm R e» dt n waren wieder beide Goldrmten begehrt und höher gehalt«. Nachstehmd ein Aufftellung der «ichtigst« Schlußkurfe. % Lrartspvrt-Anternehmungea. Adria ...... 1920.— Buschtlehr. kt. v.. . . 880.— Äustw-Amerikana . * 1750.— Lemberg-Ezewouutz . 650.— Or,embahnm .... 1495.— Navigazione..... 8900.— Donau-Dampf. . . 1860.— Staatsbahn..... 1017.— Ferdlnands Rordbahn 5625.— Südbah» . ... . . . 14L50 1<loyd.,.2690.— Staatsdahn Genußsch. VS0o- Rente». Mairente ...... 91.90 Oesterr. Goldrente . . 136»— Orsterr. Kronmrmte . S1.SV Ungar. Goldreme . 163.— Fedcuarrmte ..... 92,50 Ungar. Kroumrrute . QQM