Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 40 (27.2.1919)
- Date
- 1919-02-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979117--00339-2985620- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
^efte «Wien, Donnerstag" wem: eS gilt, gegen uns Nationaljuden vom Leder zu ziehen, einen Dortrag über die schädlichen Folgen begann, welch« das Bekenntnis zur jüdischen Nation nach sich ziehen müsse, stzerr Fleischer läßt nicht locker. Wir dachten unS ihn seit 'Unserem Wiener Wahlersolg mit der emsigen Sichtung feiner ^Protest karten beschäftigt — die . stattliche. Sammlung soll ja fofe Zahl von 10.000 Stück erreichen und wird sicher einmal l-o» einem ' Auriositätenliebhaber teuer bezahlt werden — Malier Herrn Fleischer findet noch immer Zeit, das tote Gestern "gegen dar lebende Heute ins Treffen zu führen. Schließlich jscheiiwn Herrn Fleischer die Argumente ausgegangen zu sein 'und er zog gegen den Wiener Oberrabbinex Dr. Chajes loS. jDamit war auch die Geduld der Jüdischnationalen erschöpft, Ate ohnedies in der Mehrheit waren, und so fand die Per- AWmluug «Kl vorzeitiges Ende. ■ Die Leiche im Koffer. Die Täter «erden nach Wien eskortiert. Gestern früh ist Oberkommissär Wahl nach Laa au der Thaya gefahren, um die beiden Raubmörder Karl Schafferhans und Alfred Kolmar nach Wien zu brinaen. Er war von zwei Polizeiagenten begleitet. Die MSroer werden von Gendarmen eskortiert werden. Dom Bahnhof werden sie dem SicherheitSbureau überstellt, das die Untersuchung fortsetzen - wird. Nach den Einvernahmen, die beim Bezirksgericht in Laa an der Ähaya mit den beiden Raubmördern angestellt wurden, scheint man anzunehmen, daß den Raubmord an Siegmund Metzl der Trainerleve Karl SchafferhanS allein begangen hat, daß ihm aber Kolmar, wohl wissend, daß eS sich um 'einen Raubmord handle, beim Fortschaff« der Leiche und bei der Versenkung des Koffers in der Donau hilfreiche Land geboten hat. - Unsere mittelalterliche Universität. Am Festsaal des Gewerbeveremes fand vorgestern abends eine aus den akademischen Kreisen zahlreich besuchte Versammlung Katt, die die sozialistischen Hochschullehrer in der Frage der Demokratisierung der Universität tinberufen hatte::. Der Vorsitzende Prof. Siegmund Frankel bezeichnet« Verfaffuny und Betrieb unserer -Hochschulen als mittelalterlich. MannigfacheEreignisse der letzten Wach«: zeigen, daß sie der neuen Zeit verständnislos gegen- Mersteht. > Der Referent Dozent Dr. Leo Spitzer begründet eingehend die Forderungen auf Umänderung der Verwaltung, der Verfassung und des Betriebes. Die veraltete Einrichtung des akademischen Senats bedarf dringend der Ergänzimg durch Vertreter der Dozenten und der Studenten. Der Zugang zum Hochschullehramt darf nicht bloß den Bemittelten offenstehen, weshalb eine Amdermrg der Bezahlungsverhalmisse der Dozenten eintreten muß. Mit scharfen Worten wendet sich der Referent gegen die Art der Bestellung zu Privatdozenten, wobei oft Begünstigungen, politische und konfessionelle Momente statt wissenschaftlicher Beurteilung maßgebend sind. Dozent Dr. L e n h o f f als Obmann der Organisation der Privatdozenten. verlangt, daß dem jünger« Element ein größerer Einfluß in den Fakultäten eingerdumt werde. Prof. Dc. L a tz f o beschäftigt sich mit den Vorgängen bei Berustmgen und möchte im Interesse des Ansehens der Hochschulen die privaten Emflüffe und Erkundigungen ausgeschaltet wissen. S t e r n als Vertreter der Studentenschaft verlangt U n- «vtgeltlichkeit der Lehrmittel, wenn nicht angesichts der unerschwinglichen Bücherpreise das Studium ein Privileg der Reichen blrrben soll. Der vom Staatskanzler zugesagte Studentenausschuß darf nicht durch Wahlunisistücke einer Studentengruppe d:e Alleinherrschaft sichern. Die freiheitliche Studentenschaft warne vor solchen Versuchen. Die letzt« .Ausweisungen", die hinterher korrigiert «erd« mußten, zeigten, wohin solche Einseitigkeit führe. ' Rechtsanwalt Dr. Merwin teilt mit, daß ihm gelegentlich der Erwerbung des philosophischen Doktorats die Anerkennung dä) vor 12 Jahr« in Lemberg erworb«« juristischen Dottorrats in der Universität verweigert wurde, well es ein ausländisches sei. Im Jnteresie seiner Kolleg« aber auch weg« der möglichen Retorsion« wolle der den Fall prinzipiell durchkämpfen. Prof. Frankel schloß die Versammlung m vorgerückter Stunde. __ s * Die Grenzsperre für Kohle. Die ungünstige Kohlen- ^lage der Stadt Wien und der ftä ii ch« GaS- und Elektrizität-- Zwecke hat. durch die von der tschecho-slowakischen Regierung -aus Anlaß der Notenabstempelung verfügte Grenzsperre unvermutet eine, weitere wesentliche Verschärfung erfahren, da ,Liest Grenzsperre von mehreren Stell« auch auf Kohle bezogen worden ist. Infolgedessen hat die Einfuhr der oberschlesischen Kohle bereits gänzlich aufgehört. Der Staatssekretär - für 'öffentliche Arbeiten, Ingenieur Z e r d i k, hat -Leim Gesandten der tschecho-slowalischm Republik Tufar heute "Vorgespräch«, welcher die Anwendung der Grenzsperre auf Kohle als irrtümlich bezeichnet und zusagte, sofort alle Sch ritte, zur'raschesten Freigabe der Aus- und Durchfuhr der Kohle zu unternehm«. - : * Schnellzugsverbindung Wien—Salzburg—München—Berlin. Vom 28. Februar angefangm wird in der Strecke!Wi«°Wstbhf. — Salzburg — Münch« ein TagrsschnellzugSvaar wöchentlich zweimal, und zwar Dimstag und Freitag, geführt werden. Dieses Schnellmgspaar findet in Münch« unmittelbar« "Anschluß an die Nachlschnellzüae ^Nünchen—Berlin, wodurch sich für d:e Verbindung zwischen Wien und Berlin folgmder Fahrplan ergibt: Wien-Westbhf. jedm Dimstag und Freitag, ab >8 Uhr 40 Min. früh, Salzburg an 3 Uhr 16 Mm. nachmittag-,;ab 3 Uhr 56 Min. nachmittags, Münch« an 7 Uhr abends, ab 7'Uhr {25 Mm. abends. Berlin-Anhalterbhf. Mittwoch und Samstag;an 7 Uhr 5? Min. früh. Gegenrichtung: Berlin Anhalterbhf. Montag!md Donnerstag ab 9 Uhr 36 Min. abmds, München an 10 Uhr l 20 Mm. vormittags, ab 11 Uhr 50Mm. vormittags, Salzburg an 2 Uhr;05 Min. vormittags, ab 2 Uhr 4b Min nachmittags, W:« West- Bahnhof Dimstag und Freitag an 9 Uhr 10 Min. abmdS. Die; Benützung dieser Schnellzüge ab Wien-Westbhf. ist an den Besitz! einer besonder« Zahlkarte gebunden, die gleichzeitig bei der A:rs- I gäbe der Fahrkart« für bteje Züge unentgeltlich verabfolgt wird. "Die Ausgabe der Fahrkartm und Zahlkartm erfolgt in der Zweig- Kelle des Oesterreichisch« Verkehrsbureaus (Wien, I., Stock-ims Eisenplatz 3—4) an dm beid« dem Abfahrttaae vorangehenden : Tagen und beim Fahrkartenschalter in Wirn-Wrstbhs. am Tage des Zugsabganges. * Einschränkung« des VahnverkehrS. Infolge der Absperrung der tschecho-slowakischen Grenze verkehren, wie die ^Diener Zeitung" berichtet, auf der nördlichen Linie der StaatSeisenbahngesellschast di« Züge nur bis Laa und auf der östlichen Strecke nur bi- M a r ch e g g und zurück. * Verlängerung der Einlösungsfrist der Kassenscheine der Gemeinde Wien. Da von den ausgegeben« 49 Million« Kronen Kassenschein« der Stadt Wien mit heutigem Tage erst rund 43 Millionen eingelöst sind, wird die GinlösungSftist, die nach dem ursprünglichen Beschluß am 26. Februar 1919 gblaufen sollte, biß 15. März 1919 verlängert werden. Der Stadt- und Gemeinderat werde« heute dieS- Beßüglich Beschluß fass«. Dt« Mutter Emo Davits besucht ihr« Sohn. Nachdem 'die über Emo Davit verhängte Todesstrafe im Gnadenweg sin eine lebenslängliche Kerkerstrafe umaewandelt worden war, | ist seine Mutter bei den italienischen Behörden um die , JÖSÄÄMöük M.ÄWL ».ein Wiener Morgenzeitung' — > - ■ ■ zu dürftn. Die Reise nach Wi« wurde ihr gestattet. In Anwesenheit de- Verteidigers Emo Davits, Rechtsanwalt Dr. Emil v. HofmannSth al, fand nun das Wiedersehen zwisch« Mutter und Sohn statt. Beide waren aufs tiefste erschüttert und hielt« sich lange umschlungen. Frau Davit küßte ihren Sohn, sprach ihm Mut zu und bat ihn, nicht zu verzweifeln und die Hoffnung nicht aufzugeben. Emo Davit bekundete tiefste Reue über seine Dat und bat seine Mutter unter Schluchzen um B e r z e i h u n g wegen des großen Kummers, den er ihr bereitet habe. Frau Davit übergab ihrem Sohn ein Heiligenanhängfel, darstellend den heil. Antonius, bas sie a:B Italien mitgebracht hatte, und — verschiedene Lebensmittel. Nachdem die bewilligte Zeitdauer abgelaufen war> entfernte sich Frau Davit, indem sie der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen Ausdruck gab. Frau Davit beabsichtigt, sich in Stein, wohin Davit tn der nächsten Zeit gebracht wird, in der Nähe ihres Sohnes niederzulassen. Wiedereröffnung der Technische« Hochschule. Mit Rücksicht auf die eingetretene mildere Witterung werden ungeachtet des noch immer herrschenden Kohlenmangels die Vorlesungen an der Technischen Hochschule Montag den 3. März vorläufig wieder ausgenommen und bis auf weiteres fortgefüyrt. Don der Wiederaufnahme der Konstruktions- Übungen wird vorläufig Umgang genommen. Vorträge und Versammlungen. Lese-und Redehalle jüd. Hochschüler. Der angekündigte Vortrag des Herrn Oberrabbiner Dr. Chajes findet nicht am 27. d. sondern am 18. März statt. — Freie Organisation extern studierender Heimkehrer. Extern studiermde Mittelschüler (sämtlicher Typen), die 1. deutschösterreichische Staatsbürger find, 2. Militärdienste geleistet Hab« und 8. sämtliche Vorprüfungen au einer öffentlich« Anstalt abgelegt haben, werden aufgefordert, sich Donnerstag, den 27. d. M. um 6 Uhr abends im Cafs Viktoria) VH., Stiftsgaffc, mit ihren Dokument« einzufinden. — DieVereinigung jüd. Export» kademiker, die 240 Mitglieder zählt, konstituierte sich am 22. d. M. als Sektion des Hochschülerverbandes „Judäa". In die Sektionsleittma wurdm gewählt die Herr«: Grzyb (Obmann), Erdtrecht und Steinig (Stellvertreter), Bondy und Berger (Schriftführer), Grün (Kassier), Keßler (Bibliothekar). Das Hnm des Vereines befindet sich in der Oberen Donaustraße Nr. 111 (Mezzanin).— Der Jugendbund „Judäa" veranstaltet am Mittwoch dm 12. März l. I. in den Neichshall«, t.Dorotheergaffe, ein« musikalisch« und literarischen Abmd. Mitwirkende: Violinvirtuose Leo T r e m b a t s ch, Opernsängerin Frl. Gisela Kr ausz (Schülerin des Prof. Unger), Klaviervirtuosin Frl. S ch w a rz und S. I. I m b er (Vorlesung aus eigen« Dichtungen). Kart« von L 3— bis K 11.— bei Herrn R. Löwit, I., Rotenturmstraße 22, Jüd. Jugendheim, H., Obere Donaustraße 91 und ab 4 Uhr nachmittags im Vereinslokal, H., Ennsgaffe 15. — A r b e i t s k r e i s s ü r j üd is ch e Erz: ehuna. Dr. Theodor R e i k spricht am 1. März, 6 Uhr, Il„ Taborstraße 10, über Das Problem des, Kol-Nrdre." — Sozialistische Vereinigung jüdischer Hochschüler. Heute Donnerstag findet «m 6 Uhr abends im Souterrain des „Wiener Rmgcasö", I., Stubenrina 16, der Vortrag Dr. Sokal „Jüdischer Sozialismus" statt. Gäste herzlich willkommen! — Das Komitee „Buczaezer in Wien" ruft für Sonntag d« 2. März eine Versammlung der Buczaczer ein. Saal: Jüdisches Jugendheim, Obere Donaustraße 91. Beginn 4 Uhr nachmittags. ...... — ■■■ - - ' Kommunales. Bürgermeister Weiskirchner will zurücktreten. Der Bürgermeister Dr. Weiskirchner hat sich im Rathaus übet die Folgen der Wahl« in folgender Weife geäußert: »Ich kann kaum mehr daran zweifeln, daß die komm«d« Gemeinderatswahlen unserer Partei die Mehrheit im Gemeinderat nehmen werden. Damit ist auch daS Ende meiner Bürgermeisterfchaft gekomm«. Niemand wird von mir erwart«, daß ich an der Stelle, an der ich viele Jahre hindurch die Geschäfte leitete, hinfort als oppositioneller Gemeinderat wirken könnte. Für mich steht es daher fest, baß ich mich bei den kommenden Gemeinderatswahlen um kein Mandat mehr bewerben werde. Nachdem ich ein Mandat in die Nationalversammlung habe, werde ich mich auf die politische Tätigkeit in der deutschösterreichischen Volksvertretung verleg«." * Zum bevorstehenden Rücktritt des Bürgermeisters Doktor Weiskirchner wird uns in später Nachtstunde aus dem Rathaus nahestehenden Kreisen folgendegemeldet: Doktor Weiskirchner wird früher, alman erwartet, von feinem Posten zurücktreten, und zwar erwartet man sein« Rücktritt noch vor den Gemeinderatswahlen, die bekanntlich am 4. Mai stattfinden. Da Dr. Weiskirchner dön einem einflußreichen Flügel der christlichsozial« Partei für d« Posten eines Präsident« der deutschösterreichisch« Nationalversammlung kandidiert wird, so dürfte sein Rücktritt wahrscheinlich schon vor Zusammentritt dieser Körperschaft im März stattfinden. Bemerkenswert ist, daß Herr Dr. Weiskirchner der Kandidat der radikal antisemitische n Partei ist. Seine Wähl zum Präsidmten der deutschösterreichischen Nationalversammlung würde daher keine Fortsetzung de- Burgfriedens" bedeuten, sondern eher, auf eine - Kraftprobe zwischen Sozialdemokraten und Christlichsozialen Hinweisen. . Die Ernährung. Der Marktbericht. Die gestrigen Märkte erfuhr«:: leine Aenderung. Am Karmelitermarkt waven^ gestern 240 Kilogramm Schollen und 60 Kilogramm geräucherte Stockfische vorhanden, die stürmisch ausgenommen wurden. Der Bedarf konnte jedoch nicht gedeckt werden. Außerdem wurden am Markte 14.000 Kilogramm Rüben diverser Art, 6000 Kilogramm Zwiebeln und Knoblauch, 1200 Kilogramm Kren und 100 Kilogramm Grünwaren angeboten. Grünware war entschieden zu knapp für den so großen Bezirk , geliefert worden, hingegen waren die übrigen Artikel, auch das städtische Sauerkraut, überreichlich vorhanden. Der Verkehr war ziemlich lebhaft, doch blieb die Nachfrage unbefriedigt. Gestern wurde die Aartoffelverteilung im rayonierten Rahmen fortgesetzt. Auf» den drei Bezirksmärkten in Währing hat gestern ebenfalls die Aartoffelabgabc beMnnen. Die Qualität ist minderwertig, die Menge zu gMng. Außerdem wurden 250 Kilo- Aramm Kohlrüben aus Ottarrmg den Märkten ruLtz- 27. Februar 1919“ \9ttil fin 1. ]lfförz beginnt ein neues Monatsabonnement! 3m Interesse einer ununterbrochenen Zustellung des glattes ersuchen v.r Wichst, die Erneuerung Des Abonnements sofort burchzu/uhren Administration „Vieser jtiorgenzeitunt)“ 11. Zaborstrasse 1 Zelephon 44038 führt. Mit Ausnahme von Rübensorten und städtischem Sauerkraut, war der Bedarf an sonstigen Grün- und Gärtnerwaren nicht gedeckt. Die Beschickung dieser Märkte steht schon seit einigen Tagen unter ML,; Am Da ick mar kt waren 8000 .Kiloaramm Gärtner-; Ware (zur Verteilung an die Bezirksmärkte) und 60.000" Kilogramm Nübensorten als Zufuüren verreickmet. Auch! Spinat und Kohl war in größerer Menge vorhanden,^ die aber bis um halb 8 Uhr früh ausverkauft waren. AuK Ungarn kamen 10.000 Kilogramm Zwiebeln und!^ 35.000 Kk^ogramm Karotten. Aus Böhmen langteni nach einer langen Pause 12.000 Zkilogramm Riesen- Goliath-Kohlrüben, die zu den übrigen Vorräten ein-: gelagert wurden. Der Rübenlagerstand auf den Wiener Markten hat sich auf drei Millionen Kilo^ gramm erhöht und ist von Tag zu Tag im Wachsen^ obzwar die Nachfrage nach Rüben immer flauer wird. In den Händlerkreisen bemüht man sich, durch Verkauft die riesigen Geldwerte zu retten, doch ist ein uns neueq Rübenkrach zu erwarten. Außerdem wurden aur! Naschmarkte zirka 600 Kilogramm Schollen zu dKronewj unter großem Andrange abgegeben. Die Stände der.f Fleischabterlung in der Großmarkthalle warew! gesperrt. Nur in der F i s ch h a l l e wurden 650 Kilo-i gramm Haifisch fleisch zu 3 jkronen und 500 Kilo»^ gramm Schollen angeboten, jedoch konnte bas Angebot: der stürmischen Nachfrage nicht standhalten. In bcr.j Viktualienhalle gab eS bloß 12.000 Kilogramm, Grundbirnen, sonst mußte die rege lkauflust mit Resten, aus den Vortagen teilweise befriedigt werden. Der! größere Teil der Marktbesucher ging leer aus. Der! Verkehr war sehr lebhaft. Am Hof bestand die Be-- schickung aus Resten an Wurzelgemüse und Riesenhaufen: von Rüben. Obst und Eier fehlten wie gestern. , Neue Regelung des Eierverkaufes. Im Laufe der! nächsten Woche dürften in Wien größere Eiersendungen^ einlangen. Die bisherige Gewohnheit, die Eiersendun-.j gen im ganzen am Meidlinger Bahnhofe oder am! Naschmarkt zu verkaufen, war die Ursache, daß biete; Hausfrauen nichts erhielten, abgesehen davon, daß; ihnen die Verkaufstage nicht immer bekannt warem! Die Bezirksvertretung Neubau hat daher angeregt-.! daß die Eierversorgung der Wiener Bevölkerung fa;, geregelt wird, daß die Eier beim Einlangen an die. Geschäftsleute der einzelnen Bezirke abgegeben werden^ und dadurch eine gerechte Verteilung ermöglicht wird.; Wie wir nunmehr erfahxen, soll diese Anregung Gegen-; stand der Beratung in der nächsten Stadtratssitzung sein. Ersatz für de« FleischauSfall. Auch in der kom-, menden fleischlosen Woche ist der Ersatz für das aus-; fallende Fleisch spärlich bemessen. Für die Wirte kommt^ ausschließlich eine Erdäpfelzubuße in Betracht,, soferne die Wettermilderung anhält und die Kartoffellieferungen wieder ausgenommen werden. Für die Privatkonsumenben ist die Auswahl, etwas größer: Haferreis, Haifisch fleisch, Schaffleisch, Südfrüchte und Seefische, sowie Gemüsesulz.. Eine /Nehlzubuße ist in Anbettacht der großep/ Transportschwierigkeiten ausgeschlossen. . > * ■ Bühne und Kunst. Aus de« Theatern. 'M Im 5bient)aus sind in der heute statt-, findenden Uraufführung von Alfred Grünewalds; „UrianS Lendenschmuck" in den Haupttollen beschäftigt die Damen Dietrich, Fröbl, Höllering und die Herren Blenke. Zkneidinger, Kramer, Volker, v. Zeska. 8«* jzenierung: Oberregisseur Egon Brecher. j In der Volksbühne tritt Gisela Derbezirk! am Faschingsamstag den 1. März zum erstenmale in der Schwanknovität „In geheimer Mission" von Emil und Arnold Golz, als Baronin Sidonie v... EWoljtz. Hrlingen geborene ManuhLMer auf^ ' v