Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 36 (23.2.1919)
- Date
- 1919-02-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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‘ 'Äeite 6' Men, Sonntag ‘■i— ii i ui i i n i ii -rTniWirurfHiii --'inrrir Schweiz besonders bewertet, und zwar höher als Wien. Die bessere Haltung des tschechischen Kurses ist nicht Ein auf Spekulation und.Manöver zurückzuführen, sondern stützt sich auch auf die zum Export bereit liegenden Warenmengen wie Zucker und andere Jndusirieprodukte. Der Zucker dürfte vornehmlich von England gegen Gold aufgekauft werden, und darauf stützt die Prager Regierung ihre hauptsächlichsten Hoffnungen auf die Einführung der Goldwährung. Von mancher Seite wird behauptet, der Tiefstand unserer Valuta in den neutralen Staaten sei auch darauf zurück- - zuführen, daß wir noch keine definitive Antwort auf die Frage der ausländischen Regierungen erteilten, iwie weit wir die im Ausland zirkulierenden Kronens noten einlösen würden. Unsere Erwiderung lautete be- ,'kanntlich, daß wir für die auf uns entfallende Quote »aufkommen werden. Nun ließe sich aber diese Quote nur durch gemeinsame Beratungen und durch das Einvernehmen sämtlicher Nationalstaaten Herstellen. Abgesehen von Ungarn, sträuben sich jedoch die Regierungen gegen ein solches Einvernehmen und setzen ihre feindselige Haltung fort. »Nachdem sie die Währungseinheit zerrissen haben, gehen sie jetzt ihre eigenen Wege, ohne sich zum Einsehen bringen zu lassen, daß eine Regelung früher oder später auch in ihrem eigenen Interesse erfolgen muß. Die Sache dürfte spruchreif werden, sobald die Quote »Verteilung der Kriegsentschädigung! durch die Entente geregelt wird. Die Nationalstaaten scheinen sich in dem frommen Glauben zu wiegen, die ganze ungeheuerliche Last werde auf Deutschösterreich allein abgewälzt werden. Eingeweihte wollen wissen, daß, während bei uns. nur sechs Milliarden Noten im Umlauf seien, die Tschecho-Slowakei fünfzehn bis sechzehn abzustempeln habe. Zweifellos ist die gewaltige Zirkulation in Böhmen die Hauptursache für die sünfzigprozentigen Zwangsanleih e n. Durch Verminderung des Notenmaterials auf die Hälfte soll der Inflation wirksam gesteuert werden. »Was unser Papiergeld anlangt, so müssen wir die A u s l a n d s Milliarden hinzurechnen, die auf uns entj fallen werden. Genaue Ziffern sind unmöglich zu er- » Mitteln, «S handelt sich bloß um vage Schätzungen, »und dazu kommt die Ungewißheit des Quotenschlüssels, j Im Publikum werden Stimmen laut, unsere!Finanzverwaltung möge endlich die genauen Modalitäten der Stempelung bekanntgeben, die i sowieso in die bereits vorhandene Wirrnis nur noch jmehr Verwirrung hereintragen wird. Man rechnet da- «mit, daß die Stempelung spesenfrei und ohne ,Schwierigkeiten erfolgen werde, damit besonders jbie ländliche Bevölkerung sich zum Herausrücken der 'thesaurierten Vorräte entschließt. Wir haben es glücklich so weit gebracht, daß der geschäftliche Verkehr mit sden Nachbarstaaten so gut.wie aufgehoben ist und «auch im postalischen Verkehr Beschränkungen auferlegt »sind, die die unbequemsten und härtesten Verordnungen 'während des Krieges in den Schatten stellen. Einzig »und allein die sichere Erwartung, daß es sich um vorübergehende Maßnahmen handelt, die so bald wie »möglich aufgehoben werden, lassen die Allgemeinheit über diesen hermetischen Abschluß der Grenzen hinjwegkommen. Ob die Maßnahmen die erhoffte Wirkung »haben werden, uns vor dem.Einströmen fremder Kronen ,zu schützen, wird sich freilich erst zeigen, j Die Panikstimmung in der Oeffentlichkeit Mgen der entwerteten Kronennote ist noch gestiegen, »und so wie in Prag äußert sie sich auch hier im Loswerdenwollen des Papiergeldes um jeden Preis. Die i Anlage großer Kapitalien in Ekffekten hat zu den ganz »ungerechtfertigten sprunghaften Kursentwicklungen an »der Wiener Börse geführt, zu der wilden Hausse, »auf deren Ungesundheit wir wiederholt hingewiesen 'und deren plötzliches Abreißen wir vorigen Sonntag »vorausgesagt haben. Nachdem es in Prag bereits vorher» 'zu einer Reaktion gekommen war, hat der Umsturz jj&el uns Freitag eingesetzt. Eine Reihe von Speku- »lationspapieren, die ohne alle Ursache, oft »ur. auf i Grund der gewaltigen, nunmehr verbotenen Prager Käufe enorm in die Höhe geschnellt, waren, haben »empfindliche Einbußen erlitten. Die turbulenten Er- »eignisse in Budapest und München gaben den Anstoß. »Allerdings trat, gestern wieder eine Erholung ein. »Da das kapitalskräftige Publikum nicht weiß, wie es »sein verfügbares Geld sonst nutzbringend investieren »könnte, find die Bcknken und Sparkassen mit »Einlagen überschwemmt worden. An einem Tage »sind bei der Ersten österreichischen Sparkasse allein fast »3 Millionen Kronen eingelegt worden-obzwar bie Spar- »Lasse keine Einlage über 50.000 Kronen entgegennahm. »Wie sehr das Papiergeld entwertet ist, zeigt die Tatsache, »die Ermäßigung des Zinsfußes auf zwei, ja ein- »Prozent für Neueinlagen über 50.000 Kronen ernsthaft erwogen wurde. | Der Ausgang der Wahlen hat auch die Frage des »Ansch lusse s an Dentschland in ten Vor'e gru..d gerückt. Die Finanzen des Reiches, obzwar schwer erschüttert, find noch immer unvergleichlich besser als die urisrigen und die Marknote, obzwar bedeutend unter!die Hälfte ihres früheren Wertes gesunken, hat noch -immer eine ungleich höhere Kaufkraft als die Krone. »Sollten jedoch die Kriegsentschädigungsan- »sprüche der Entente ins Ungemeffene streben und »sich tatsächlich den phantastischen Ziffern nähern, die in »den feindlichen Blättern gemeldet werden, so sind die «wirtschaftlichen Fo»gen garnicht abzusel.en. Neichssinanz-! Minister Schilfer schätzte die. Lasten mit 161 Milliarden, Wiener Morgenzettung 23. Februar 1919 Nr. 36 —II m .iii i ■■ . I. i i n i —. —..mi IX-ii ii .. >>»..> . —| der „Vorwärts" jedoch veranschlagt, sie auf 2 6 0 M i l! iarden Mark und erklärt: „Wir haben die Grenze der finanziellen Verpflichtung, die wir auf uns nehmen können, erreicht, wenn nicht überschritten." — Im Jahre 1917 war in Deutschland geplant, die sich in deutschen Häyden befindlichen Wertpapiere ausländischer Staaten nach Friedensschluß zum Ankauf von Rohstoffen zu verwenden, die dann nicht nur die Industrie vollauf beschäftigen, sondern auch einen gewaltigen Export ermöglichen sollten. Nunmehr werden diese Papiere als Deckung für die unbedingt erforderlichen Lebensmittelkäufe in den feindlichenL Staaten benützt - werden müssen. Der deutsche Besitz ist besonders an türkischen, amerikanischen und kolonialen Werten sehr bedeutend und dürste sich auf mehr als 10 Milliarden Mark belaufen (der unserige auf kaum 3 Milliarden Kronen, wovon sich, weniger als ein Drittel im Inlands befindet). Die Besitzer dieser Effekten sollen enteignet werden. Falls sie sie nicht freiwillig herausgeben, will der Staat zu Zwangsmaßnahme,» greifen. Infolge der zerrütteten Währungsverhältnisse dürfte sich das Problem der Entschädigung der Besitzer von feiten des Staates sehr schwierig gestalten. Die weitere Entwicklung der Kriegsentschädigungsfrage läßt sich kaum voraussehen. Nicht zum mindesten wird sie davon, abhängen, ob auch Frankreich und besonders England vom Bolschewismus in ihren Grundfesten erschüttert werden und ob es zur Weltrevolution kommt. _ L. L. Zur Frage der deutschösterreichischen Dank. Zum Statut einer deutschösterreichischen Bank empfiehlt Dr. Fröschel im „Frieden", ihre Einlösungspflicht solle nicht in Gold, das wir uns nicht verschaffen können, sondern zu einem fixierten Satze zunächst in Marknoten, später auch in den anderen Währungen erfolgen. Dies müßte zur E i nstellung der freien Goldausprägung und nach Abschaffung der relativen Begrenzung des Notenumlaufes zur Feststellung der absoluten Höchstgrenze der Notenausgabe führen, da sich die relative Kontingentierung nicht bewährte. Die relative Kontingentierung würde eine der englischen Bankverfassung ähnliche Lage schaffen. Daß diese sich nicht bewährte und in den Krisenzeiten suspendiert werden mußte, ist eine alte, in der letzten Zeit wieder bestätigte Tatsache. Auch die offenbar auf Knappschen Einfluß zurückgehende Anregung der Demonetisierung des Goldes ist sowohl aus absoluten Gründen als auch, weil die wichtigsten Handelsstaaten an derGoldbasis fest halten, nicht durchführbar, ebensowenig aber die Fixierung eines bestimmten Ankaufspreises für Devisen, denn dann würde sich die Spekulation auf dem Rücken der zukünftigen deutschösterreichifchen Notenbank betätigen. (Die Red.) Der wahre Stand des tschechischen Kriegsanleihebesttzes. Ueber den wahren Stand des tschechischen Kriegsanlechcbesitzes schreibt der „Tapesbote aus Mähren Md Schlesien", die tschechischen Großbanken verkaufen ihre Bestände, die kleineren haben noch über 14 Prozent ihrer Einlagen darin stecken, noch mehr natürlich die Privaten. Die Kriegsanleihe sei keine deutsche, sondern eine Finanzfrage. — Gegen die beabsichtigte tschechische Zwangsanleihe nimmt eine vom Abgeordneten Dr. Englisch verfaßte Broschüre und ein Aufsatz Stellung, der als nächste Folge dieser Anleibe ungewöhnliche Zlnsfußerhöhuno>Md Verweigerung der Annahmeder Banknoten baben werde. Die Bevölkerung müsse gleichmäßig, aber nicht einseitig belast« werden. Getreideüberfluß nach der nächste« Ernte in Amerika. Ein amerikanisches Fachjournal berechnet, daß die Ernte des Jahres 1919 wahrscheinlich in der ganzen Welt einen Ueberfluß an Getreide schaffen wird. Schon im vergangenen Jahr lagerten in Australien ungeheure Mengen von Körnerfrucht, die wegen Mangel an Schiffsraum mcht befördert werden, konnte. Ebenso wie in Australien hat man auch in Amerika den Anbau durch Pr»Lmrenversprechungen enorm gesteigert. Die Regierung hat nämlich den Farmern einen mehr als doppelt so hohen Preis zugestanden. »In Fachkreisen werden d'.e ernstesten Befürchtungen laut, wie die zu erwartende riesige Ernte zu dem hohen Preis auf dem Weltmarkt mit dem billigeren Weizen aus Argentinien, Kanada und A u st r a l i e n wird konkurrieren können, zumal in allen Ländern, besonders aber in Argentinien, emeäußerstreiche Ernt e bevorsteht. (Welche Sorgen Amerika bat! Wir stehen vor dem Verhungern, und die amerikanischen Getreideinteresjenteu fürchten, nicht genug zu verdienen. Die Red.) Holzhandels-Aktiengesellschaft. Nach einer heute verlautbarten Kundmachung brmgt die Holzhandels-Aktiengesellschaft in Durchführung des von der Generalversammlung am 24. Juni 1918 gefaßten Beschluffes auf Erhöhung des Aktienkapitals 12.500 Stück neue Aktien zur Ausgabe. Den Inhabern der dermalen im Umlauf besindlichen 50.000 Stück Aktien wird daS Recht eingeräumt, auf je vier alte Aktien eine neue Akne zu beziehen. Der Bezugspreis ist mit K 500.— per Aktie zuzüglich der 5 Prozent Zinsen festgesetzt. Das Bezugsrecht ist bis spätestens 1. März bei der Liquidatur der Union-Bank in Wien anzumeldm. Auf die Wahrung deS Bezugsrechtes von in fremden NaNonalstaaten domizilierenden Aktionären wird tunlichst Bedacht genommen werden. Steuerflucht. Hierüber äußert sich „Die Dank", Berlin, unter anderem: Sieben.Achtel des d e u ts ch en V o l ksvermöge n 8 sind an die Scholle gebunden, können also nicht auSwandern, deshalb mag man ruhig die ausgestellten Wertpapiere abziehen lasten und die geplante Vermögensabgabe an die Sach e, daS ist die Substanz statt an die Personen, knüpfen. Papiergeldexpott s ch 8 d i g t nur den Exporteur, da er es rm Ausland nur unter dem Kurse anbringen kann, die fremden Wertpapiere dürften, die Balutadifferenz eingerechnet, 10 Milliarden Mark betragen. Der Staat sollte, statt auf die relativ geringen VermöaenSmasfen, darauf achten, daß der Murrlle, wissenschaftliche, technische Md organisawrische Standard erhaltm bleibt. MarkwLhrrmg tu Polen? Ueber die polnis^e Valutafrage erklärt „Kuryer Warszawsti", daß 500 Millionen neue vomischt Marknoten vor der Ausgabe stüudeu; die ueue Emision U«i ~ ".. Neue Auslandsbanken. »Zürich, 22. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Dst nengegründete Französische Exportbank wird mi! 100 Millionen Franks Kapital ,ausgestattet Md erhält durch 30 Jahre je 2 Millionen Franks Staatszuschuß, fern« 225 Millionen Franks Vorschuß. Di? Guaranty TrustCo. in N e w -?) o t! hat Filialen in Paris und Brüssel gegründet und eröffnet jetzt eine Zweiganstalt » Liverpool. > Exporterleschternngen. Haag» 22. Februar. (Tel. der „Wr. Morgmztg.*) Wie die „Times berichtet, werden vom britischen Kriegsmmisterium Exporterleichterungen für Elsaß-Lothringen, Triest und das T r e n t i n o verlautbart. .(Erst Mlängst wurde dir Freigabe des Handelsverkehrs zwlschm England und der Tschecho- Slowakei gemeldet. Die Red.) Börse für landwirtschaftliche Produkte. Wien, 22. Februar. (Orig.-Bericht.) Der geschäftliche Verkehr an der heutigen Wochenbörse, die einigen Provinzbesuch aufwies, bietet der Berichterstattung nur wenig Stoff. Die Anerbietungen waren von allermäßigftem Umfange, daher kam es auch, daß die absolut unzureichenden Nestbestände in de« handrlsfreien Nebenprodukten s o f o r t aufgekau t und zu hohen Preisen bezahlt wurden. Die landwirtschaftliche Situation findet eine durchwegs günstige Beurteilung. Die Felder sind bereits zum Teil schneefrei und die zum Vorschein gelangten Saaten zeigen, daß sie g u 1 d u r ch d e n W i n t e t gelommen sind. Ueber die V e r t e i l n n g v o n S a a t g u 1 wird m einer demnächst stattsindenden Beratung Beschluß gefaßt werden. Die amerikanischen Berichte lauten, gleich wie in de« letzten Tagen, matt. Die Mehlversorgung. Wie«, 22. Februar. (Orig.-Bericht.) Dank entsprechender Zuschübe an Ententegetreide vis Trust ging die Drowersorgung im Wochenlaufe o h n e S t ö r u n g vor sich. Da die heimische Ausbringung erschöpft ist, sind wir natürlich zur Gänze aus ausländischeBezüge angewiesen. Die Mühlen finden gute Beschäftigung in der Vermahlung des amerökanischen Getreides. Von einem Vollbetrieb ist angesichts der Kohlennot naturgemäß keine Rede. Die British Trade Corporation. Während deS Krieges wurde in London die Bank obigen NamenS mit einem Kapital von 10 Millionen Pfund Sterling gegründet, um den englischen Ervott zu fördern, Warcnkredst zu gewähren Md die früheren Märkte der deutschen Md österreichischen Danken zu erobern. Wie unser Haager Korrespondent an8 London erfährt, lanciert die British Trade Corporation in Konstantmopel, Saloniki und anderen Gebieten des MittelmeereS, wo früher deutsche und österreichische Jntereffen vorherrschten. Deutsch österreichs Wasserwirtschaft. Ueber dieses Thema sprach in der Vollversammlung des Niederösterr. Gewerbevereines, am 21. d. M. der Professor des Wasserbaues an der Technischen Hochschule in Wien Oberbaurat Ing. Rudolf Halter. Der Vortragende begrüßte es zunächst, daß» in die bevorstehende Notstandsaktion auch große» Wasserbauten einbezogen werden und hofft, daß qualifizierte Arbeiten diese Objekte schleunigst der Volk endung und Gebrauchnahme entgegenführen werden, j Für die weitestgehende Ausnützung unserer Wasserkräfte muß ein Generalwirtschaftsplan aufgestellt werben und die Aktion mehr von volkswirtschaftlichem! Standpunkt als von jenem der Höhe der Verzinsung deSi investierten Kapitals aufgefaßt werden. So reich auch Deutschösterreich an Wasserkräften ist, so reichen sie nicht hin, uns von dem Kohlenbezug aus dem! Auslande völlig unabhängig zu machen, umsomehr" ist daher jeder Tropfen auszunützen. Da Bahnverwal- * tungen, Industrie, Landwirtschaft und Städteverwaltungen um die elektrische Kraft ringen, wird der Staat' von höherem Standpunkte aus in dem Generalwirtschaftsplan die Richtlinien vorzuzeichnen haben. Don den Wasserkräften entfällt der größte Teil auf die eigentlichen Gebirgsländer, Ober- und Rieder-, österreich mit ihrem großen Energiebedarf sind wasserkraftarme Länder, wenn man von der Donau absieht. Bei den leider immer mehr zutage tretenden parti kulark stischen Tendenzen von Steiermark. Kärnten, Tirol und Vorarlberg, wird daher die Ausnützung der Donauwasserkräfte zu einer brennenden Frage. Oberbaurat Halter sprach sodann ausführlich über das Meliorationswesen. Um unsere Bodenproduktion durch das Meliorationswesen innerhalb eines Zeitraumes von 25 bis 30 Jahren wesentlich zu steigern, sei eine zehnmal intersivere Tätigkeit auf diesem Gebiete nötig, als diese in den letzten Jahren vor Ausbruch des Weltkrieges der Fall war. Die Mittel hierzu müßten ehestens beschafft werden. Auch die Bewässerungs- und Entwässerungsanlagen, die Flutzregulierungen, die Talsperranlagen, die Wildbachverbauungen und die Ausnützung der Wasserkräfte stehen in einem untrennbaren Zusammenhang«. Der höchstmögliche Stand unserer Wasserwirtschaft ist nur durch eine zielbewußte Konzentration der gesamten Wasserwirtschaft erzielbar, sowie durch die Vereinigung aller Wässerbauagenden an einer Stelle. Schließlich berührte der Vortragende die Wasserstraßensrage und betonte, daß der Ausbau des zentraleuropäischen Wasserstraßennetzes durch die politischen Umwälzungen zwar verzögert werden wird, daß aber zweifelsohne in nicht weiter Ferne der Zeitpunkt kommen muß. wo auch diese große Völker verbindende Wirtschaftsaktion wistder volle Aktualität gewinnen wird. Beginn der tschechischen Notenabstempelung. am 26. Februar. Prag» 22. Februar. Es steht nunmehr fest, daß dieNotrwabstempelung im tschecho-slowakischen Staate am 26. Februar beginnen wird. Es ist beabsichtigt, die am 1. März fälligen Lohn- und Gehaltszahlungen bereits »ut dm neuaestempelten Noten zu bewirken, da man befürchtet, daß die WährungSregulierung, im Laufe des Monats vorgenvmmrn, auf starken Wider st and bei den Arbeitern stoßm würde. Gleichzeitig mit der AbstcmvelMg wird em M s r at o r i u m verfügt werden..