Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 31 (18.2.1919)
- Date
- 1919-02-18
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Wien. Drmstag Wiener Morgenzettung 18. Febmar 1919 Nr. tff stellen, che man wüßte, waS aus dm Kriegsanleihen perde und wie diese zu bewerten seien. Gegen diese letztere Auflassung könnte man den Einwand erheben, daß der Wert der Kriegsanleihen per 31. D e z e m b e r 1918 eigentlich nichts mit irr Verwertung m den spateren Monaten zu tun habe. Es Heß. daß die Ausfassung der Ersten österreichischen Sparkassa naßgebend sei, die bekanntlich von ihrem Knegsanlechen-Nommale?5 Prozent a b g e s ch r i e b e n bat, so daß diese Papiere mit 75 Prozent in dieBilanz ausgenommen wnrden. Falls sich tftr definitive Abschluß des Friedens noch lange hinz.s.,r — und die Anzeichen sprechen dafür — so wäre zanz »nid gar nicht einnlschett, warunr .der Bankabichlust aus unhestnnmte >3ctt hinansgeschoirr.i werden sollte. ES dürfte den Großbanken dann nichts anderes übrigbleiben, als im März die NechnnngSabschlüsfe zur Veröffentlichung zu bringen. — Was die Dividenden betrifft, so ist man ziemlich allgeniein der Ansicht, daß eine Herabsetzung im Vergleich zum Vorjahr kaum zu vermeiden sein wird. Die Bilanzen der englischen Danken. London, 16. Februar. Die Bilanzen der bedeutendsten englischen Banken sür das Jahr 1918 liegen nun vor. Ein Vergleich mit der Vorkriegspcriode zeigt die gleiche Erscheinung wie m allen Kriegsländern: «ine Zunahme der Barbestände und der Guthaben beimZentralinst i t u t. der täglichen und kurzfristigen Gelder, dagegen A bn a h m e d e r W e ch s e l u n d V o r s ch ü s s e. Andererseits hat die englische Regierung, im Gegensatz zu anderswo, Kavitalsvermehrungen grundsätzlich nicht gestattet. Das eingezahl'.e Aktienkapital der 42 leitenden Banken ist seit Dezember 1913 fast unverändert geblieben. Durch den Krieg,st die Bankenkonzentration gesördert worden. Bon den Grsamtdepositenstaud von 1924 Pf. St. fallen auf die größte englische Bank, die London Joint City and Midland Bank, allein fast 350 Millionen. Depostten und Kreditoren machen in, Durchschnitt 89'4 Prozent der Bilanzsumme aus gegen 84*6 Prozent Ende 1913: es hat sich daher das Verhältnis der eigenen zu den fremden Mitteln verschlechtert. Die Reseven sind von 42*5 auf 52*6 Millionen gestiegen. Die Kaffenbestände sind von 287*3 aus 604 Millionen gestiegen. Die Gesamtbilanz hat sich in dm fünf Jahren von 1197 auf 2154 Millionen erhöht. Eine englische Orienthandelsgesellschast. Kopenhagen, 17. Februar. (Tel. der „Wr. Morgmztg.") Wie ich aus London erfahre, wurde eine neue Gesellschaft, die L e v a n t Company Ltd., gegründet, die ihren Sitz m London hat und zu deren sechs Direktoren als Vorsitzender der frühere englische Botschafter in Wien, Sir Maurice de D u n s e n, und der aus Konstantinopel stammende Halblevantiner und Mndirekior von Vickers Ltd., Sir Francis D a r k e r, gehören. Von dem Kapital der neuen Gesellschaft von einer Millon Pfund sind 200.000 Pfund eingezablt. In Konstantinopel wird die neue Gesellschaft durch die Firma I. W. Whittall and Co. Ltd. vertreten sein, an der sie stark beteiligt ist und in der die führende englische Firma in Konstant,nopel I. W. Dhitthall «S Co. aufgegangen »st. Tochter Unternehmungen der Gesellschaft sind die L e v a n.t C o. (G r e e c e) Ltd. mit dem Hauptsitz in Saloniki imd späterer Betätigung in Athen und die der Bildung nahe Levanr Co. (Serbia L t d). Weitere solche Tochtergesellschaften sollen ssir B n l g a r i e n, R u m ä n i e n, A e g y p t e n, S y r i e n, den S u d a n und Mesopotamien gegründet werde. Das Unternehmen hat enge Beziehungen zur N a t i o n a l B a u k o s T u r k e y eröffnet. Die Schweiz und die österreichisch-ungarischen 0 Staatspapiere. Bern, 16. Februar. Wie der »Bund* meldet, veranstaltet die Vereinigung von Vertretern des schweizerischen Vankgewerbes gegenwärtig unter Mitwirkung der schweizerisch en B an Ken Erhebungen, um die Hohe der von Schweizern in österreichisch-ungarischen Staatspapieren oder in vom ehemaligen Oesterreich-Ungarn garantierten Titeln investierten Kapitalien sestz u st e ll e n. Die Dividende der Steiermärkischen Eskomptebank. Aus Graz wird gemeldet: Der Verwaltungsrat der Steter m a rkischen Eskomptebank» n G r a z hat beschlosim, der am 6. März d. I. stattsindenden Generalversammlung folgende Anträge ru unterbreiten: Aus dem nach reichlichen Abschiebungen verbleibenden Reingewinn des laufenden Jahres per 1,720.647 K, welcher sich durch den Gewinnvortrag , vom Vorjahre auf 1,805.206 K erhöht, wie im Vorjahre eine neunprozentige Dividende (3 6 K per Aktie) ausznbezahlen, den beiden Reservefonds zusammen 200.000 K, dem Pensionsfonds für die Beamten und Diener der Anstalt 250.000 K zuzuwnsrn und die restlichen 95.206 K auf das Jahr 1919 vorzutragen. Die deutschen Privatguthaben in der Schweiz. Berlin, 17. Febnrar. (Tel. der „Wr. Morgcnztg.") Einer Meldung der „Telcgraphen-Union* zufolge sollen sich nach der Feststellung der Alliierten die in der Schweiz benudlichen deutschen Privatguthaben auf 2*/, Milkill r d e n F r a n k e n belaufen. Die Konferenz der Alliierten soll sich bereits mit der Frage beschäftigt haben, wie diese Guthaben zur Sicherung der Ententefordrrungen herangezogen werden könnten; em endgültiger Beschluß ist jedoch noch urcht gefaßt worden. Wiener Börse. Infolge der Unsicherheit der Währungsverhältnisse und auch wegen der Absperrungsmaßnahmen zeigte die Börse zu Beginn des Verkehres eine reservierte Haltung. .Der Ausgang der Wahlen blieb ohne besondere Wirkung. Nach einigen Rückgängen kam es später zu mehreren K u r s e rhöhungerr; Tabak besserten sich um K 18 — (1279), Orientbahnen um K 20*— (1539), Lombarden erzielten eine Steigerung von K 7 — (127.90), auch Skoda und Staatsbahnen waren beträchtlich höher gehalten. Dagegen schwächten sich die beiden Kreditaktien ab. Im Schranken waren Zucker und Kohlenpapiere gefragt. Auch Kriegsanleihen wurden begehrt. Rachftchend eine Aufstellung der wichtigsten Schlußkurse. Industrie-Unternehmungen. Um'onbau...... 381.— Liesintzer Brauerei . . 620.— Saraiewo Akt.-Bcauer. 840.— Aussig Chem. 1278.— Brosche. 980.— A. E. G. Union Elektr. 802.— Siemens-Schuckett. 494.75 Alvme ....... 888.—' Krupp.. . 617.—* Poldihütte.1170.— Prager Eisen .... 2830.— Rimamuranh .... 945.50 Skodawerke . ... . 780.— Hutter & Schranz... 530.— Rossiyer. 833.— Salgo Tarjaner . . . 1017.— Austria. 999.— Tnfarler ...... 673.— Westbobm..'1200.— Dreitfeld-Daniek. . . 665.— Bcünner Maschinen . 930.— Simmennger .... 539.90 Elbemühl. 570.— Leykam.. . 618.— .Karpathm .... .2145.— Galizia. 1477.— Fezfabrik. 1045.— Rothkostcleyer .... 512.50 Schoeger Zucker . . 1310.— Oesterr. Eilend.-Verkehr 642.— 790.— 1279.— wlzhandcl A.-G. lürk. Tabakregie Transport-Unternehmungen. Adria.. Austro-Amerikana Buschtlehr, lit A.. Orientbahnen . . Donau-Damvf. . Ferdinands Nordbahn 5595.— Mairente ..... Februrrrente .... Oesterr. Kconenrrnte 1830.— Lloyd.2515.— 1810.— L<*mberg-Czernowitz. . 570.— 2440.— Naviga- ..8590.— 1539.— Staatsbahn.1010.— 1850.— Lombarden ..... 127.90 SlaatLbahn Genußsch. 510.— Renten. 91.05 Oesterr. Goldrente . . 132.— . 92.— Ungar. Kronenreute . 91.50 . 91.05 Ungar. Goldrcme . 151.— Banken. 454.— Depositen...... 575.— 480.— Länderbank. 484.— 1190.-» Merkur ...... 570.— . 673.— - Umonbank ..... 570.— 972.— Zivnostenska .... 597.75, Anglobank . . . Bankverein . * . Bodenkredit . . . Kredit-Anstalt . Ungar. Kredit . . Budapester Börse. Budapest, 17.- Februar. (Ung. Tel.-Korr.-Bi^r.) Die Börse war zu Beginn der neuen Woche freundlicher gestimmt. Sowohl für Kulissenals auch für Schrankenwerte wurden höhere Kürse gesetzt, wobei sich Besserungen von 10 bis 20 Kronen ergaben. Bei lebhafter Geschäftstätigkeit hielt die zuversichtlichere Stimmung bis zum Schluß an, der in fester Haltung erfolgte. Prager Börse. Prag, 17. Februar. (Schlußkurse.) Böhm. Umonbank 475, Ceska Banka 538, Böhm. Jndustrialbank 620. Rosenberger Kreditbank 450, Prager Kreditbank 898, Zivnostenska Banka 590, Mähr. Agrarbank 730, Oesterr.-ungar.: Bank 1600 Ware. Oest. Kredit 670, Anglobank 475, Wiener Bankverein 478,, Wiener Umonbank 698, Kunstdünger Kolm1100, Kaffeesurrogate Kolin 1100;75, Böhm. Zuckerindustrie 1250, Nestomjtzer Zuckerrassinerie 1140, Daniel 650, Prüger Elsen 2900, Alpine 920, frager Papier 686, Milchindustrie 700, Brosche Spiritus 996, las Jnwald 695, Böhm. Handelsgesellschaft 1510, Laurin & Klement 790, Ringhoffer 1185, Erste böhm. Lebensversichemng 450, 4*/, mähr. Kommunalschuld 114.25, 4*/, böhm. Hhpochekenpfandbnefe 119.50, KommuMlschuldverschreibungen der böhm. Landesbank 118, - Nationalanleihe 109, Prager Anleihe 120.50, Oesterr. Goldrente 133, Mairente 93, Oesterr. Jnvestitionsrente 80.25. Berliner Börse. Berlin» 17. Februar. Die schweren neuen Waffenstillstandsbedingungen und die Spartakistenumtriebe im Ruhrrevier haben dw Börse neuerdings in große Mnllosigkeit versetzt. Es kam dieweniger in dringendem Angebot und scharfen Rückgängen der Kurse zum AilSdruck als in dem Mangel an jeglicher Unternehmungslust. Es herrschte die Ansicht vor, daß die heimischen Jndustriewecte trotz aller ungünstigen Berhälkniffe sehr niedrig im Kurse ständen, namentlich mit Rücksicht aus den ungünstigen Stand der heimischen Valuta. Auf allen Gebieten überwoa natürlich das Angebot die Kausliist und dem entsprechend waren der den heimischen Papieren fast ausnahnislos Kursrückgänge zn verzeichnen. Der Umfang derselben war aber recht verschieden. Bismarckhiitte-Aktien büßten 6 Prozent ein. während Oberschlesische Eisenindustrie-Aktien sich ziemlich behaupten konnten und auch Hobcnlohe-Aktien unverändert blieben. Die sonstigen Hütten- und Brrgwerks-Aftien verloren 2 bis 3 Prozent. Von Rüstungswerten sielen Daimler-Aktien um zienckich 10 Prozent. Auch deutsche Kali-Anteile gaben um mehrere Prozent nach. Besonders fest lagen dagegen Lombarden, Prinz Heinrichbahn-, Schantungbahn- und Große Berliner Straßenbahn-Aktien. Türkische Tabak-Aktien stellten sich ebenso wie Orientbnhn-Aktie» niedriger. Auf dem Anlagemarkt lagen deutsche Anleihen inatt, während dir ausländischen Werte, besonders die mexikanischeu Mid chinesischen, Kursgewinne zu verzeichnen hatten. Pariser Börse. Paris» 14. Februar. (Fondsbörse.) K a s s a k u r f e: 3"/, franz. Renrr 64.85,5% franz. Anleihe 91.15, 5°/, Russen v. 1.1906 58—, Unis. Türken 71.80, Banane de Paris 1325.—, Tula 570.—, De Beers 872.—, Goldsields 51.—, Nandminen 86.—> Londoner Börse. London, 14. Febmar. (Fondsbörse.) 2,V>,0 engl. Konsols 59.—, 4«/. Japaner v. I. 1899 72’A%, U. S. Steel cord. 95.—. Pnvatdiskont 8‘VA Silber 44V. < _ Minen: Chartered 22/6, Goldsields 1*1» Nandminen 3'/,v De Beers 18V,. New-Porker Börse. Nem-Dvrk» 14. Februar. (Kabeltelegramm. — Fondsborseverlauf und Schlußkurse.) Die Börse eröfsnetr in nicht einheitlicher Haltung, konnte sich aber bald nach de,» ersten Umsätzen besestigen. ^.Jm Vordergründe des Interesses standen Oel-, Eisenbahn-, Schiffahrt- und Tabakwcrte. Im weiteren Verlaus nahm die Spekulation Gewinnsichernngen vor, die zu einer Ermattung führten. Größere Abgaben erfolgten namentlich in Knpftcwerten. Bei Schluß des Verkehres ivac die Kursgestaltnng nicht einheitlich. Akiienumsatz 410.000 Stück. Die Devisenkurse. Wien» 17. Februar. 17. Februar 15. Febmar Amsterdam .. 681.— 681.— Berlin ... 200.15 200.15 Bukarest. 207.— 207.— Zürich .. 344.25 844.25 Kopenhagen.. ... 437.— 437.— Stockholm. 482.50 482.50 Mark- Noten .. 200.— 200.— Le»- ........... 206.50 206.50 Schweizer- * .. 844.75 844.75 BmMlBBBHBaqn IIIBBIIIBBHHB Heute bleiben sämtliche Theater geschlossen! ■■■■■■■■■■■■■■ I Opernrinn 19, gegenüber Ooethe Denkmal — Telephon 399. — Treffpunkt der vornehmen Oe«e!lscbaft ■■■■] Heute Morgen und Donnerstag geschlossen! d q a a a jo ScKreibmascltlneti und Reparaturen aller Systeme. Zubehör aller Art, preiswert bei Ferdinand Schyey, Wien, VI., Dreihufeisengasie 1. 2» Telephon 272$ I WIRKWAREN LL H En gros. En detail. 51 . WlDitlm Urner, l, Frau Josefs-Kai 41. JUSTUS« Borgerliciier und kommeräeüer SteuersctioUverein 99 Wien, I., Bäckerstrasse 2. 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