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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-12 · Heft 25 (12.2.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 25 (12.2.1919)
Date
1919-02-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Wien- Mittwoch Wiener Morgenzertmrg 12. Februar 1919' —Jj*"- ' Sette' 7 Rückkehr Dr. Steinwenders. Der Kabinettsrat hat den Staatssekretär für Finanzen Dr. S t c i n w e n b e r, der sich in seinem Villacher Wahlbezirk befindet, dringend nach Wien tzucückberusen. damit er bei den endgültigen Entscheidungen über die Notenabstempelung anwesend sei. Dr. Steinwender trifft heute in Wien ein. . * In Bankkreisen schätzt man den A n t e i l der Nationalstaaten an dem Notenumlauf m folgender Weise: Deutschösterreich 8 Milliarden, Tschechien 12 Milliarden, Jugoslawien. 5 Milliarden. Polen (mit Galizien) 1 Milliarde, Ungarn (mit Siebenbürgens 9 Milliarden. In - Deutschland dürste sich 1 Milliarde, in Holland und der Schweiz ebensoviel befinden. , Der Wiener Stndtrat für sofortige Gegenmaßnahmen. In der gestrigerr Stadtratssitzrmg erörterte Stadtrat Dr. Kienböck die durch bie ischecho-slowaklsche Negieunig angeordnete Absteinpclimg der Banknoten.' Unser Staat, fordert der Referent, müsse nnt entsprechenden Gegenor..a ß r e g e l n Vorgehen und ebenfalls 'eine Kenntlichmachung der Banknoten anordnen. 'Sonst' würde die große Masse der im Umlauf befindlichen Banknoten unsere.' Valuta ungünstig,becnifluffcn. Es 'fei dies von größter Bedennmg nicht ilür für die W r e n e r B e v ö l ke r u n g, tvi'c auch besonders für bie Gemeinde W i en, welche als Käuferin für Importe aus dem tschecho-slowakischen Staate auftritt. Er beuitragte daher, daß der dmtichösterreichische Staatsrat ausgefordert werde, unverzüglich Maßnahmen .zur sofortigen Kenntlichmachung der österreichischen Banknoten zu unternehmen, um einer noch stärkeren Entwertung unserer Valuta vorzubeugen. Der Antrag wurde mit Strmmeueinhert angenommen und der Bürgermeister ermächtigt, schleunigst imt dem deutschösterreichischen Staatsrate M verhandeln. In der Tschecho-Slorvakei. Die Abstempelung der Kronennoten in der Tschechoslowakei dürfte in der nächsten Zeit zur Tatsache werden. Dadurch wird eine neue Währung geschaffen: die tschecho-slowakische. Man wird zwischen beutschösterreichischen und tschechischen Kronen zu unterscheiden haben, auf unserer Börse werden die tschechischen Kronen^ als Devise P r a g, auf der Prager Börse die beutschösterreichischen Kronen als Devise Wien notiert werden.' Diese Neueinrichtung bedeutet ein neues Chaos für uns und kann auf unsere schon mehr, als genug zerrütteten Währungsverhältnisse eine geradezu ruiUöse Wirkung üben. Geben wir Uns keiner Täuschung hin, die abgestempelten tschechischen Kronennoten werden die unserigeu bald an Wert übereagen. Die Tschecho-Slowakei.hält reichliche Ware n v o rr ä Le, besonders Z u cker, zum Export bereit und hofft, auf diesem Wege in kurzer Zeit zu einer aktiven Hande?hDbilanz zu gelangen. Auch der Kohlenexp-ort soll dazu beitragen. Außerdem' ist bereits der Handel zwischen Tschechien und Großbritannien von der englischen' Negierung freigegeben worden; es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es zu einem regen Güteraustausch kommen wird. Aber auch sonst steht eine weitere Entwertung unserer Krönen zu befurchten: die Abstempelung soll innerhalb einer sehr kurzen Fri st erfolgen und es ist kaum klnzünehwen, daß alle' in Betracht kommenden Noten auch tatsächlich zur Abstempelung gelangen. Bedeutende. Sunimen dürften aus verschiedenen Gründen, besonders wegen.SteuerhinterziLhungen, zurückgehalten werden und zu uns strömen, wo sie durch bie erhöhte Zirkulation die Entwertung der Krone bedeutend fördern würden. In Finanzkreisen werden daher dringende Forderungen nach' baldi gen Gegenmaßnahmen laut. Es ist unbedingt nötig, daß das Zuströmen von nichtgestömpelM Kronennolen ans der Tschecho-Slowakei durch so so r ti ge Maßnahmen verhindert wird. Da die Grenzen gesperrt sind, so ist man der Ansicht, baß eine Kontrolle mit keinen großen Schwierigkeiten verbunden wäre. Um aber die Angelegenheit erfolgreich durch führen zu können, wird es nötig sein, daß auch unsere Äoten so bald wie möglich als deutschösterreichisches Geld ab ge stempelt werden. Dies wird zwar für das Publikum mit Unbequemlichkeiten verbunden sein, wäre jedoch im Interesse einer Regelung unbedingt erforderlich. Wir-dürfen nicht übersehen, daß die änderen Staaten dem tschechischen Beispiele möglicherweise folgen Und ihre nichtgesienlpelten Noten an-Dentschösterreich abstoßen werden. Äußer Jugoslawien und Tschechien kommen da noch Ung a r n, R u m ä n i e n, -die U k r a i n t und Pp l e n in Betracht. Von allen diesen Seiten droht uffs eine Ueberschwemmung (in der Ukraine allein sollen 1200 Millionen Kronen im Umläuft sein). Auch läßt sich in Len letzten Wochen feststellen, daß auf der Wiener Börse für Prager Rechnung zahlreiche Wertpapiere aufgekauft werden. ES ist ganz offenbar, daß Prag die Kronennöten an den Mann zu bringen und dafür beutschösterreichische Jndustriewerte zu erwerben trachtet, so daß die Gefahr einer bedeutenden tschechischen EinflußnahiUe auf Unser Wirtschaftsleben vorliegt. Von mancher.Seite wird behauptet, daß die Abstempelung der Kronen in Deutschösterreich den Uebergang zür Markwährung erleichtern würde. Andere Finanzkreise vertreten die Ansicht, daß von den zirku- MeiPen 36 Milliarden Kronen fast 15 auf die Tschecho- SWakei entfallen. und daß die zu erfolgende Ab- Wipelung den Wert unserer Valuta nur günstig bWflüssen könne. Diesen Optimismus können wir . üH)t' teilen. — Hervorzuheben ist . noch, daß durch M Abstempelung der tschecho-slowakische Staat 1 Prozent vom Werte der Noten einheben wird. Die AbsteMpMüg stirb erfolgen, obwohl. der tschechische Fmanzminister noch in den letzten Tagen wiederholt versicherte^ daß eine solche nicht geplant sei.' Donarrbmid oder Anschluß an Deutschland? (Von einem Wirrschastöpolitiker.) Die Frage de§ Anschlusses von Dentschösterreich an Den schland wurde vom Politiken Sta.id'/unkte aus in diesem Blatte wiederholt besprochen. Heute sollen die in Betracht kommenden wirtschaftlichen Momente erörtert werden. , Der jetzt so eifrig propagierte' Anschluß ist eine direkte Fortsetzung der seinerzeitigen Idee' „Mitteleuropa", bas ja dem deutschen Interesse gewiß sehr förderlich gewesen wäre. Das Reich, das.trotz damals günstiger Kriegslage einsehen mußte, daß es während einer längeren Reihe von Jahren nicht jene Stellung auf dem Weltmärkte einnehmen werbe wie yorhe^, suchte sich für den Entgang seines Absatzgebietes im Westen und Uebersee wenigstens teilweise durch eine Konstellation zu entschädigen, die ihm in der fr üheren Monarchie, am B a l k a n. und in l e i n a s i e n eine dominierende. Stellung eingeräumt und eine seinen wirtschaftsimperiaMischen Plänen Hamburg-Bagdad sowohl vom Standpunkte der Einwie der Ausfuhr entsprechende Betätigungsmöglichkeit geboten hätte. Minder logisch war die Stellungnahme eines Teiles der österreichischen Presse, die sich mit Feuereifer für den Plan einsetzte. Nicht genug, daß sie ganz unberücksichtigt ließ, daß dieses Projekt von vornherein auf den politischen Widerstand der Äustroslawen also des überwiegenden Volksteiles Oesterreichs gestoßen und eine parlamentarische Erledigung, zumindest im Wiener .Parlament, ausgeschlossen , erschienen wäre, wären wir zweifellos sowohl infolge der Dumping- Methode Deutschlands, die das Ausland 'mit billigen Massenartikeln überschwemmte und einen eventuellen Schaden hieraus in entsprechender Erhöhung der Jnlandpreise hereinbrachte, als auch durch die günstigeren Wirtschaftsbedingung en des.Deiches in Arbeitslöhnen, Steuern und Arbeitsintensität einfach in bie Rolle des Rohstofflieferanten von Erzen, Petroleum usw. herabgesunken und hätten die in unserer Industrie steckenden Milliarden e n t.tver te t; unsere depreziierte Valuta wäre kein Schutz gewesen, denn eine solche bewährt ihre exportfördend'e' Wirkung nur insolange,. als nicht die Warenpreise . im Lande des devalvierten Geldes über die Geldentwertung hinausgehen. Die Schwierigkeiten der Erstellung eines, gemeinsamen Außentarises von Ländern der verschiedensten wirtschaftlichen Verhältnisse, wozu noch valutarische und die Fragen einer eventuellen Zwischenzollinie gekommen wären, blieben ganz außer Betracht; Zweisellos aber wäre das Ergebnis „Mitteleuropa" ein wirtschaftlicher Zusammenschluß der Westsiaaten mit der Spitze gegen uns und eine Verewigung jenes Protektionismus gewesen, der in geradliniger Fortsetzung vom Zollkrieg mit Serbien zum Weltkrieg führte. Jetzt erlebt dieses Prosekt angesichts des . Kriegsaus ganges eine Adaptierung in dem Sinne, daß sich 'Dsntschösterreich völlig an Deutschland anschließe. Polittsch mag dies ein erstrebenswertes Jbeal fern, wirtschaftlich aber ergeben sich wesentliche Bedenken. Wenn bis zur Eröffnung der Konstituante im Reiche die Gegenliebe keine allzugroße war, so ist dies schon deshalb begreiflich, tveil wir in unserer jetzigen Verfassung dem im Weltverkehr verankerten Deutschlandv wenig zu bieten haben. Es würde zu weit führen, die Lage unserer einzelnen Wirtschaftszweige auf ihre Schutzöedürftigkeit zu untersuchen,' sicher aber ist, daß eine jahrhundertalte. Wirtsch aftsgmeinschaft nicht über Nacht aufgelöst werden kann. Die Tatsache bleibt, daß wir auf sie während der Ueüergangsjahre angewiesen.sinh. Denn' die'. Schwierigkeiten, die benötigten Rohstoffe auf dem Weltmärkte zu erhalten, werden während dieser.Periode infolge der absoluten Teuerung dieser Waren, angesichts Leerung der Lager der Kriegführenden, der Teuerung und Knappheit des Schiffsraumes und unserer Mährungsnöte a ndauern, so das; wir sehr zufrieden sein werden, fei es im Wege von R o h st o f f a n l e i h e n oder eines Ak.zeptkredites unserer Banken, der auf^derBasis gegeben würde, daß sich der Importeur verpflichtet, die Hälfte bis Zweidrlttel des Fertigfabrikates wieder auszusühren, die zur Produktion benötigten Rohstoffe, wie Metalle, Gummi und Salpeter von Uebersee zu erhalten. Mit Nahrungsmitteln, Baumwolle und ähnlichen werden wir aber zum Teil auf Rußland, die Ukraine und Kleinasien angewiesen sein und die von ihnen zu liefernden R ö Hst o f f e im Tausche gegen unsere I n d u st r i e p r o d u k t e erhalten. Ein weiteres in. Betracht kommendes Moment ist die. zweisellos mildere Beurteilung Deutschösterreichs durch die Entente. Die Lektüre der VerbandSpreffe bietet täglich eine Auswahl von vorgeschlagenen Wirtschaftsrepressalien gegen Deutschland,, niemals aber gegen Dentschösterreich. Auch mit. den geringen, von Ueüersee benötigten Rohstoffen werden wir ztveifelloS auf das Wohlwollen der Entente angewiesen sein, bis sich wieder ein Weltmarkt bildet, wie sich aus. dem von einem italienischen Minister entwickelten Plane ergibt, auf gewisse vom Bierverb ande zu liefernde Rohstoffe nicht nur gegenüber den bisherigem. Feinden, sondern auch gegenüber den Neutralen eine allgemeine Abgabe zu legen, um zu verhindern, daß diese Länder früher als die (Entente auf dem Weltmärkte erscheinen. In der Kriegsentschädigungsfräge sin!» wir in der günstigeren Lage, daß uns eine solche eventuell nicht auferlegt werden kann, denn ein Teil: Oesterreichs, ist j j-a. ein direkter Verbündetst de.r Mliie.rten,,' ünd drr Nest erklärt mit vollem Recht, er sei nicht der juristische' Nachfolger der alten Monarchie; daß man Deutsch öfterreich und Ungarn allein eine Kriegsentschädigung nicht anferlegen kann, muß angenommen werden; sollen wir aber in'den Verband Deutschlands zwar rnit alten Rechten, aber ohne die Pflicht, an der Kriegssnt-schydigung und'den Kriegsschulden des Reiches teilzunehmen, eintreten? Erst kürzlich ging durch die Presso eiue Meldung, Deutschland werde auf der völligen Pe-. zahlnng sämtlicher österreichischen Schulden bestehen,' erst dann könne man über einen Eintritt sprechen. Gegen eine Ausnützung der derzeitigen Wirtschaftlichen Schwäche. Deutschösterreichs im Verhältnis 511 den Nationalstaaten würden im Falle des Zustandekommens eines D o n ä u b n n d e s schon im Friedensvertrag Garantien geschaffen, denn die Entente‘ hat an einer Balkanisierung Mitteleuropas gar kein Interesse und würde schon sorgen, daß diese von ihr^ begünstigt^ Lösung auch lebensfähig bleibt. Die Schwierigkeiten eines Zollbundes mit den Nationalstaaten sind zweifellos, sie. würden sich aber im Rahmew des allen österreichischen Völkern entsprechenden Au ß e nz o kl tari fe s..eher-überwinden lassen' als die völlige Umstellung unseres Wirtschaftslebens auf deutsche Verhältnisse. Für die Ansrechterhaltung der Verkehrs-, freiheit im Innern würde nicht nur das gegenseitige Wirtschaftsinteresse, sondern auch ein sanfter Druck der: Entente genügen, und symptomatisch ist die Meldung, daß die Vereinigten Staaten eine großzügige Versorgung der früheren Monarchie mit Lebensmitteln und. Roh-; stoffen vorsehen, falls sich nicht deren einzelnen Teile ' gegenseitig abschlössen. Ueber den Wert eines Wirtschaftsgcbietes, das außer der früheren Monarchie, noch Polen, Serbien, Bulgarien und Rumänien umfassen würde, weiter zu sprechen, wäre zwecklos. Speziell', der deutschösterreichischen Jndustri''e wäre die Sorge um die Eroberung neuer Absatzgebiete' erspart, unsere Bevölkerung hätte aus den überwiegend agrarischen Landesteilen des Bundes relativ billige Lebensmittel, und den Wiener Bänken, denen doch neben den deutschen absolut kein Betätigungsfeld bliebe, wäre ihre Stellung gewahrt, wie nicht' minder Wien als Kultur- und Handelszentrum dieser Föderation eine ganz andere Zukunft hätte, als sie ihm aus der Stellung einer deutschen Provinzstadt erblühen würde. Mit dem „Hamburg des Ostens" hätte es angesichts der zweifellos zu erwartenden Feindselig-. keit des slawisch-romanischen Donaublocks seine guten Wege. (Schluß folgt.). Argentinien als Geldgeber der Entente. Bern, 11. Februar. (Amerik. Pressedienst.) Die argentinische Regierung hat euren zweijährigen Vertrag mit Frankreich, Großbritannien urrd Italien unterzeichnet zur Bewilligung eines Kredites von je 80 Millionen Pesos Gold an Frankreich und Großbritannien und von 40 Millionen Pesos Gold an Italien für den Ankauf von argentinrschen Produkten. Die Errtschadigrmgszahlmigen Deutschlands. In ttneni ^.iorirage in der Londoner Handelskammer ^Wreviel kann Deutschland, zahlen" wurde ausgeführt, alle seien einig, daß Deutschland die größtmögliche Kriegsentschädigung iciffeu müsse. Zn dem von Lloyd Georges für E n g l a n d berechneten Betrage von 24 Millwnen Pfund Sterling kämen die ftdii-1 z ö s i s ch e n,i t a l i e ni s ch e n, serbischen und rpm ä-. urschen Forderungen. Andererseits könne Deutschland, wenn es von dey^Alluerten ruinier,! werde, nicht zahlen,' nrüsse daher Rohmaterialien und Trans p o r t e! haben. Deutschland sollte eine auf seine Einnahmen basierte E n t-; schädig nn gsanlei he ausgeben. Diese C'lnnahnten dürften zirka 260 Millionen Pfand Sterlmy im Jahre betragen. Dementsprechend könnte die Entschädignngsanlelhe 6'56 M i l l i-, ardenPsund betragen, wober Oesterreich, Bulgarien und die Türkei, deren Lage "zu unsicher sei, nicht inbegriffen sei., Mch die verwirkten deutschen Kolonien und die verwirkten asiatischen Interessen der Türkei seien zrl berücksichtigen. Deutschland müsse seine auf Vit Milliarden geschätzten Auslandsanlagen als Ersatz der britischen Auslagen übergebm, das persönliche ElMitum^drs Kaisers muffe konfisziert werden mrd dann könne Deutschlanderne Rechnung für seinen Unterhalt schicken. Zur Bekämpfung dev Arbeitslosigkeit. Der N i e d e r ö st e r r e i ch l s ch e G t w e r b e v e r e i n befaßte sich neuerdings mit der Frage der Behebung der erschreckend hoben Arbeitslosigkeit. Der Verein hat in einer Eingabe an daS Staatsamt für Handel und Gewerbe hervorgchoben, ' daß die u n v erz ü gl i ch e Zuweisung' a l l e n f re i g e w o r d e n en Materials an die Betriebe. zur Verarbeitung, femer die' eheste Inangriffnahme einer Reihe von N o t ft a n d s b a u t e n eines der wirksamsten Mittel wäre, um der großen Arbeitslosigkeit zu steuern. Leider.ist aber!gerade auf diesem Gebiete noch immer nichts Entscheidendes gechehen. Daneben kommen aber auch Fragen in Betracht» die da8 Interstützun gs wesen betreffen. Es wurde die Erfahrung gemacht, daß Arbeiter auch dann unterstützt werden, wenn sie zwar eine Arbeiterstelle erholtm . hätten, diese aber deshalb nicht annahmen, weck sie hierin, wie es in der ÄvllzuaSänweisuny vom 6. November 1918 heißt,- keine „emsprechende Arbeiterblickten. Es wurden auch Fälle gemeldet, in welchen «ne langiährige Tätigkeit aufgegeben wurde, weil die Unterstützung, vermehrt »nt dem einen oder anderen Nebnwerdienst, ein größeres Einkommen'er» warten lüßt^ als die'bisherige Tätigkeit. Die zuständigen Behörde» und Körperichasten sollten mit noch viel mehr Nachdruck als bisher dahin wirken, daß die ohnehin nur spärlich vorhandene» offenen Arbeitsstellen unter allen U m st ä n d e n von . deü so unverhnltnisniäßig zahlreichen Arbeitslosen auch, tatsächlich besetzt werden, da für diese so schwierige Uebergangszeit eS gewiß m volkswirtschaftlicher und sozialer Hinsicht weit .vorteilhafter ist, wenn jernand eine ihm auch nicht entsprechende BeschHtiguny misübt und darmls sein Einkommen zieht, als daß er W'ch'e sw Woche gleich einen: Bettler mck einer Aushckst aus öMMchen Mitteln (ein-Leben fnstet. Ferner wäremit allent Nachdrücke» ähnlich nne dies von der reichsdrutschen Regierung geschehen ist, die A r b e i 1S l ü st, die in so manchen Fällen leider . fehlt,, möglichst zü wecken Md auch auf die beffere L r t l i ch e B e r< teilung d« Arbeitslosen mit 'Mr Enischiedrühnt'hittzMüttu»

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