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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-10 · Heft 23 (10.2.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 23 (10.2.1919)
Date
1919-02-10
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nt. LS - Men, Montag wurden, so daßmcht eine Spur von Lebensmitteln mehr zurückblieb. Die Plünderer waren vorwiegend arbeitsscheue Elemente und führten Gewehre und Messer bei sich. Ein Bauer, der sich zur Wehr setzen wollte, wurde durch Stiche an der Hand verletzt. Das Theater und die Kinos bleiben bis auf weiteres geschlossen, Konzerte finden nicht statt. In der Stadt herrscht vollkommene Ruhe. Bericht mr die Präsidenten Dinghofer und Häuser» Linz, 9. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenztg.") Landeshauptmann H a u s e r und Präsident. D t u g h v f e r sind hier emgtfcmflt und ließen sich über diePlünderungengenatiestensberichten. Durch die Plünderungen wurde .eine Neust Geschäftsleute derart geschädigt, daß sie vor dem . R ü.r n stehen. Die Verlautbarung der beiden Präsidenten, wonach den Geschäftsleuten staätbche Hilfe zuteil wird, hat einen seh r guten Eindruck, gemacht. « Im Laufe des gestrigen Tagxs w u r d e. a n chfür.Militärp e-r s o n e n d a s S t a n d r e.cht. .verWdet. Aus Furcht vor Hausdurchsuchungen haben zahlreiche Plünderer große Mengen gerauhten Gutes bei den Srcherhettsbeyyrden freiwillig abgegeben. Es wurde ihnen S t r a f l o-sM'k e i t zugesichert.: Andere wieder fahren, mit den geraubten Gegenständen, aufs L a n d hinaus, um sie gegen Lebensmittel.. ümzntauschen.' Die Polizeibehörde erließ eine Kundgebung, m der sie. tindrivglichst vor Anlauf geraubten Gutes warnt. Nebst anderen zahlreichen Personen hat die Polizei auch einen gewisien Josef R e i t e r aus Groß- B ü r g ft a l l in Niederösterreich, dann' den Markthclfer Josef Weber und den Kutscher Jakob Holzigster, beide aus Wien, verhaftet. Die Genannten stehen unter dem. dringenden Verdacht, während der allgemeinen Plünderungen bk Jnvalidenkasse int - Fürsorgchcim für Kriegsbeschädigte mit dem Betrag von 23,000 Kronen ausgeraubl zu haben. Bei den Verhafteten fand man noch 20.000 Kronen nebst Einbruchswerkzeugen. Bolkswehrrnaunschaten.imd Sicherheitswache sehen strenge daraus, daß die Bestimmungen des Standrechts eingehakten werden. (Die Namen der Verhafteten sind ein strikter Beweis.gegen die Lüge der antisemitischen Presse, daß die Unruhen von Jude n angestistet wurden.) TelegrKMme. Tschecho-slowakische Republik. Gymnasiasten, die Mische Geschäfte plündern. - Klaitau, 9. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die bolschewistische Bewegung greift auch auf die tschechischen Hochschüler über. Studenten, die aus der russischen Gefangenschaft zurückgekehrt find, agitieren unter der durch die Wohnungsnot und den Hunger erregten Studentenschaft für bolschewistische Ideen und finden einen empfänglichen Boden vor. Wie demyralisiert übrigens ein Teil der tschechischen Mittelschtulfügend ist, geht daraus hervor, daß aus dem hiesigen tschechischen Gymnasium vierzig Schüler tr.ii s g e s ch los s e n werden mußten, weil sie sich aß den Ausschreitungen und Plünderungen der jüdischen Geschäfte in Kla t: t au beteiligt hatten. : •> , Olmütz anerkennt die jüdische Nationalität fc- \ nicht. :OlmÄtz, 9. Februar. (TelegrämÄ der„Wr. Morgenztg.") In der letzten Sitzung der städtischen Verrvaltungskvmmission kam die am 1. März. vorzuaeh'mende Volkszählung in Olmütz zur Erörterung. Hie Kommission beschloß, daß die Eintragung der jüdischen Nationalität in die Zählbogen nicht erfolgen dach wsil die jüdische Nation nicht gesetzlich anerkannt ist, Dagegen wurde beschlossen, in - den Zählungsbogen eine Rubrik „Konfession" auszunehmen.. Der Beschluß der- Verwaltüngskommisfion bedarf nochder Genehmigung durch die Statthalt'erei. ' - . 1 mmi i Beschleunigung der Brrfaffungsfrage. - Weimar, 9. Februar. (Meldung der Telegraphens(ompagnie.) In hiesigen Abgeordnetenkreisew besteht ' die einmütige Absicht, die Der f a s ftu n g s f r a g e!d" schnell' als möglich' zu - erledigen/ damit eine stst r. f a ff u n g s M.ä ß r g e v e r a n t w o r t l i ch e Ä-eg-i p r u n g gebildet werden:kann. Dies erscheint Wttientlich im Hinblick auf den Ablauf des Waffenstillstandes, auf die. Herbeiführung des alsbaldigen Fr.r ed e.nslf ch l u ff e s und die Regelung der Kriegsg'efängenenfrage als notwendig. Der Streit um den Kanzlerposten. ■s: Berlin, 9. Februar. (Meldung des Wölfischen Bureaus.) Die Sozialdemokraten scheinen geneigt, auf chles der obersten Reichsämtet.zu verzichten, und zwar auf das des Reichskanzlers, wofür S ch e i d elüstNN in Aussicht genommen war. Die bürgerlichen Parteien würden jedoch offen Mrziehen, den Posten acs R e i ch s 1 a g s p r äf id e n t e n aus ihrer Mitte zu besetzen und den Posten 'des verantwortlichen Reichskanzlers an die Sozialdemokratie zu überlassen. Eine Einigung'ist bisher -nicht-erzielt worden. Dis Schwierigkeitender Koalitionsbildung. ' ,Berlin, 9..Febrnar. Zur FMe der Zn s am me n-!.f * T d er lt c u en R egt ii r « « g meldet das „Ber- . ner Tageblatt : Das Zentrum bcharrt noch auf seinem Bwlidvuttlc. daß die «L o z i a l d e m o k r a t i e. außer dem Reichspräsidenten und dem Präsidenten det Nationalversammlung n. V ch L a » ch d e n M i n i st e>r p.r ä s i d e.n t e n stellen dpese. Diese Auffassung wurde aus taktischen Gründen heute auch lw'ii der deutschen demokratischen Patter Imterstijtztz die bisher der Ä Lzialdemokratie die Leitung des Kabinettes" überlassen wollte. . . Den Standpunkt. der SvnMprMaten Präzisierten die!.^licisch'parlamentarischen Nachrichten wie.folgt: Die Sozia!- d e m o k r a t i'e. h e h a v v t,. unbedingt a ns ihre m '.n s p r rt ch, die Präsidenten der Nationalversammlung, des Wiener Mp rgenzsituyg Reiches und des Neichsntinisterinms zrt stellen. Sie will, im Mintsterium den b e i d e n b ü rst e r l i ch e n P a r t c i e n die Hälfte der Sitze emräumen. Diese Basis der Verständiguna ist noch immer nicht angenommen.. Die bürgerlichen Teilnehmer an den interfraktionellen Besprechungen konnncn' noch immer auf die Besetzung der Stelle des P r ä s i d e n te n d e r Nationalversammlung' durch einen von den, ihren an Stelle von Dr. David zurück. Demgegenüber erklärt die Sozialdemokratie, daß das Präsidium der dtationalversammlung überhaupt kein H a n d e l s o b j e k t ist, sondern automatisch den Fraktionell in der Reihenfolge ihrer .Stärke zufällig Die Polen redlrn non Menschlichkeit. Berlin, 9. Februar. (Meldung des Wölfischen Bureaus.) Durch die am 7. Februar in der Presse bekanntgegebene Mitteilung ist dem Obersten polnischen Volks rat gegenüber die Einstellung aller Kampfhandlungen an die Vorbedingung geknüpft worden, daß keine bewaffneten Formationen auf reichsdeutschem Gebiet verbleiben dürften. Hierauf ist der preußischen Regieumg heute nachstehende Antwort des Obersten polnischen Dolksrates zugegangen: „Aus allge m.einr n Me nsch.l ich tcit§ rücksichten haben wir Ihnen die Etustellung von GdiselpolM uud Nepressaltett, die Entstellung der Luftitub Gasangriffe, schließlich zwecks Vermeidung unnützen Blutvergteßens die Einstellung von Kampfhandlungen vorgeschlagen.. Wst haben gleichzeitig niemals den Standpunkt verlassen, daß wir d en E ntscheidungen des Frtedenskongresses nicht v o r g r e i f e n wollen. Unsere Bewegung war ..ein elentent a r e r P r o t e ft d e s B o l k e s gegen ^M^iahrzehntelange Unterdrückung, die Nichtaufhebung von Ausnahmsvörschristen, die Nichtabbernftntg von. hakaristischen Beamten, und die Greuel denroral'.sierter Grmzschutzbandm. Während unserer Berliner Verhandlung haben . Sie - volle - Geneigtheit zum Abschltlsse eines Waffenstillstandes^ und: weiteren Ver-. Handlungen bewiesen. Entgegen den getroffenen^ Vereinbarungen mackim Sie den Abschluß der Waffenruhe abhängig von der Auflösung unserer bewaffneten Formationen. äBtr lehnen diese Ford erung tategorisch ab. ' Unsere Formationen sind der Schutz unserer Heimat gegen den'disziplinlosen Grenz- und Heimatschutz und gegen eventuelle Kampftruppen gegen den russischen Bolschewismus. Wir machen Ste verantwortlich für ferneres Blutvergießen und ’ rufen die gesamte männliche Bevolkerrmg zur Bertndigung von Weib und Kind, Haus und Herd auf. Der Oberste polnische Bolksrat. Gez. K o r f a n t y, P o s z w i n s k i." Diese Antwort ist ein Kabinettstück polnischer Entstellungskunst. Mit Worten beteuern die Polen immer wieder, den Entscheidungen des Friedenskonkrefies nicht vorgreifen zu wollen. Ihre Taten und die planmäßige Entfesselung und Durchführung des Aufruhrs stehen in schroffem Gegensatz zudiesen Worten. Die preußische Regierung hat mit ihrer Forderung nur das verlangt, was nach der klaren Rechtslage ihre selbstverständliche Pflicht war. Was die Polen nach Berlin trieb, waren w e N i g e r Rücksichten der Menschlichkeit als vielmehr bittere wirtschaftliche N o t. Sollten die polnischen Machthaber um ihre Macht zittern und es deshalb nicht wagen, den von preußischer Seite gewiesenen Weg zur Einstellung des Blutvergießens zu betreten? (Und wie benehmen sich diese menMichen polnischen Machthaber gegmMe.Juden! I,hre Menschlichkeit besteht in Pogromen. — Die Red.) Noske will Kernen Reichssoldatenrst. Berlin, 9. Februar. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Weimar: Der Oberkommandierende N ö s k e und Kriegsminister Reinhardt haben den Antrag der Berliner Konferenz der Soldatenräte aller Armeekorps auf Bildung eines Reichss o.l d a t e nr a t e s g b g e l e h n t.. Klagen der elfätzifchen Deputationen« Weimar, 9. Februar. Die Mitglieder, der N a t i o n a l v e r s a in m I u lt g waren heute abends zu einer Versammlung emgeladen, in der die e l s ä ß i s chlothringischen Delegierten ihren P r o t e st gegen das Vorgehen Frankreichs in Elsaß- Lothringen, gegen die B e r h i n d e t u n g d er Wahlen in die deutsche Nationalversammlung, gegen die von Pariser Zeitungen geforderte Verhinderung der endgültigen Abstimmung und vor allem, auch gegen die unrechtmäßige und gewalttätige Abschiebung von Alt-Elsäßern und deutschen Bewohnern des Elsaß vorbrachten. Vertriebene ElsÜtzer. Weimar, 9. Februnc. Meldung der TekeKupben-Korn' pagnie.) In Freiberg im Bnisgau fand eine stark vesnchte B e rs a m m l n n g vertriebener- Elsaß- L o t hr i n g e r statt. Die Versammlung richtete an die deutsche Nativ rtalversammlung eine Kundgebung, in der mit Rücksicht auf die jetzige Notlage dringend um H lfe gebeten und Hetzen btc widerrechtliche Ve-l-tzuna des WaffenstlllstandSvertrageS durch Ausweisung der Elsaß-Lothringer sowie gegen dte. Zurückhaltung ihres Vermögens protestiert wird. D^e Entschließung fordert. weiter Maßnahmen zur wirtschascltthm Unterstützung der durch die rücksichtslose Ausweisung der btttersten Not preisgegebenen Elsaß- Lothringer. In Offenburg ist ein großer F l n ch t l i n g s z n a auS Straßbm-g mit etwa 950 Flüchtlingen ein getroffen. - Der Anblick der A u s g e w i e s e n e n, unter denen sich siebzig- und achtzigjährige Greise, alte Frauen und Mine K i n d e r in großer -Zahl befinden, war tief traurig. Die Flüchtlinge beklagten sich bitter über das rücksichtslose Vorgehen dev französischen Le-^ Hörden, die vor der-Abfahrt des Zuges die peinlichsten Leibesuntersuchungen Vornahmen. Die Flüchtlinge wurden sogar gezwungen, dte geringen Lebensmittelmengen, die sie bei sich trugen, herzugeben, so daß die meistm der größten Not und dein Hirnaer preisgegeben waren. (Genau so wie seinerzeit die jüdischen Flüchtllnge aus Galizien. Da diese aber nur Juden waren, blteb die Welt ungerührt. —- Die Red.) Deutschland willkenre epnanntenAb geo rd neten. . Weimar, 9. Februar. (Wolfs.) Die Stellung der Nrgünung zur Frage, ob die im Aufträge des elsaßlothringifchen Wfsbundet'. in Weimar -anwesenden 12 . 10. Februar 1919 Seite $ elsaß-lothri n g ischen Vertreter zur National Versammlung zugelassen, werden köniien, ist folgende 3000 int Reiche verstreut übende Elsäß-Lbthringer haben' diese 12 Herren nicht gewählt^ sondern nominiert' Nach den Wahlgesetzen komrüt ein - Abgeordneter'' äuj ungefähr 150.000 Wahlberechtigte. Es erscheint'völlig unmöglich, die unzweifelhaft reine De pro tratst e. der Nationalversammlung durch irgendwelche Zuziehung a b z u s ch w ä ch e n. Besonders Fnterefsen vorzubringet» und für sie zu sprechen, ist die Aufgabe der Erwähltyp des Volkes. Keine deutsche Regierung und gastz gewiß nicht das deutsche Volk werden sich ihren Pstichten .eyt- . ziehen, gegen die Erdrosselung des Selbstbestimmunüs-»' rechtes der Elsaß-Lothringer feierlich Verwahrung -ein, . legen. Hier gibt es keine Bedenklichkeiten und keine Befürchtungen, sondern nur ein Gebot: Gerechtigkeit für alle! Nene Kämpfe in Hamburg. Hamburg, 9. Februar. (Meldung der Telegraphen« Kompagnie.) Ein Spartakistcrttrupp versuchte, GciangeneMs den , Strafjnitizgebäude. zu befreien. Die Arrgreifer mußten aber/ nüch-" dem sie H a n o g r a n a t e n gegen die Fenster geworfen hatten, wieder abziehen. Die regierungstreuen Truppen^ sind zuversichtlich, da die Waffendepots der Arbeiterschaft in den nächsten, Tagen geleert werden sollen, w o z u n ö t i g e n f a l l s cku'ch . A r t t l l e r i e herangezvgen werden soll. Bremerhaven von Regierungstruppen besetzt. Bremen, 9. Februar. D^.e Besetzung von Brentechaven ist. in der Nacht vont 8. zum 9. durch die, 2. Landwehr-Schützen-, brigade kampflos durchgeführt worden. Es wurde an keiner Stellt Widerstand geleistet. Bon der MiueitsuchflotUlle wurden etwo 80 Mann sestgenommen, ebenso der Führer des SosdätenratcZ Armgart. Konflikt der WaffenstiLstandskommissiflfl mi^ Foch. Trier, 9. Februar. (Meldung derTclearaphen-Kolnpaante.)^ Marschall F o ch verlangte, daß die in Rußland befindlichen elsaß-lothrmgischen Soldaten, die im deutschen Heere dienten,' vor allen , anderen dortstehenden deutschen Truppenteilen zurückbe>8rder1 werden. Von deutscher Seite wurde dieses. Verlangen abgelehut. Marschall Foch ließ am 6. Februar in S P a a nutteilen, er halte seine Forderung aufrecht und drohte, falls ihr nicht, Folge gegeben werde, mit der zeitweisen Unterbrechung des bewilligten Abtransports deutscher Tritppen aus dem Gebirie des Schwarzen Meeres. :Vl Ein französischer Uebergriff. Trier, 9. Februar. (Meldung der Tclegraphen-Kompagnie.) In Völklingen (Regierungsbezirk Trier) erklärte der befehle führende französische General Bonnal drnt dorügenGsMeinddvorsteher, das Land sei jetzt französisch. , Kinder, ^bie geboren , würden, seien Franzosen und als solche int französischen Geiste zu erziehen, woZu er dem Gemeindevorsteher und der Bevölkerung nur Glück wümchen könne. Der Knaben warte jetzt der Ehrendienst mr franzöMren Heere. Die Wafsenstillstandskoinmiffioil wurde von diesem Uebergriff des französischen Generals soso» verstädigt. .. -' ■ Eme englische Prefseftimme über Eberts Rede. London, 8. Februar. (Meldung des. Neuterschsw Bureaus.) „M a n ch e st s r Guardia n" schreibt zuv Eröffnung der deutschen Nationalvers-ammlung: Eberts Eröffnungsrede hat kaum die -philosaphische Note Wilsons getroffen.. Es ist weder sehr-stxchig noch sehr vorteilhaft, Schmähung>ön-?üW' 'd.i^ Alliierten auszuschüttsn, und noch weniger, ihnen zu drohen. Deutschlandhat ungeheures Unheil Mei^-die -Welt und über sich selbst gebracht. Die erste'Hflichi der Vertreter des deutschen Volkes ist es, in-^sHr^n'.' Herzen nach der .Ursache zu suchen. ' ,; - Die Alliierten sind sehr daraus bedacht, daß-dieMÄ^.. tionalverfammlung Deutschland eine stabilere Reg'iLLttnst - gebe, die sich aus den Willen des Volkes stützt,-und daß es. sich ernstlich an die schwierigen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Aufgaben macht/ denen H^gegenübersteht. Die Alliierten werden nicht grundlös^Dsütsch>- l-and Hindernisse in den Weg legen. Was die.Alliiertem wollen, ist nicht die Fortsetzung des Krieges'-.unteranderen Formen, sondern ein wahrer Friededer schott zur rechten Zeit zur Versöhnung führen wird. Aber die Grundbedingung dafür ist, daß ein neuer Geist dasoffizielle und öffentliche Leben Deutschlands durchdringt. Bisher sind hiefür noch nicht viele Anzeichen vor-' Händen, die Mehrheitss-ozialisten, die augenblicklich' Deutschlands Stimme sind,, haben sich den eigentlichen Ton in-der Rede und ebenso in der Handlungsweise^ die sie während des Kriege) infolge ihrer zu iütiiüeu Verbindung mit der kaiserlichen. Regierung angenommen haben, noch nicht abgewöhnt. Je schneller dies< geschieht, umso besser für Deutschland lind die ganze Welt. c " Die französische Presse gegen Ebertt. Paris, 9. Februar. (Meldung der Telegravhen-Kompagnie.) Die französische Presse kritisiert einsiimnng in scharfer Weise die Rede Eberts, in der sich in neuen Worten der alte deutsche JmPeriallSmus zeige, der auf den Trümmern, seiner ^einstigen Größe nichts von seinem Hochmut verloren habe. ,,Dis Dcufichen hätten die Hoffnung noch immer nicht verloren, sich den Folgen des Krieges entziehen zu können. Gegenüber einer solchen Haltung erwiesen sich sehr ernste Maßnahmen als notwendig,, wie die Ablieferung aller Waffen, die Verringerung des EffektivständeS der Armee, die Besetzung von Essen rmd der Eisenwerke in. Westfalen. — .In ähnlichem Siime schreibt der „Figaro", das «Petit Journal", „Echo de Paris" und andere Blätter. - - . Italien. Setzerstreik. Rom, 9. Februar. (Meldung der Agenzla Stefans Das Personal der Z e i t u n g s d r u ck e r e i e rr ist in den Ausstand getreten mit der Forderung, des Achtstundentages. Nur ^Popolo Romano^' ist Samstag abends erschienen. Die sozialistischen Organe. „Avlknti" und ^Giomale del Popolo" erscheinen weitere

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