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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-10 · Heft 23 (10.2.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 23 (10.2.1919)
Date
1919-02-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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geller ffo-ätmut»* *tu> r « pttitt: ..VSfe.it: Mit öuflcEui'.g ml ••> Hasl: Mo«Ech. . . L V.— :: r. üfc GamjLH ip . ... 80.—- Pojwersa«!,: Wynstttch. . . .X 7.50 ft|*vt9itsirvig . . .. ss.- Mwsiihrr, ..... 44.— »««siShrl,, . . . .. 88»— ^keL»ptz»««t «»» 44088. »t,d«ktt»« ÄS1S, ab 6 Nhr abend» Nr. 10»«1 Nrek« pMifii (feafc: ,.»«16'> fl*-4 Kt^»k»LtShri« > *<* ^a!b!a«»kiA »_.• »«'» 4^!»-^. GanstShpIs •« ..* NeU«Kti„tt».. i:' :':; Mr« N^. -r^s.'. . J Rv.!5pÄ . pp Nr. 23 -G- Wien» Montag, den 1V. Februar ISIS 1. Jahrgang Die letzte Wochen ' Die letzte Woche vor einer großen Entscheidung. Per deutschösterreichische Bruchteil des jüdischenVierzehn- VtWonenvolKes hat am 16, Februar sein Wahlrecht »y auszu-üben, daß er dett Pflichten des Staatsbürgers einer freien Republik und den jüdischen For- Äerpngen nach der tatsächlichen G l esichbe r e ch t ig ü ng und nach Anrkennung des Rechtes auf H i e e i g e n e Nation genüge leistet. -; Wird Deutschösterreich der einzige Staat auf Sem- Territorium des alten Oesterreich bleiben, in ötzssen Konstituante kein Vertreter des jüdischen Volkes M? Im galizischen Teile des neuen Polen hat die Iübenschaft in prachtvoller Kraftentfaltung n a t i o° My l e Juden gewählt — trotz Terror und Verschüchterung durch den chronischen Pogrom. In der j's ch e ch o - s l o w a k i s ch e n R e p u b l i k und m I u g o s l a w i e n erscheint schon jetzt die jüdische .Metung gesichert. Nach einer verläßlichen Bemachen die jüdischen Wähler in Deutschneun bis zehn Prozent der Gesamt- . mrs. Darf dieses.Zehntel ohne Vertretung, darfes durch jüdif ch e Schuld rechtlos Werben? Die provisorische Nationalversammlung hat gezeigt, was wir Juden zu erwarten haben, wenn die Konstituante ohne bewußt-jüdische Kontrolle arbeiten chW. Die Flüchtlinge wurden zu politischen § u f L m e n s ch e n degradiert. Die Sozialdemokraten haben ihre Entrechtung geduldet. Und den Regisseuren der galizischen Pogrome ward die GenugtuuM. daß hiese provisorische' Nationalversammlung der „freien Republik"'als das einzitze Parlament derKulturrest durch eisiges Schweigen förmlich die Zu- WÜmmg zu jener blutigen-Untat gab. .Jetzt ° hat Wk- 'noch in diesem Staate, in dessen Präsidium Ärr Sozialdemokrat S e r tz sitzt, dessen äußere [tife; dev Sozialdemokrat Dr.siBa u er leitet, wie M Hohne iällr^ ^fremtzen" Juden von, der Anwersttat PP unS damiö nstht nue die'jüdische studierende Äugend in eine furchtbare, katastrophale Lage' versetzt,, sichern'Sen jungen Staat vor ganz Europa blamiert. / Kann sich auch nur e i n e jüdische Stimme nach dym Ki Februar in.der Konstituante erheben, dann «ich sie alle Einsichtigen und Gewissenhaften, mitteißen und wird nicht nur ihrem Volke dienen, sondern alle - jene' dunkeln Elemente in die Schranke weisen, die diesen jungen Staat' in die Reaktion drängen und don allem Anfang sein Ansehen untergraben. si i Nur im Wahlbezirk Nordost ist es möglich, na- Üon'aljüdische Kandidaten durchzubringen. Auf , der Die Baller Die Türkei soll bestehen bleiben. — Volksabstimmung in Oesterreich - Ungarn. — Die jüdischen Forderungen. — Ungarns Leiden. B e r tt/9. Febmär. In? Fortsetzung der Debatte übex die' Resolution Grundsäsen zustimmt, .die die, Handlungder Kol o n i a l f r a gen R - - - — - betreffend die territorialen Fragen erklärt M ü l ler (Deutschland), daß die deutsche Dclegationden '-Resolution in.Pezütz auf die Petgen aufstellt»//Jetzt, wo das alle tegnne gestuxzt sei, muffe di e de u t s ch-o' R)e p u b l i k Ih r e Kolo n i e n z ürü'cker h a l t en, - damit sie wirtschaftlich gedeihen tanu.^ . - - . ■ , ■ . M istra l (Frankreich), der Berichterstatter vder K-ommision, sagt im Schlußwort: .Die Kommission bgt-den vorgebrachteü Wünschen Rechnung getragen und in emzclnen Detailpunkten die ursprüngliche Resolution entsprechend abgeändert, jedoch konnte die Kommission> de n .t s ch e ch i s ch e n Z üf a tz .n'i^ch t i a nnehmen. Redner stellt fest, daß sich NieMnd? gegen.die volle Unabhängigkeit Armeniens, Polens, Georgiens usw. ausgesprochen' hat, und daß auch Niemand dasöofftöe Verschwinden der Türkei verlangt. Auch den andern Ländern, wie A r ab i'en und M e s o p'v t'äm'i e n, w rd dw'Resolution gerecht. Die e n g l i s ch e n Genossen unterstützen die I rl ä n d e t m ihrem Bestreben nach vollstäiidiger Unabhäug-gleit und sie unterstützen auch die S e l b st v e r w a l t u n g s b e st r ech n n g e n derJnderundAeghpter. Somit Hätnicinand Grund, sich zu beklagen. E!ue Volksabstimmung wird selbstverständlich auch in allen Landern der ehemaligen Habsburger Monarchie durchgeführt werden müsten. Was das memationale Kolonisat> onsshstem bestrifft, so haben wir - heme m it der, vol l e nhe t e y T a t s a ch e dieses ' Systems zu rechnen. - Iu -der Hauptresolmion hat die Kommission eine Anzahl Nebenresolutionen zu einzelnen Fragen, wie' zulU-Beispicl d e r Hir den entscheidenden Tag. Mögen alle Juden Wiens in. dieser letzterr Woche Mitwirken, daß die jüdischen Wählerinnen und Wähler der Leopoldstadt, der Brigittenau und in Floridsdorf die Tragweite ihrer Abstimmung erfassen und sich für die nationaljüdische Kandidatenliste entscheiden. - Nur dann werden sie sich, ihrem Volke, diesem Staate und der Freiheit dienen. (Allgemeine 'Unruhe?) Internationaler GewerkschaftsLongr.etz, Dern^ Z.sFöbrüar. (Meldung'derSÄweizeris.cheyOÄlschen- Agentur.) In - der ■ NachmirtagZsiNnig des mtcrnat!0nalett , Gew^5schastskongresses wurden zunächst'dieirgrizosischen und rntzUcheuM' ferckte über - den Vorschlag der Konnnissioü gehalten. Nach^emer emstimdigcn Debatte machte I an s o n den Vorschlag, dreerhobenerr Emwände m 'das Protokoll, aufzunehmen, den Wortlaut der . „ -rfr. , . . — . tage der Kommffsion, welche--die Schaffung eines mlernatlonale« , und,; MbestZamtes-und eines Arbcstspaellnnrntes verlangt,, ^steb-n.wurde. - Dre Borausietzimg^ledes wlchamm \ * ’ ' . ... unterstützt diesen Antrag, wvxaust stch- Lebensmittel für Oesterreich. j Kie Entente gestattet die private Ausfuhr! aus der Schweiz. '9. Februar. Hollands Nieuws Bureau .berichtet aus London nach der „Daily Mail", daß pri- $ die Firmen in derS ch w eiz gewisse Mengen p 0 n N a h r u n g s m i 1 t e l n a n O e st e r r e i ch l i e f e r n hstrserl.' Die zurzeit von den Alliierten der Schweiz jugestandenen Ra 1 ionen werden entsprechend erhöht. Weitere Maßregeln stehen nach Rückkehr der nach, Oesterreich gesandten Kommission bevor. , j Die Montag - Nachmittagsausgabe der „Wiener Morgen- Mung" kostet 20 Heller. von j ü d i s .ch e n F r a g e, - e ü t s p r e rh e ,n d t r a'g e,n e n W ü n s.che y red i der GianüWoluWri gckJffdert'.-Mi! .Ä u n'f i'‘ uinWrn)7'MöNl7 FortzeÄtlgm der UrbetteMastillL die Schaf, mternanonalen Achesterschutzes - nur so west praktische Bedelünng erhalten,'als. die politisch organisierte Arbeiterschaft d:e tatsüchbche Macht besitzt, sie durchznsetzen: '' Wird in P a r i s der Ssvg der einen Mnchtkgrnpve über' die andere anZgebeutet. so wird daß unmittelbar znr.Fo.lge haben,' da ß., d i e a r b-e i t e n d e tt Klaffender h es t c g te n L ä n d e r ins schw erste E l e n d gM''a t e n trotz aller schönen.Grundsätze der Internationale Siegen in Paris die i m p e r i a l i -st sts ch-^e n I d c e n gewisser Länder, so wird es beispielsweise für Ungarn ganz, unmöglich sein, die Grundsätze des allgeMeincn.Arbttterschntzes-durchzmühren, da t " -" ". ' ' " Abenteurern A beiterschutzes b.lbm die g e w e r ksch st f-t'l i ch'c n O r sta n is a t i v n e n und sozialpolitischen stäatlichm Institutionen. Diese Institutiomn-werden ungarische Republik\ zum', in ihrer Wirksamkeit vollständig Ungarn, der von den Rumänen besetzt''ist, hat die ^fremde Soldateska ' ‘ ■ ' die Prügelstrafe v eingeführt und die Arbeiterschaft wird veih.ndert, ihr .freies Koälitionsrecht. tatsächich auszuüben. Ungarn verlangt dm Schulz der» International^. Die französischen amd mglischen Gcrivffe'n 'dürfen sichnicht durch Schweigen zu Mitschüldigen"dieser Schande des 20. Jahrhunderts machen. Durch die brutalenMäßnabm-'N der pa^ migarffche Landbesetzt chattenden Äimeen wird es beispielsweise der Zent'-altrankpukasse in Budastest nicht einmal möglich gemacht, den durch denMäeg zug -ünde gerichteten Invaliden ihre Rente zukommen zu!Weu, und es wird weiter verhindert, daß. aus der einzigen l , stZrythesenfabrik in Budapest diesen Unglücklichen die künstlichen Glieder zugesandt werden können. (Hört! Hört!) Redner beantragt deshalb, daß zu dem Arbeaccschutzvrogramm eine Resolution, angenommen wird, die-besagt, daß, solange die Friedenskonferenz mcht ^endgültig^ iitjcv* btc Territorialfragen entschieden hat^ die Institutionen? des gesetzt chen Arbeitcrschutzes N'cht durch gewaltsame Mäsinabmen an der Ausübmig ihrer Tätigkeit verhindert werden. (Beifall:) M i l h a u d (Frank-ei'ch) weist darauf hin, daß infolge der durch den Krieg m allen Ländern bewirkten' mrgcheüren F narizläst es unumgänglich sein wird, überallbedeutendeBerm ö.g e n s st (Bern einzuftthren. Die natürliche Folge dieser Steuern wird sein, daß das Kapital veickuchen wird, nach jenen Ländern auszuivandern, wo diese Steuern geringer sein werden. Infolaedeffen behält sich die französische Delegation vor, noch einen Antrag einzubringen aus i n l e r n a,t i v -n a l e R e g cl u n g d i e s e r S t e u e r f r a g e n, um eine Kapitalsans« Wanderung zu verhindern. Kürski (Polen), der Vertreter der jüdischnationalen Organisation, kritisiert in der Charta die Regelung der Sonntagsruhe und beantragt, daß an Stelle der geforderten Sonntagsruhe allgemein in der Woche eine Stzstündige ununterbrochene Ruhepause mit Rücksicht auf die jüdische Arbeiterschaft verlangt werde. Die Fixierung des Tages sott den einzelnen Ländern überlassen werden. Ferner beantragt , er, j. e g l i ch e e i N s ch r & tt*,, kende Bestimmung in Bezug auf das Recht der. . Einwanderung fallen zu lasten. i, ■■■?,' Diese Forderung wird von Ehasanowitsch (Pofi ale Zion) unterstützt, der. eine« weiteren Zusatzantrag -stellt, durch den mit Rücksicht auf die wfr^ihuftst gliche Depression eines Landes die von diesen». Ldpd . getroffenen Einschränkungen in der Einwandernng. der Kontrolle durch den Völkerbund zu unterUesM' Haben. , " . ' '-''vf; '4,' . Die internationale Sozialistenkonferenz . setzte gestern M 10 Uhr vormittags ihre Arbesten -über die internattonatz ArbE' fragen fort. : i ■ Huysmans'ersuchte um.Zurückziehung aller, sormmlertey satzanträge, indem -er die ZMchrmng .gab/ Kß, die -mM'M' ortersing - gefallenen Anregungen, bei der^ .Feststellung ^pes. WfWtjven Textes nach Möglichkeit, noch...llerückitchligt werden Die. Nesvluüon. der. Äommistön wurde einstimmig aw ■■ Huysmans unterbreitet der Konferenz sodann eine betreffend die Einsetzungeiner Kommission,-- bestehend Bcanting. Huysmans und je zwei Delegiertem Ms'MM MMA: deren Aufgabe es.wäre, den größtmöglichen. Emfluß Mi Püris,'M. gewinnen, sowie die Ansführüng - der Beschlüsseder ge^enwstMck Konferenz' zu überwachen und Vorbereitungen für, Einest im-Wp oder August l. I. Nttsindenden Internationalen Mngv^ treffen. Die Kommission, würde von Henderion, '.BWlyM.Wd. Huysmans je nach Bedarf nach Bern berufen'werdöm-MimerAetönt den provliorffchen Eharatter dieser äls Exekutive den nationale gedachten Kommission. ^v,' •'#’;; . t n Ist . der . Debatte Msirte'' ep rdaß .die Emschuüg emer M«-' Mission"voll Mtzerördenckicher. Bedeutung -sei, da.- zWchenHeMW fassting der Sozialistenkönferckz- und.,.dM TeMenziyttitt MM-r» ändert äuzunchmen., Iouhaux ßhen Delegierten eingebrachten NesoKttion zum B gegen'derenAnnahnie-s i ch d v.e den 1%ch ew, 1ch e n n n d h y l-l-ä-n dis ch e n D <l e a i4 v ien/MikdK Begrüduugwandten, daß entsprechend' beit BeschlüffM^dersrüheM iNteinättonäleü Gewerkschastskongreffe dic.Gewerffchaften fich Nicht mit politischen Problemen iu-befaffen haben.' ' :\l -- 'In der famstägigen Nachtsitzünst, trt welcher.KonjpH geschloffen werden sollte,; konnte' .eine Enigung- -dbM. die jiM Iouhaur ohne vorherige Kommissionsberatuntzen gesiellte -Resülutzon ziim. Völkerbund nicht erzielt ^werden.' In dieser RckMnwn.MW Joichaux"darauf''hin, daß in einem Bölkerbünde»'.--M^LujetztK PaMzustandekommt, -die bürgerlichen Elünentei'--.vvxwi-ary werden, und verlaugte ein Internationales Burza^fLk' die Bevteilung d'er Rohstoffe und die mterngtionalisierlingi di-s-.L.pansPott- Wesens. Schließlich wurde eine fünfgliedrige Kommifstötz'-zur Ans-' ärbei'tung einer' neuen Resolution eingesetzt. - ' . .. Die rumänischen^^Sozialistem i - ' .- Bern» 9.. Februar. '(Meldung der Teiegraphen-MWagst^) Die rumänische i n k e r n a t tto not« So- «. iit str aktiv N richtet aü den Sozialistenkongreß eineMrWßllngs-' depesche»-in der; sie g ege n d i-e G r e u e l t MeH - dr-r 'i'u' m ä y i s ch e n .R e g i.e rm n g, die dre HrMeii --^d<S- D.rykens d e s x u m i! n i l ch e n B o tt e S ilnterWcke, prMstiert.-In Bukarest seien Arbeiter zu Dutzenden gerötchM Fi'chHir der.Sozialisten gefangen gesetzt und gezüchtigt worvetttMeber b'iö Notlage der rumänischen Juden schweigen diese Sozialisten. -- Die Red.) . , i SelbstLestimmung für Schleswig-Hvtstein. . Bern, 9. Februar (Meldung der Tclegraphen-ÄMpagnir.- Die von den deutschen und dänischen Delegierten^ Mfi.d'er.-.mter'"- uat!analen Sozinlistenkonscreuz abgegebene gemeiNgMMüläruys über die neue dänisch-deutsche- Grenze hat folgerioey-Wortlaut: ..Die deutschen und dänischen Delegierten erklären 'LUyHiffstimmend, daß. die neue dänisch-deutsche Grenze nicht uäch dritzi Älecsst der Gewalt, sondern nach dem Recht d e.'v.>S^el-bstv be'stimmnng der von der Aendernng betMencu Be°> völkmmg zu lösen ist. also durch B o l k s a'b'si>Drn» uj |. Die Grenze ist so zu ziehen, daß keine EnNaven eMeM . 'Dm nationalen Minderheiten werden in beiden. Stetest" glkichv nationale Rechte verbm-gr. . ' -.

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