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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-08 · Heft 21 (8.2.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 21 (8.2.1919)
Date
1919-02-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ip seiner letzten Wahl- Me bWchnet er 'sie als »jene, Die noch auf' die Ge- Menheit lauern, vielleicht doch Karl von Hpbsburg Mehtze Mf'dem Thron zu sehen.^-Fur die hohe Würde Hststsi.Mmistets' und hie mit Hr verbundene, sticht Ende niedrige Besoldung könnte Herr Dr. Bauer Ms armen Steuerträgem mUOtwas mehr Anstand ÄNd Korrekterem Deutsch aufwarten - Ein Mann, Mlchee' - - sich ' „gemeinsam mit dem deutschen Hruoem für die höchsten Güter/des Volkes einsetzen Hill^ sollte vor allem die Sprache dieses Volkes mcht M verhunzen.' Äber der Umgang' beeinflußt die Hrtte den StU Der sozialdemokratische, von gut jüdischen Hstern stammende Dr<'Bauer ist. Über Nacht Liebling M - antisemitischen, deutschrMkasssn Couleurstudenten -tztzwordemErstvorwenigenTagensind diese wackeren Mgen Leute 4 vor seinem Bmeaüfenster erschienen, mit Mherchen Wangen und Md lestchtenden Augen, frisch «ßn völkischerMrbeit weg, sie Wien unmittelbar vor- M die' tscheMchen, slowenischen Md jüdischen Studen- Ms deck Weyer Hochschulen hinäusgeworfen. Sie ihm zugejubelt und er hat mit ihnen „Deutsch- Heutschlcstch über alles" gesungen. M'7DMr - sM^ biMfefter KnWenanstand und sein MeckMes: MWWeütsch. Es^M Uber nicht zu -er- WM^daß:er>W> davM abkömmen wird, denn er damit voMüM euren gary hübschen Erfolg erzielt. MMMchWr^/Hürer Kaloen^ Md dem..-,Themen ist HU :ippMeffevrKummt. regl fich kein Hauch chH -WchersprNches mehr im bürgerlichen Blätterwald. Me ZeitMgen, welche noch vor zwei Wochen gegen Hm WHH^^WÜr(Wue''v.orzeWe. Verwirklichung ge- ^^^^hähen^'stnd heM still. Ihre Bedenken gegen .usMferüng' unserer Industrie und unseres lsMn.'die 'übermächtige Reichsdeutsche Kontrettz»4gegen die. bedingungslose Uebernähme der auf Htti Reiche/lastenden Verpflichtungen, gegen die Melsgabe unserer walten Märkte» die Unterbindung ZWhündörte 7mW wirtschastsicher Beziehungen und die Mnöttge MMsfmdeiung der Sieger scheinen verf en.'Dafür bringen sie - in ,sklavisch getreuer Wiederedie Änsch'lügreden DrÄBauers und seine amt- Wen Verlautbarungen, ohne ein Wort hinzuzusügen Mer wegzulassen Wie sie seinerzeit blind gehorsam die literarischen Ergüsse des k. n K. Kriegspreffe- MaMers und die byzantinischen Auslassungen der ver- HeoöneN/Höf- und Militärkanzleien reproduziert haben, Merschlerßen sie jetzt den Stoff, den ihnen HerrBauer und Me AMmten gebieterisch auf den Schreibtisch werfen. Men'diese Zeitungen und die Leute, welche hinter ren stehen, vielleicht von gestern auf heute die .Meinung gewechselt? Nun, da wäre nichts Der- Mmderliches. Man ist ja daran gewöhnt, daß diese Mteffe den Mantel nach dem Winde dreht, daß sie DDMicht üur nach der Konjunktur des Tages, sondern Mlch. dey ChMcen der Stunde und der Minute einrichtet. WMMl jedöch hatsiesich an Charakterlosigkeit selbstüberf en. Sie hat nicht die Meinung gewechselt, sondem jedeMemung verzichtet. Sie überläßt einfach Herrn wer das Wort und den Lesern die Ausgabe, t den Bauerschen Tiraden anzufangen, was sie gerade wollen. Sie bringt die Flüche, welche der Minister den ketzerischen Anschlußgegnern an die KöpLschleirdert, aber nicht das kleinste Argument dieser GWeM Die "Spekulation ist charakteristisch und durchsichtig^Neht es mit dem Anschluß gut, dann hat man eben mitge- Mfen; geht es schief, ist man unschuldig wie ein neugehorenes Kind. Man hat aus eigenem nichts dazugetan, Herr Bauer hat geredet und Kagt: die Verantwortung. Unsere Zeitungsleute haben jedes Empfinden dafür verloren, daß »- in Momenten schwerer Entscheidung die ^Presse verantwoMch mittun muß, daß es ihre heilige Pflicht M .an der Bildung und Klärung der Meinungen Mitarbeiten. Die Parole der Wiener Presse heißt: Dabei sein, wenn es was zu holen gibt; sich drücken, .wenn es was zu verantworten gilt, und sonst mit allen mt Freund sein, die augenblicklich an der Schiissel Koalition der große« Parteien. — Ebert soll Reichspräsident «erden. Weimar, 6. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Wie in DeutfchSsterreich, bildet stH auch in der deutschen NaLionalversamMlung eine Koalition heraus. Die Mehrheitssozia l i st e n, b ü r g e r l i ch e n Dem o k r a t e n und daS Z e n t rum wollen gemeiMm die Regierung übernehmen. Der Reichspräsident und dev Reichskanzler werden von /den/Mozigi» demokraten gestellt und es dürfte E b e r t die erste, S ch e i d e mann die zweite Stoffs Mernehmen. Die erste Sitzung der Nationalversammlung ist würdig, aber ohne jeden SHUWg verlaufen. Die Versammlung ist ebenso müde, wie" das ganze deutsche Volk, das ist : ME Hoffnung auf einen Frieden auf Grund der Wilsonschen Bedingungen wankend geworden, ist. Die provisorische Reichsverfaffnng, die eine weitgehende Demokratisierung Deutfchlgnds bedeutet, soll morgen on bloo ohne Debatten verabschiedet werden. D a s e r st e B u d g ach witzd der Staatssekretär Dr. S chisfer am Dienstag Vorlegen. Wie es heißt, verlangt er eine Kreditermächtigung von 25 Milliarden Mark. -Z ' Naher Beginn der direkten Friedensverhandlungen. Eine Aeußsrung Wilsons. Berlin, 7. Februar Das ^Berliner Tageblatt" meldet aus dem H a a g r Wie gemeldet wird, hat W i l s o n in der Morttagssttzung die Hoffnung ausgesprochen, daß dar Beginn der direkten-Uriedensverhandlungen nach feiner MWehr nach Paris erfolgen Mrde. Oie kleinen NMf^Whei der Friedenskonferenz. Paris, 7. Februar. Die Agenee Havas meldet a m t licht Die Kommission für den Völkerbund erzielte in ihrer gestrigen Abendfitzung b amar k ensw e rt e Fort sch ritte in der Prüfung des Projekts. Sie beschloß, entsprechend der Entscheidung dös Komitees der Konferenz einstimmig, daß Vertreter Griechenlands, Polens, Rumäniens und Tschecho-Slowakiens zu den Beratungen der Kommission zugelassen werden. Die Kommission hat in ihrer zweiten und dritten Sitzung etwa ein Drittel ihrer Aufgabe gelöst. Sie diskutierte die Artikel, welche sich aus die Bildung und den Zweck des Völkerbundes, die von demselben zu beschützenden Interessen, die Zusammensetzung seiner wichtigsten Organe und die Bezeichnung feiner Mitglieder beziehen. Wenn auch die Entscheidungen für jeden Artikel bisher nur provisorisch sind, so erscheinen doch vep,» ' schiedene große Schwierigkaiaan^baaafHH i g e l ö st. Aeher die Prinzipien, dU deD gMzM Projekt zng r:mbe liegen sotten, wmda MU ( aygemeina Äehereinstimmrrng erzielt. BrManns Schreckens- . .. herrschast- ./WW4 Die Arbeiter- und Danernbewegüytz im ÄW 1 Stockholm, 7. Febmar. Ägch hierGvrriMK»- den Meldungen ist die rumänifcha ArbeikekundBäuernbewegnngvon BratiastuÄMi't-1 l e idlos n i e d e rgeschla g e n‘ w ö ade n. Die Teilnehmer an den Anruhen Wurden m a ss en Haft z u sä mm en g esch'oMe n, schwer mißhandelt und in den Kerker geworfen. Zu den Opfern dieser Maßregelung gshören d i a bei den Del agier e st f si Md i e S t o ck h o l m e r K o n f e re« z, Faim n und Constantinesest. Derersterehvstrda von den Soldaten ans dem Fenster 4 :[.die Straße geworfen, wo er tot liegen blieb. Constantineseu erfuhr die gleiche Behandlung und trug Verletzungen schwerster Art davvm Der Sozialiftenführer M 0 s k 0 v i t s ch wurde ' beim Eindringen des Militärs in daMsozMi» stische Parteilokal s ch w e r v e r l e tzMv ' . . Bratianu, welcher derzeit in Paris Hon demokratischen Phrasen überstießt, verhindert durch die strenge Zensur die Verbreitung bewahren Tatbestandes. ' Herr Dr. Bauer soll sich durch seinen über die Wiener Presse ermngenen, allzu leichten Sieg nicht täuschen lassen. Die Leute, mit denen er sich in der Anschlußfrage noch wird auseinandersetzen müssen, sind aus härterem Stoff wie unsere Zeitungsleute, die jeder Preffehofrat kneten und sonnen kann. Vielleicht wird er es erleben, daß die .siegenden und diktterenden Ententeleute das monotone Presseecho seiner Reden nicht als Volkesstimme, als den Ausdruck des Volkswillens werden gelten lassen. Vielleicht wird es doch nicht so glatt gehen und schön enden, wie heute die gezähmte Wiener Preffe es schildert. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Entente den Anschluß zum Vorwand nimmt, um Deutschösterreich noch weitere Fetzen aus dem Leibe reißen zu lassen und noch mehr deutsche Menschen und deutsches Land an hungrige Nachbarn auszuliefern; daß das Stück Deutschösterreich, welche sie dem geschlagenen Feinde eventuell gnädig überläßt, sehr klein ausfallen wird. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sie den Anschluß verhindert und Deutschösterreich gedemüttgt allein bleibt. Wäre es nicht vernünftiger, über all das ruhig zu sprechen, alles zu erwägen und dann das Volk, das wirkliche deutschösterrelchische Volk, entscheiden zu lassen? Statt dessen begnügt sich Dr. Bauer dömit, eine kirregemachte, verantwortungslose Presse nach seiner Pfeife Lanzen zu lassen und glaubt, daß .rngnst Weltgeschichte macht. Die jüdischen FlüchMnge. Der Krieg hat diese Menschen erst geschMö'n. Obwohl aus Teilen des eigenen Staates gekoinmen>?standen sie in Entrechtung und Beschränkung nahec deMFntel'- nierteit und Gefangenen >aus. FeindesländerE'Hul Beginn des Weltkrieges haben die Juden in gpsßejr'Mässt« Galicien und die Bukowina verlassen. Habe Md Gut geopfert, uin mit den Russin, dem Feinds Melcher den.Juden wegen ihrer Treue zu Oesterr^ichr besonders Whässig war, nicht in Berührung zu trMM Kahrend die anderen Bewohner dieser Länder zumeist zuhause geblieben sind und es verstanden haben, Mt der besitzenden Macht recht gut auszukommen, suchtest dü; Juden die unbekannte ferne Fremde — in ErMestheit für den Staat, als dessen gute Bürger sie sich.fühst^. Auf Rosin waren sie während der langen KriegsjaM in all.den Orten, die sie. in Westösterreich, aufzusüchen gezwungen waren, nicht gebettet. Doch mußstn dsi

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