Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 19 (6.2.1919)
- Date
- 1919-02-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Girts-IekEpk«: Drei» 30 l<B#t;Jöcäwutu• f'Ttkr«Otrffft . .\ aästs::: 2ftä Zustell««- t«S ’•;> v' Haut: itfCfOfMr f* . .. 80.— *i*lj 'MU V»llversa»d: WW»tt»urch. .. .k v.s-.'. f,' NLs^ettLhviy. . .. 82.— . . . „ 44- ■ ^:;’<BfäRtftfljir?»» . . . .. 88.— '•>Ä. 44088. i-daktt-v 4881S, 6 Nh»; f »**.16801 N«ks 30 Keller ifcäimmctiKoii#* trtfetr* fKy' chK-D-pÜ««^.. >- %-M a-. Mevkeksälsuist * . „ . 84»—. j »rldfii^utq -. .•; 48.—, •?i\ .SS»-<''; rrairtron ul AÄu^rrk-»«* W-*v. M,- 8tknrttr*& Vafls«Lrrr«ff-v>O»»0 M». d.«»S!«- Nr. 19 WM» Donnerstag, den «. Februar ISIS =£== 1. Jahrgang 2Jot dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. ' Die Irrdustne,; der Handel und das Gewerbe Dentschösterreichs stehenvor dem Bankerott: Der '.Mängel an Rohstoffen und Kohle lähmt gegenwärtig -jede Tätigkeit und ' -'traurige Gegenwart. Miel bedrohlicher - als.-. Wer.Mcmgel an Material, Welcher in absehbarer: Zeit doch zu beheben sein WW, Hi^die Hunde l s pal tWs'chfe-' I so l i e rstn g. M wüche der Staat -geraten ist. - Man braucht hierbei .Httticht an feindliche uttdf neutrale Länder zu Muhen. - Die bedrohliche 'Sperre - beginnt knapp M' den Grenzen 'Wiens;' -Was - früher offene HÄMz und 'laicht zugängliches, fast konkurrenzloses Hbfätzgebiet war, ist heute „feilMiches" Ausland. Es WM sich die bange Frage, ob es gelingen wird, die Ett Beziehungen wieder herzustellen und unserer Industrie und unserem Handel, welche auch einst nicht sehr KynkmrenzfLhig waren, die alten Wege -zu ebnen mtd neue Zu erschließen.. Urrd b a l b zu erschließen, denn die sreuMändische Konkurrenz wird nicht mehr lairge ZUwarten mrd sich bald der von uns veUassenen Märltte cuts 'dem Boden der ehemaligen Monarchie bemach" .Mw Die politischen VerhAtniffe werden ihr es leicht nrüchen, auf allen irr- Frage kommenden Absatzgebieten andie Stelle des geschlagenen, mid mit dem Odium W ^Feindes" behafteten DeuLschösterreich Zu gelangerr. deutschostöLreich ntuß aus dieser katastrophalen .MMchest hexausgebtacht werden, -.es müssen- und sei MHAch'-Unter großen 'Opfern, 7 MögtichkeitLn für die ^Herausnahme der alten DirLschastlichen Beziehungen Waffen WMen. Aber es rüK > M unchts! Bisrmn KWust unsWs HMels und^Genrerbes. Die Stelle .')c .dod allen anderen bMsen ish die politischen edingungen für-'die Töiederaushähme der-Handels- Setzungen ^n schaffech,ist -U nff er- S t a a L s a m t Ms A e u ß e r n. Es versagt in dieser Beziehung Sent Leiter, Dr. .' BaM. erblickt seine darin, für den Anschluß an Zu > arbeiten, ihn, wenn nötig, Zu. erzwingen.^ Um diesen M'ünkt drehen sich all seine Aktionen und Publikationen. Er betrachtet M anscheinend nur als Vertreter erster reichsdeuffchen Äntercchteilung und; verzichtet auf jedes selbständige Handeln für D'euWostki'reich. Es'soll hier nicht für oder gegen diesen Anschluß plädiert" werden. Aber schließlich ist doch unser Schicksal,, und gar unser wirt- MaWches, ..nicht. einzig; und allein m Berlin.. beschlossen. Mögen sich einzelne MärrUer mit der Vor- Mreitung.. Ibis; eveWellen Anschlusses, beschäftigen, Mgen -spezielle,' diesen Zwecken gewidmete Äenster igtzschaffen. werden; .1 aber , der .ganzd, dem Staate zur Berprgrmg''.peheD^'MloytWche '-Apparat darf doch .Hcht'/'-MsschlieKtzh,;.Mu -''vtrzveGet' werden. Die Miststen Staaten arbeitenheute überall, und alle 'ZeMngen wissen von ^ihrer ArbeM. in allen -Zentren hes Auslandes Zu. berichten, Deutfchösterreich arbeitet, M fn. Bechm,. . als ob dre WeltKMe mit dem'.Stadt-- Plan'! der preuMchen.Metropole identisch wäre. Bon Mset Stelle' habest'Deütschösterreichs Industrie und Handel nichts zu erwarten.. .. 7 Auch in der Nattonalversämmlüng,. unserem neuen Parlament,' ist Über diese wichtige Frage bisher' nicht .em Wort verloren worden. Man hört dort wohl oft vost Handel Md Industrie reden, aber immer nur im ." Zusammenhang mF Steuerfrägen,' nie im ZüsüMmett- DMF mit Fragen der. Förderung und Enttvicklüny. Da wird ^in kleinliches Gezanke darum geführt, ob Mser. Wirtschaftsleben eine Steüerbelastung von zehn oder von fünfzehn Prozent des Ertrages aus Industrie' und Händel verträgt. Und wer zwei Prozent herunter- ^zankh kommt sich -wie ein „Retter^ vor. Daß dieser -Streit schließlich überflüssig werden konnte, weil inzwischen'jede Industrie Und jeder.Handel ausgehört haben, daran denkt keiner der Volkstribunen. Auch von dort winkt kein Heil. In dem jetzigen Zeitpunkte» da all.e Vertretungskörper und Aemter -sich als unfähig erweisen, die Frage der Wiederaufnahme der ausjvärttgen Wirtschaftsbeziehungen hu lösen, ist. es wohl angebracht» 1 daran zU'eynnern, daß Deutschösterreich ein für diesen Zweck vorzüglich geeignetes, aber bisher unbenutztes Instrument, Wtzt, seine Juden. .Als Zugehörige eines über die ganze Erde verbreiteten, an der Weltwirtschaft in -heworragendem Maß beteiligten Volkes sind sie be- Standrecht m Linz. W Fortgesstzte Plünderungen. — Ausbreitung auf das flache Land. Linz, 5. Februar. (Meldung des Telegrayhen-Korrespondenzbureans.) Heute wurde über die HäMK« LinZ-StadL, Linz-Land und Urfahr das S t st tt drs ch t wegen Verbrechens d e s 2! u fruhrs verhängt. Die diesbezügliche KundAiachnng ist von der ^rovisorischen Landesn regierung» vom Arbeiter- und Sotdatsurat und vom Landes-Oberbefehlshaber gezeichnet. Linz, 5. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenztg?) Me PMnderrmgsn und Exzesse HähM pch heute vormittags wiederholt. Es wurde» LsLensmittsllädsn, DeMaLeffsngefchLfte nnd<a^h FuwelenhM'-dlungen angefallen und ausgslserL. Zur^ Stunde, 1L Ahr mittags, fcheiE H,. als ob die VolLswehr Herr der Lage wird. Doch ist die Situation dadurch verschlechtert, daß dl« Exzedenten die Absicht äußern, nunmehr ihre AMon auch ans das stäche Land auszudehnen» des GroßgmMeW Nkscheste Durchführung der ReforM. Budapest, 3. Februar. Wie „Äz Est" erfährt, wurde in eurem. gestern. atzKHÄtchßim MiuistÄrat eine rnteresiants "Entscheidung getroffen. Präsident Karslhi drstökte.dMMtschiedene»Wunsch ans, daß die B0denberterlnng auf das rascheste, und zw.atk sofort nach Publkziernütz des Gesetzes über die Grnndbesitzreforich begiune;• und daß •'man'mit^'der BodenvevteMmg 'enMrechend-.diesem''G'esetze/MeH ’ ■ ' Die KohMföLderUng rapid gesunken.' . 7 Ostra«, 5. Februar. (Tel. der ,,Wr. Morgenzttz.") Vom sberschlesischen KohleNreNier wirD gemeldet; Die Lage auf dem KsUenmarkte ist «ach wie vor t v 0 ft 10 s. Die Produkstis« beträgt nn r 2vttv W a g g 0 n s t ä g l ich gegen 14.G® 0 Waggons n 0 rm'ftt'e t Arb eitsleistun g. Für den verrtschösterrerchischen Bahnbetrieb rollen nur sehr DWgd Kohlenmengenab. - Düsseldorf» 5. Febmac. (Tek d.^»Wr. Mmgenztg.") Der Arbeiterrat hat ans das liltm&k&m der Bereinigten Düsseldorfer Verbände nicht geantWortet^ weshalh heute um 12 Ahr Etag« der Generalstreik beginnt. An diesem nehme« unter anderem teil : Die BeLMten nnd WrbMer von Post, Eisenbahn und Telegraph, die Aerzte, Apotheker, GastwirLe, die gesamte GesMstswelt und die Schulen. Die Gas-, Wasser- und ELektrizitätswerke sowie die Mdtische» Stratzeubahue« halten den Betrieb aufrecht. . 7- 7 rufen Md fähig, den Wiedereintritt Dentschösterreichs in den Außenhandel zu bewerkstelligen. Es bedarf auch keiner komplizierten Vorbereitungen, um diese jüdische Arbett in Kraft tteten zu lassen. Die deütschösterreichischen Juden werden sich ihr geme unterziehen, denn bei emem wirtschafttichen Zusammenbruche. Deutschösterreichs sind sie doch Hauptbeteiligte. Das versteht der einfachste Jude. Es bedarf auch keiner umständlichen diplomatischen Vorkehrungen; der Weg zum Juden findet der Jude -auch ohne solche. Nur eines wäre von oen Lenkem dieses Staates zu verlangen: Sie dürfen den Juden keine Hindernisse in den Weg legen Md dürfen nicht durch antisemttische Exzesse Deutschösterreich in den Augen der ausländischen Juden kompromitteren» da diese sonst, ttotz aller Bemühungen,;ede Verbindung mit Deutschöster.reich ablehnen werden. Unter den deutschösterreichischen Juden sind wieder die jüdischnational organisierten die Berufenstem Ihnen steht, eine allweWche Organisation' — übrigens' die einzige, welche im Kriege durchg.halten hat und noch fester geworden ist — mit allen ihren politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Beziehungen zur Verfügung. Ueberall ist der jüdischnationale Gedanke sieghast durchgebrochen, in Amerika, England, Rußland, der Ukraine, in Polen Md der Tschecho-Slorvccheh überall, wo Deutschösterreich wertvolle AnhüiDWkte für wirtschaftliche Beziehungen zu suchen hat. 'ist naheliegend, daß im Wege dieser OrganiseLiön M segensreiches Wirken für die Zukunft unseres -WÄ-- schaftslebens entfallet werden kMn. Die Nasivnal^' juden DeuLschösterreichs wollen, entgegen, gllen Mer«^ leümdungen der Assimilationsjuden» an dem WohteMhyt' Dentschösterreichs ehrlich Mitarbeiten und werdsn"jjjäub. alles; leisten, was sie -nurleisten KSnneW ' Nur darf mM nicht aus Unverstand - oher äus- Mißgunst, - welche - gegnerischen Parteimteresseü springt,' ihr redliches Wollen abweifen und PiMtO.'; Wenn, es den Nationaljuden gelingt; hierzulande zur Geltung und zur Führung-der hiesigen Iüdenschäft z« gelangen, dMn ist. damit auch auf dem) Wege der wirtschaftlichen Entwicklung DeuLschösterreichs - - em guter Schritt nach, vorwärts getan. Die.-Wiener Iüdenschäft soll gerade jetzt, vor den Wahlen in die Konstituante, daran erinnert sein, daß-em Sieg der jüdischnationalen Idee - nicht nur zur Gesundung b# jüdischen Lebens führt, sondern, auch-viel zur wirtschaftlichen Gesundung Dentschösterreichs beistagch wird. »t. /