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Wiener Morgenzeitung · 1919-02-04 · Heft 17 (4.2.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 17 (4.2.1919)
Date
1919-02-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Z«r» 90 üelUr : /' pvLrrwivvalisrrspvokfer /•' i Mi«»r Mit ZiHeüitts i»r "■■■■■1):. Heu«: MsvaUich. . . .L V.- -U^»-t«lfLi,ris . . „ 20. - i ... ,1 swv— .'-?'-.• iirbi ■'•://’äßet»aiiiHf. . , ,B : K«^«chr!« . . . ., 44.- . v 88.- . ‘v; ■ ■f folltpboxe: &bmihi&ea- 5^r. 16801 , rener GttNrlrrrsmpjovr PrM trrrtr» W»»octlich » . . .L 8.-, NtsrLoUShHs. O«w;syrra ... ,«y 4&— . * . \4 06.— KsÄitirtis« «. AdMtpV«»' MV«. ». TsiwrOvsS» . ilsr. t—8 V»fts»ai7!ralNk»'K*«t« ■|lr. Ä*98 .. >W%* .'-.-*-1^ >-u«g0Ml Nr. 17 Wien, Dienstag» de« 4. Februar ISIS 1. Jahrgang » Die ALopie. Bisher in Polen zwölf Jude« gewähtt. Bis Zur gegenwartigen Stunde v e r.h e L m l i ch t die p v L n i sch e R e g i eru n g d as Erg eb ui s d er polnische« Land ta g s w ah l en» obwohl diese bereÄs am 2«. Jauner stattgefunden haben. Rach den bisherigen. BerichLen solle« zwölf Juden HewÄtt sein, doch ist mit SicherheiL anzunehmen, daß diese Zahl sich noch erhöhen , wird. FeMeht, daß in Wa r schau d r e i tut io naljü d is ch e Kandidaten g e wäh l t worde» stnd, und zwar Schriftsteller N o m b erg (Jüdische VolksparLei), Hirschhorn /(IMksHe Volkspartei) und Grünb anm (Zipnist). Die Wahl des zionistischen Kandidaten Dr.Hstas^ Thon in Krakau wird bestätigt. Aus derselbe» Quelle erfahre» wir, daß nach den Mitteilungen polnischer Blätter angeblich 420 Kandidaten des nationalen Blocks (ÄegisruUgss partei) und 80 Sozialisten gewählt worden find. Eine Bestätigung dieser Nachricht bleibt abzuwarte«. Volle Beftichigmg der Milche» > . Stephen Wise bei Balfonr und Ceeil. /. Kopenhagen, 3. Februar. Das Zionistische Bureau berichtet: Der BizepvLfid.eM)Mep Zionistischen Organisation Amerikas, Pr. Stephen Wise, hatte eine längere Unterredung /Mit B a l f o n r. Balfonr veDchepte,, daß seine bskannLe GrÜLrusttz' vsm'-L MovHrchMHLM n nr ei n M i«r mu-M d e fsem d a r st eti e, 'ns,.as d ie I «>en o o n L e r Frivd0u^- koU^se renz zn ge nt L r tig en h ab e«.; - ' :; ' / v7-':; Dr. W i s e hatte auch eine Auterrebnng mit Lord Robert G e e i l,' der sich dahin äußerte, es könne, kein Zweifel bestehen, daß die Friedenskonferenz die j ü d/iHE'e.» Fordernngen voll befriedigen werde. Ce'eil sagte, daß die Mische Sache^sdit November v. I. außerordentlich g r o ß e Fortschritte gemacht habe. (Stephen Wisteist der bekannte Freund des Präsidenten W i l s o n, von dem wir in Nummer 3 unseres Blattes den A über Wilson brachten. D. Red.) Heut« schon wird mancher. triumphieren, der den echten Völtürbund als Utopie erklärt hat: Was jetzt in Wien, 3. Februar. - Diß'KqtsMft, dis G'räside.^L WUon am 8. Jänner Mg18^ an den Mngrch richtete/ .wuxL»e Ln Deutschland Mit Hohn. und^ einer Flut von MsMmpfungen aufge- ^MAmen^ Die-'Mizielle ÄZelt"tzckt''iarcht'.cherstLnde»,^ daß .Mrch diese/historische. RM eine' vpllige Umwälzung ../M /höliUchsn.'Denken .ünh ist/her politischen Methode. ' Mstropas/bollzAgen wstrhsü ahnte nicht, daß E /Sätze ^resHL Rshe:W./a^//'stWere/3Saffen. erweisen 7:Hch«n/.äls' .lDs „deutsche DchwM" und die deutschen 'Dai'0netLe. .Nur ein Fleins HäusMn horchte auf, als das Hchp''dieser-' Mde, durch die' Welt ging, und schöpfte Glauben an die höchsDn Güter her: Menschheit Md an die ^Machtdes Geistes//dessen Stimme . sich in Wr -trostlosen/Müste /der AomM^iH/Zerfleischten.. Welt M exßeben fAien. Diese Mnigen/tvichhen verlacht; chinter M schönen/Peden Wi'sons, so,' sagten Pie Weltklugen, sich/hec^ brutale DernichAstgswÜle' des ameri- ,Müschen,/Mitalistischen^ /Imperialismus. Kurz-, die .Mestle" fitch/D'ch^Windel, uA eE^lt 'ohne Akietz ist HM Utopie//.^/ .•;/ / / '.•/ :,/ E -HeuMstä^Mn/wir uns der' entscheiderchsn Stunde, hie - MA'stMhüHder Mlsonschen Idee bringen - Ml/MilsoM^ Hietz^hadEW.-dpn threx' Hoheit nichts' ein- WWß'i. "ote".Mchrichten,.aus Paris komrnen, t./iwLeHpMchsh!Äst,7und /gaE-Üfsün zeigt sich, daß Lll die/Hänzösische- P^litHsD/schärfstelst Gegen-- M? zu der») proklMierLen -Idee' des-SelbftbeNrmnungs-- hechtss der 'Völker vund/des Völkerstündes befindet. / Es. istÄvtWLnpig, MchenMaMaut/der KÜsonschen Botschaft EerL»mSn,'. ''d^.,MwrlZ, fast'MgWrt verhallte. /Die die Wilson /anr.8. Aänner/1918 (die 14 PuNkte) MmMierLe, sjnd Mgendr?:' „Wir ' ve rl-ngeneine Welt- -Mnung, .8iÄ das^ freie/Lehen/d^MÄMschiH»E'Ulld Mtzm VoM, nicht/chstx /Recht -HrhuM,. E'M .vop/ergennuKge'n uKh ^ÄeberwäWuttg ^' schützt." Gestüt' heißt, es: ^Hur^öDr^unb-HtUst// in ngren HerträgsvyrschpiflEn/' groHFst-Md'.' AeMnMlke^n' ünäntastchMn' Besitzstand und vMtische, FreMit durch Dchneirch'ürgschäst / sichLru."^ Schließlich: „Das ganze Mograrstm,. das ich veMrudete, xankd sich um den. einen Hründsatz:/ä l l e n V ö'l i e r wj H a r-k e n u n d' s ch w ajchHn,-/aXtGst, S-tümm«n, groKen unb kleine'p, ^-kerches/Mechr;/in /gesich^rtHr Freiheit so tzÄ le bL N;/ wiL/i-hnenbe l'te dt.- Der 'Bauiritsr- Mtivnalsn Hechtes 'kann weder > ganz, noch Ln/irgend- Mem -TöKEstjiLndchafd dauern, /chsnn - dieser'- Grundsatz Hcht sein MndalNLNt -äst.' In htzsÄN gewaltigsten,' in Mstw - l^tztew 'Wieg - .für'. die FrsiMt/ des Menschen-' HstHlüchtes A 'der Gipfelpünkst. sittlichen Empfindens «Dommen. Ünstre Kraft, unstr/LLmer Witts, die Lauterkeit uHever. HMebrmg und ihres. ZweKes rnuß nun M Probe .WHtzn. Wir sind/in ^Bereitschaft." / '//- ^.Phrastn? ^n'diüsen Wörtzei^l-M/solcher' .in Hlchsr Zeit MprÄchen,. liegt M / folchirü /PswüsttstiN Hs/Ernstes;|:; .^nache, lnir stMchen ^HrrpfliMung, Liste solche .Hidenschäft der ',HLnMH'-.äN/Zitz.' Idee/ M Elches PathH^ HS MÄstLs', .Hß/Müö/mMschlichL ^'Äeele, M Hu GWüsn an M..Menschhe'U' HM vierlörG/hat.. M) ihrer 'Mrststug esttziehchr Mn/ Sa/sptstcht/nur/ein. Herrsch, der eine.Berufung'in sich sühtt, der 'sich-selbst stur als Wi D«Hr der Idee betraÄstrt» die .zu verwirk- Achen seirw AufgabL ist./DÄ» Mdäfchen Vo/l,k,/das Mürr den Grausamsten des Krieges,, die' nicht /nur Muscheu-H^r/.Hbds'rN'auch Seelen zerrifstn haben, unestdlich Mitten Ht, hörcht« auf:/ hier wurde Mm'.erpeuststll KD Spräche ' gesprochendüs/ 'seiner Sprache verchandt ist.' Es war so. viel gelästert werden; der/Name Mttes war dstrch die, gottloststen -Reden und Mstni- /Me Mu HeHstHrrt / und' .Heerführern/ geschleift, wor- HirÄ»/Haß es wie 'eine Erlösung tpir'kte, in Worten, .die HW,.von GpLt sprachen, endttch dH Stimme der gött- ' ßttVL^p' 'Aü/verns^üien. -Die ^bcdfc, die hier Hrkünhtzt /wüschen, .waren die uralten Ideale' des jiidi- /sche« VöMsr/DieMevechtigkeit. als die Herrscherin der Wltz FreiMiv .dH Völker zu voller Entfaltung nach ihrer Stimmung; die' brüderliche. Vereinigung aller Völker zst einem--,Bunde, Hr die Idee/ dH Menschheit ver- Krklichsn fölst Dies die Uwpir, für. die das jüdische W»K. ist einer' .frewHn. und feindkichen. Welt' jahrhundertelang gelM. bat, fiir die es geschlagen und Hr'fölgt,'//Mchättde't Md verachtet wurde/Und die es WtzbLm.'.üt/HtKem/W».vbrn/an die MahrHit amLs.ben stehielt. ‘ '/1 ’v '' v " ' Paris zusammengebraut wird,, ist nichtsanderes als ein neues System der Unterdrückung und des Imperialismus; im besten .Fall soll der Völkerbund eine Art Versicherungsgesellschaft sein, eine - Verhinderung von Krstgem weil die Völker selbst emgeseHü chäben, daß selbst siegreich« Kriege sich nicht mehr "lohnen. Es ist noch nicht festzustellen, wie weit diese SWtlker recht behalten lverden. Eines aber wissen wir:/was. immer jetzt beschlossen -werden mag, die 'Idee .des Bölkerbuudes wird nicht aufgegeben werden^ Sollte:der PölkerLund' nicht verwirklicht werden, so haben wir /daraus.. keinen anderen Schluß zu ziehen als die Verpflichtung, mit allen Mitteln weiter für ihn zu kämpsen.. Das jüdische Volk hat imnrer Forderungen. ausgestellt, deren. Erfüllung den anderen unmöglich schien.. Es wird , auch weiter für die Utopie känrpfen. Die. Utopie voN gestemr wird morgen Wirklichkett sein,, so wie' die Wirklichkeit von heute gestern Utopie war. Wir haben aber auch die Verpflichtung, klar und vernehmlich darauf hinzuweisen, .was uns hei den jetzi-- gen Beratungen über den Völkerbund der' Kardinalftrhler zu sein scheint.. Was bei den. Verhandlungsn otS „League of nations“, Gesellschaft der Nationen, „Völkerbund", bezeichnet wird, wird , stets nicht als wirklicher Bund der Volke r, sondern als Vereinigung der Staaten gedacht. Es liegt hier ein- Fehler vor, der durch die politische Eigenart der Westmächte gerechtfertigt wird, die infolge ihrer weitgehenden, wahrhaft demokratischen Verfassung ein „nationales Problem" in unserem Sinne gar nicht kennen und mit den Verhältnissen' Osteuropas zu wenig vertraut,zu> sein scheinen. .Daher ist der Gedanke noch nicht durchgedrungen, daß als ethisches Subjetzt und Träger einer Idee ledig- ' lich das Volk im ethnischen Sinne,, keineswegs aber die politische Organisation des Staates in Betrachtkommt. Die eigentliche Gemeinschaft, der sich die Menschen zugehörig und verpflichtet fühlen,- istnicht der Staat, . sondern^ das Volk.. Die GMich.w von DesttzpreW Unglück und Ende ist genügend Beleg. Das'Selbste bestimmungs-recht der Völker darf -nicht, nrst/m,'/.stem Sinn verstanden werden, das jedem Volk^dwMktzg-' lichtst einer eigenen Staatenbildung auf semem-/^rrri.- iyviW^'KgLben wird. 'Volk MNd Mrritorium'/fizD/Dhr' emheitlichs Begriffe. Es darf nicht - übersehsii.^sM?!Hri, - daß. jößr/Hft,.. auf einenr Territormm. mehrvre '/BöMr /chöMg pepmischt beben/ Wenn .dLeW-hrHiHüäLW-/.WLn Staat, bekommt, so muß auch für dis/MinMpWit - eme//VHanstaltuug -zum Schütz./ ihrer. ..M6lttz./?De- Lvossest tverden./ .ein"/Fehler, -' nale und // Lerritorialü- .-Fragen,/ identisiziert'^ÄMKM Mm Schutz , der.' mat ionalsü Miuor-MäM/n; wurde bisher/nicht gespvocheu. Und doch/^ist/Hs/MMtze , hie / Unzufriedeuheit der' / unterdrückten-/-MMWaM,/- Ivvlchü sohäufig den Anlaß/.'zu/Kriegen/,gM. WÜsvü/. der. das ZeHnslxchL'. der.'kleinen.-MÄer M/ä^Lrsy/,HAg-.' erklärt hat, wie das Hr grpHn//.kLNN.-/au- ' blem. nicht vorstbersehen.. Ein Volk darf/ nichts rechtet, werden, wenn es 'infolge./ bssoMerrr,.SM^salL nicht derart, auf einem TelchiLorirüm lebt, Hh /MMrt einen Staat bilden könnte. Darpus schon'ergibt'M, daß nicht die Staaten, sondern die Völker' MiMWrr, des/Dölksrbundes sein-müssen.' ' > ' Eduard Bernstein hat iü einer jMgst.ibei/Paul Cassirer in Berlin) erschiemmen Bryschüre';MpWlKrid oder Staawnbund" den Begriff des /VößkrVM«K.-..s« interpretiert, daß an ihnr nur tyrrmch.'dÄMpWßHche SLüLten, also solche//Lei denen tatfLMch däs/VrmMii - bestimmende Macht hat, Leilnehmen könne-N;-..-MWÄ würden auch diö Bsziehungen einen intimereil. WirrMer bekommen. Bernstein polemisiert gegen schätzung der- Unantastbarkeit des //.Staates"/-HK/Äur' .insoweit anerkannt werden 'kann, alser Orßa«-/der . Allgemeinheit des Volkes ist, nach ihrem/BedürKEchr sich wandelt und seine diesenwidersprecheüben/FüUk-' tionen aufgibt. - „Wir müssen den mystische« .MaüHtt an den Staat abftreifen, um reif für'den -BölkWstnd/ zu werden." - . / ./>- - Usber diesen Gedanken hiM.uA Mß.

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