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Wiener Morgenzeitung · 1919-01-25 · Heft 7 (25.1.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 7 (25.1.1919)
Date
1919-01-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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l, ■iaiiüiiiiM / C\... >•1^ "! '*«** --" »V.a, xzMims. V DianaSad ■*v -Wien das vornehmste, das modernste, das schönste, das vielseitigste Bad der Welt wieder geöffnet ü Freitag, den 24 Jänner Baioa {4 RäiiniB) Im U j «Mj bbbs KEsisse von IC S«50 aufwärts Kleider* u. Schuhreinigung - Kleider*DampfbügeIei Damen- und Herren-Haar-, Fuss- und Nagelpflege Büfett Angenehme Ruhegelegenheit Kuranstalt auf das vollkommenste u. modernste ausgeslattet, bietet bei: Peripheren und zentralen Nervenkrankheiten Gicht, Rheumatismus u. Lungenspitzenkatarrh Herzleiden oder Gefässerkrankungen jg Frauenleiden, Exsudaten, BSagen- und Barmleiden, Asthma, Emphysem alle Einrichtungen zurUnderung und Heilung dieser und anderer Krankheitserscheinungen nach Vorschriften des behandelnden, bezw. Hausarztes SLerrerstundmrg. Das Siaatsamt der Finanzen hat verfügt, daß ganz allgemein ohne i n d i v i b it e 11 e s A ns uch e n die Einzahlung der nach § 3 des Gesetzes am 1. Februar 1919 fälligen Grund-, Hausklassen-, Renten- und Einkommensteuer zur Hälfte bis 1. März, zur anderen Hälfte bis 1. Juni 1919 verzugszinsenfrei gestundet wird. Die ArbeiLsloftglreit. Gestern nachmittags fand im Zirkus Schumann in der Märzstraße eine Massenversammlung der Arbeitslosen statt, die von det' kom m u niftisch c n Par Lei einberufen worden war. Das Lokal war so überfüllt, daß auch auf der Straße 'au die Menge Reden gehalten werden mußten. Bon den Rednern, die in sehr erregtem Ton - fprccfjcn, wurde die Leistung einer Arbeitslosenunterstützung von IS Kronen täglich oerlangt. Nach der Versammlung bildete sich ein Demonstrationszug, der;im Parlament marschieren wollte. Das starke Wacheaufgebot verhinderte jedoch diesen Plan und die Menge .^streute sich. Eine kleine Abordnung gelangte vor das Parlament, konnte aber nicht mehr in das Gebäude gelangenda inzwischen alle Tore geschlossen worden rcciTcn. > Die SLeuerdemonstrsLionerr« Wie bekannt, plant eine Anzahl kaufmännischer und gewerblicher Korporationen für Montag die Veranstaltung von Demonstrationen gegen die Steinnoenderschen Steuererlasse. Die - Kaufleute beabsichtigen die Schließung ihrer Läden.. Bei -allem Verständnis für die Berechtigung der Beschwerden der Kaufleute muß man doch gegen diesen Plan Stellung nehmen. Durch die allgemein^ Schließung der Läden um fünf'Uhr ist ohnehin ein großer Teil des Publikums, besonders die Angestellten am Einkauf verhindert. Eine allgemeine Schließung der Läden würde, auch wenn sie nur einen Tag lang dauert, vom Publikum sehr peinlich empfunden werden. 10 Ahr-Sperre der Kaffeehäuser. Ab beute biicfeu die Kaffeehäuser bis 10' Uhr abends ossru« gehalten werden. . ' » Advokat Dr. Jak. Nath.-Engelberg hat nach inehrjahrigec Kriegsdienstleiftnug seine Kanzlei in Wien, 1., Werderthorgasse i) (Tel. Oü-08/6) eröffnet. wesen in einer Massenversammlung zugestimmt. Die Einigung kam durch das verständnisvolle Vorgehen der Vertrauensmänner der Arsenalarbeiter zustande. Ueber eine restlose Befriedigung der Wünsche der Arsenalarbeiter wird in den nächsten Tagen verhandelt werden. Vortrag Trietsch. Der bereits angekündigte Dortraa deS bekannten Palästinaforschers Davis Tri et sch (Berlin) findet heute abends halb 6 Uhr in den Neichshallen, Dorocheergasse, statt. Hatchija. Samstag den 25. Jänner findet im Jüdischen Iugeridüeim, H., Obere Donanstra^e 91, 2. Stiege, ein Vortrag deö Professors ,Dr.'B. Aptowrtzer: ^U'r-orolh haasada lmtalmüdith“, statt. Beginn pünktlich 3 Uhr. Hebräisch sprechende Gäste willkommen. , Errriguug zwischen den entlassenen 2lrsenalac&tmm rmd dem gtaateamt für tzeerweserr. . Die Arbeitslosen des Arsenals haben, wie wir erfahren, den Vorschlägen des.SLaatsam.tes für Heer- Die EmLhrrmg. Der Marktbericht. Der gestrige Markt hatte .einen Rückschlag zn verzeichnen. Die Fleischbeliefernng der Gro ßmaröthatle beschränkte sich auf lächerliche 60 Kilogramm Würste. Auch der Fischmarkt war spärlich mit Resten aus den Vortagen versehen, doch war die Nachfrage auch sehr schwach. Der Naschmarkt fiel etwas günstiger ans. 24.000 Kilogramm Weißkraut fanden lebhaften Anklang. Auch da§ andere Gemüse war schnell verkauft. Nur (22.00yKilogrämm) Achsel wurden kaum brachtet. Die Dampfstscherei „Nordsee" hotGemirsesulz zu 6 Kpro Kilogramm an, doch es wurde nicht gekauft. Die übrigen Märkte waren ebenfalls rege.' ' ' Was bekommt man heute? Für heute sind die Aussichten nicht gerade rosig zu nennen- Die schon vor' einigen Tagen avisierten Zitronen sollen heute am Markte erscheinen. Rindfleisch wird für die rayonitrten Kunden genügend vorhanden sein. S ch a s f l ei s ch wird nur knapp angeboten werden, wie überhaupt die Zufuhren für die nächste Woche sehr geringe sein sollen. Eier werden möglicherweise auf den Markt gelangen. An Gemüse sind seit gestern Zufuhren von ZuckerrMen und Karotten ans Niederöfterreich angekündigt, die heute zum Ansgebot gelangen werden. Heute Brotverkauf. In den Bäckerladen wurde gestern kein Brot verkauft. Für die kommende Woche findet die Ausgabe von Brot heute statt. Angaru verhindert den Transport von Lebensmitteln nach Wien. Im Temefer und Lugoser Komitat liegen für Wien abfahrbereit 6000 Waggons Mais, 1000 Wagons Weizen. 500 Waggons Schmalz und zahlreiche Schweine. Seitens der ungarischen Regierung werden bezüglich der Ausfuhr Schwierigkeiten gemacht, so daß die Lieferung nicht erfolgen kann und das Getreide dem Verderben preisgegeben wird. Es ist noch zu hoffen, daß die Entente durch Besetzung der Bahnlinien die für das notleidende Wien bestimmte Sendung steigeben wird. * Kurort Wien. Eine frohe Botschaft» das Dianabad, die schönste und vielseitigste Anstalt dee Welt, ist wieder eröffnet. Das Dianabad mit seinen updo date-Einrichtungen übertrifft in der modernen Körperpflege nicht nur das besteingerichtete hällsllche Badezimmer am ein vielfaches; es ist auch der vollwertigste Ersatz für einen Aufenthalt in ■ Kstrorten.. Für fast jede Indikation sind modernste theraPeutische/Heilnrittel und Behelfe vorhanden, die Anordnungen des behandcluden, beziehungsweise Hausarztes können mit peinlichster Genauigkeit ErfiiÜimg finden. Die relative und absolute Billigkeit des Dignabades tft ein weiterer Vorzug, der nicht zu unterschätzen ist. «. , Med. Dr. Arnold GrLtzer, vom Felde zurückgekehrt, ordiniert ll., Tahorstraße-44, 1. Stock, Tür 19. Telephon 45618. Letzte Nachrichten. Beschleunigung der Arbeiten der Friedeuskouferenz. London^ 23. Jänner. Meldung der Telegraphen- Kompägnie.) Daily Telegraph meldet ans Paris: Die Bestrebungen, die A r b e i t e n derKo n f e r e n z zu beschleunigen, machen sich immer mehr geltend, da es von größtem Interesse ist, möglichst viele Fragen zu erledigen, ehe Präsident Wilson nach Amerika zurückkehrt. Es Macht sich, ferner eine Strömung bemerkbar, die daraüfhinausläust, die Regelung der t e r r i L o. r i a l e n F r. a g e n f o f o r t v o r z u n e h m e n, ömnit diese Fragen vor der Bildung des Völkerbundes erledigt feien. Die Frage des Völkerbundes will man nicht überstürzen, um nicht dabei den Frieden neuerdings zu gefährden. i Lombardienrug der Kriegsanleihen. Bei der Oesterreichifch-ungarifchen Bank hat gestern eine Besprechung mit den Vertretern der Wiener Banken stattgesunden, welche der Lombardierung der K r i e g s a n l e i h e n galt. Eine Einigung wurde bisher nicht erzielt, dürfte jedoch auf der Basis erfolgen, daß die Lombärdierungen zur Hülste von den Banken und zur anderen Hülste von der Notenbank vorgenommen.werden. Belgiens Gebietsforderungen. Bern» 23. Jänner. Progres de Lyon erfährt aus Brüssel: Belgien verlangt in Afrika einen Weg v o m . K o n g o z um Indischen O z e a n, besteht aber vor allem auf seinen Gebietsforderungen in Europa, ■ nämlich ’ Lux ein b u r g, Limburg, S ch e l d e m ü n d u n g. Die Ischechv-potnischeu Kämpfe. Prag, 24. Jänner, Das Tschecho-slowakische Prcß-- buttair -meldet: Die Regierung der tscheche-slowakischen d'epubM verfolgte bereits längere Zeit mit ernsten Besorgnisiem die EnLMickl u n g der Ereignisse im Tesche ne r Ge b.ie t,-} too tzie' Polen zwar «ach .dem Her fallder Monarchie eifttz unvLrantworttiHs Okkupation burchzuführen, jedoch k^ine Ordnung und Sichel heit herzustellen vermochten. Von Tag zu Tag wurde eS klarer, daß man nicht die Entscheidung der Friedenskonferenz werde abwarten können. Aus dem Deschener Gebiet kamen Bitten um Besserung der Derhältnisse. und um Schutz. Die Negierung der tschecho-slowakischen Republik enthielt sich jedoch jeder Aktion die den Charakter einer militärischen Unterstützung der schlesischen. Landesregierung gehabt hätte, da sie sich jedes Konflikts mit dem polnischen Brudervolke enthalten wollte^ Als aber dieser Tage eine englische Mission naÄ ihrer Rückkehr aus Breslau nach Teschen kam undi aus eigener Anschauung die Unhaltbarkeit der dortigen Verhältnisse erkannte, machte sie auf die Gefahr des Bolscheivismus aufmerksam^ und die in Prag weilenden Vertreter der »Entente Streitkräfte beschlossen, an die nnabweisliche Regelung, behufs Sicherung der Ord- ' ttuttg. in. dem bedrohtest Gebiet sowie behufs Sicherstellung der Kohlengruben im Karwinet Gebiet zu schreiten.- Zu diesem Zweck erließen' sie folgende Pro kl ama< ' tio Nt - . , , „Die Bisten der Bevölkerung beider Teile Schle-! siens und die ^kläglichen Sicherheitsverhältnisse habest die Regierung ^ber Republik bestimmt, einen Teil der Enlentetruppep, die aus Frankreich gekommen sind, zu entsenden, damit un Lande Ordnung geschafwerde. Die Bevölkerung ckann ruhig sein. Sowohl die Franzosen als auch die Engländer, Italiener und Amerikaner bewahren für beide Nationen, die die Majorität, der Bevölkerung bilden; warme Sympathien. Mir erfüllen unsere Pflicht als Soldaten. In politische Fragen mischen wir uns nicht ein. Wir fordern von allen Schichten der Bevölkerung Unterstützung. Die/ Republik ist ein Staat der Ordnung." ,Am 23. Jänner um 10 Uhr vormittags traf eine Kommission von Entente-Offizieren beim polnischen Komrnandanten, Oberst L a t i n i k, in Teschen ein, und forderte ihn auf, auf Grund der obigen Proklamw tion den ihm untergebenen polnischen Besatzungstruppeu den Befehl zu erteilen, das Teschener Gebiet zu verslassen. Der Oberst versprach nach einigem Zögern, Latstächlich den geforderten Befehl zu erteilen. Entgegen allen Erwartungen aber und hauptsach-' lich auch entgegen dem Döfehl ihres Kommandos leisteten die polnischen Besatzungen an verschiedenen Orten Widerstand und erholen die Waffen gegen die von Ver^ tretern der Entente geführten Truppen. Sie richtetest sich dabei hauptsächlich nach einem vermutlichen Auftrag des polnischen Nationalrates. Trotzdem schreitet die Aktion> rasch fort.! Um 4 Uhr fiel nach kurzem Kampf O d e r b e r g. Bloß ein tschechischer Soldat wurde schwer verwundet. Die Polen hatten drei Tote und zwei Schwerverwundele. Die Oderberger Besatzung, bestehend aus 40 Offizieren und 340 polnischen Legionären, wurde entwaffnet und in Mährisch-Ostrau interniert. Abends wurde auch Dombrowa, ein wichtiger Schlüssel, züm Karwiner Gebiet, besetzt. Ebenso fielen Obcr-Suchan,' der Sophienschacht sind Poremba in unsere Hand. 'Die Gendarmen in diesen Orten wurden entioaffnet. Bühne und Kunst. Volksoper. „Die SatattLe Markgrnfin", Spielover von Felix SDöiv in a n n, Musik von Oskar Strauß., Die Operette ist in der stürmischen Gegenwart' säst ein Politikum geworden. Kommunisten und Aktivisten zogen gegen den alles überwuchernden Stumpfsinn dieser Gattung streitbar zu Felde und versuchten die Hochburgen des Betriebes im Handstreich zu nehmen. Dagegen erhoben sich nationalökonomisch geschulte Verteidiger'der Fabrikation und wiesen nach, baß Theaterbetrieb und Musilalienexport, Handelsbilanz Und' Fremdenverkehr tatsächlich in die Arme des Polypen verstrickt wären. Man kam aber/überein, daß der Terror nach den Erfahrungen der politischen Medizip auch im KunstweseU eine schlechte Therapie bedeuten würde, und es blieb nichts übrig, als auf die Veredlung des Genres und des Publikums zu hoffen. Diese vagen Hoffnungen mochten sich auf jene Besseren stützen, zu denen sicherlich auch OSkar Strauß gehört. Er hat sich ihrer Erfüllung genähert, indem er den ^Schritt'zur Splelvper wagte, das heißt, auf de« Ursprung der Operette zurückgriff, um sie der Degeneration zu entreißen. Sein Textdichter, Felix Dörmann, hat sich allerdings nicht weit vom Wege entfernt. Da8 Schema Ist das alte geblieben und läßt sich in drei Sätzen w jeder geben: Die Markgräfin findet den Hans, 1. Akt. Der Hans kommt aufs Schloß/ 2. Akt. Hans, nicht hierfür gebaren, kehrt zu seiner Lisbeth zurück, 3. Akt. Diese lapidare Einfachheit wäre kein Fehler, wenn sich Ddcnschliches oder BolkL!- tümlicheZ dahinter verbärge. Allein es hat auch diesmal' bei der herkömmlichen Theattrei sein Bewerrden.' Rühmend wäre anzumerken, daß die Verse des durchkampomerten Librettos frei dahinfließen und sich 4m Sinne der Spielopcr von leichtester Komponierbarkeit erweisen. Von dieser Eignung hat Oskar Strauß in seiner' Weise ungezwungenen Gebrauch gemacht. Er hat nicht, wie. mancher seiner Kollegen beim Stil der? großen Oper Anlehnungen versucht, sondern blieb, sich selbst getreu^ bei der einfachen Melodik und Rhytmik, welch» seiner; Dr^tvorlatze entsprach. Die Harmonik bewegt sich m w*ijB

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