Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1919)
- Date
- 1919-01-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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, . Dla Myrgenztg.^ Dem Zürcher Zeitung währt, welche da» der Pariser dis ßeplantyr lsttSWürrsche. m. (Meldung d« ^Wr. eiser Vertreter der Neuen Einblick in eine Karte ge- Wche Nationalkomitee offiziell m\m% ' sorlegs« wich und Polens darsteN. Darnach Poöolien der Me in den 'ritthemschen Gel werLe» unter 'recht iranrmrtlrch \M, falls die schlossen merben.i Oppeln» ferner Md die Gebiete Glaubensbest« rHrde der polnische Mat 4L0.000 Quadratkilsmeter umfaffen. Falls Ären einen selbständige«. Staat bilden sollte, wichen.Teil des historischen Polens sn Litauen ätoryfai werden. Polen wirb M -sich beanspruche«.' DiM.bieLe von Wilna, Grödno und. MmsL, VM M» dis Grenzen Mich von Kiew VerlMen ss'oen, indem Wolhynien' und ILraine überlasten werden, mannten Gebieten gelegenen werden in Polen einverleib tte der sprachlichen MmoriLüts" Ostgaltzien. Die Prsvinß Tesche« e'chen zufttmmen, an Bolen emgeeutschländ soll Oberschlefien bis sen sowie Danzig und Allenstein eten, die von Marusen lutherische» sind. Die Stellung Königsberg« ficht noch nicht A Es wird entweder eine deutsche Enklave im polichen Gebiet oder eine unabhängige RepubliL mit jrtfchaftlicher Anlehnung an Polen bilden. Der resior Teil Ostpreußens soll Litauen zugesprochen wem. Livland könnte sich im Falle der. defimtWen ^oslösung von Rußland mit Polen .veremigen. ' Ms Wi^en ’m Ghslmer GsMM; . W-chschie, SO. Jänner. .der.' Morgenzig?) Le Blatter melden, aus Kiew: Zur' Klarm^ der v krickelten politischen Lage fand hier, er» natronaler Kongreß statt, wobei Ostgal izerr durch V8 Delekrte vertreten war. Da die Wahlen, im C h o l in t J © e b i e t e bereits , ansgeschr^ben. wurden, wende rch die polnische Preffe hestrudagegen 'Und spricht besckrainischen Regierung das Recht ab,!rn diesem zu Men gehörigen Gebiete Wahlen vernehmen gn kfp, Rußland. Zionisten m SlöiMn. ». IS. Jänner. (Tel. der '«Wr. M»r-MgSz? stchewmsche NegierungSvrWent ernpflng et*e . ÄS^MhacdN, Z« Erfche anchlf_ _ ...___ Dtleaatr»« fibrifcher Monisten. Ge eMrte sich bereit, M der Frieden )nf«e»z die Interessen des ßumi&nuä mit M vertrete«. Kto „Groß« Liter dev Re^vlErm" i« Amerika. Rew-D^k, 19. Jänner. (Meldung der Telyäen-Komsgnie.) Nach der Meldung hiesiger n soll Marina Breschkowskaja, die ^DroßmutLsrdev-: ruschen -RevoluKon" mn - IS^JSnner am dem fernen L ten m Victoria (Britisch-Kolmnbien) eingrtroflen se, von wo sie'nach Washington weitrr- Meffen S-eabsistige. MgoslawiM. MWiMmAg gegen die Tschrchsik. *, Jänner. Das hiesige Matt Hrsat UrMmt in he stier Weise gegen die Tschechen Stellung, deren PolÄkerVmit den Italienern zu fraternisieren beginnen und Io die größftawische Sache verraten. D»s Blatt wirst der Prager Regierung egoistische JfJWe vor, die mit ihre wirtschaftlichen Interessen betticksichtigen und dar traurige Schicksal der in den von den Jtalieneen.^besetzten Gebieten wohnenden LMsiawen gar nicht bedenken. Auch sonst macht sich k« Kroatien eine «regte Stimmung gegen die Tschechen bemerkbar. Man hat auf ihre Waffenhilse gerechnet, wenn eszstn 'Ernstfälle mit Italien käme, und steht fick, nun drstch die unbestimmte'Haltung der Pesger Regierung enLäuscht. Zudem erkennt man die Analogie, die Zwischen Dalmatien und Deutschböhmen besteht. Deshalb werijen auch Stimmen läut, die den impermlistischen Expäisionstrieb der tschechischen Re- PüMk entschieden verurteilen und ihr Vorgehen gegen hie deutsche Bevölkerung in Böhme» absolut »W güthritzen. Berha«dlrm§en mit DeNLsHSKe-rsiG die - , 19. Jänner. Wie verlautet, beabsichtigt südslawische R^ienrM, an Deutschösterreich den M richten, über die strittigen Teile Kärntens ukd Uyterfteieynarks erst auf der Friedenskonferenz konkret zu verhandeln. Schon die Besetzung Marburgs «rd Cillis durch die Slowenen wurde vom serbischen Urmee»Oberkommando nicht' gebilligt, das der vollzogenen Tatsache nur zugestimnü hah um feine Truppen rächt zu desavouieren. srumü«ren. Zudeupogrsm vr -ft. WMZ. Budapest. Asido. Szemle. schreibt: LüttMmrg Rumäniens hat mit Blutvergießen Mtter Tränen begonnen. Kaum begann die Armee Macksnsem au« Bukarest abzuziehen, «berste! auch schon pes Wchaoch« Pöbel d-je Juden Die und . Die radikale Zeitschrift Politika bringt folgende Einzelheiten über die empörenden VorfflLe: >^D« bewaffnete Pöbe! griff am 11. DeMrb« da« sich zwischen Calea Bakaressi mrd Strad« Espansla ausbreitenhe Judenvierte! än und begann zu plündern. Dir zur BerteiLigLLz vatberMtsn Mm hkden an der MpMns m MM« GstnÜ. Pürrrimb fett Lsle« BaLarM mehrere Maschinengewehr« stellt und sich auf .diese Werse gegen Angreifer gewehrt. Bei diesem Zusammmstotz haben «ngesähr S6S Persorron ihr Leven veelown. Die Zahl der Verwundeten übersteigt 10OÜ.. Gegen Äbeno gelang e« der Maffe in das JubenvieM einzudringen, wo sie furchtbare Berheerunyerl amichtete. In der Nacht des 11. stand das Ghetto in Flammen. In derselben' Nacht zog der Pöbel durch die Gttaba Lipskani, ws sich die Geschäfts der reichsten Juden befinden und plünderten in fmckLerlicher Weife alles aus. Das geschah in der Morgendammenmg des 12. Dezember. Von diesen Zeitpunkt ab istkeinerlei Nachricht aus Rumänien eingetroffen. Der chrORische PsgroM in LeMberg. Cin LembergerjüdischerBürger weilt mff MGmch» ,reffe in Wien und hat einem unserer Mitarbeiter folgende authenLrscho Mittrilungen'üoer die Ereignisse in Lemberg seit bm derckwürdige» 28. Nvvencker ISIS gemacht: „Sie werdm Mckchst fragen, wie ist Ne Lem in Lemberg jetzt? Ich erwidere im vollen Bewußeftm meiner Verantwortung: Der chronische Pogrom l Man will nach der wörtlichen BehaupLmrg der tys« dränger _.v ■ die ArLSMKMem»s Lev Jrchsm wp?m§stt. Zunächst, einiges Mer da« BergangeUe. Was sonst bis nun so vielfach über den akuten . Pomom vom 22. und 28, Rovembsr' m der OeffenÜichLeit berichtet wurde; besteht aus suf Suggestion Kurückzuführende und daher öegreistichrn, aber leids: \nbäuerlich argen Urbertreibungen. Ich Halts es für eine große Schädigung des Wischen Standpunktes, dstz sie nicht rechtzeUig auf das richtige Maß zurückgesubrL wurden. Ich habe selbst am 26. Dezember festgestellt, daß bis oahin etwa 100 Todesfälle, 300 Verwundungen und ein materieller Schade von fast 90 Millionen Kronen m,gemeldet worden waren. Als der ukrainische Putsch kam und der Straßenkampf begann, gab es unter den Opfern auch viele Juden. Es folgte dann, wie bekannt» «in WaffenstMstand» worauf sich die Ukrainer zurückziehen mußten. In den Ersten Morgenstunden des 22. Novembsr rückten die ersten polnischen Patrouillen sin und «ach T Ahv stütz hegmr» des Psgrsm. Dis Polen 'beha^tsn, Mförmierts^ BMKm Wien ihn veranstaltet. Das stimmt. D em G ehaben nach waren es Banditen. Ich habe das . schreckliche Ereignis aus nächster Nähe mit angesehen. Ganze Häuserreihen standen in. Flammen. Die einzelnen Stockwerke würden gesondert m Brand gesteckt. Man ging sehr praktisch vor, brachte in Automobilen Benzin und Petroleum heran, wrd führte in diesen Automobilen hoch ausgestapelt die geplünderten Waren fort. Ringsmn ein, gaffendes, äußerlich teil** nabmsloses, innerlich, sehr bctemgfes vornebmes Publikum. Hub nicht einmal drang der Ruf an mein Ohr: ..Ausörsmren b« auf dsir Irmrd!^ Am selben Tage großer Korso m feWch-er MMMg. Der Pogrom war von der Soldateska genWcht unter der stillschweigenden oder ausdrücklichen Gutheißung der ganzen polnischen Bevölkerurrg. Man hat die Bluttat unter anvrmn damit rechtfertigen wollen, daß Juden auf Soldaten kochendes Waffer gegoffen bätten. Ich konstatiere auf Grund eingehendster Nachforschungen, daß in den nächsten Tagen in keinem Spital Leinbergs auch mrr ein einziger polnischer Soldat lag, der Bmndwunden erlitten hätte. Die Warschauer Herren haben daher auch zugeben müssen, daß die Mär von den verbrühten «mmarschierenden Svldaten unsinnig sei. Nicht nachdrücklich genug kann die wirkliche Ursache des Pogroms, bervorgehoben werden: Die Haltting der führenden, assimilatorischen Juden! Jahrzehntelang haben sie de» Polen erklärt. Daß die jüdischen Massen hinter ihnen stehen und sich geschloffen als Glied der polnischen Ratton fühlen. Dann aber hat sich das jüdische Volk, seiner wahre« Grsinnnng getreu, neutral erklärt mrd das Pstentum sah sich «rg enttäuscht. Was nach dirftn Pogromen kam, fj heute fortdauernde chrsMchr PAZrm», /' mir baß w gottlob wenige Todesopfer zeichnend war das Verhalten währmd de ruges am 28. November. Ein Teil der Opfer wurde damals zu Grabe gettagem 80.000 Menschen folgten den Särge» lautlos in ergreifender DLs-iplirr. Warum war Lein eiuZiger Priein diesem Zuge zu sehen? Man. hat un« dsch «eklSÄ, die pMische. 4d«Mstsiroe sich-.lttcht d« bis die Pflicht des Anstandes, eine Deputation zu entsMen, wurde erfüllt. Vor allem aber die QM dsr Ws llMMd des RettungsLömirees mutzt« ich ehret fslchm. Dmchfuchung benvohnen. Die. Polenbehaupteter nämlich, die Juden Hütten in Maff-u Munition A7w Muffen vrrMLh,m-ch harMr an^ d»n geeigneten' LrMrcklick der Rw-anche. Man fand rn deei Straß^ die wir grnQu absuckM, ein altes Bajonett und zw« PaLronentaWlr. \ Wir gel)t rrran aber M diesÄr Revisionen vorv Man schritt mcht davor MÜL, Sarge in Gegenwart M Lelütva^enden zu öffnen und nach Waffen zu durchsuche«^ Sogar Gräber wurr>eir geschändet, weil man vermute^ daß in die Gräber bet den Bestattungen Waffe» mrd Munition für den Aachezug eürgeschmugaelt worvM seien. Ms Stichtag der Rache wurde der Weihnacht^. Lag ktNFkgeden. Man sprach allgemein, die Inders seien für diesen Tag zum Losschlagen parat. Und in. Lsvckrrg war strengsrs BerettschssL. Lemberg. beherrscht jetzt eine MeLLemichpoltzei, die O ch r a n a, und Lastet wie Blei auf der Stadt. Die sichtlichen Revisionen enden nicht selten mit Errt- AmrduKgen, mib dir Fälle illegaler Revistsnen mchre^ sich. Am ÄV. Dezember gab s§ f enie« MHiLerr Pogrom, i imi bm mm m btt OeffentlichKett noch «iHttz Den UWand, Latz die Lichtquellen versagten, benützte« dis in der Czackyschule einquaptierten Warschaus Truppen, mn unter Fackelschein zwei Straßen im Judenvieete! abzusuchen. Cs gab keine Toten, - wohl aber umfangreiche Plünderungen und -- Schändung^ von Frauen und Töchtern verhafteter Juden. Schlichs ltch hob man es war eine Demonstratton für das' Wuslünd — Geisel« aus. Merkwürdig, auch ToL^ wurden in ihrer Grabesrrche gestört. Der länmt verftorbenr Abgeordnete Dr. Gabel sollte rrrs Gefängnis und da man ihn nicht fand, hob man seinen Brrürer aus, drr als Gegner des Zionismus bekannt ist. 1 Dir Lemderger Ereignisse haben, wenn man sos sstzen darf, auch eine erfreuliche Tatsache im Gefolge. Maiache assimllatorischen Juden der volksentsremdets^ Oberschicht lassen jetzt den nationalen Gedanken gelten/, ja, sie drängen darauf, daß man die jüdischen Forvenrngerr erfüllt. Frellich ist dieser problematische Er^ folg te«er, viel s« teuer erkaufk MZesÄericht» DKS ElMÄ der AerzLe. ZVM-hmGNÄs. PrsLrLarWermAg. — Berß«M§' richmrg des Aerzteftündes. i, Zn Sen Bewfsständen, welche infolge des Krieges' Me völlige. Verschiebung ihrer materiellen Bast« erschren haben, gehört zweifelsohne der ärztliche Stand.- Hörte mmr schon vor dem Kriea über die schlechte wirtschaftliche Lage der Aerzte vielfache Klage, so kan» derzeit ohne Uebertreibung gesagt werden, daß ihre Lage ein« verrweislungsvolle und Üestramige genannt, werden kan». Der Zufamnrenbruch der Fronten bracht« nw§£ als 609 junge Aerzte nach Wien, die in den meiste» Fällen aller Mittel bar, ohne ZivUe Kleidung und obdachlos auf die Hüfe ihrer Standesgenossen angegewiesen waren. j Abgesehen von ihrer momentanen Hllssbedürsttg- Leit, wurde, mit dieser. ärzttichen Ueberflutung das schwierige Problem ihrer Versorgung aufgeworfen. Die Majorität dieser Heimkebrer war meistens knapp nach der Erwerbung des Doktorgrades ' ins Feld gezogen nnd hatten die Kriegsjahre hindurch nur wenig Ge-, legenheit, ihre ärztlichen Kennttliffe zu vertiefen. Die Stellen in de» Hinterlands- und speziell itt den Wiener Spitälem waren mit weibttchen A^te» bescht, die im Kriege das Doktorat gemacht hatte«. Wien allein zählte 300 weibliche Ärzte, deren Stelle» vordem vsn ihren männlichen Kollegen eingerromme« waren. \ Es wurde Re „Orgemifatton ärztlicher Kriegs-' LeiLnehmer" gebildet, auf deren Betreiben hin feite« drs StaatsaMtes für Volksgesundheit eine Verfügung^ erlaffen wmde, derzufolA« die Ärzte auf ihre früher mnegehabten Stellen ruckübernommen wurden. Da-: mit ist aber noch Leine radikale Befferünherbeigeführt. Während tu der Provinz ei» empfindlicher AerKtemangel herrscht, häuft fick in Wie« ein ärztliches Proletariah ftir dessen Versorgung in absehbarer Zeit keine Aussicht besteht. Die Proving könnte wohl vielen DiftriktsÜrzten eine Exiftmz bieten, hi« spielen aber nationale und L o fessio nelle Lend enz rn mit. Fast 70 Prszent der Heimkehrer find Juden, die wohl, vier Jahre m der Feuerlinie ihre Pflicht verrichten mußten, ab« von den Provinzgemeinden ihrer Nationalität halb«, nicht akzeptiert werden. Da entscheidet offenbar d« Grundsatz: bester Kein Arzt, als ein jüdischer Arzt, j Diele junge Aergte, die sich etabliert haben, harre«, besckäftigungslos d:r Patienten» die nicht komme« «sllm. -t Dir fs»bm in getretme Angehörigen-i Versicherung eine weite« bedenkliche Berringrrnng des pris«tärztliche« PJjLi* n « « i! r - i f '