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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-04-01 · Heft 4 (1.4.1908) · p. Seite 96

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 4 (1.4.1908)
Date
1908-04-01
Page
Seite 96 (sequence 26)
Language
German
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96 ihr Einfluß auf das deutsche Volk bekämpft werden soll? Wollen wir ehrlich sein, so müssen wir gestehen, daß wir von den Juden sehr viel Gutes Lernen können. Der Jude ist ein Vorbild zur Nüchternheit, Fleiß und Ausdauer. Für das Armenwesen muß die Stadt Emden jährlich Mk 30000 ausgebeu. Es ist kein Jude, der von der Stadt 1 Pfg. Armenunterstütz'ung beansprucht. Im großen und ganzen gibt der Jude kein Geld leichtsinnig aus. Verdient er nur Mk. 2.—, dann wird er keine Mk. 2 — für sich verbrauchen, sondern etwas zurücklegen, damit er seinen Mitmenschen nicht zur Last fällt. — Die Kinder sehen mit Ehrfurcht auf ihre Eltern und sorgen für sie bis zum Tode. Wollte Gott, daß Christenkinder von den Juden lernten, ihren Eltern keinen Kummer zu bereiten. Weil die Juden sparsam sind, deshalb werden sie weniger gehaßt als beneidet. * Weil sie bei ihrer Sparsamkeit es zum Wohlstand bringen, deshalb soll ihr Einfluß schädlich sein? Möchte das deutsche Volk das Gute von den Juden annehmen, dann würde Deutschland von der ganzen Welt beneidet werden. Ich schließe und hoffe, daß der Antisemitismus, diese häßliche, verderbenbringende Giftpflanze bei uns allen keinen Raum findet, llnfer verstorbener Fürst Knhphausen war ein Edelmann, kein Antisemit. Möge sein Nachfolger ut~feine Fußstapsen treten und Ostfriesland würdig, parteilos und national vertreten. — Am 11. August v. I wurde das neue Gebäude, zu dem die Familie v. Rothschild Mk. 45^tXi0 und die Oppenheimer'schen Kinder Mk. 1000tH) gegeben hatten, feiner Bestimmung übergeben. — Die Zahl der Zöglinge betrug durchschnittlich 70. — Rach Schluß des Blattes kommt uns die traurige Nachricht von dem am 19. April erfolgten plötzlichen Hinscheiden des großen Philantropen Charles Hallgarten, geboren 16. November 1636 in Mainz, zu. Seiu Heimgang bedeutet einen unersetzlichen Verlust für die israelitische Gemeinde und Stadt Frankfurt a. M. und für die menschliche Gesellschaft überhaupt. Wir werden in einer ausführlichen Schilderung noch Gelegenheit nehmen, ans Hallgartens vorbildliches Leben und Wirken einzugehen. Sein Name und seine Taten bleiben unvergessen! Inhalt: Bericht über die Feier des 25. Stiftungsfestes des Akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Literatur an der Universität Berlin. — Religiöses - Denken und Fühlen. — Monatsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber 0r. Adolf Brüll; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidensteiu), sämtlich in Frankfurt am Main 1'.

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