Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1908)
- Date
- 1908-04-01
- Page
- Seite 74 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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74 Hochverehrte Festversammlung! Wenn wir heute als wissenschaftlicher Verein die 25. Wiederkehr unseres Stiftungstages feiern, richten sich alle unsere Blicke dankbar auf den, unter dessen Schutze sich für Wissenschaft und Kunst immer neue Bahnen erschließen. Unser Kaiser hält fest an dem zu Anfang seiner nunmehr bald 20jährigen Regierung aufgestellten Grundsätze, seinem Volke den Frieden zn erhalten, in dessen Schatten die Wissenschaften in nie -geahnter Weise zu blühen vermögen. Darum gedenken wir in dieser Stunde dankerfüllten Herzens unseres Kaisers und hoffen, daß es ihm noch lange vergönnt sein möge, den Frieden seinem Volke zu erhalten. Ich bitte alle Anwesenden, auf das Wohl unseres Kaisers einen donnernden Salamander zu reiben. ' Nach dem ersten Liede begrüßte der Vorsitzende die Anwesenden mit folgender Ansprache: - Hochansehnliche Festversammlnng! Freude und Jubel herrschen heute in diesen Hallen, da wir im Begriffe stehen, das 25. Stiftungsfest des Akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Literatur zu feiern. Voll freudiger Zuversicht sahen wir den Festestagen entgegen, wußten wir hoch, l)aß der A. I. G. V. nicht umsonst den Ruf ergehen lassen würde, ihn an seinen. Freudentagen zn beehren, daß all die treuen Freunde, die er sich in seiner, nunmehr 25jährigen Wirkungszeit erworben hat, es sich nicht nehmen lassen würden, ihm ihr reges Interesse durch ihr Erscheinen zu bekunden. Wie es der A. I. G. B. immer verstand, junge Akademiker aller Fakultäten für seine Tendenzen'zu begeistern, so haben sich in all den 25 Jahren immer Männer gefunden, die uns entweder selbst in unserer Tätigkeit unterstützt haben, oder durch den Besuch unserer Veranstaltungen ihre Teilnahme an unfern Bestrebungen zu erweisen suchten. Doch nur dadurch-ist es dem Verein gelungen, weite Kreise für seine Arbeit zu interessieren, daß er keinem anderen Leitstern folgte, als dem Streben nach Wahrheit ohne irgend welche Rücksichtnahme. So ist er allen gerecht geworden und so haben ihn seine Freunde schätzen gelernt. Auch am heutigen Abend haben sich eine solche Zahl von Freunden und Verehrern Ungesunden, daß beim Anblick dieser ittüstern Versammlung jedes A. I. G. B.er Herz freudig höher schlagen muß. Mit froher Ge nmgtuung können wir feststellen, daß unsere 'kühnsten Erwartungen weit übertroffen wurden. All unfern verehrten Gästen entbiete ich im Namen des Vereins unfern herzlichsten Gruß. Zuerst habe ich die Freude, unser allverehrtes. Ehrenmitglied Herrn Prof. I)r. Martin Philippson zu begrüßen. Ganz besonders freut es mich, heute zum ersten Mal uufer neu ernanntes Ehrenmitglied Herrn Pr, Gustav Karpeles in unserer Mitte willkommen zu heißen. Dann begrüße ich ferner die Herren Dozenten von der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Ich begrüße ferner aufs herzlichste di^ Vertreter der befreundeten Korporationen, den Akademisch-Wissenschaftlichen Verein, mit dem uns ein festes Band der Freundschaft fast seit unserem Bestehen verknüpft, und die Vertreter der Freien Wissenschaftlichen Vereinigung, der wir, wie ich zu meiner