Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- Seite 70 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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70 interessante wie gründliche Darstellung des von der Zage umsponnenen Lebens des Königs Zatomo und zeigt uns hesonders in ' der Verquickung der Alexandermit der Salomosage neue Gesichtspunkte. Auch wird Salomos Verständnis der Tier- und Pflanzenwelt in eine neue Beleuchtung gerückt. — Das alttestamentliche $ i it * * verbot im Lichte der ethnologischen Jurisprudenz sowie des altorientalischen Zinswesens: Bon l>r. Johann Hejcl. ^Biblische Studien, XII. Bd., 4. Heft.) gr. 8°. ivm unt> 98i Freiburg 1907, Herdersche Verlagshandlung. Mark 2.80. Die vorliegende Studie verfolgt den Zweck, den Ursprung und die Entwicklung des auffälligen alttestamentlichen absoluten Zinsverbotes klarzulegen. Wertvolles, meistens neues Material, welches sowohl die ethnologische Jurisprudenz als auch die Ägyptologie und Assyriologie liefert, wird erschöpfend verwertet. Im l. Kapitel, wird der Beweis erbracht, daß ursprünglich das Darlehen überall unverzinslich war. Das 2. Kapitel bietet eine kurzgefaßte Geschichte des Zinsfußes in dem alten Pharaonenlande. Jnl 8. Kapitel sind alle derzeit zur Verfügung stehenden altbabylonischen, assyrischen und neubabylonischen keilschriftlichen Schuldscheine nach der Höhe des Zinsfußes geordnet, verglichen und zu einer Geschichte des babylonisch-assyrischen Zinswesens überhaupt und des Zinsfußes insbesondere verarbeitet. Somit ist dieses Kapitel ein Beitrag zur Geschichte der ältesten Nationalökonomie. Da aber aus demselben Kapitel hervorgeht, daß die Assyrier meistens Wucher in dem Maße getrieben haben, daß bei ihnen das Bewußtsein der sittlichen Schlechtigkeit des Wuchers verschwunden war, so bildet dasselbe auch einen Beitrag zur Geschichte der ältesten Morattehre. Den Kern der ganzen Abhandlung findet der Leser im Kapitel 4, in welchem eine ganze Reihe von verschiedenen Fragen, uvie z. B< das Alter und das Verhältnis der Texte Ex. 22, 24: Lv. 25, 36 37: Dt.'23, 20 21, ihr literarhistorischer Ursprung uff.) in völlig neues Licht gestellt wird. Das ganze Problem wird so allseitig aufgefaßt und behandelt, daß die Arbeit nicht nur Biblizisten und Literarhistoriker, sondern auch Ethnologen, Juristen. Assyriologen, Knltnrhistoriker, Nationalökonomiker mit Interesse lesen werden. Die Schluß resultate der ganzen Abhandlung sind im Kapitel 5 zusammengestellt. Das wichtigste von ihnen besteht in der unanfechtbaren Aufstellung, daß trotz des starken Einflusses des wucherischen Assyrismus auf die Israeliten, die offiziellen Repräsentanten der Religion Israels niemals ihren Nacken unter das Joch des babylonisch-assyrischen Zins Wesens gebeugt, die ureigene Gesetzesbestimmung in bezug auf das Zinsnehmen Ex. 22, 24 nicht vielleicht später laxer aufgefaßt und erklärt, sondern im Gegenteile in Dt. 23, 20 21 ihre strenge Auffassung klar ausgedrückt, alle neu auftauchenden Formen des Wuchers von Amts wegen bekämpft iLv. 25, 36) und ihr sittliches Ideal von dem zinslosen Darlehen an Volksgenossen gegen jede entgegengesetzte Richtung immer aufrecht erhalten haben. „Das alttestamentliche Zinsverbot" macht daher auch den Anspruch, als eine Monographie zur Lösung der Babel-Bibel-Frage angesehen zu werden. — Couard, Pfarrer Ludwig, Die religiösen und s i t t t i ch e n Anschauungen der alt-