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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-03-01 · Heft 3 (1.3.1908) · p. Seite 60

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 3 (1.3.1908)
Date
1908-03-01
Page
Seite 60 (sequence 14)
Language
German
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^•rnrnmwwmimmwmwm•!• -^J.JUJUUp)|E.J, ' . NUWW^WWMWWWMMWWW i . - '■*.'■ ' ' 60 - r«r Lösung dsr JiuUnfrage. v V FL Karl Felix von Schlichtegrollmacht das Geständnis, daß er im gewissen Zinne Antisemit sei und daß er vielleicht manches sagen werde, was schroff erscheint. Er meint heute seien die religiösen Gegensätze, Religion und Religibnsbedürfuis mehr-und mehr im Schwinden: die Naivitäten der verschiedenen Dogmen seien allzu, auffällig geworden und kein Mensch von tieferer Bildung, welcher Konfession er auch angehören möge, j vermag mehr „schrittgläubig" zu sein. Er ist der Ansicht, daß der Gegensatz zwischen Juden und Nichtjuden nicht zu beseitigen sei: „Den Juden sind die Christen im Grunde widerlich, und diesen jene zuwider und unheimlich zugleich". Diese Behauptung bedarf sehr der Einschränkung und wir wissen es, daß höher stehende wirklich tiefer veranlagte Juden und Christen von dieser gegenseitigen Antipathie nichts verspüren. ■ Besondere Nahrung findet nach Herrn von Schlichtegroll die Annimositaet gegen die Juden dadurch, daß deren religiöse Riten die Nichtjuden intensiv abstoßen. Bismarcks drastisches Wort vom „arischen Hengst und der semitischen Stute" zur Lösung der Judenfrage präetisch zu verwirklichen hält er nicht für opportun. Wenn den Juden kein „jüdischer Luther" ersteht, so sollen sie suchen den erträumten jüdischen Nationalstaat wieder anfzurichten, wodurch Ahasver endlich zur Ruhe käme. Herr Oberbürgermeister Gauß-Stuttgart schreibt: Was aber das deutsche Judentum betrifft, so hat die talmudisch-jüdische Religion für den gebildeten und denkenden Juden längst aufgehört, deren Denken zu beherrschen oder auch nur ihre Weltanschauung zu beeinfürssen. Er verlangt ein Aufgehen der Juden in der übrigen Bevölkerung, da der jüdische Geist sich längst mit dem abendländischen verschmolzen hat. Auch Herr Professor Caspari-Heidelberg verlangt die völlige Auflösung des semitischen Blutes durch Vermischung mit anderen Völkern um die Rasseufrage fortzllschaffeu. Er geht sogar soweit, daß bei einer Heirat einer Christin mit einem Semiten der letztere auch den Namen der Christin als Familiennamen anzunehmen hat. E. Dennert will, um alle ReibllngsfLächen fortzuschaffen, daß die Juden aus allen Völkern gesammelt wieder \\\ einem Volke vereinigt werden, gleichviel ob in Palästina oder sonstwo. Hugo Salus hält den Stolz der Inden, die sich für ein Edelvolk halten j und an ihre Anserwähltheit glauben, für ihre stärkste Rasseneigentümtichkeit, die einerseits den Haß der Völker schürt und andererseits die zerstreuten Juden vor dem Untergange bewahrt. Er meint die Judenfrage werde erst dann gründlich gelöst werden, wenn die Vermischung der Rassen eine allgemeine sein wird und wenn es keine Religionen mehr * geben werde. Ein offenes Geständnis gibt Johannes Trojan in den knappen Worten: Was diese Frage zu lösen verspricht, Gern sagt' ich es, aber ich weiß es nicht. Josef Popper

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