Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- Seite 58 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Damit brach der Protektor die Verhandlungen der Konferenz ganz unvermittelt ab. Eine giltige Entscheidung. ist weder jetzt noch später erfolgt. Die Mission Menassehs den Israel war gescheitert. Und doch datiert die Wiederzulassung der Juden in England aus Cromwells Zeit. Jene Erklärung, daß ihr Wohnen im Lande gesetzlich statthaft sei, war zuletzt als das einzige entscheidende Ergebnis der Konferenz übrig geblieben. Cromwell sicherte nun den Juden in einem mündlichen Versprechen seinen persönlichen Schutz zu. Die Marranos durften bleiben und fremde Juden hereinkommen. Der Ausbruch des Krieges mit Spanier: führte dazu, daß die Marranos nur nicht als Spanier ihr Leben und Eigentum bedroht zu sehen, ihren Toppelcharakter fallen ließen und jegliche Verbindung mit Spanien aufgaben. Ihren Gottesdienst durften die Juden in unauffälliger Form abhalten. Im Jahre 1657 kauften sie einen Friedhof in London. Von einer Masseneinrpanderung der Juden unter Cromwell kann nach dem Gesagten micht die Rede sein, aber wenigstens war' ihnen, wenn auch ohne einen gesetzgeberischer! Akt der Weg geebnet, denn der Herrscher des Landes begünstigte sie. Dem großen Kurfürsten von Brandenburg empfahl sein Gesandter in London'mit der Drlldung der Inden in seinem Laude doch ja fortzufahren weil ihm solches bei dem Protektor „nicht rvenig Affektion gebären" würde. So knüpft sich an Crorurvells Walterr auch die Erinnerung an die Rückführung der Juden aus dem Epil, das einst einer der Eduarde über sie verhängt hatte. Das Ergebnis Crouzwell'scher Toleranz war bleibend, denn auch die Restauration hat an der geschaffenen Tatsache nichts mehr ändern können oder wollen. Als Kanfleute haben hier die Juden wie anderwärts ihren Weg gernacht. •>e< Liinlte Tagung der Deutschen Conferenz*$emein* fcbaft der Alliance Israelite Universelle. Am Dienstag, 25. Februar, hat die ans den deutschen Mitgliedern des Zentral- Komitös der Alliance israeiite rniverselle bestehende Deutsche Konferenz-Gemeinschaft der A I. r. ihre fünfte' Jahrestagung in Berlin im Saale des Brüdervereins gehalten. Die zur Teilnahme Berechtigten aus allen Teilen Deutschlands und die Mitglieder des Berliner Lokal-Kornites waren fast vollzählig erschienen oder hatten legitimierte Vertreter entsandt. Vom Zentral-Komite in Paris war dessen Geschäftsführer delegiert. Den Vorsitz führten die Präsidenten der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft, Geheimrat Goldberger-Berlin rrnd Charles L. Hallgarten-Fra.nkfurt a. M., die den ausführlichen und