Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 27 (1908)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- Seite 37 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- 87 — gesehen von der stark jüdischen Durchsetzung des Christentums selbst. Das deutsche Judentum sei mit dem Osten in keiner Weise zu vergleichen und der ganze Brand kommt von dem staatlich und kulturell schlecht entwickelten Osten. Hans Land schließt seine kurzen Ausführungen mit den Worten: Wir sind diesen deutschen Schollen entsprossen, wir lieben sie, wir wollen ihre Söhne sein nichts anders. Wir fühlen deutsch, wir sprechen deutsch — laß uns den alten beängstigenden Bann des Fremd seins in dieser unserer teuren deutschen Heimat vergessen. Macht ihn uns vergessen — Ihr Christenbrüher. — Geh. Rat Prof. Wilhelm Foerster meint unter anderem: Die Menschenfreunde können zurzeit sich keine wichtigere Aufgabe vor die Augen stellen, als die Pflege der nachdenklichsten und weitliebendsten Botkserziehung im Geiste wahrhaft gemeinsanier Menschlichkeit. — Henriette Fiirth verlangt, daß wir von früh auf lernen uns als aufrechte Menschen, als Angehörige unseres Volkes zu empfinden, aber auch als Kinder des Bodens aus dem iuir gewachsen. Sie will daß wir^eine Elitetruppe des deutschen Volkes werden linb bleiben bis auf den Tag an dem uns gestattet ist als Menschen in unserem Volkstum aufzugehen. — E. Vely schreibt kurz und bündig: Die Lösung der Judenfrage ist eine Kulturaufgabe. Nur wahre Geistes- und echte Herzensbildung können den Antisemitismus besiegen, dessen Existenz eine Schande für die Menschheit ist, eine' Unverständlichkeit für den, der seinen Gesichtskreis erweitert und über das Elend aller Erdenbürger nachgedacht hat. Mit dem Einzug der großen allgemeinen Mitleids fallen die Schranken, die Nationalitäten und Retigianen aufgebaut haben und nur ein Händereichen hinüber und herüber gibt es fernerhin. Vom fiele des jüdifcben IReligionsunterricbts. Ban Kreisrabb. Dr. Mar Beer mann-Insterburg. Was will der jüdische Religionsunterricht? Gewiß scheint die Antwort einfach: er will zur Treue für die Religion des Judentums erziehen. Man sieht nun schon, daß unsere Frage eigentlich eine doppelte ist, sie enthält nämlich die allgemeine, wie erzieht man zur Religion und die besondere, luie erzieht man zur jüdischen Religion. Was ist Religion? Leben in Gott, charaktervolle Hingabe an Gott. Darin liegt wiederum ein zwiefaches: Religion ist Sache der Gesinnung und des Gemütes. Und ferner: der Religionsunterricht sott nicht auf Berstandeskuttur vornehmlich abzwecken, sondern auf Charakterbildung. Er muß das Wort Bodenstedts beherzigen. M