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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-01-01 · Heft 1 (1.1.1908) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 1 (1.1.1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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23 Rabbiner Dr. Coblenz-Bielefeld, Js. Goldschmidt-Dortmund und M. Liebenfetd-Bochum, der Werbetätigkeit des Kuratoriums zur Seite, so daß die finanziellen Schwierigkeiten überwunden werden konnten. Die Durchschnittsziffer der Seminarklassen betrug 19, der Etementarklaffen 27, der Religionsklassen 24 Schüler. — Am 24. und 25. Dezember fand in Hannover der vierte Berbandstag des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche statt. In der ersten Sitzung refe ie.te Lehrer Goldsch nidt-Hamburg über „Die Notwendigkeit der methodischen Umgestaltung des heoräischen Unterrichts". — Lehrer Amram-Borken referierte üoer einen Antrag des Vorstandes, § 1 der Berbandssatzuugen mit einem Zusatze zu versehen, welcher von der Beratung die Behandlung solcher Fragen, die zu religiösen Streitigkeiten innerhalb des Verbandes fübren können, ausschließt. Dieser Antrag stieß auf stürmischen Widerspruch und wurde von den meisten Rednern als unnötige Angstmacherei bezeichnet und nicht angenommen. — Lehrer Nabbaum - Wiesbaden referierte über „Die Kantorenbewegung in Deutschland". — Über „Die materielle Lage der jüdischen Lehrerschaft im Deutschen Reiche" referierte Lehrer Andorn-Krefeld. Eine von dem Referenten eingebrachte Resolution forderte die Gleichbehandlung der jüdischen Lehrer mit den Ortslehrern in Hinsicht auf Besoldung, auf Sicherung der Anstellung, der Alter- und Hinterblielenenveriorgung und gab der Erwartung Raum, daß die jüdischen Verbände in Gemeinschaft mit den staats tlichen und kommunalen Behörden die baldige Verwirklichung dieser Forderung in die Wege leiten würden. Eine hie.mit parallel gehende, von Rabbiner Dr. Peritz- Liegnitz beantragte Resolution, zur Förderung der Wünsche der jüdischen Lehrerschaft verlangt die Einsetzung einer statistischen Kommission. — Ürer die im Vorstände besprochene Organisation der Verbandspeusionskasie referierte Lehrer Hanff-Berlin als Vorsitzender des Kuratoriums. — Direktor Silberberg-Hannover referierte im Aufträge der Verwaltung der Simonschen Stiftung über die Prinzipien der großartigen Schöpfung des verstorbenen Konsuls Alexander Moritz Simon, der israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem bei Hannover. — Aus Brest au berichtet man: Die von Jahr zu Jahr steigende Zunahme der Leichenverbreunungen hat auch für die Verwaltung der Synagogengemeinde zu Breslau die Frage der Beisetzung der Aschenurnen praktisch werden lassen. Auf eine Anfrage des Vorstandes der Synagogengemeinde hatten sich die Rabbiner übereinstimmend dahin geäußert, daß gegen die Beisetzung der Aschenurnen auf den jüdischen Friedhöfen ohne religiöse Feier nichts einzuwenden sei. Demzufolge sind bisher die Urnen von der Leichenhalle resp. von dem Vorplatz derselben aus an das Grab getragen und dort ohne jedes Zeremoniell bcigesetzt worden, — ein Vorgang, der nicht bloß von den Leidtragenden, sondern auch von dem Trauergefolge überaus peinlich empfunden worden ist. Beim Gemeinvevorstand ist deshalb angeregt worden, bei Beisetzungen von Urnen — wie dies u. a. auch auf dem Berliner Gemeindefriedhof geschieht — ein Gebet sprechen zu lassen. Die beiden hiesigen Kultuskommissionen, die in gemeinschaftlicher Sitzung über diese Angelegenheit beraten haben, haben sich in ihrer

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