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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-11-01 · Heft 11-12 (1.11.1906) · p. Seite 280

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 11-12 (1.11.1906)
Date
1906-11-01
Page
Seite 280 (sequence 42)
Language
German
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280 elitischen Mitbürger zuteil revanchieren, weil von eingerichtet sei. Er freue — Im Zentralver Berlin sprach jüngst Kapellmeister Eduard führte in seinen einleit seitm der jüdischen Vereine alles aufs Großartigste bedacht und jüdischen Schwestern auch dmr Dienste der städtischen Armenpflege zur Verfügung stellen. An die Ansprachen schloß ein der Let unfähig hinzustellen, ungerechtfertigt und nür a der Vortragende zunächst, Diesm Vorwurf speziell auf dem Gebiete der Musik als gänzlich as Haß und Verblendung hervorgegangen zu zeigen, erörterte daß eine große, echte und tiefe Kunst über die engen Grenzen einer Nation hinauswtrchsen müsse, daß man den Juden also, solange sie im Altertum eine Nation waren, nicht vorwerfen dürfte, daß sie gerade keine bloße nationale Kunst gepflegt hätten, sie vielmehr auch in künstlerischer, wie religiöser Beziehung die Repräsencltbürgerlichen einheitlichen Gottesidee und hieraus hervorgehend sittlichen Menschenanschauung gewesen wären. Daß sie auf Musik nichts geleistet hätten — so wenig wie irgend ein tanten der großen w die Vertreter einer höchstem dem speziellen Gebiete anderes Volk des Altertums — lag an der damals noch nicht gefundenen Kunst der Musik als selbstständiger, pfindungen und Gedanken. Musik, die. noch heute den Ursprung dieser zweifelte, diese Art Mr ständigen Kunst -werde; leider könne sich die Stadt in ähnlicher Weise nicht sich auch insbesondere über die Toleranz, wonach sich die sich eine Besichtigung der sehr gut eingerichteten Räume, deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in an der jüdischen Reformgemeinde als Chordirigent amtierende y über „Jüdische Musik und Musiker". Der Vortragende mden Gedanken aus, daß es vornehmlich die künstlerische Kultur eines Volkes sei, die es auf eine hohe und vorbildliche Stufe in der Entwickelung des Menschengeschlechtes nach einem idealen Ziele führe; er bewies an den klassischen Griechen, lnderen Völkern des Altertums gewesen wären und welchen maßgebenden Einfluß ße kvaft ihrer künstlerischer Kultur noch quf die heutige Zeit ausübten; er zeigte aufErun') dieser Tatsachen, wie schwerwiegend der die Juden zu allen Zeiten von gegnerische! S üte treffende Vorwurf, sie hätten in Kunst nicht nur nichts geleistet, sondern wärcn auch in alle Zukunft als der höchsten kulturellen Betätigung der für sich allein stehender Ausdruck tiefster menschlicher Em- Die vielfach verbreitete Anschauung, unter speziell jüdischer jüdischen Gottesdienst zur Verwendung gelangenden Musikstücke und liturgischen Psalmbdien zu verstehen, wies der Vortragende scharf zurück, indem er rm ls dem alten Judentum als aller authentischen Beweise bar besik auch als eine nicht allzuhoch stehende und einer tiefen, selbst- Üis auf wenige Ausnahmen — nicht entsprechende bezeichnet^ Vielmehr wollte der Vortragende unter jüdischer Musik uur das verstanden wissen, was von Musikern jüdischer Abstammung — wenn auch nicht mehr dem jüdisch-religiösen vor allen Dingen in Übereinstimmung mit dem hohen sittlichen Menschenideal ihres Glaubens auf die Kunst übertragen, geschaffen worden ist. Er wies nach, daß die Juden seit den Zeit ihrer Emanzipation eine Fülle von Musikern besitzen, die dieser Anforderung ensspr^chen und bezeugte dies in ausführlicher Weise an den Bei-

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