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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-10-01 · Heft 10 (1.10.1906) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 10 (1.10.1906)
Date
1906-10-01
Page
Seite 234 (sequence 20)
Language
German
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jeder Art ^nb sämtlicher Ber innerhalb deK Herzogtums Ann von Stipendien an begabte Sch an solche, welche aus dem He es sind demnach im Berichtsjahre Weill erzählt folgendes in seinen — 934 — hie Israel. Kultusgemeinde zu Dessau zur Förderung des sittlich religiösen Lebens in der Gemeinde jährlich 30000 Mark. Titel 11. bestimmt, daß die Stiftung Beihilfen an die unterstützungsbedürftigen Kultusgemeinden Anhalts gewährt. Etatsmäßig stehen für diesen Titel 15000 Mk. zur Verfügung. Die Mittel des Titel Hi. dienen der fluterstützung Armer und Hilfsbedürftiger ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses. Titel!i V. dient den Zroecken der Krankenpflege. Titel v. der Begründung eines Altersheims. Äer Titel VI. bestimmt für die Förderung der Wissenschaft des Judentums 15000 Mk. jährl. Der Titel VH. dient der Unterstützung von Fortbildungs- und gewerblichen, Schulen rufszweige ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses halt. Titel Vlll. bestimmt 10000 Mk. zur Gewährung ffiler und würdige junge Leute und zwar in erster Linie erzogtum Anhalt stammen. Die insgesamt zur Ausgabe gekommene Summe beträgt 191890,80 Mk. gegen 171201,65 Mk. im Jahre 1904, 20689,15 Mk. mehr zur Ausgabe gelangt. — Alexandre „Souvenirs intimes <le Henri Heine." „Eines Tages als ich Heine fragte, warum er sich taufen ließ, sagte er mir: Sie müssen wissen, daß ich nach meiner Rückkehr aus Italien und England, wo ich niemals üble Folgen meiner Religion verspürt habe, eine deutsche Revue herauszugeben versuchte, — deren Herausgeber ich von vornherein in meiner Eigenschaft als Jude nicht sein könnte. Börne ist ebenso zur Taufe gezwungen worden, um die Balance zu veröffentlichen, obwohl er nicht mehr Christ war, als der König von Preußen und ich. Einen Augenblick hatte ich mich mit meinem Freunde, dem Dr. Gans, verbunden, um die geistige und gesellschaftliche Lage der Juden zu bessern. Kaum hatte ich das Werk unternommen, da fragte ich mich: Was ist dein Zikl und was deine Absicht? Du willst offenbar, daß alle Juden so vorgeschritten seien, wie du und dein Freund Gans. Worin besteht diese Aufklärung und dieser Fortschritt? In dem Verwerfen der Wunder der Bibel und in der Verachtung aller scholastischen Barschriften des Talmud und der Rabbiner. Wenn alles dies geschehen sein wird, wenn alle meine Glaubensgenossen den alten Menschen des Moses und .der Rabbi Jehuda Hanasi abgelegt haben werden, was wird ihnen bleiben?• Die einen ( werden Anhänger Hegels werden, die anderen Schellings, die dritten Spinozas, andere nichts. Was werden sie gewonnen haben? Werden sie emanzipiert, weil sie zu Hegel schwören werden, anstatt zu Moses? Keineswegs! Sie müssen zu Jesus schwören! Sie werden einen falschen Eid leisten, denn niemals wird ein Jude an die Göttlichkeit nnes Juden glauben, nicht einmal Reander und Stahl, wie sehr sie sich auch dagegen sträubten. Nur durch diese Lüge werden sie und ihre Kinder alle ihre natürlichen Rechte genießen, die die Christen den Juden vorenthalten. Warum? Ich weiß nichts davon! Vielleicht, um sich an ihnen zu rächen, weil sie Ihnen das Christentum gegeben haben, die unwahrste, unvernünftigste, abgeschmackteste Religion, die es gab, eine Religion der Liebe, die nichts als den Haß kennt, eine

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